Wenn es um die Vermeidung von Allergien geht, sind sich Experten nur noch in einer Sache einig: Das Rauchen sollte unbedingt vermieden werden, und zwar sowohl von den Eltern als auch von den Heranwachsenden selbst. »Rauchen führt zu einer Überempfindlichkeit der Lunge und legt damit den Grundstein für Asthma«, sagt der Allergologe Frank Friedrichs. Weitgehende Übereinstimmung herrscht auch darin, dass Stillen zumindest einen vorübergehenden Schutz vor Allergien bietet und dass probiotische Lebensmittel – wie entsprechende Quarks oder Jogurts – zumindest nicht schaden. BILD

Zerstritten sind die Spezialisten dagegen in puncto Haustiere und Staubmilbenprävention (etwa durch spezielle Matratzenüberzüge, genannt »Encasings«). Hier müssen besorgte Eltern letztlich selbst entscheiden, wem sie glauben. »Man sollte sich aber darüber klar sein, dass die Allergene von Hund oder Katze noch ein bis zwei Jahre im Haushalt verbleiben, wenn man die Tiere weggibt«, warnt Friedrichs. Und: Keine dieser Maßnahmen verhindere wirklich eine Allergie, sagt Harald Renz, Mediziner an der Universität Marburg. »Sie verzögern sie allenfalls oder mildern die Symptome.«

Kommt es zu einer Allergie, ist die wirksamste Therapie bisher die Hyposensibilisierung. Dabei wird dem Patienten das Allergen regelmäßig und über lange Zeit gespritzt, zunächst in winziger, dann allmählich steigender Dosierung. Aus Erfahrung wissen die Ärzte, dass dies den Körper gegen die krank machende Substanz gewissermaßen abhärtet, sodass die allergische Reaktion deutlich abnimmt, bei manchen Patienten sogar völlig verschwindet. Warum das so ist, verstehen die Mediziner noch nicht bis ins letzte Detail. Die Erfolgsraten einer Hyposensibilisierung sind hoch. Sie liegen – je nach Allergieform – um die 80 Prozent. Allerdings dauert die Behandlung meist mehrere Jahre und wird nicht in allen Fällen von den Krankenkassen bezahlt. Ute Eberle

Zum Thema
Fataler Irrtum in der Abwehr - Neue Therapien sollen Allergien bekämpfen »

Patient Kind: Unsere Serie beantwortet die wichtigsten Fragen, die Eltern sich heute stellen »