Islam: Vorbeter aus der Fremde
In Deutschlands Moscheen predigen Imame aus der Türkei, aus Bosnien oder dem Iran. Niemand kontrolliert sie - für Fundamentalisten die Chance zu unverhohlener Agitation
Am Sonntag, dem 23. April dieses Jahres, gleich nach dem Krimi, schien der Islam in Deutschland angekommen. Schon manches Mal hatte man bei Sabine Christiansen über die Muslime und ihren Glauben debattiert. Ein islamischer Theologe war bis dahin noch nicht dabei gewesen. An diesem Abend jedoch hatte es einer ins deutsche Ersatzparlament geschafft: ein echter Imam, ein Prediger des Korans, mit Doktortitel zudem.
Der Gottesgelehrte, Hassan Dabbagh sein Name, trug einen buschigen Bart, einen knielangen Kaftan und ein weißes gehäkeltes Käppi. Seine Augen funkelten, und die Arme tanzten in der Luft, als er zu Ehrenmorden, Scharia und Kopftuch Stellung bezog. Eine Hand voll Jünger in ähnlichem Aufzug saß in der ersten Reihe und nickte, wenn der Geistliche im guten Deutsch erklärte, warum er den Frauen in der Runde als anständiger Muslim leider nicht die Hand geben könne. Das hatte der Vorbeter aus Leipzig ein paar Wochen zuvor nicht getan, als er bei Maischberger den Islam erklärte.
Der Christiansen- Redaktion gefiel der pittoreske Prediger so gut, dass er am vorvergangenen Sonntag in der TV-Runde noch einmal erzählen durfte, wie friedlich und dialogbereit (»Bitte keine Vorurteile!«) der Islam im Allgemeinen und er persönlich im Speziellen seien. Das stimmt tatsächlich – solange der Mann im deutschen Fernsehen spricht. Im Internet hält er nichts von Toleranz. Da nennt sich Dabbagh Scheich Abul Hussain und mahnt seine Gefolgsleute, sich von allen Ungläubigen möglichst fernzuhalten. Auch deshalb wird er vom Verfassungsschutz beobachtet. Der Christiansen- Redaktion war all dies entgangen. Bei vielen Muslimen sorgte der wiederholte Auftritt des Leipziger Imams als Vertreter ihrer Religion für Entsetzen. »Eine solche Sendung, und die Arbeit von Jahren ist weg«, ärgert sich der Erfurter Islamwissenschaftler Jamal Malik.
Doch welchen islamischen Würdenträger hätten die Macher der Sendung stattdessen einladen sollen? Einen Prediger der Ditib, der größten muslimischen Organisation in Deutschland, deren Theologen selten Deutsch sprechen? Einen Vertreter der Milli Görüş, der vielleicht der Sprache mächtig ist, aber vom Verfassungsschutz beobachtet wird? Oder einen einheimischen Konvertiten, dem der Rückhalt in der Community fehlt? Wo sind die religiösen Autoritäten, die den Islam erklären?
Diese Fragen werden auch bei der Deutschen Islam-Konferenz eine Rolle spielen, zu der am kommenden Mittwoch Innenminister Wolfgang Schäuble nach Berlin einlädt. Der Gipfel wird Auftakt sein zu einem Dialog zwischen den in Deutschland lebenden Muslimen und dem Staat. Neben anderen Aspekten wird ein Thema im Mittelpunkt der Gespräche stehen: die Frage einer repräsentativen Vertretung der Muslime und damit eng verbunden die Ausbildung von muslimischen Theologen in Deutschland. Nur ein Bruchteil der Vorbeter und Prediger, die in hiesigen Moscheen den Koran verbreiten, stammt selbst aus Deutschland. Die große Mehrzahl der rund 2500 Moscheevereine muss seine Imame einfliegen lassen: aus der Türkei oder Bosnien, Iran oder der arabischen Welt. Von Deutschland und den einheimischen Muslimen wissen sie kaum etwas. Dabei haben jene Gemeinden Glück, die dem Ditib-Verband angeschlossen sind. Sie beziehen ihre Imame kostenlos über Ankara. Der Rest der Moscheen sucht seine Vorbeter über Makler und im Internet. Einige nehmen mit einem Laienprediger vorlieb, andere setzen auf einen Pendel-Imam, der alle drei Monate ein- und ausreist, weil ihm die Aufenthaltserlaubnis fehlt.
Wer diese Imame sind, was sie den Muslimen in Deutschland predigen, weiß niemand genau – und es hat bis vor kurzem kaum jemanden interessiert. Dass die Gastarbeiter nicht nur ihre Arbeitskraft und ihre Dönerfladen aus der Heimat mitbrachten, sondern auch ihren Glauben, dämmerte vielen hierzulande erst vor wenigen Jahren. Zumindest in den Ballungszentren ist Deutschland längst nicht nur ein multikulturelles, sondern ebenso ein multireligiöses Land. Doch gebe es »noch immer kein Konzept zur Integration des Islams«, kritisiert Bülent Arslan. Ja schlimmer noch, meint der Vorsitzende des türkischen Forums in der CDU: »Vielen Politikern fehlt die Erkenntnis, dass wir so etwas überhaupt brauchen.«
Längst besucht die dritte und vierte Generation der Einwanderer Schulen und Moscheen. Dennoch überlässt die deutsche Politik die Anhänger Allahs bis heute weitgehend der religiösen Obhut ihrer Heimatländer. Die rund 700000 Muslime im schulpflichtigen Alter erfahren wenig über ihre Religion, jedenfalls nichts im Rahmen eines regulären Lehrfaches. Und wer hierzulande Imam werden will, dem bleibt nur der Weg ins Ausland. Selbst die Wissenschaft bringt wenig Licht ins Dunkel des heimischen Islams. Die deutsche Islamforschung hat über Sufi-Dichter im alten Persien mehr zutage gefördert als über Vorbeter in Deutschland. Sie weiß heute besser, was in Saudi-Arabien von der Kanzel verkündet wird, als in Berlin-Kreuzberg oder Duisburg-Marxloh.
Doch plötzlich – die Schrecken von New York, London und Madrid vor Augen – will man wissen, wie die hiesigen Imame den Koran interpretieren. Lehren die Geistlichen die knapp dreieinhalb Millionen Muslime im Land Ausgleich oder Abgrenzung? Was sagen sie von der Kanzel oder im Korankurs zum Karikaturenstreit oder zur Regensburger Rede des Papstes? Und: Darf es sein, dass die muslimischen Gemeinden in Deutschland von ausländischen Geistlichen geführt werden? Plötzlich entdeckt die Politik die Gottesmänner. Berlins Innensenator Ehrhart Körting möchte, dass Imame der Polizei im Kampf gegen die Jugendkriminalität helfen. Innenminister Schäuble will erreichen, dass die muslimischen Kleriker auf Deutsch predigen. Bildungsexperten fordern, die Vorbeter sollten in der Moschee für die bessere Ausbildung von Jugendlichen werben. Und wer könnte die Muslime besser gegen islamistische Tendenzen impfen als die Verkünder des Wortes Gottes? Die Bedeutung der Imame werde völlig unterschätzt, kritisiert Bülent Arslan. Sie sind angesehen und haben Zugang zu Migranten, die oft am Rand der deutschen Gesellschaft stehen. Sie könnten, so der CDU-Politiker, »zu Schlüsselfiguren der Integration werden«. Wenn sie denn selbst integriert wären.
Allahu Akbar, Allah ist groß. Es ist 13.47 Uhr, die Sonne steht an ihrem höchsten Punkt über der Stadt. Der Muezzin der Essener Fatih-Moschee ruft die Gläubigen zum Gebet, und Ercan Aksu steigt die Stufen zur Kanzel hinauf, die er nur einmal in der Woche betritt. Hut und Umhang kennzeichnen den Prediger. Den Koran hält er in der Hand. Die letzten Gläubigen, ein paar Jugendliche mit Strichbärtchen, Igelhaaren und Muscle-Shirts, suchen sich einen Platz auf dem Teppich. Es beginnt die oberste Pflicht jedes muslimischen Mannes zwischen Essen und Mekka, Berlin oder Ankara. Wie alle Handbewegungen, Verbeugungen und Worte, die nun folgen, gehorcht auch Aksus Predigt einem strikten Ritual. Sie beginnt mit einer Koransure, endet mit einem Hinweis auf den Propheten. Dazwischen erklärt Aksu, was der Herr den Gläubigen damit sagen will.
Während christliche Pfarrer die sanften Ratzinger- und Huber-Tonlagen bevorzugen, vermutet man bei ihren islamischen Kollegen leicht, sie schimpften und agitierten. Das täuscht in der Regel. Aksu verlässt keine Sekunde theologischen Grund. Er folgt den Worten auf dem Zettel, die er selbst nicht geschrieben hat. »Die Vergangenheit ist vorbei, die Zukunft kennen wir nicht. Doch die Gegenwart müssen wir gestalten«, spricht der Prediger auf Türkisch, eine Weisheit von religionsübergreifendem Wert.
Dann tritt Aksu vor die Gebetsnische. Väter richten ihre kleinen Söhne aus, die Gläubigen stehen Schulter an Schulter zusammen. Und als hätte man allen gleichzeitig die Beine weggezogen, fallen die Männer auf die Knie und beugen die Stirn mehrmals gen Mekka. Eine letzte Kopfbewegung nach rechts und links, wo auf den Schultern die beiden Engel sitzen, die für den Jüngsten Tag die guten und schlechten Taten notieren. Dann leert sich das Rund in wenigen Sekunden. Das Freitagsgebet ist zu Ende.
Seit 2003 leitet der 36-jährige Ditib-Imam die geistigen Geschäfte der Essener Fatih-Gemeinde. Ein kleiner, freundlicher Mann mit dem für türkische Imame typischen Operlippenbart. Stolz führt er durch das Gotteshaus, eines von knapp 100 Gebäuden in Deutschland mit Kuppel und Minarett, die als Moschee errichtet wurden. Früher diente eine alte Fertigungshalle als Gebetsraum. Heute predigt Aksu unter prachtvollen Kristallleuchtern, die den riesigen Teppich und die kunstreich gemalten arabischen Schriftzeichen an den Wänden bestrahlen. Mit dem Bau, durch Kredite und Spenden vieler Gläubiger finanziert, legen die Muslime der Gemeinde ein Bekenntnis ab: Essen ist unser Zuhause, wir bleiben hier.
Ercan Aksu tut es nicht. Im kommenden Jahr sei seine Zeit um, sagt er beziehungsweise sagt der Übersetzer. Der Aufenthalt hat nicht gereicht, um mehr als ein paar Höflichkeitssätze und einzelne Vokabeln zu lernen, trotz einiger privater Deutschstunden im Monat. Wann sollte er die fremde Sprache auch gründlicher studieren? Ein Imam hat für seine Gemeinde verfügbar zu sein. Zu jedem der fünf Pflichtgebete – das erste bei Sonnenaufgang, das letzte in der Nacht – sollte er in der Moschee sein. Dazwischen besucht er Kranke, leitet Sterbezeremonien, schließt Ehen. Am Wochenende warten Koranunterricht und die Arabischgruppe. Nur montags hat ein Imam frei. Doch auch diesen Tag muss Aksu zurzeit reservieren: für Staatsgeschäfte. Ist der türkische Konsul in Essen im Urlaub, muss er ihn vertreten.
»Ich muss sehr viel mehr arbeiten als in der Türkei«, sagt Aksu. Anders als ihre christlichen Kollegen, die auf Diakone, Pastoralreferenten oder Gemeindesekretärinnen zählen, haben muslimische Kleriker keine bezahlten Helfer. Nur ihre Frau hilft mit – wenn sie nicht in der Heimat geblieben ist. In mancher Gemeinde wohnt der Imam nicht nur in der Moschee, sondern muss das Gebäude auch sauber halten. Würde Aksu gern länger bleiben? Er mag Deutschland, die Natur, den hohen Grad der Zivilisation, sagt er. Sein ältester Sohn geht auf das deutsche Gymnasium und kennt Almanya fast besser als die Türkei. Aber sein Vertrag sehe nun einmal vier Jahre vor, und daran habe er sich zu halten. »Ich bin türkischer Beamter.« Aksus Dienstvorgesetzter ist der Religionsattaché des türkischen Konsulats in Essen. Nicht nur sein Gehalt, rund 1700 Euro, bezieht er aus Ankara; auch die Predigt, die er sich aus dem Internet geladen hat, wird in der dortigen Religionsbehörde formuliert.
Selbst wenn sich Gottesmänner wie Aksu nach Kenntnis und Kräften um die Gläubigen bemühen – die Unzufriedenheit der Gemeinden mit ihren Imamen wächst. Viele Moscheegänger fühlten sich von den ausländischen Predigern nicht mehr angesprochen, sagt Ahmet Ünalan, bis vor einiger Zeit Vorsitzender der Ditib-Gemeinden in Duisburg. Welchen Rat kann ein Imam einem Gläubigen auch bei Schwierigkeiten mit Schule, Arbeit oder Familie geben, wenn er selbst die Probleme kaum kennt? Wie glaubwürdig ist es, wenn Kleriker wie Aksu Eltern darauf hinweisen, dass ihre Kinder Deutsch lernen müssen, wenn sie selbst nur Türkisch sprechen? Die Imame könnten eine Brücke sein zwischen dem deutschen Alltag und den Parallelwelten, in denen Teile der Muslime leben. Zu oft jedoch sind gerade sie Kern derselben.
Die Vertreter des Islams sind Ärzte, Ingenieure – aber keine Theologen
Ebenso schadet der Predigerimport dem Bild des Islams in der Öffentlichkeit. Das Interesse an der Moschee in der Nachbarschaft wächst. Die Fatih-Gemeinde bekommt Anfragen von Kitas, Schulklassen oder christlichen Gemeinden. Sie wollen die Moschee sehen, die Lehre Mohammeds erklärt bekommen. Aksu bemüht sich. 160 Gruppen habe er empfangen, sagt er. Für die Besucher bleibt der offizielle Repräsentant des Islams ein Ausländer, der sich nur mit Dolmetscher verständigen kann. Das wirkt sich auch auf nationaler Ebene aus. Da es keine in Deutschland ausgebildeten Theologen gibt, aus den Gemeinden nichts emporwächst, fehlen dem Islam die Führungspersönlichkeiten, die den Islam repräsentieren. Die Vertreter der muslimischen Spitzenverbände sind Ingenieure, Ärzte, vielleicht Religionswissenschaftler, aber keine wissenschaftlich ausgebildeten Theologen. Dies sei der Grund, klagt Ahmet Ünalan, warum Religionsskeptiker oder Fundamentalisten zu Wort kämen, wenn es um den Islam geht, oder »karnevalistische Figuren«.
Prediger wie ebenjener Hassan Dabbagh aus Leipzig. Der aus Syrien stammende Mann kam nach der Wende zum Studium nach Leipzig. Mit anderen Studenten gründete er erst eine Gebetsgruppe, dann eine Gemeinde, deren Imam er wurde, nachdem er sein Medizinstudium abgebrochen hatte. Woher sein heutiger Doktortitel stammt, ist unklar, ein theologisches Studium kann er nicht nachweisen. Dennoch kann Dabbagh als Imam der »größten islamischen Gemeinde Ostdeutschlands« durch die Lande ziehen. Offizielle Voraussetzungen braucht er für seinen Predigerjob nicht mitzubringen. Imame sind keine Priester, die irgendjemand weihen muss. Im Grunde kann sich jedermann so nennen, der den Koran auf Arabisch zu rezitieren vermag und von einer Gruppe Gläubige als religiöse Autorität anerkannt wird. Traditionell verleiht eine möglichst lange Ausbildung an einer anerkannten Universität diese Qualität. Vermehrt jedoch treten selbst ernannte Prediger wie Dabbagh auf, die sich ihr theologisches Wissen im Eigenstudium angeeignet haben.
Dabbaghs Gemeinde hat ihren Sitz in einem zweistöckigen Haus zwischen leer stehenden Schuppen und Fabriken in einer Industriegegend nicht weit vom Leipziger Hauptbahnhof. Rund 200 Gläubige, viele junge Männer darunter, haben sich in den Räumen zum Gebet eingefunden. Der Teppich ist Auslegeware, die Kanzel ein zusammengezimmertes Podest. Die Al-Rahman-Moschee, heißt es auf der Homepage der Gemeinde, stehe »jedem Menschen offen«. Journalisten heute leider nicht. Der Imam will den Reporter nicht hören lassen, was er predigt, und droht mit »drei Anwälten«. Journalisten »verdrehten« seine Worte nur.
Dabei ist Dabbaghs Deutung des Islams für jedermann zugänglich, nicht im Fernsehen jedoch und auch nicht unter seinem Namen, sondern im Internet. Hier nennt sich Dabbagh Scheich Abul Hussain und predigt einen unduldsamen, rückwärts gewandten Islam, in Fachkreisen als Salafismus (Weg der Vorfahren) bekannt. Dieser versteht den Koran als Gebrauchsanweisung für jede Lebenslage und fordert buchstabengenaue Befolgung der Worte, wie sie Mohammed vor rund 1400 Jahren verkündete.
Da dies für einen heute in Deutschland lebenden Muslim nicht ganz einfach zu bewerkstelligen ist, gibt der Scheich in Ansprachen und Fragestunden Hilfestellung. So müsse der Schleier der Frau nicht nur den Kopf, sondern den gesamten Körper bedecken. Musik sei einem wahren Muslim untersagt, die Teilnahme an nichtislamischen Feiern wie Weihnachten oder Hochzeiten ebenso. Und wenn der Chef Geburtstag feiere, dürfe man ihm nicht gratulieren. »Meide die Feinde in ihren Festen«, so der Scheich. Das jährliche Weihnachtsgeld dagegen, das dürfe der Muslim annehmen. Der charismatische Eiferer mit dem deutschen Pass predigt die Parallelgesellschaft. Der Gläubige müsse seine islamische Identität um jeden Preis erhalten, dürfe sich nicht den kuffar, den Ungläubigen, anpassen.
Die organisatorische Schwäche des Islams gibt Radikalen eine Chance
Die organisatorische wie theologische Schwäche des Islams gibt Predigern wie Hassan Dabbagh eine Chance. In bestimmten, auch studentischen Kreisen finden sie durchaus Gehör. Vor zwei Jahren machte ein Berliner Imam von sich reden, als er in einer Predigt von »stinkenden Deutschen« sprach. Charakteristisch für den Islam in Deutschland sind solche Eiferer jedoch ganz und gar nicht. Rund ein Prozent der Muslime schätzt der Verfassungsschutz als islamistisch oder fundamentalistisch ein, weit weniger als ein Promille als potenziell gewalttätig. Rund drei Dutzend der 2400 Moscheen stehen als Zentren der »Radikalisierung und Rekrutierung« unter besonderer staatlicher Beobachtung.
Doch wer ist schon repräsentativ für den Islam? Wer spricht für die Muslime? Bereits 1954 tauchte diese Frage bei den deutschen Behörden erstmals auf. Inzwischen ist der Glaube an Allah die zweitgrößte Religion im Land. Ein anerkannter Gesprächspartner fehlt noch immer. Denn der Islam kennt weder eine höchste Lehrautorität wie den Papst noch eine Bischofskonferenz. Die Umma, die weltweite Gemeinschaft der Muslime, ist zersplittert in unzählige Glaubensrichtungen, Schulen und Sekten: Sunniten und Schiiten, weltzugewandte Aleviten und tieffromme Mystiker. Hinzu kommen die unterschiedlichen nationalen Herkunftskulturen. Ein bosnischer Muslim versteht seine Religion anders als sein iranischer Glaubensbruder, Türken anders als Araber.
Ihre innere Zerrissenheit ist die größte Hürde für die Muslime auf dem Weg zur Gleichberechtigung – und der beste Vorwand der deutschen Behörden, für diese Gleichberechtigung nichts zu tun. Das verdeutlicht exemplarisch die fehlende Ausbildung von Imamen. So werden an deutschen Hochschulen zwar katholische und evangelische Geistliche ausgebildet. Wer jüdischer Rabbiner werden will, findet in Potsdam und bald auch in Heidelberg eine Lehrstätte. Muslime dagegen können nur im Fach Islamwissenschaften etwas über ihre Religion erfahren, das in Deutschland traditionell philologisch ausgerichtet ist. Allein an der Uni Münster gibt es seit zwei Jahren die Professur »Religion des Islam«. Das Ziel: Pädagogen für einen muslimischen Religionsunterricht auszubilden. Islamische Verbände, Integrationsexperten sowie Politiker fordern, dem Islam das gleiche Recht einzuräumen wie den anderen Religionen. In Baden-Württemberg steht die Imam-Ausbildung im schwarz-gelben Koalitionsvertrag. Dieses Ziel zu erreichen ist jedoch kompliziert, bislang weiß niemand den Weg dorthin.
Türkische Imame lernen nun Deutsch am Goethe-Institut in Ankara
Das beginnt bei den Kosten. Um eine solide theologische Ausbildung zu gewährleisten, benötigt man ein halbes Dutzend Professoren, welche den Studenten die Botschaften des Korans, das Leben des Propheten, die Geschichte des Islams oder die arabische Sprache vermitteln. Kein Bundesland, geschweige denn eine einzelne deutsche Universität, hat dafür die notwendigen Mittel. Eventuell könnte der Bund zahlen, doch dagegen steht der deutsche Föderalismus, Bildung ist Ländersache.
Aber selbst wenn das Geld da wäre – der deutsche Staat kann sich seine Theologen, egal welcher Glaubensrichtung, nicht in Eigenregie formen. Er muss dafür mit dem offiziellen Vertreter der jeweiligen Religionsgemeinschaft zusammenarbeiten. Dieses Gegenüber – organisiert wie die katholische Kirche oder der Zentralrat der Juden als Körperschaft des öffentlichen Rechts – fehlt auf muslimischer Seite.
»Wir könnten es sein«, heißt es in der Venloer Straße 180 in Köln. Hier, in einem unscheinbaren einstöckigen Gebäude, sitzt die Ditib, die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion, und Ridvan Çakir ist ihr Vorsitzender. Die Zahlen und Argumente, die den Führungsanspruch seines Verbandes untermauern, sind eindrucksvoll. 880 Moscheen und Vereine finden unter dem Ditib-Dach Platz. Damit vertritt die Organisation rund die Hälfte der Muslime in Deutschland.
Seit 20 Jahren versorgt Ankara die Landsleute mit Vorbetern. Sie predigen den gemäßigten türkischen Staatsislam. Von einem Ditib-Imam werde man niemals hören, dass sich die Verfassung nach dem Koran ausrichten solle, sagt Çakir. Dann breitet er die Arme aus und fragt: »Was sollen wir denn noch tun, um endlich als offizieller Vertreter der Muslime in Deutschland anerkannt zu werden?«
Vielleicht, Herr Çakir, könnten Sie das Bild Atatürks hinter Ihrem Schreibtisch abhängen und durch eines von Horst Köhler ersetzen? Çakir lächelt, er weiß, er kann es nicht. Denn der Ditib-Vorsitzende ist wie alle seine Vorgänger türkischer Diplomat. Sein offizieller Arbeitsplatz ist die Botschaft Ankaras in Berlin. Der Dienst-Mercedes mit dem Spezialnummernschild parkt unten auf dem Hof. Formal ist die Ditib ein nach deutschem Recht gegründeter Verein. In Wirklichkeit jedoch handelt es sich bei der Vereinigung um die »zuständige Auslandsorganisation« des türkischen Amtes für Religionsangelegenheiten (Diyanet), schreibt der Islamexperte Thomas Lemmen.
Die Beweise dafür sind erdrückend. In der Führung von Ditib sitzen neben Çakir die Religionsattachés der Konsulate Ankaras sowie diverse andere Vertreter der Türkei. Deutsche Moschee-Vereine, die der Ditib beitreten, müssen sich verpflichten, die »geltenden türkischen Gesetze und Verordnungen« einzuhalten. In der türkischen Auflösung des Kürzels Ditib taucht die Diyanet wieder auf. Und selbst in der Zentrale in Köln verwechselt man im Gespräch schon einmal beide Organisationen.
Immerhin, bei Ditib hat ein Umdenken eingesetzt. Nicht nur von der muslimischen Basis in Deutschland kommt Kritik, auch von oben aus der Heimat. In der türkischen Religionsbehörde, einem rotbraunen Gebäudeklotz an einer Ausfallstraße Ankaras, residiert seit einigen Jahren eine neue Führung, smarte Reformtheologen mit liberalen Ansichten. Kaum einem Land schenkt man – die EU-Mitgliedschaft fest im Blick – so viel Aufmerksamkeit wie der Bundesrepublik. Es sei »nicht ideal«, wenn die entsandten Prediger weder die deutsche Sprache noch die Kultur kennten, sagt Ali Dere, Auslandschef der Diyanet.
Die Auswahl der Imame in Ankara ist sorgfältiger geworden, deren Bildungsniveau höher. Neuerdings sponsert die Türkei zwei Professuren für islamische Religion an der Universität Frankfurt am Main. Von diesem Herbst an werden 25 Deutschtürken an der Universität Ankara islamische Theologie studieren, um danach als Imame nach Deutschland zurückzukehren. Seit drei Jahren absolvieren die Imame einen Vorbereitungskurs im Goethe-Institut in Ankara.
»Was sehen Sie?«, fragt die Lehrerin und zeigt mit einem Stock auf ein Bild. »Ein Tisch«, »Mann«, »und eine Vogel«. 18 Prediger plappern durcheinander. Die meisten tragen Schlips und Anzug, ein ungewohntes Bild bei Goethe-Schülern. In wenigen Wochen geht es los. Die meisten kennen schon ihre Einsatzmoschee und freuen sich auf ihre Mission. Den Islam in Deutschland verkünden zu dürfen, das ist eine Ehre – und eine wichtige Station in der Karriere eines türkischen Vorbeters.
Wie Austauschschüler vor dem großen Besuch im fremden Land wollen sie vom Journalisten wissen, was sie erwartet: »Stimmt es, dass die Deutschen denken, alle Muslime tragen einen Bart und einen Turban?« Und wie komme man in Deutschland ins Fernsehen, um das falsche Bild zu korrigieren? »Gut Deutsch lernen!« Alle lachen. Sie werden es nicht schaffen. Strebsam seien ihre Schüler, sagt die Deutschlehrerin, sie machten stets ihre Hausaufgaben. Doch über geringe Grundkenntnisse käme am Kursende keiner hinaus.
Die Kurse des Goethe-Instituts sind lobenswert, eine Lösung sind sie nicht. Denn die Imame bleiben türkische Staatsbeamte, Ditib bleibt abhängig vom türkischen Staat. Eine vom Ausland gesteuerte Organisation kann jedoch niemals legitimer Vertreter der Muslime in Deutschland sein. Das widerspricht jeder Integrationspolitik. Dennoch pflegt der deutsche Staat eine privilegierte Partnerschaft mit Ditib. Weil sie religiöser Radikalismen unverdächtig sind, erhalten Imame der Ditib-Gemeinden ihr Visum und ihre Arbeitsgenehmigung ohne Einzelfallprüfung. Moscheen anderer Verbände haben es da schwerer, ihre Prediger zu finden.
Halil Altuntas ist gerade auf der Suche, »schon wieder«, stöhnt der Gemeindevorsteher. Vor den Sommerferien hat sein Imam ihn wissen lassen, dass er nicht mehr weitermachen will. Sieben Prediger haben Altuntas und sein Moscheeverein im niedersächsischen Oldenburg seit dem Jahr 2000 gesehen. Einige blieben lediglich ein paar Monate, weil sie nur ein Touristenvisum bekamen. Andere gingen, weil sie in Deutschland nicht zurechtkamen – oder die Gläubigen nicht mit ihnen.
Insbesondere der Nachwuchs hatte Schwierigkeiten mit den oft strengen Männern aus der Ferne. Im Koranunterricht in der Türkei herrschen Ruhe und Folgsamkeit. »Aber weißt du, unsere Kinder sind nicht mehr so«, sagt Altuntas, ein stämmiger Glatzkopf mit Dreitagebart, der jeden duzt. Immer wieder hatte es Tränen gegeben und Beschwerden von Eltern. Da musste der Gemeindevorsteher dem Imam kündigen.
Der Neue dagegen war anders. Er sprach gut deutsch, machte eigene Musik, schrieb religiöse Geschichten. Das kam bei den Leuten an. »Den konnte ich als Vertreter der Moschee überallhin schicken«, lobt Altuntas. Doch nun will der Gottesmann nicht mehr. 600 Euro im Monat bei freiem Logis, das war dem Familienvater mit fünf Kindern zu wenig. Mehr aber hat die Oldenburger Moschee, die nicht zur Ditib gehört und deshalb ihren Prediger selbst bezahlen muss, nicht übrig.
Zwischen 5 und 100 Euro zahlen die Gläubigen im Monat in die Kasse. Die Beitragsliste hängt öffentlich am Schwarzen Brett des Gemeindehauses, eines ehemaligen Edeka-Ladens. Der Name Altuntas steht mehrmals auf der Liste. Die Familie ist das Rückgrat der Moschee, Vater Halil der starke Mann des Vereins. Da die Prediger oft wechseln, sind in deutschen Moscheen die Vorsteher die Schlüsselfiguren. Sie leben wie Altuntas seit Jahrzehnten im Land, kennen sich aus. Nur von ihrer Religion wissen sie oft nicht viel. Man behilft sich mit Notlösungen. Vater Altuntas betet schon einmal vor, Mutter Altuntas führt die Frauengruppe, und der älteste Sohn leitet am heutigen Samstag den Korankurs.
14 Kinder hocken auf dem Teppich des Gebetsraums. Während die Jüngsten, zwei kleine Mädchen, mit einem Schulheft arabische Schriftzeichen lernen, rezitieren ihre größeren Glaubensbrüder Abschnitte des Korans. Was sie lesen, verstehen die wenigsten von ihnen. »Die Erklärung kommt später«, sagt Altuntas. Eigentlich ist der Koranunterricht eine klassische Aufgabe des Imams. Hier lehrt er die Kinder die wichtigsten Gebete und rituellen Handlungen sowie die Pflichten jedes Gläubigen. Was er darüber hinaus in den Kursen vermittelt, ist weitgehend unbekannt. Sicher ist: Der pädagogische Anspruch der meisten Kurse ist niedrig.
Die Hoffnung richtet sich auf junge, engagierte Musliminnen
Man könnte sich auch einen anderen Unterricht vorstellen, der eine Brücke schlägt vom Koran zum Alltag der jungen Muslime. An vielen Stellen preist das Heilige Buch zum Beispiel das Lernen. Das müsste man keinesfalls nur auf das Surenpauken beziehen, sondern ebenso auf das Deutschlernen, das Streben nach Bildung. Vorbilder für einen moderneren Koranunterricht gibt es, doch kaum ein Imam kennt sie. Wie für die Predigten der Imame gilt auch für ihren Koranunterricht: Das Problem ist weniger, was sie verkünden, als das, was sie nicht verkünden, alltagstaugliche Botschaften nämlich wie: Seid gut in der Schule; verbringt eure Zeit nicht vor dem Fernseher; findet deutsche Freunde! Der letzte Prediger der Oldenburger Moschee hatte etwas davon. Der legte auch den Koran beiseite und ließ die Kinder einen Brief schreiben: Was wünsche ich mir von meinen Eltern? (Antwort: mehr Liebe, mehr Zeit.) Auch begrüßte er die Kids mit »Hallo Jungs« statt mit »Salem aleikum«. Nun sagt er tschüs. »Warum bezahlt der deutsche Staat nicht die Imame?«, fragt Gemeindevorsteher Altuntas. »Dann hätten wir Vorbeter, und die Behörden könnten uns besser kontrollieren.«
Dass der Vorschlag gerade von einem wie Halil Altuntas kommt, ist interessant. Eigentlich ist der Mann Verfassungsfeind oder steht zumindest im Verdacht, einer zu sein. Seine Moschee gehört laut Verfassungsschutz der Gemeinschaft Milli Görüş an, der größten islamistischen Vereinigung in Deutschland. Doch die Gefahr, die von dem Gemeindevorsteher für die innere Sicherheit Oldenburgs ausgeht, scheint begrenzt. Sonst hätte Altuntas bei der Kommunalwahl vorvergangene Woche nicht als Kandidat auf der Liste der SPD gestanden. Früher war auch er bei Ditib. Doch der türkeinahe Verein war ihm zu passiv. »Die wollten nur beten und die Pilgerfahrt organisieren. Ich brauch Action«, meint er. Nun organisiert er Hausaufgabenhilfe und Deutschkurse, holt die Polizei in die Moschee, um über Gewaltprävention zu reden, und liest jede Freitagspredigt auf Deutsch vor. »Wäre Altuntas nicht bei Milli Görüş, wäre er unser Mustermuslim in Oldenburg«, sagt der Ausländerbeauftragte der Stadt.
Manchmal überlegt Altuntas, ob er damals lieber eine eigene unabhängige Moschee hätte aufmachen sollen, ohne sich einem Verband anzuschließen. Doch dann hätte er niemals den Edeka-Laden kaufen und zum Gotteshaus umbauen können. Und einen Imam hätte er ebenso wenig bekommen.
Das Problem der islamischen Gottesmänner ist komplex. Die einen Prediger sprechen Deutsch und haben die hiesige Staatsbürgerschaft. Doch gerade sie hängen oft einem politisch gefärbten oder fundamentalistischen Islam an. Die anderen Imame vertreten einen säkularen Glauben, sind jedoch weitgehend sprachlos und stehen im Sold einer fremden Nation. Ohne die muslimischen Verbände gibt es in der Frage keine Lösung, doch mit ihnen ist es – ferngesteuert, politisch verdächtig und zersplittert, wie sie sind – ebenso schwierig. Damit die Moscheen ihre Imame ohne Auslandshilfe bezahlen können, brauchte es eine Art islamischer Kirchensteuer. Die jedoch wird es ohne eine repräsentative Vertretung der Muslime niemals geben. Die Islam-Konferenz muss aus diesen Teufelkreisen ausbrechen. Vielleicht findet sie eine Spur dort, wo sie kaum jemand vermutet, wo die Mehrheitsgesellschaft eher Unterdrückung und Abkapselung wähnt: bei muslimischen Frauen wie Halima Krausen. Sie trägt ein Kopftuch, doch es verbirgt nicht alle Haare, ein paar Strähnen lugen hervor. Hinter den dicken Brillengläsern blitzen misstrauische Augen. Immer müsse sie »über den Frauenkram« sprechen, stöhnt sie. Lieber würde sie theologische Artikel schreiben und sich ihrer Gemeinde widmen.
Halima Krausen, eine Deutsche, die früh zum Islam fand, ist eine der ganz wenigen weiblichen Imame hierzulande. Rund 400 deutschsprachige muslimische Familien in Hamburg betreut sie, gibt Koranstunden, schlichtet Streit, macht Seelsorge. Die Freitagspflicht jedoch übernimmt ein männlicher Imam. Ob auch Frauen die Freitagspredigt halten dürfen, wird in der islamischen Welt neuerdings heiß diskutiert. Einmal hat Krausen es angeboten, bei einer Wochenendtagung zum Islam in der evangelischen Akademie in Loccum. Erst hatte niemand etwas dagegen, dann kamen von muslimischer Seite Einwände. Krausen verschickte ihren Predigttext stattdessen per E-Mail. Das macht sie nun regelmäßig mit wachsendem Abnehmerkreis.
Im Islam dominieren traditionell die Männer, das ist in Deutschland nicht anders als überall auf der Welt. Frauen sind in den Gemeinden bislang allenfalls für Frauen da oder für die Kinder. Parallel zur muslimischen Männergesellschaft jedoch »wächst viel Neues heran«, beobachtet die Religionswissenschaftlerin Gerdien Jonker. Frauen prägen stark den islamisch-christlichen Dialog. Das anspruchsvollste Konzept für einen muslimischen Religionsunterricht in Deutschland stammt aus dem Kölner Institut für Interreligiöse Pädagogik und Didaktik (IPD), einem reinen Frauenclub. Junge Musliminnen studieren vermehrt Islamwissenschaften. Sie wagen eine historisch-kritische Interpretation des Korans und stellen die patriarchalen Strukturen ihrer Religion infrage. Schon ist die Rede von einem »islamischen Feminismus«.
Da ist es kein Zufall, dass gerade eine Frau, Halima Krausen nämlich, eine der wenigen privaten muslimischen Ausbildungsstätten in Deutschland leitet. 15 Gläubige absolvieren bei ihr zurzeit einen dreijährigen Grundkurs des Islams. Krausen selbst lernte einst in der so genannten Hamburger Theologenschule, zusammen mit dem Konvertiten Muhammad Sven Kalisch, der heute die erste theologische Islamprofessur besetzt und in Münster muslimische Religionslehrer ausbildet.
Ein deutscher Islam kann nur in solchen deutschen Institutionen entstehen, eine staatliche Imam-Ausbildung wäre eine der wichtigsten. Der Staat muss mit allen muslimischen Verbänden zusammenarbeiten, darf sich jedoch nicht auf sie verlassen. Überhaupt keine Lösung kann es sein, weiterhin auf den türkischen Staat zu setzen. Dass die Religionsbehörde in Ankara Theologielehrstühle in Frankfurt stiften muss, ist für die Bundesrepublik ein Armutszeugnis.
Wer Zuwanderer erfolgreich einbürgern will, muss ihnen etwas anbieten – Chancen und Toleranz – sowie etwas fordern, Gesetzestreue in erster Linie. Das Gleiche gilt für eine Religion. Nur dauert der Prozess viel länger. Am Ende jedoch kann die Eindeutschung der Lehre Mohammeds durchaus gelingen. Schließlich ist der Islam genauso europäisch wie das Judentum und das Christentum. Sie stammen alle aus dem Orient.
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zusammengefasst und kommentiert von Islamwissenschaftler Martin Riexinger
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