Nach vielen Jahren als Vorstandssekretärin großer Unternehmen hat sich Katharina Münk ihren Frust von der Seele geschrieben. Und morgen bringe ich ihn um! heißt ihre jüngst erschienene Abrechnung mit den deutschen Topmanagern. Katharina Münk hat ihren Bestseller unter Pseudonym verfasst und war auch für dieses Gespräch nur am Telefon zugeschaltet. Es fand in einem Konferenzraum des Münchner IT-Herstellers Fujitsu-Siemens statt, wo Luise Seidler seit zweieinhalb Jahren als Sekretärin des Aufsichtsratsvorsitzenden Satoru Hayashi arbeitet. Lilo Pulver in Billy Wilders Nachkriegskomödie Eins, zwei, drei BILD

DIE ZEIT: Frau Seidler, Frau Münk, wie viele Anschläge tippen Sie in der Minute?

Luise Seidler: Oh je, das zähle ich gar nicht mehr. Es waren mal 240, aber heute mit Computer ist man ja viel schneller.

Katharina Münk: Da hat Frau Seidler Recht. Als ich vor 20 Jahren meine Ausbildung begann, sollten wir noch 300 Anschläge in der Minute schaffen. Wir wurden hochgezüchtet wie die Rennpferde. Aber solche Dinge sind heute nicht mehr so wichtig. Unsere Chefs sind manchmal sogar schneller als wir – mit dem Zwei-Finger-Suchsystem.

ZEIT: Kochen Sie denn wenigstens Kaffee?

Münk: Das habe ich immer hingenommen. Man sieht es lockerer, je älter man wird.

Seidler: Wir haben eine top Espressomaschine.