Schriftsteller Bruhuder Laudaubler

»Der Bildhauer Samuel Nahl zeigt seiner Braut die Büste des Bruders Johann August Nahl d. J.«, um 1782 in Öl gemalt von Johann August Nahl d. J. Eine Bildbetrachtung.

Bruhuder Blaudaubler im Specktrum; Bruchhudler Laubhudler von Haubenlechner oder -lochner, schon diese Pluralität, und daneben – behauptet es »blitzlicht« – ein Sprinck-Spruck, und das Quartier bloß eine »Villa Zumbla«

– und springen mit angewinkeltem Knie einem auf den Rücken – krabbenmäßig »heck-schreck-eckig« – treiben ihn ruchlos voran vorwärts vorläufig gewissermaßen (es stört sie nicht daß sie in der Mehrzahl sind und keiner in der Einzahl – der merkt das ja nicht; immer vier von ihnen sind knie, huckepack abgewinkelt »adverbial«) –

Krabbentaschenlatschen heißt im Schlick »das Bündeln ist des Mündelns Rispe« – ja in der Tat nicht Last nicht Lupe oder Lippe Rispe Roßpappel – luftsingend haben »wirs« (wir die Wirsingschlämmer es) verschlammt; und wer ein derwischechter Hirsch gewesen – ist – der – Wirtshausvater (…)

oder schkalieren, sich den Mund zerreißen über den gemusselmaßten Gegenstand. Die Braut hat einen Spatzenmund (Herpeskür bis Flaschenbiß). Sobald die Folie in Betracht gerät, ist sie nämlich die Spatzenmundbraut d. h. die Referenz im Schlick und hat den Spund im Winkel.

Schluck. Eine Möwe als gefüllte Seidenwurst oder Stopfgans. Auch hat – o Welt – dem Hutgebirge sei im Anlauf es geklagt: jedermann ein Denkdran (Hutsche, Zarge, Seemannsgong)…

– eine andere Möwe als gefüllter Scharnhorst (Brutto Kropforgan Schorf); es könnte ihr Lapislazuli getrost ein Schattenwurf sein, ich weiß nicht, Fische oder Fischotter (Fischotterschwänze, schlecht vernähte) ein Kutterproblem; wie konzertante Fingerstudien bzw. immer noch -übungen es…

Die Wülste hängen aus und enden im Entenkopf vor dem Schoß. Der Genitiv »des Jüngeren« zeigt demnach »seinem Bruder« die Innenarchitektur der Nase seiner Braut. Geschwisterwülste hängen »tschaika« an den Alveolen – es ist der Rosenduft bis in die Silbenspitzen einmal zweimal dreimal viermal, also sehr schwach, aus dem naseweisen Stubbsen eines größeren Zusammenhaltes, -hanges, -ranges, -klanges oder gar Euripides am Ganges. Die Bauchung ihrer Atemaufgeschlossenheit kontrastiert mit den römisch angehauchten Rosinen in Geste und Blickkontakt; seine Knopfleiste wiederum zeigt ihrem Fingernagel »Nahl« den Samuel der Früste einer Schwester mit der er sich brüstet – ein pectorales Bürstenmotiv gegen die Entrüstung im nervösen Strich der Vorderlappen zu Hephaistos, pardon, es waren die eustachischen Brünfte (Hirschhäute Brautleute Hautleben) – ich konstatiere erneut die Offenheit des Deutungsangebotes in den relativen Accessoires;

Nasenstüber (;) –

wir alle vier – mitsamt der Kunstkropfrose auf dem Urnentisch sind wir aber fünf – in der Hasenstube einer Modelliermasse, sozusagen Moduliermaschée. Im Hintergrund jener Röhre spielt jemand eine Alphornparavane … eine der vier Zeigefingerspitzen hänselt (näselt), das ist die Offerte in der Passage, den »Kloß« des älteren Bruders der Braut vom Koryander – alles wie ewig im Schluckauf erstarrt: Stopfgans Klopfgeist Tarantella-Vesuv… Eben aber ihre Handschuh-Kondom-Etuis, kleine Überraschung, die Schwester des Bruders der Schwester oder Eides Schwur, bzw. gleich hörst du ihre Donner knallen, Milch klopfen, Lefzen lechzen (Riemchen tropfen) – zimtbraun vor edler Ausgestattetheit, und ziemlich unsanft.

Mein Halbbruder Laubhudler kommt in der Polsterung der Rückenlehne des Sessels floral wie linear zur Ausflockung, -flechtung, -flutung in einer Bottich-Cello-Webe oder einem Kassel-(Schöne Aussicht)-Vorfrühling, atmosphatisch könnte man sagen, so mit Algenschmatz bis Wasserfloh fast ins Pagodenhafte – ein Gelbrandkäfer schnappt im Portulak kindlich nach Luft; Pudertaschen am Pool. Die Zollgemeinde.

Im Ranzen (die Innereien sehn nach Ranzen aus, rauhsamigen paarpansigen mausgrauen Schnappsack-Verwandten) voziferieren mit bewegten Blicken (Krachmandeln), aber man hört ja nichts, nur Hasenflügel Fingerspitzen Adrenalinäpfel. Dazwischen filettieren die beiden Gipse, die Büste, das Relief, ihr aber anderweitig ausgedünntes Kerbel-Helmholtz-Problem (die Linie aus dem Odenwald); wieder bleiben Vorwürfe nicht ausgespart – aber diese Mittelfinger im Andeutungsbereich, wo man hinsieht wie zum Greifen Mittelfinger!

Drei Spatel denken im Verweilen offenkundig mit. Zwei auf dem Tischchen kreuzweis (Scherenschleifer), einer wie geschient auf Samuels Mittelfinger ruhend, doch nicht parallel – Posaunchen, will sagen »doch noch unbenützt, d. h. vor Jericho«, die Braut übersieht es. Weil ich nicht weiß, wie sie eigentlich heißen (Schabemesser? Modellierstäbchen?), verheimlichen die drei Mitdenker aber natürlich auch allerlei: den Bartwuchs, die Porenschärfe, das Gallapfelsyndrom. Als Schreibwerkzeuge haben sie sich längst so »kehrtwendend : nicht im Traum« aus dem Bild gemacht, ich fürchte, sie waren nie drin.

Lesen Sie einen Nachruf auf Oskar Pastior von Benedikt Erenz »

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 12.10.2006 Nr. 42
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    • Schlagworte Schriftsteller | Ganges | Odenwald
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