Ich pilgerte nach Mekka
Kristiane Backer, 40, war die erste deutsche MTV-Moderatorin. Warum sie zum Islam übertrat und heute für ihn wirbt
DIE ZEIT: Frau Backer, Sie sind als Protestantin in Hamburg aufgewachsen, mit 24 Jahren zogen Sie in den Londoner Szene-Stadtteil Notting Hill und flogen für MTV-Europe um die Welt. Wie kamen Sie dazu, mitten im Show-Geschäft zum Islam zu konvertieren?
Kristiane Backer: Ich war Ende zwanzig, auf dem Gipfel meiner Karriere, aber ich habe irgendwann gemerkt, dass es keine Zufriedenheit bringt, auf allen VIP-Partys dabei zu sein. Vor 70000 Leuten habe ich live moderiert, saß dann ein paar Stunden später allein im Hotelzimmer und spürte Leere.
ZEIT: Andere werden Mitglied bei Scientology oder unterstützen den Dalai Lama. Warum war es bei Ihnen ausgerechnet der Islam?
Backer: Anfangs hatte ich die gleichen Vorurteile wie jeder, der sein Wissen den Medien entnimmt. Doch dann brachten Freunde mir Bücher über den Islam mit, und der Koran hat mich intellektuell überzeugt und ins Herz getroffen. Der Islam hat dieselben Wurzeln wie das Christentum, doch mit all seinen spirituellen Instruktionen ist er alltagsnäher und konkreter: Wenn man fünfmal am Tag betet, ist das wie eine Erfrischung für die Seele. Jetzt ist Ramadan, der Fastenmonat für Gott, man spürt, wie sich hungrige Menschen fühlen, und nähert sich Gott.
ZEIT: 1995 sind Sie konvertiert.
Backer: Ja. Ich wollte den Islam nicht nur begreifen, sondern auch praktizieren. Ich habe ihn an der London-University studiert und Reisen in muslimische Länder unternommen, ich bin nach Mekka und Medina gepilgert. Die Gastfreundschaft der Muslime ist unbeschreiblich. Bitter-arme Menschen, die bei ihren Kühen schlafen, haben mit mir ihre letzten Aprikosen und Wal-nüsse geteilt. Ein Taxifahrer in Marokko fuhr vier Stunden lang abseits der Strecke, nur um sicherzugehen, dass ich heil nach Hause kam. Im Westen, speziell in meiner Branche, waren die Menschen geizig mit ihrer Zeit und ihrem Geld.
ZEIT: Was haben Sie in Ihrem Leben geändert?
Backer: Ich habe angefangen, täglich fünfmal zu beten, ich habe aufgehört, Alkohol zu trinken und Miniröcke zu tragen. Ich verzichtete auf all die Dinge, die mir früher Zeit geraubt haben: auf Premieren zu gehen, die Nächte durchzutanzen. Seitdem stehe ich morgens auf, mache meine Waschungen und beginne den Tag mit einem Gebet. Der Islam ist ein Way of Life.
ZEIT: Und irgendwann passte der nicht mehr zu Ihrem Alltag bei MTV?
Backer: Es wurde immer schwieriger. In Videos wurde häufig Sex simuliert, und es gab da diese Cartoon-Sendung, Beavis & - Butthead, da wurden Katzen in Waschmaschinen gesteckt. Irgendwann konnte ich das nicht mehr mit großem Enthusiasmus verkaufen.
ZEIT: Warum gehen Sie jetzt mit Ihrem Glauben an die Öffentlichkeit?
Backer: In mir wuchs das Bedürfnis, etwas gerade zu rücken. Erst die Verletzungen durch die Mohammed-Karikaturen und dann die Papst-Rede.
ZEIT: Die Reaktionen von vielen Muslimen darauf wirkten hysterisch.
Backer: Viele Muslime fühlen sich in die Ecke gedrängt. Dabei gibt es zwischen ihnen und dem Papst mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede.
ZEIT: In den Talkshows sitzen meist alte, bärtige Männer, die Extrempositionen vertreten.
Backer: Islamisten bringen scheinbar Quote. Warum sieht man dort nicht mal jemand, der moderat ist oder intellektuell? Benutzt eure Vernunft, steht im Koran. Im Übrigen hat der Islam den Frauen Gleichberechtigung gebracht, zum Beispiel das Wahlrecht im 7.
Jahrhundert.
ZEIT: Heute sieht die Realität in muslimischen Ländern anders aus
Backer: Wenn im Namen des Islams Frauen diskriminiert werden, hat das nichts mit Religion zu tun, sondern ist kulturell bedingt.
ZEIT: Können Sie verstehen, dass viele das Kopftuch als Symbol der Unterdrückung werten?
Backer: Ehrlich gesagt, nein. Die deutsche Kopftuchdebatte hat mich befremdet, in England trägt jeder, was er möchte. In Deutschland darf man zwar bauchfrei und mit Piercing unterrichten, aber nicht mit Kopftuch in die Berufsschule gehen. Für viele ist das Tragen des Kopftuchs eine Pflichterfüllung vor Gott. Ich habe mich entschieden, es in der Öffentlichkeit nicht zu tragen. Ich trage mein Kopftuch vor dem Herzen und natürlich zum Beten.
Das Interview führte Anita Blasberg
- Datum 28.09.2006 - 14:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 40/2006
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Backers Texte wirken wie auswendig gelernt. Sie erschüttern. Wie lange braucht ein Mensch, um zu verstehen, dass die Welt des Fernsehglamours leer ist? Davor in eine extreme politisch-religiöse Ideologie zu flüchten bedeutet, nach wie vor nichts verstanden zu haben. Wann wird sie erwachsen?
Hallo!
Wie Frau Backer ja gesagt hat,das sie wegen den Muhammed Karikaturen und der Papst aussage sich in der Öffentlichkeit gemeldet hat.
Sonst hätte sie schon 1995 irgend etwas vor geschriebenes, auswendig gelerntes gesagt.
Ich glaube ihr.
Den jeder Moslem fühlte sich beleidigt.
Aber ein moslem ist wie sie ja gesagt hat,aus freien willen moslem.
In der heutigen Zeit sollte man aufgeschlossener sein gegen über Moslems.
Ich fnde ihre Antworten super und auf dem Punkt gebracht.
Ich finde es schön das sie eine Muslimin ist.
Und man kann ja auch bei Cat stevens sehen wie ein mensch sich ändern kann.
(Yusuf Islam)
Bitte auch in den Zeilen lesen.
So kann man sie besser und auch den Islam verstehen.........
Hallo!
Wie Frau Backer ja gesagt hat,das sie wegen den Muhammed Karikaturen und der Papst aussage sich in der Öffentlichkeit gemeldet hat.
Sonst hätte sie schon 1995 irgend etwas vor geschriebenes, auswendig gelerntes gesagt.
Ich glaube ihr.
Den jeder Moslem fühlte sich beleidigt.
Aber ein moslem ist wie sie ja gesagt hat,aus freien willen moslem.
In der heutigen Zeit sollte man aufgeschlossener sein gegen über Moslems.
Ich fnde ihre Antworten super und auf dem Punkt gebracht.
Ich finde es schön das sie eine Muslimin ist.
Und man kann ja auch bei Cat stevens sehen wie ein mensch sich ändern kann.
(Yusuf Islam)
Bitte auch in den Zeilen lesen.
So kann man sie besser und auch den Islam verstehen.........
Dass die Welt des Fernsehglamours leer ist, scheint ja wohl noch durch die Gesellschaft hindurchgesickert zu sein. Das freut mich.
Dass nicht jede Religion oder Weltanschauung politisch geprägt noch idelogisch ist, bedarf wohl noch einer Erklärung, Herr Rueger!
Lassen Sie die Frau doch einfach in Ruhe, lassen Sie sie doch ihren Seelenfrieden gefunden haben - wieso wird die Konversion zum Islam immer auf diese oberflächlichen Pseudo-Argumente reduziert?
Es ist wirklich erstaunlich und traurig, dass Religion in ein solch negatives Licht von der Gesellschaft gerückt wird. Seit wann ist Beten, Fasten, an GOTT glauben eine politisch-religiöse Ideologie? Ich bitte Sie.
Einige MEnschen scheinen wirklich noch hinter dem Mond zu leben.
Hallo!
Wie Frau Backer ja gesagt hat,das sie wegen den Muhammed Karikaturen und der Papst aussage sich in der Öffentlichkeit gemeldet hat.
Sonst hätte sie schon 1995 irgend etwas vor geschriebenes, auswendig gelerntes gesagt.
Ich glaube ihr.
Den jeder Moslem fühlte sich beleidigt.
Aber ein moslem ist wie sie ja gesagt hat,aus freien willen moslem.
In der heutigen Zeit sollte man aufgeschlossener sein gegen über Moslems.
Ich fnde ihre Antworten super und auf dem Punkt gebracht.
Ich finde es schön das sie eine Muslimin ist.
Und man kann ja auch bei Cat stevens sehen wie ein mensch sich ändern kann.
(Yusuf Islam)
Bitte auch in den Zeilen lesen.
So kann man sie besser und auch den Islam verstehen.........
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