Welt in Bewegung Kollege Immigrant

Fast drei Millionen Ausländer arbeiten in deutschen Betrieben. Sie sind voll integriert. Aber in der Debatte über Zuwanderung kommen sie nicht vor

Wenn er Frühschicht hat, steht er um halb fünf auf, trinkt einen Tee und setzt sich dann in seinen alten Honda, der vor dem Wohnhaus im Duisburger Stadtteil Walsum steht. Sechs Kilometer sind es zum Werkstor 18 von ThyssenKrupp, das ist frühmorgens in zehn Minuten zu schaffen. Um halb sechs sitzt er im Kraftwerk, auf seinem Stuhl vor den Monitoren. Acht Stunden lang wacht er darüber, dass in der Stahlschmiede der Strom nicht ausgeht, dann fährt er zurück, hilft der Tochter bei den Hausaufgaben, manchmal legt er sich eine halbe Stunde hin. Abends der Tee mit Freunden und Verwandten. So geht das fast jeden Tag, seit nunmehr 14 Jahren.

Er ist 42, trägt ein enges T-Shirt, Markenjeans und weiße Turnschuhe. Wenn er Worte wie »Mensch« benutzt, klingt das nach Ruhrpott. Er heißt Hasan Sahin und sagt, er sei kein Türke. Er sei auch kein Deutscher, obwohl er seit Jahren einen deutschen Pass besitzt. Früher war für Sahin Heimat dort, wo er geboren wurde, in einem kleinen Dorf in der Nähe der Stadt Erzincan. Heute sei Heimat da, wo er lebt. »Wir sind Menschen«, antwortet er der Tochter, wenn die ihn nach der Herkunft fragt.

Sahin bringt öfter eine Portion Schafskäse mit auf die Schicht. Sein deutscher Kollege bringt Brötchen. Das teilen sie dann.

In Deutschland leben 15 Millionen Menschen, die Ausländer sind oder Deutsche, deren Eltern aus dem Ausland stammen. Fast drei Millionen Menschen mit ausländischem Pass arbeiten in deutschen Betrieben. Sie stehen am Band, schaffen auf dem Bau, sitzen im Büro. Sie sind Arbeiter, Handwerker und hoch qualifizierte Fachkräfte, manche auf dem Weg nach oben. Aber wenn Deutschland über seine »Ausländer« redet, redet es meist über Probleme. Es diskutiert über Arbeitslosigkeit, schlechte Bildung, überforderte Schulen, Ghettos und Kriminalität, über Kopftücher, Islamismus und mangelnde Integration. Es betrachtet Migration mit großer Sorge und Migranten als große Bürde.

Die Probleme existieren: Ein Viertel aller Zuwanderer hat keine Arbeit, genauso viele gelten als arm. An den Hauptschulen sind Ausländer weit überrepräsentiert, an den Gymnasien weit unterdurchschnittlich vertreten; in Berlin-Neukölln oder Duisburg-Marxloh leben sie in autarken ausländischen Parallelwelten. Aber 75 Prozent aller Migranten haben Arbeit, viele verdienen ordentlich. 90000 ausländische Kinder sind in den Gymnasien auf dem Weg zum Abitur. Die Mehrheit der Zuwanderer und ihrer Familien lebt ein normales deutsches Leben, wie Hasan Sahin.

Die meisten Migranten kamen wegen der Arbeit nach Deutschland. Arbeit ist das Tor in die Betriebe und ebnet den Weg in die Gesellschaft, Arbeit macht die Ausländer zu deutschen Steuerzahlern und zu deutschen Rentensparern. Arbeit zu haben bedeutet Normalität – und Integration.

Unzähligen Ausländern wird in Deutschland allerdings die Arbeit verboten. Viele tausend bleiben ohne Lehrstelle. Und über jene, die arbeiten und integriert sind, redet die Republik nur selten. Kollege Immigrant bleibt meistens unsichtbar.

Das Klinikum Augsburg ist ein wuchtiger Bau am Rande der Stadt. Wer das graue Gebäude durch den Haupteingang betritt, wird, wenn er überhaupt noch darauf achtet, sehr schnell in Gesichter sehen, die aus allen Ecken der Welt stammen: Gesichter aus Korea oder Vietnam, aus Peru, Oman oder Venezuela, aus Kenia oder Tansania. In der Mehrheit wird er in vertraut erscheinende weiße Gesichter schauen, aber manche gehören zu Menschen aus den USA, aus Schweden, Frankreich oder Italien. Vielleicht wird er der Makedonierin Olga Andevska begegnen, die zusammen mit Frauen aus Russland und Rumänien die Büros der Direktoren und Verwaltungsangestellten putzt, täglich vier Stunden.

Menschen aus 52 Nationen arbeiten im Klinikum Augsburg zusammen. Als er diese Zahl – »zweiundfünfzig!« – erstmals so richtig realisiert habe, sei das für ihn ein großes Aha-Erlebnis gewesen, sagt Verwaltungsdirektor Herbert Höck. Nicht weil für ihn der schwarze Krankenpfleger oder der braune Arzt etwas Besonderes waren, sondern weil seine Angestellten aus so vielen Ländern kamen. Das Klinikum hat das nicht geplant, es hat sich bei der Einstellung, wo man die Guten und die Besten nahm, einfach so ergeben.

Olga Andevska hat Hände, denen man harte Arbeit ansieht, zupackende Hände. In einer Fabrik klebten sie zehn Jahre lang die Einzelteile von Fesselballons zusammen, »so schwere Arbeit«, sagt Andevska. Weitere zehn Jahre lang montierten diese Hände Elektronikbauteile, jetzt tauchen sie ins Wasser, wischen und säubern. »So ist das Leben«, sagt Andevska. Die beiden Söhne sind erwachsen, sie sprechen perfekt Deutsch, der eine ist Elektrotechniker, der andere Installateur.

Andevska sagt, dass es zwischen Deutschen und Ausländern im Klinikum nie Probleme gebe. Das Krankenhaus hat 1500 Betten und jährlich über 150.000 stationäre und ambulante Patienten. Acht Prozent der Mitarbeiter kommen nicht aus Deutschland. »Das Teamwork funktioniert reibungslos«, meint Herbert Höck. »Ohne die Ausländer geht es nicht.«

So ist es fast überall. Weit über 400.000 Menschen mit fremdem Pass arbeiten im Handwerk – das sind knapp neun Prozent aller Beschäftigten. 50.000 Handwerksbetriebe werden von Migranten geführt. Mehr als ein Fünftel der Arbeiter und Angestellten bei Ford in Köln kommt aus der Türkei, zehn Prozent der BMW-Beschäftigten, 21 Prozent der Mitarbeiter in Bars und Gaststätten sind Ausländer. Insgesamt ist jeder zwölfte Arbeitnehmer in Deutschland ein Migrant – und zählt man all jene hinzu, die eine deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, deren Eltern oder Großeltern aber jenseits der Grenzen geboren wurden, ist die Zahl der irgendwie »Fremden« in deutschen Unternehmen noch weitaus größer.

Arbeit, meint Otto Kentzler, bringe die Menschen zusammen – die »fremden« und die deutschen. Kentzler ist Präsident des deutschen Handwerksverbands und hat einen eigenen Betrieb. Acht seiner 40 Beschäftigten sind Migranten, aber bevor er danach gefragt wurde, war ihm das nie aufgefallen. »Im Team arbeitet jeder mit jedem, da denkt man nicht mehr, die sind irgendwie anders«, sagt Kentzler. Der Tübinger Soziologe Werner Schmidt, der für die Böckler-Stiftung das Miteinander von Deutschen und Ausländern in drei großen Firmen untersucht hat, spricht vom »Anpassungsdruck«, der auf allen Beschäftigten gleichermaßen laste: »Die ungestörte Produktion hat Vorrang, mögliche kulturelle Konflikte bleiben außen vor.«

Der Arbeitsprozess ebnet Unterschiede ein und zwingt zum Kennenlernen. Gleichzeitig sorgt Arbeit für Einkommen – und das wiederum, so Michael Bommes, Leiter des Osnabrücker Instituts für Migrationsforschung, ist die vielleicht wichtigste Voraussetzung für eine auch in der Gesellschaft gelingende Integration. »Der regelmäßige Lohn bringt Stabilität, damit auch stabilere Familien und größere Chancen für die Kinder.« Arbeit, sagt Bommes, »ist die Eintrittskarte für alles andere«.

Ismail Kaya war zwölf, als er 1974 in Deutschland eintraf. 1979 begann er seine Lehre, 1982 fuhr er zum ersten Mal unter Tage ein. Heute trägt der kräftige Mann neben dem schweren Drillich eines Grubenarbeiters einen roten Helm, der ihn als Sicherheitsbeauftragten der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop ausweist. Er verdient 81,10 Euro pro Schicht, mit Zulagen 2000 Euro im Monat.

»Auf Arbeit«, meint er, sei »datt« – Kaya sagt immer datt – »alles kein Problem, vor der Kohle sind alle schwarz«. In Bottrop habe er vor allem türkische Freunde. Aber Kaya sitzt auch im Integrationsrat der Stadt und hat mitgeholfen, Deutschkurse für Migrantenkinder zu organisieren. Er engagiert sich in der Pflegschaft der Schule seiner Töchter und wohnt in einem Vierparteienhaus mit zwei deutschen Familien und einer alten deutschen Dame, der er manchmal hilft.

Seinen türkischen Pass hat Kaya allerdings noch immer. Den will er auch behalten, bis ans Lebensende.

Ismail Kayas Vater kam Anfang der Sechziger aus der Kohlestadt Zonguldak ins Ruhrgebiet. Über Integration sprach damals in Deutschland niemand. Wie die Deutschen und Hunderttausende andere Gastarbeiter dachte auch Kaya senior, dass er nach einigen Jahren in die Heimat zurückkehren würde. Er blieb, weil er gebraucht wurde.

An der Abendschule lernte er Deutsch, in der Zeche wurde er Dolmetscher für die türkischen Kollegen. Seinen drei nachgezogenen Söhnen sagte er, dass die Arbeit unter Tage Zukunft habe. In die Gewerkschaft war er schon kurz nach der Ankunft in Deutschland eingetreten.

Die Gewerkschaft sorgte für Gleichberechtigung, wenigstens im Betrieb. Von 1972 an durfte Kaya nicht nur den Betriebsrat wählen, sondern auch Betriebsrat werden. Damit wurden die Unternehmen zum einzigen Ort in der Bundesrepublik, an dem Ausländer politisch mitbestimmen konnten. Nicht nur für Kaya war dies die erste Begegnung mit wirklicher Demokratie. Viele Spanier, die während der Franco-Diktatur hier »die demokratische Kultur kennen gelernt, nicht in den Büchern, sondern in der Fabrik«, sagt der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero ( ZEIT Nr. 37/06).

Adewale Adekoyeni stammt aus Nigeria, und wäre er dort geblieben, wäre er kein überzeugter Demokrat geworden, sondern König aller 250000 Ijebu-Odi. Die Frauen seines Stammes würden vor ihm auf die Knie fallen. Adekoyeni trägt Gold um den Hals, er zitiert deutsche Sprichworte und erzählt von seinem Clan. »Ein König diskutiert nicht, sondern er befiehlt«, seufzt er. »Diskutieren habe ich in Deutschland gelernt.«

Der 54-Jährige ist Betriebsrat beim Otto-Konzern in Hamburg. Als schwarzer Bauingenieur hatte Adekoyeni keinen Job bekommen, also begann er bei Otto als Lagerarbeiter. Heute wohnt er in einer einfachen Dreizimmerwohnung und ist neben seiner Arbeit ehrenamtlicher Richter am Hamburger Arbeitsgericht. Den Konzern überzeugte er davon, Deutschkurse für seine ausländischen Mitarbeiter anzubieten. Bei Otto arbeiten Beschäftigte aus 60 Nationen.

Wie viele Betriebsräte ausländischer Herkunft in deutschen Firmen wirken, hat niemand gezählt. Allein bei der IG Metall kommen 4000 aus dem Ausland, davon ist fast jeder Achte auch Betriebsratsvorsitzender. »Ohne die betriebliche Mitbestimmung wäre die Integration von Migranten im Betrieb deutlich schwieriger«, sagt der Soziologe Schmidt. Dass ThyssenKrupp – als eines unter inzwischen einigen Dutzend Unternehmen – eine Betriebsvereinbarung für die Gleichbehandlung von Ausländern besitzt, verdankt es den Betriebsräten und seinem Arbeitsdirektor. Und auch besondere Förderprogramme für Mitarbeiter mit fremdem Pass – etwa bei Ford, Fraport oder bei der Deutschen Bahn – kamen nicht zuletzt durch die Mitarbeit der Gewerkschaften zustande.

Längst haben manche deutsche Unternehmen begriffen, wie wertvoll Migranten für sie sein können, nicht nur als Arbeitskräfte in der Produktion, sondern auch im Umgang mit Kunden und Geschäftspartnern. Jian Gong, die als Studentin nach Deutschland kam, koordiniert in der Chemiefirma Degussa in Düsseldorf deren China-Projekte. »Wegen meiner Herkunft werde ich geschätzt und gebraucht«, sagt sie. Dogan Calmaz baut für E-Plus in Frankfurt eine Mobilfunksparte für die Türken in Deutschland auf – der 38-Jährige ist ein ausgebuffter Marketingprofi. »Ich bin angekommen«, sagt auch der Banker Anastasios Karantonas. »Ich denke in zwei Sprachen, trage zwei Kulturen in mir. Ich blicke über den Tellerrand hinaus, das macht mich für viele Arbeitgeber interessant.«

Karantonas’ Vater verdiente sein Geld als ungelernter Arbeiter in einer Fabrik. Sein Sohn studierte in Aachen und Coventry und bekam seinen ersten Job bei einem Schweizer Kreditinstitut in Amsterdam. Jetzt ist Karantonas Vertriebsleiter bei der Citibank. Würde man ihn nur reden hören, würde man denken, er sei ein Deutscher. Aber er ist Grieche. »In 20, 30 Jahren wird Karantonas ein ganz normaler deutscher Nachname sein«, lacht er. »Wie heute Klose oder Podolski.«

Calmaz und Karantonas sind Aufsteiger aus der zweiten Generation der Migranten – selbstbewusst, eloquent, die Karriere fest im Blick. Wie auch Aygül Özkan kommen viele aus einfachen Verhältnissen. Özkan, 35, führt als Niederlassungsleiterin der TNT Post in Hamburg 400 Beschäftigte. Ihr Vater war Schneider, ihre Lehrer gingen in seinem Laden ein und aus und erfuhren, dass es die Tochter weiter bringen sollte als er.

Özkan ärgert die Gleichgültigkeit mancher Deutscher gegenüber den Ausländern und ihre Unwissenheit darüber, dass Migrantenkinder oft »soziale Kompetenz, Neugier und einen starken Hang zur Selbstständigkeit mitbringen«. Sie engagiert sich im Verband türkischer Unternehmer für mehr Lehrstellen in Migrantenbetrieben und in der Lokalpolitik dafür, dass Ausländer Gehör finden. »Da kommt ja meine liebste Türkin«, schallt es ihr mitunter auf Empfängen entgegen.

Özkan ist Deutsche. Ihren vierjährigen Sohn erzieht sie zweisprachig und bikulturell: »mit dem Besten aus beiden Welten«.

Migrantenkinder auf den Vorstandsetagen deutscher Dax-Konzerne: Noch herrscht da Fehlanzeige. Aber es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch Deutschland nachmacht, was in den USA längst üblich ist. Einige wenige »fremde« Gesichter gibt es bereits ganz oben: Murat Günak ist Chefdesigner bei Volkswagen, der Mann, der für die Deutschen den VW Golf entwirft. Metehan Sen ist Finanzvorstand bei der großen Frankfurter Immobiliengesellschaft Franconofurt.

Die Probleme liegen nicht oben, sie liegen am unteren Rand der Gesellschaft. Unter den Zuwanderern der fünfziger und sechziger Jahre, meist un- und angelernte Arbeiter, wütete die Arbeitslosigkeit besonders früh und besonders stark. Der Väter-Generation folgten im Rahmen des Familiennachzugs Hunderttausende weitere schlecht gebildete Migranten – sie tun es bis heute. Die Folge beschreibt Mehmet Varlik, einer von vier Vorständen beim Pumpenhersteller Putzmeister im schwäbischen Aichtal, ebenso klar wie kritisch: »Viele bildungsferne Migrantenfamilien lassen sich nicht auf die Gesellschaft ein. Sie haben kein Interesse an Integration. Sie motivieren und fördern ihre Kinder zu wenig.«

Unmotivierte Kinder scheitern an den Schulen. Aber das tun auch Söhne und Töchter aus ungenügend gebildeten und damit von Arbeitslosigkeit besonders betroffenen deutschen Familien. Die Probleme mancher Migranten seien vergleichbar mit denen von Deutschen aus der Unterschicht, weil hier wie dort die Lebenslage von der sozialen Stellung und den beruflichen Perspektiven abhänge, schreibt der Deutsche Gewerkschaftsbund in einem Papier zur Migration und Integration.

Berufliche Perspektiven gibt es nur durch Bildung und Ausbildung. Doch da sieht es für Jugendliche aus Einwandererfamilien immer schlechter aus. Der Anteil von Migrantenkindern an allen Lehrlingen etwa ist seit 1995 von 8 auf heute 4,4 Prozent zurückgegangen. Dabei war die Ausbildung, so der Osnabrücker Migrationsforscher Bommes, der bislang wichtigste Integrationsmotor in Deutschland. In einer unveröffentlichten Studie für die Essener Ruhrkohle AG, die der ZEIT vorab vorliegt, schreiben Bommes und seine Koautoren, dass selbst Migrantenkinder mit schlechten Schulnoten während der Lehre wieder Selbstvertrauen und Zuversicht in ihre Zukunft fänden. Für ihre Integration sei die Bedeutung einer Lehrstelle mithin »kaum zu überschätzen«.

Deutschland aber redet über die deutsche Sprache als Schlüssel zur Eingliederung. Dahinter steckt der Gedanke, dass es zunächst auf die kulturelle Integration ankommt, der die ökonomische quasi automatisch folgt. »Sicher ist Sprache wichtig«, sagt Michael Vassiliadis dazu. »Die Annahme aber, dass Ausländer, die Deutsch sprechen, allein damit auch Arbeit oder einen Ausbildungsplatz bekommen, ist Unsinn.«

Vassiliadis ist Vorstand bei der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie und gilt als Kandidat für die Nachfolge von IG-BCE-Chef Hubertus Schmoldt. Sein Vater ist Grieche, seine Karriere begann als 16-jähriger Chemielaborant bei Bayer. »Wer früh von Arbeit ausgeschlossen wird«, sagt Vassiliadis, »der wird sich auch nicht integrieren.«

Stolz, ein bisschen Sorge und sehr viel Hoffnung mischen sich, wenn Olga Andevska, Hasan Sahin, Ismail Kaya und Adewale Adekoyeni über ihre Kinder sprechen. Stolz bei Andevska, weil ihre Söhne es geschafft haben. Sorge und Hoffnung bei den drei Männern, weil es Migrantenkindern an den Schulen mitunter nicht leicht gemacht wird – weil sie aber vorwärts kommen sollen. Adekoyenis Tochter Yasmina war Jahrgangsbeste an der Realschule. »Jetzt will ich, dass sie auch das Abitur macht.«

Auf die Eltern kommt es an, das klingt bei allen durch. Sahin meint, seine 13-Jährige solle einmal auf eigenen Beinen stehen und für sich selber sorgen können. In ihrem Zimmer darf sie nur deutsches Fernsehen schauen; türkische Sender werden allein im Familienkreis angestellt. Auch Kaya erlaubt seinen sechs und acht Jahre alten Töchtern nur deutsche Filme. Beide meinen allerdings, dass ihre Kinder »immer auch Türken sind und bleiben sollen«.

Und wie würden sie reagieren, wenn die Tochter einmal mit einem deutschen Freund ankommt?

Schweigen, die Antwort fällt nicht leicht. »Eines der besten Dinge an Deutschland ist die Gleichberechtigung der Frau«, sagt Sahin dann – »also ist das ihre Sache.« Und Kaya meint: »Wo die Liebe hinfällt, weiß man doch nie. Heiraten nicht immer mehr Deutsche und Migranten?«

Richtig. 2005 gab es so viele deutsch-ausländische Ehen wie nie zuvor. Und Studien beweisen: Die meisten Paare lernen sich am Arbeitsplatz kennen.

Zum Thema
Europa und die Zuwanderung - Reportagen und Analysen »

 
Leser-Kommentare
  1. 1. @gorgo

    Ein Leser des New Yorkers ist nicht gleich Weltbuerger noch ist er automatisch intelligenter als andere.Er oder sie hat nur das Glueck in der Lage zu sein eine englisch-sprechende Zeitschrift,die fuer amerikanische Verhaeltnisse ziemlich 'links'ist zu lesen.Da Sie in der Schweiz wohnen wissen Sie auch ueber das verschaerfte Aysl-Gesetz da offenbar den Schweizern nicht mehr gefiel wie liberal es vorging.Wenn ich mich gegen gewisse Stroemungen ausspreche dann hat das auch nichts mit 'brauner Bruehe' oder was Ihnen da vorgaukelt.Uebrigends: Ich abbonniere den 'New Yorker' schon seit 10 Jahren und NICHT durch das Internet.

    • gorgo
    • 04.10.2006 um 18:55 Uhr

    1. Nein, es gibt kein Gesetz das vorschreibt, in jedem Artikel über "Ausländer" zehn Seiten über Islam, Bildungsdefizite, Probleme aller möglicher Art reden (dieser Artikel tut es dennoch, das ist sein gutes Recht, das wird nur von gewissen Herren hier großzügig übersehen)

    2. Wer sagt, dass Probleme dazu da sind, sich an Ihnen voller Verachtung und Hass für letztlich völlig nebulös bleibende Andere abzujammern???

    3. "Wir" Deutschen haben in diesem Land wie Ihnen bekannt sein dürfte, haufenweise ungelöste Probleme - auch manchmal mit, aber vor allem anderen ganz ohne Migranten und "Integration".

    "Wir" hätten 4.
    noch ein paar mehr Probleme, wäre nicht die große Mehrheit der Immigranten friedlich und ruhig bereit für Lohn zu arbeiten. Diese Tatsache - statistisch und menschlich in diesem Artikel nach langen Jahren mal wieder in den Sinn gerufen, ist den genannten Herren natürlich kein Wort wert - woran man sehr schön den brauen Denk-Matsch erkennt, dem Fakten im Zweifelsfall herzlich egal sind.

    Die bewussten Herren werden 5. selbstredend nie begreifen, dass Respekt für die Leistungen, Haltungen und Realitäten der überwiegend ebenso demokratisch (und randdemokratisch...) wie deutsche Zeitgenossen "funktionierenden" Mehrheit der Migrant/inn/en ein unabdingbarere Teil der ProblemLÖSUNG auch und gerade im Bereich Islamismus, Frauenverachtung etc. ist.

    Und 6. nicht zuletzt auch in dem uns auf den Nägeln brennenden Bereich Zukunftsfähigkeit "unserer" Wirtschaft und Wissenschaft:

    Die weitaus überwiegende Mehrheit der Deutschen will "ihre" Ausländer, soweit sie sich an Gesetze halten und sich einigermaßen freundlich-gewaltfrei verhalten, in keiner Weise abschieben oder wieder "entfernen" oder was immer den Herren dazu im Kopf herumschwebt - zum Glück und entgegen dem Eindruck, den hier einige sehr wenige, aber auf alle einschlägigen Foren professionell abonnierten Rechtsverbohrten erweckenen wollen (soviel an die Migrant/inn/en, andere nicht durchgeknallte Deutsche und andere Nicht-Deutsche die die Zeit lesen wie ich den New Yorker...).

    "Wir" - ohne germanow etc. versteht sich - werden die zweite und dritte Generation besser ausbilden, besser behandeln, besser schätzen lernen - und warum sollte ein extrem wohlhabendes Land wie Deutschland mit einer langen, wenn auch für manche noch zu entdeckenden Tradition von Toleranz aus Wirtschafts-, Wissens- und Schaffensfreude dazu eigentlich nicht in der Lage sein?

    Was für ein Selbstbild pflegen eigentlich die Herren, die meinen, nur ohne "Andere" ein Auskommen erwirtschaften zu können?

    Wir sind dazu aber genauso in der Lage (und müssen es sein), wie wir in der Lage sind, deutsche Kinder besser auszubilden, besser zu behandeln, besser schätzen zu lernen...- indem wir ihnen - unter anderem - Mehrsprachigkeit als Startchance mitgeben, mehr als eine "Kultur" vermitteln, sie global beweglich und interessiert machen, ihnen Spass am Austausch, an der heißen Diskussion sowie: Mut und Zivilcourage gegen Fundamentalismus - auch von Rechts, auch hier - mitgeben...

    „Wir“ brauchen Ausländer/innen unterschiedlichster Schichten und Ausbildungsgrade in Zukunft mehr als je zuvor (Wer soll eigentlich Germanow den Po abputzen, wenn er ein Pflegefall wird??? Das frage ich ihn bezeichnenderweise auch nicht zum ersten Mal, da schweigt man sich dann doch gern aus...)

    Die Mär von den Spitzenwissenschaftlern, die ALLEIN "wir" "reinlassen" sollten, ist eine hübsch kurzsichtige Erfindung, mit der man sich selbst ganz "Spitzen"-trächtig finden kann - und die Probleme prima unter den Teppich kehrt.

    Gerade Spitzenkräfte kommen schlicht gar nicht, wenn das Klima, die Atmosphäre von Mißtrauen und kleinlichem Sich-per-Nationalität-Besser-Fühlen geprägt ist. Gerade Spitzenkräfte brauchen eine großzügige, offene und in Spannungssituationen unterscheidungsfähige, rationale Gastgeber(!)-Kultur – eine Kultur die nicht bei Problemen mit bestimmten Gruppen (wer hat die eigentlich nicht) sofort in geifernde Verallgemeinerung und Xenophobie verfällt. Eine Kultur, die auch selbst bereit ist, ja Freude daran hat, sich mit "Anderem" auseinanderzusetzen; die sogar - wer glaubts - von Anderen zu lernen, sich mal zurückzunehmen bereit ist (Wo in aller Welt lernen Deutsche das: ja, im Ausland - aber manche lernen´s auch da nicht!)

    Wir werden auch geringer Qualifizierte weiter brauchen, der Krankenhausbereich, die Landwirtschaft, das Gaststättengewerbe sind allseits bekannte Beispiele - keiner von den Herren betreibt offenbar ein Unternehmen, sonst würde er so kurzsichtig nicht daherplappern.

    Jetzt schon und in Zukunft noch sehr viel dringender werden WIR UNS also weiter integrieren, internationalisieren, entprovinzialisieren müssen, wenn wir Wert auf einen gewissen Wohlstand und demokratische Prinzipien legen (die Schweiz, in der ich als willkommene Ausländerin lebe, „leistet“ sich 30 % Ausländer/inn/en - ein Drittel, meine Herren, auf Deutsch - und lebt damit sehr komfortabel und ohne nennenswerte Arbeitslosigkeit - die größte Gruppe, raten sie mal, kommt übrigens aus Ex-Jugoslavien ´- danach erst die - oft, nicht immer, höherqualifizierten Deutschen).

    Was uns wirklich die Zukunft in einer sich entwickelnden, verändernden, sich - (igitt?) vermischenden Welt verbaut, sind die von Vorurteilen vermauerten Kleingeister; die von den genannten Herren personifizierte Überheblichkeit (Deutsch-Sein hat einen eingebauten Immer-Besser-als-alle-anderen-Sein-Effekt...), die Lernen, UM-SICH-SCHAUEN sich-was-Abgucken verhindert; das lächerliche Angsthasentum vor einer kleinen Minderheit von Fundamentalisten, die nur darauf warten, dass "wir" Alltag und Kommunikation, auch kritisches Hinterfragen mit - und von ! – seit Jahrzehnten friedlichen Mehrheiten aufgeben und uns in einen vom Fundamentalismus bestimmten „Kulturkampf“ begegeben. So sind nicht nur Islamisten, sondern auch Fundementalisten, die sich deutsch geben, eine kaum zu unterschätzende Zukunftsbremse!

    Wer also jetzt nicht bereit und in der Lage ist, die Leistungen, die Beiträge, die Normalität und , ja, auch die Anziehungskraft von anderen Kulturen (auch denen im Land, auch denen mit islamischer Prägung) achtungsvoll anzuerkennen; wer jetzt nicht in der Lage ist, die Nicht- und Antifundamentalisten beharrlich auf die eigene Seite zu bringen bzw. sie dort zu halten - der verspielt ( wer hat denn den Begriff besetzt) - Deutsche Interessen!

    Mit hochachtungsvollen Grüßen an Zoeckel, die sich immer wieder mit klugen Kommentaren einmischt!

  2. @ ZoeckelA
    Nach ihren Bemerkungen muss ich ihnen sagen, sie sind im falschen Film. Eine Stellungnahme zur richtigen Zeit zum falschen Thema.
    Ich kann mich nicht erinnern mit Zahlen jongliert zu haben. Weiß allerdings nicht wie tief sie im Multikulti Sumpf stecken. Meine Ausführungen könnten sie, wenn sie das Archiv der Zeit bemühen und dort über türkische Umtriebe suchen, dort ausführlicher im Orginal nachlesen. Aber Wissen ist Macht, nichts wissen macht fast nichts. An anderer Stelle habe ich zu ähnlichen Themen Stellung bezogen, ( Hallo thommytom ).
    Gehören sie @ZoeckelA und @koparan77 zu den netten Deutschen türkischer Abstammung, die
    - gerichtliche Entscheidungen erzwingen um Satellitenschüssel installieren zu können
    - mit türkischer Musik in unnormaler Lautstärke ihre Nachbarn nerven,
    - mit Lehren diskutieren und ihren Kindern verbieten religiöse Feste in der Klasse zu feiern.
    - Schulen, Kindergärten und Jugendherbergen zwingen die islamische Speiseordnung einzuführen
    - verhindern, das Deutsch in Kindergärten gesprochen wird ( hier spielen die sogenannten ausländischen Vereinigungen federführend eine unrühmliche Rolle) Quelle HR1 und eigene Erfahrungen.
    - keine Verantwortung für ihre Kinder übernehmen, das sie fast nie am Elternabend teilnehmen
    - Klassenfahrten ihrer Kinder verhindern
    - ihre Kinder von bestimmten Schulfächer befreien zu lasssen?
    - getreu ihrem Imam folgend, Kontakt mit "Ungläubigen" Kindern nicht zulassen
    - den "Ungläubigen" ständig mit der braunen Keule drohen, aber mit ihren eigenen türkischen Geschichte auf Kriegsfuß stehen ( Armenien, Religionsfreiheit und vieles mehr) .
    - schneller die Sozialhilfestelle finden als eine Deutschkurs für den eingeflogenen Ehepartner

    Ich weiß, das sind alles Vorurteile die sich beliebig erweitern ließe . Aber liebe Muslime, welche anderen ethnischen Gruppen oder Religionen hier im Lande fordern hier auch solche Privilegien wie ihr?
    Ok, alle im TV gezeigten Probleme sind manipuliert, stehen im falschen Kontext, genau wie die Dementi der muslimischen Interessenvertreter über "Ungläubige" (Pofalla hat aber recht!) und "Schweinfleischfresser". Die grauen Wölfe sind eine Erfindung. Die türkischen Verbände hier im Lande singen nur Volkslieder. Die in Berliner Tageszeitungen zitierten Fälle vergangener Jahre sind alles Ausnahmen und nicht übertragbar und alles Lüge. Ich kann es nicht mehr hören.
    Glauben sie im Ernst, andere Volksgruppen in der Türkei haben ähnliche so große Freiheiten wie ihr hier.
    Wie thommytom erwähnte, die Religion macht es aus. Wie können wir hier weiter diskutieren, wenn ein Obermufti aus Mekka zu einem interreligiösen Dialog meint:
    "Natürlich können wir reden, aber über welche gegenseitige Befruchtung? Wir sind doch im Besitz der Wahrheit". Diese Einstellung zieht sich wie ein roter Faden durch islamische Welt. Der Clash of Civilisation ist vorprammiert.

    • lef
    • 01.10.2006 um 13:52 Uhr

    und dieser Artikel strotzt davon.

    Mit derselben Methode könnte auch Rechtsradikalismus schöngeredet werden - die meisten davon sind arbeitende Menschen, nur eben etwas anders im Denken, wo ist also das Problem? Gewalttätig sind auch da nur sehr Wenige, oder nicht?

    Mit dem Bimbodenken ("da kommt ja unsere liebste Türkin.....") hatten die Deutschen schon vor 100 Jahren ihre Xenophobie nur mühsam übertücht - hier wird dieses Denken sogar als Beweis für gelungene Integration genannt.
    Und der Türkischdeutsche, der längst eingebürgert ist, aber immer noch kein Deutscher sein will, bringt natürlich türkischen Schafskäse mit und legt ihn auf die deutschen Brötchen seiner (richtig-)deutschen Kollegen!?
    Auweia, DAS ist also die gelungene Integration??

    Sehr gut beschrieben (allerdings ohne Denkkonsequenzen des Autors):
    Das Denken innerhalb der Einwandererfamilien, auch heute noch, nach 25 Jahren in Deutschland.
    Die Kinder sollen natürlich Türken bleiben,
    auf die Frage, ob die Tochter einen Deutschen heiraten dürfte, langes betretenes Schweigen ud erst dann die reporterfreundliche Aussage (in der Realität kommt die nämlich NICHT!!),
    merkt der Autor nicht, was er da an Unsinn schreibt?

    Integration ist etwas VÖLLIG Anderes, und der mangelnde Integrationswille der hier lebenden Ex-Türken wird doch vom Autor selbst in seinen Beispielen benannt.
    Wie kommt er dann zu der Forderung, dass die Arbeitgeber gefälligst mehr Migranten einstellen sollen?

    Sie haben es getan - vor wenigen Jahren war der Anteil der Azubis proportional zum Bevölkerungsanteil, wie der Autor ja selbst schreibt.
    Heute ist es anders - warum gesteht der Autor den Arbeitgebern nicht zu, dass sie sehr wohl wissen, warum?
    Er müsste es nach dieser Recherche selbst gemerkt haben.
    Am Arbeitsplatz soll nun Mal gearbeitet, nicht aber über Werte diskutiert werden. Von der unseligen Kopftuchdebatte ganz zu schweigen.

    Und, wohlgemerkt:
    Es betrifft hauptsächlich oder nur türkische und arabische Migranten bzw. deren Kinder.
    Immigranten aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion sind noch nicht lange genug hier, um die Entwicklung beurteilen zu können. Auch da kommen die Menschen teilweise aus sehr archaischen Strukturen.
    Polnische Arbeitsimmigranten z.B. zeichnen sich ganz allgemein dadurch aus, dass sie sich sehr schnell integrieren, mit Recht werden sie NIE als Problem erwähnt.
    Die Hochachtung, mit der asiatischen Einwanderern begenet wird, ist durchaus und sehr berechtigt.

    Es ist also ganz sicher keine Xenophobie, die hier in D. das Problem ist,
    es ist eine ganz bestimmte Gruppe von Einwanderern, die sich an ihre archaischen Werte klammern, zu einem erschreckend hohen Prozentsatz eben mit fatalen Folgen.
    Die Ursache wird im Artikel genannt: Die Ex-türkischen Eltern wollen ihre Kinder zu Halbdeutschen erziehen, das "Beste aus der Türkei" sollen die Kinder auch lernen.
    Aber: Was das ist, bleibt offen. In sehr vielen Fällen offenbar das Falsche, Familienehre und Moralvorstellungen z.B., chauvinistische Arroganz bis hin zu türkischem Nationalismus ganz offensichtlich, wie auf Demonstrationen von Türken immer wieder zu beobachten ist u.v.m..

    So MUSS Integration scheitern.

    lef

  3. @koparan77, ich glaub mein Schwein pfeift !
    Stellen sie nicht jeden gleich in die braune Ecke, sonst steht doch der allgemeine Verdacht oder Gerücht, das sie und ihre Leute nicht kritikfähig sind.
    Finden Sie folgendes richtig und ok und für eine Integration förderlich;
    Die großen türkischen Dachorganisationen spiegeln die politischen Kampflinien der türkischen Innenpolitik wieder: Ditib vertritt den offiziellen türkischen Staatsislam, den sowohl der von Milli Görü? dominierte Islamrat als auch der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) ablehnen. Und alle gemeinsam wollen sich nicht vom Zentralrat vertreten lassen. Der organisierte Islam in der BRD ist immer noch viel zu sehr in die Konflikte der Herkunftsländer verstrickt. Warum lässt hier unser Staat eine innenpolitische Einmischung durch den türkischen Staat zu ? Permanente Propaganda türkischer Medien bezweckt die Herausbildung starken Nationabewußtseins mit Richtung auf ein großtürkisches Reich (in Anlehnung an das osmanische Reich). Auf diese Weise soll der Vielvölkerstaat Türkei zusammengehalten, von den eklatanten wirtschaftlichen und innenpolitischen Problemen in der Türkei abgelenkt und Frust und Verunsicherung der Migranten in religiöse Bahnen gelenkt werden. Führt diese Einmischung, auch die der türkischen Presseorgane und der TV-Sender auf deutschen Terrain, letztendlich zur Vertiefung der Parallelgesellschaften ?
    Hinzu kommt der oftmals politisch schwierige Hintergrund der Verbände. So finanziert und kontrolliert beispielsweise das türkische Religionsministerium in Ankara den Verband Ditib. Im Islamrat gilt die türkische Milli Görüs als entscheidend, die der Verfassungsschutz beobachtet.
    Weiter, da gibt es einen fremden Staat, die Türkei, uns fremd in Kultur und Religion, dem wird gestattet, auf deutschem Rechtsboden, islamische Religion mit türkischen Lehrkräften auszuüben. Erschwerend kommt hinzu, dass hier unsere Rechtsstaat keine Kontrolle über die Lerninhalte hat. Diese Lehrkräfte, von der türkischen Religionsbehörde bezahlt, der deutschen Sprache nicht mächtig, vermitteln islamische Religion und Tradition, was für eine Integration kontraproduktiv ist. Dies ist auch ein Instrument der türkischen Politik, sich vehement in unsere Innenpolitik mit einzumischen. Der türkische Staat hat eigentlich kein Interesse daran, eine vernünftige Integrationspolitik zu betreiben. Hier ist erlaubt zu fragen, ob das bis zur letzten Bank im Bundestag und auch sonst wo bekannt ist.
    Da kann ich noch weitere Beispiele aufzeigen, die grauen Wölfe.
    Für die meisten Türken wird von den oben genannten Org. zuerst das Türkentum gepflegt, dann kommt lange nichts. Finden das nicht ulkig, was hier auf deutschen Boden türkische Organistionen an Stimmung verbreiten können ????

  4. Integration ist eine individuelle Angelegenheit von Mensch zu Mensch. Mir scheint, es ist eine typisch deutsche Idee zu erwarten, dass man so etwas staatlicherseits regulieren kann.

  5. Es ist immer wieder dasselbe mit diesen furchtbaren Deutschen! Das merkt man, wenn man die vielen Kommentare zu den ZEIT-Artikeln liest, die hier veröffentlicht werden.

    Da müht sich die Redaktion um Ausgewogenheit, um Verständnis, um Aufklärung bei so schwierigen Themen wie Zuwanderung und Islam.

    Und was machen die Deutschen, diese furchtbaren Deutschen?

    Sie bringen ein Argument nach dem anderen, warum sie lieber Deutsche bleiben würden...

    Danke, Germanow und all die anderen...

    Eugen Prinz

  6. Die Leute die irgendwo arbeiten,die sich abrackern auf dem Job und sich eingelebt haben veranstalten keine Proteste oder vergeuden ihre Zeit mit Unsinn.Sie leben unauffaellig unter uns und fallen nicht auf.Es sind die 'anderen' die 5%
    die fuer 95% des Unfriedens und Krawall verantwortlich sind und wie so oft, sie sind das Problem.

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