Islam Kein Ton zurück!
Mozarts "Idomeneo" sollte in Berlin sofort wieder auf den Spielplan der Oper - unter der Regie des Innensenators.
Der Vorgang ist ungeheuerlich. Die Deutsche Oper Berlin hat Mozarts Idomeneo aus dem Spielplan genommen, weil sie von der Inszenierung eine Provokation muslimischer Gewalttäter befürchtet. Befürchtet, wohlgemerkt – denn von einer konkreten Gefährdung ist nichts bekannt. Politiker aller Parteien, darunter Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, haben denn auch zu Recht protestiert, von »Selbstzensur«, »Schere im Kopf«, sogar von »purer Feigheit« oder einem »Kniefall vor Terroristen« gesprochen. Bemerkenswert ist die Stellungnahme Kenan Kolats, des Bundesvorsitzenden der türkischen Gemeinde in Deutschland, der das Provokationspotenzial der Inszenierung zwar zugab, aber gerade deswegen beklagte, »dass durch die Absetzung vor einer offenen Diskussion zurückgeschreckt wurde«.
So weit, so gut. Offenbar gibt es einen weitgehenden Konsens, dass Panik ein schlechter Ratgeber im Umgang mit gewalttätigen Fanatikern ist. Anders freilich malt sich die Lage für die Experten, die unmittelbar für die Sicherheit des Berliner Opernhauses verantwortlich sind. Polizeipräsident wie Innensenator haben Verständnis für die Entscheidung der Intendantin Kirsten Harms geäußert. Innensenator Ehrhart Körting hatte Harms sogar schon im August vor der Gefährdung gewarnt. Offenbar ist das Landeskriminalamt damals einem anonymen Hinweis nachgegangen und dabei auf die Schlussszene der Inszenierung von Hans Neuenfels gestoßen, in der den Religionsstiftern Jesus, Buddha und Mohammed die Köpfe abgeschlagen werden – übrigens auch Poseidon, der nicht ganz in die Reihe passt, aber den Bogen zum antiken Stoff schlagen muss.
Was auch immer man von einem geköpften Propheten halten mag – im Zusammenhang mit Jesus und Buddha kann die Pointe nicht auf ein islamfeindliches Ressentiment deuten, sondern nur auf eine allgemeine, wenn auch recht blutrünstige Religionskritik. Woher also die Panik? Die Panik kommt offenbar daher, dass wir uns daran gewöhnt haben, dass mit gewaltbereiten Islamisten nicht über Deutungen diskutiert werden kann. Sie schlagen zu, wo immer sie Anlass zu einer Kränkung sehen. Nur mit Grauen kann man daran denken, was geschähe, wenn wir uns ihre Sichtweise zu Eigen machten und überall mögliche Steine des Anstoßes zu entfernen suchten. Aus den Opernspielplänen müssten auch die Entführung aus dem Serail , auch Rossinis Türke in Italien verschwinden, ganz zu schweigen von der Italienerin in Algier , die sich mit besonderer Frechheit über einen muslimischen Würdenträger lustig macht.
Insofern sind die Proteste der Politiker ein gutes Zeichen. Sie zeigen, dass diese Republik die Grenzen der Toleranz gegenüber den Intoleranten deutlich sieht. Andererseits genügt es nicht, wenn die Politiker protestieren. Sie müssen auch sagen, dass sie die Freiheit der Kunst mit allen erdenklichen polizeilichen Mitteln zu schützen bereit sind. Man kann von Kirsten Harms nicht verlangen, dass sie in einsamer Entscheidung Verantwortung übernimmt für die Sicherheit von Publikum und Künstlern, wenn das Landeskriminalamt vor einer möglichen Gefährdung warnt. Man kann von ihr auch nicht die geheimdienstliche Expertise erwarten, auf einer gleitenden Skala zwischen dem Möglichen und dem Wahrscheinlichen zu unterscheiden.
Was hätte sie also tun sollen? Sie hätte auf der Inszenierung beharren können – und Polizeischutz anfordern müssen. Sie hätte die Gefährdung des Publikums öffentlich machen und den Zuschauern wie den Mitwirkenden überlassen können, ob sie sich dem Risiko aussetzen wollen. Damit hätte sie zugleich die Freiheit der Kunst verteidigt und die Probe darauf gemacht, was der Gesellschaft diese Freiheit wert ist.
Das wäre mehr als Trotz – es wäre eine Demonstration geworden. Und diese Demonstration brauchen wir auch. Wir brauchen sie, ehe auch nur der Verdacht auftauchen kann, wir wären bereit, unsere Lebensweise der Gewaltbereitschaft religiöser Fanatiker zu opfern. Die Oper muss wieder auf den Spielplan, aber nicht in Verantwortung der Intendantin. Es ist die Verantwortung des Innensenators, die innere Freiheit zu sichern. Gewiss wird er, wir ahnen es, von dem Risiko sprechen, das durch die öffentliche Debatte nicht kleiner geworden ist. Dieses Risiko aber lohnt sich. Es ist viel kleiner als die Gefahren einer Kapitulation vor den Feinden der Freiheit.
Zum Thema
Geköpfte Götter
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Die Rezension der Inszenierung von "Idomeneo" an der Deutschen Oper Berlin (ZEIT 14/2003)
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Kunst, Künstler, Kultur
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Feuilleton auf ZEIT online
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- Datum 29.10.2006 - 04:07 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 28.09.2006 Nr. 40
- Kommentare 56
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Vielleicht war Frau Harm ja so smart, das gnaze zuvor mit dem Bundesinnenminister Schäuble abzusprechen..?????? Das war doch eine prima Overtüre zu seiner Islamkonferenz.
Josef Joffe heute im "Tagesspiegel":
Jetzt will die Deutsche Oper Mozarts Idomeneo doch wieder aufführen. Ein Punktsieg für das Abendland?
Joffe(Was macht die Welt?): Mag sein. Doch WmdW findet das Triumphgeheul der Abendländler überhaupt nicht korrekt und plädiert vielmehr dafür, auch andere Opern auf den Index zu setzen. Entführung aus dem Serail zeigt fehlenden Respekt für die sexuellen Praktiken von (mächtigen) Muslimen, nämlich die Haremskultur. Aber hier nicht aufhören. Bizets Carmen wirft ein feindseliges Licht auf eine Zigeunerin, die allerlei Tragödien anzettelt. Aida? Irgendwie sehr eurozentrisch. Der Freischütz lästert wider den Gottseibeiuns, was die Teufelsanbeter unter uns verletzt. Selbst so eine harmlose Oper wie Die Zauberflöte kann dazu führen, sich über Freimaurer und deren komische Rituale lustig zu machen. Und erst der Ring macht irgendwie die Germanen beziehungsweise die Burgunder als gewalttätiges Pack nieder. Nächste Woche beschäftigen wir uns mit der sogenannten Weltliteratur, angefangen mit Joseph Conrads Herz der Finsternis und Mark Twains Huckleberry Finn, wo von Niggern und dergleichen die Rede ist.
Hätte er auch hier schreiben können...
Liebe Anja, Gruß nach München! Auch Männer kotzt es an, wie (vorwiegend konservative) Männlichkeit und rot-grün-schwarzer weiblicher Begleitschutz über Frau Harms herfällt und sich anmaßt, in ihre souveräne Entscheidung eingreifen zu müssen. Sind wir inzwischen wieder bei Goebbels oder beim ZK angekommen, wo Politik vorschrieb, was gefälligst auf die Bühnen gehörte? Besonders schlimm finde ich, dass Frau Harms kritisiert wird, weil sie so dumm war, ehrlich ihre Gründe zu nennen. Tausende, teilweise exzenllente, ältere Inszenierungen werden tagtäglich nicht wiederaufgenommen und kein Hahn kräht danach oder fragt, warum. Dass exzellente Arbeit, die ein Schweinegeld gekostet hat, auf Nimmerwiedersehen in den Depots verschwindet, wen juckt's? Aber wehe, eine Intendanten setzt einmal 1 - 2 Minuten Neuenfels vorübergehend ab, um Gesundheit und Leben zu schützen, dann ist das aber höchst verwerflich! Was ist schon das Leben einer U-Bahn-Ladung gegen 1 - 2 Minuten Neuenfels!
Auch ich meine, Libretto und Musik haben so, wie sie von den Autoren niedergelegt wurden, Respekt verdient. Und wenn es in dem Material, das zur Müncher Uraufführung des Idomeneo gestrichen wurde, warum auch immer, heißt: "Amor hat gesiegt...", dann ist das nicht nur das genaue Gegenteil von Neuenfelsens reingedrückter Köpfung. Es ist, in anderen Worten, auch genau die Botschaft, die Buddha(?), Jesus und Mohammed (?) jener antiken Menschen-Götterei der Neptun & Co. entgegengesetzt haben. Die Neuenfels-Inszenierung wäre, so gesehen, nicht nur eine Schmähung der Religionen und eine Vergewaltigung der Oper von Mozart, sondern auch eine Offenbarung fundamentaler Unkenntnis der Religionen. Man braucht also keine Regie von Mohammed, um diese Inszenierung nicht für eine Offenbarung zu halten.
Gut, es geht auch um's Prinzip. Bevor wir uns bei jedem Produkt darüber zu streiten beginnen, ob es nun unter die "Freiheit der Kunst" falle oder nicht, ist es allemal bequemer, alles darunter fallen zu lassen. Aber deshalb muß man trotzdem nicht gleich mit Schaum vor dem Mund reagieren, wenn eine Intendantin aus nachvollziehbaren Gründen einmal ein Stück aussetzt. International mit Schreibtisch-(bzw. Maul-) Heldentum über sie herzufallen und ihre Karrierechancen zu beschädigen, weil sie den Mut hat, Verantwortung zu übernehmen, bevor etwas passiert, das ist mehr als schäbig!
Und nun warte ich darauf, ob und wann Al Quaeda & Co ihr "Handwerk" zur "Kunst" erklärt. Dann möchte ich sehen, wie es um die Konsequenz des Feuilletons bestellt ist! Vielleicht wird man dann bereit sein, doch über Grenzen und Verantwortung nachzudenken.
Es liegt keine besondere Bedrohung der Oper vor, aber es sollte eine vorliegen- das könnte vielleicht der geheime Sinn der Polizeiwarnungen sein.
Entweder, weil diese Inszenierung eben nach der Meinung eines aufrechten Polizisten wirklich blashemisch ist, ich schlösse mich ihm an, weswegen er die Bedrohung trickreich übertrieb... oder aber auch, und das ist wahrscheinlicher, weil sich ja bisher so gar keiner um diese Oper in Berlin und ihren gewaltigen Riesenskandal kümmern wollte.
Jetzt mischt sich sogar Merkel ein und veretidigt die Freiheit der Geschmacklosigkeit, Menschen, die befreiend gewirkt haben und noch wirken, gegen Götzen, Leid und Unrecht gekämpft haben, in eine Reihe zu stellen , mit einem greulichne Götzen wie Poseidon, und zwar indem man ihnen vermutlich beispielhaft für ihre Gläubigen den Kopf abhauen ließ, (Mose aber ließ man aus, weil man bei ihm weiß, wohin das führen kann, wenn man die Symbole von Minderheiten lächerlich macht).
Wie tolerant die Aufgeklärten in Wirklichkeit sind, denen nichts heilig ist, hat man ja z.B. bei der Pariser Revolution gesehen. Wo Dr. Guillotin dafür sorgte, dass Kopf um Kopf von denen viel, die nicht der Meinung der von der unsterblichen Vernunft Illuminierten war.
Jetzt mischt sich sogar Merkel ein: das deutet wieder darauf hin, dass hier Stimmung gemacht werden soll, für den Krieg gegen den Iran, die "Islamofaschisten", Menschen, die ja auch eine andere Meinung zu haben wagen als wir und dagegen sind, Blashemie zu erlauben.
Jetzt sollen wir also für die Freiheit, Jesus symbolisch enthaupten zu dürfen, in den Krieg ziehen. Ich weigere mich.
Zwei Anmerkungen zu dem öffentlichen Geschrei, das jetzt herrscht:
- Auch wenn alle Feuilleton-Leser zwischen Flensburg und Garmisch jetzt zetern: Diese Intendantin versteht sich (anders als alle, die jetzt zetern) eben nicht nur als kulturpolitische Bannerträgerin des Abendlandes....sondern ist u.a. operativ verantwortlich für die ganz konkrete Sicherheit Ihrer Mitarbeiter und Ihres Hauses. Wenn der eigene A.... auf dem Spiel steht, entscheidet sich's anders als aus der Salon-Perspektive. In einer Situation, in der sie nur verlieren konnte, hat sie pragmatisch-konkrete Erwägungen über abstrakte gestellt. Wenn die paar Federstriche einer dänischen Karrikatur weltweit zu Toten führen, wenn ein völlig harmloser wissenschaftlicher Diskurs einen Aufschrei und eine erschossene Nonne bewirkt - was ist dann ggf. bei einer solch drastischen Inszenierung zu erwarten!?!? Hohen Respekt dafür, daß diese Frau offensichtlich klar denken kann, (sicher wissend, was auf sie einstürzen würde), praktische Erwägungen und persönliche Verantwortung über theoretische Abstraktionen gestellt hat und den Mut zu dieser Entscheidung hatte.
- Kritischer Diskurs über konfliktäre Themen ist eine Sache. Aber sind Inszenierungen wie Idomeneo denn wirklich ein Ausdruck von künstlerischer Freiheit, gesellschaftlicher Liberalität und offenem Diskurs? Ist es wirklich eine Errungenschaft, daß man Dinge, die anderen Menschen zutiefst heilig sind, offen in den Dreck zieht (oder was sind die abgeschlagenen Köpfe sonst)? Wir leben in einem freien Land. Gut so. Wir haben so ziemlich alles vom Sockel gekippt, was man kippen kann, sind jetzt so richtig 'frei' (...) und erheben unsere Art der vermeintlichen Freiheit zum Dogma für den Rest der Welt. Es gibt jedoch noch Gegenden auf dem Globus, wo Menschen bestimmte Dinge heilig sind. Wir sollten dies besser respektieren und die Finger davon lassen - die Folgen, auch für die eigene 'Freiheit', wären andernfalls nicht kalkulierbar.
Sie schreiben: "Und es bleibt eben dabei: Wenn in Bayern oder in den USA irgenUnd es bleibt eben dabei: Wenn in Bayern oder in den USA irgendetwas von der dortigen Regierung verboten wird, kann das dem Rest der Menschheit schnurzegal sein. Die Islamisten verlangen aber das ihre Weltsicht eben Weltweit zu gelten hat und wer dagegen verstößt ist weltweit vom Tode bedrohtdetwas von der dortigen Regierung verboten wird, kann das dem Rest der Menschheit schnurzegal sein. Die Islamisten verlangen aber das ihre Weltsicht eben Weltweit zu gelten hat und wer dagegen verstößt ist weltweit vom Tode bedroht"
Wirklich? Wie war das doch noch mit dem Irak? Wurde da nicht ein Krieg geführt, weil die USA und Konsorten meinen,
dass ihre Weltsicht eben weltweit zu gelten habe und wer dagegen verstoße, der wird mit Krieg überzogen? Gemessen an den üblichen Definition war der Irakkrieg ein Kriege um Werte, ein Dschihad.
Also nochmals: tiefer hängen, nicht nur den Splitter im Auge des anderen, auch den Balken im eigenen Auge sehen.
Der Islamrats-Vorsitzende Ali Kizilkaya dagegen begrüßte die Absetzung und schlug dramaturgische Änderungen vor, um die Inszenierung zu zeigen. Die Darstellung des Propheten Mohammed "sogar mit abgeschlagenem Kopf" verletze Muslime und sei "unsensibel": Es müsse "etwas mehr Rücksicht genommen werden". Er finde es allerdings "natürlich schrecklich, dass man Angst haben muss"."
(Quelle: Spiegel online, 26.9.06)
Ja, schrecklich, diese Angst! Woher sie bloß kommt? Wir müssen uns also von Mozart teilverabschieden, da hilft nichts. Was der Islam bei uns zur "Entarteten Kunst" deklariert, muss noch einmal überdacht werden: vom Deutschen Islamischen Wächterrat, versteht sich. Kleine "Abänderungen", und schon dürfen wir von Mohammeds Gnaden weiter opern. Da capo!
Man muss diesen Vorgang einmal sehr genau und am besten in Zeitlupe vor dem geistigen Auge Revue passieren lassen. Das hatte es zuletzt kurz vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten gegeben. Nein! Bitte! Keine Vergleiche! Der Prophet Mohammed ist doch kein Nazi!
Nein, ist er wirklich nicht. Solche Leute wie die Intendantin der Deutschen Oper Berlin machen die Nazis auch überflüssig. Es braucht ja niemand mehr zu drohen, die Angst tut ihr Übriges schon.
Die, die mir Angst machen, das sind die liberalen Zeitleser, die sozialpädagogisch Gebildeten, das sind die neuen urbanen Patrizier, die Grün wählen und sich Mehmet, dem Gemüsehändler, ihren Bio-Gemüsekorb vor die Samstagmorgentür stellen lassen. Damit das Gemüse auf dem Weg durch die 150-Quadratmeterwohnung zur Küche nicht welkt, wird es unterwegs von der Reinemachefrau ("Unsere Druschba ist eine echte Perle!") nochmal gegossen.
Es sind die gleichen Leute, die sich am Bild des Gekreuzigten erlaben, wenn der auf deutschen Bühnen mit Kot und Dreck beschmiert wird - dafür ist Applaus wohlfeil vorhanden. Ach, wir sind so aufgeklärt, dass die innere Verklärung bereits begonnen hat.
In Wahrheit handelt es sich um Vergärung, weniger um Aufklärung, das merken diese Geister aber nicht mehr. Man kann sie schon mit einem lauten "Buuuh!" zu Tode erschrecken, am hellichten Tag. Wenn sie in Berlin-Friedenau in verträumten Weltverbesserungsinstituten ihren sklavenarbeitsfreien Kaffee kaufen und ihn ohne Tüte demonstrativ durch den Rest des Einkaufsmorgens tragen, wie eine Monstranz. Wenn sie sich über Kirchgänger mokieren, oder das Läuten der Glocken in ihrer Wohngegend per Einstweiliger Verfügung untersagen lassen wollen (so geschehen in Berlin am Winterfeldtplatz), wenn sie dafür sorgen, dass in deutschen Klassenzimmern keine Kreuze mehr hängen dürfen, aber vor dem Propheten Mohammed in die ökologisch geprüften, schadstoffreien Leinenhosen pinkeln, dann laufen sie zur Hochform auf. Das sind die neuen deutschen (Maul)Helden, das ist die Bildungselite dieses Landes.
In den Schulen sind sie als Lehrer, entschuldigung: Pädagogen am Werk. Sie hämmern selbst den verblödetsten Gören ein, dass wir in einer Demokratie leben und die CDU, der Papst und Aldi unsere Freiheit bedrohen. Sie stehen vor dem gesundheitlichen Aus, wenn sie eine Stunde länger im Monat arbeiten sollen, gehen mit den Eltern der ihnen anvertrauten Schüler übrigens um, wie Augusto Pinochet mit Sozialisten und schicken ihre Schüler mit Protestplakaten zur Lehrerdemo, um die eine Stunde Mehr"arbeit" auszugleichen.
Das sind die Weltbeglückungsglucken, die uns mit Entscheidungen, wie sie die Berliner Opernintendantin nun getroffen hat, die Unfreiheiten erst auf den Hals hetzen. Biblische Dimensionen sind es, wenn man den Splitter in des anderen Auge kritisiert und den Balken im eigenen nicht sehen kann (oder will).
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