Am Freitag vergangener Woche schien der Mann ganz unten angekommen zu sein: Schlüsselfigur in der E-Mail-Affäre der Brandenburger CDU (ZEIT Nr. 37/06), als Generalsekretär vom eigenen Parteichef zum Rücktritt gedrängt, während die Polizei die Einleitung förmlicher Ermittlungen prüft.

Ganz unten? Ach was, wo Sven Petke ist, ist oben! Ganze 24 Stunden dauerte das persönliche Tief des 38-Jährigen. Dann erklärte Petke seine Kandidatur für den Parteivorsitz er wolle im Januar das Erbe des Landesvorsitzenden und stellvertretenden Ministerpräsidenten Jörg Schönbohm antreten, der selbst nicht wieder kandidiert.

Nun arbeitet Petke daran, eine Art Gegenwirklichkeit in Szene zu setzen. Beklagt Schönbohm, von seinem Generalsekretär falsch informiert worden zu sein, so erklärt jener, mit Schönbohm verbinde ihn eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Erklärt der Vorsitzende, Petke spalte mit seiner Kandidatur die Partei, so betont dieser die Notwendigkeit, ein höchstes Maß an Geschlossenheit zu erreichen. Rügt der Parteichef öffentlich Charaktermängel seines ehemaligen Vertrauten, spricht jener vom Wertefundament, das uns eint.

Kann das gut gehen, eine Kandidatur im Kampf gegen den übermächtigen Vorgänger?

Eine Kandidatur ist immer eine große Herausforderung.

Und wie geht es ihm selbst, nun, da sein politischer Ziehvater ihn verstoßen hat?

Für mich bedeuten diese Tage eine Herausforderung und einen Ansporn.