Heinrich Hasselmann nennen sie gern den Bürgermeister. Er ist Manager des Alstertal Einkaufs-Zentrums (AEZ) in Hamburg und somit Herr über 240 Fachgeschäfte auf 59000 Quadratmetern Einkaufsfläche.

Der Ehrentitel Bürgermeister erzählt, wenn auch halb im Scherz, vom Selbstverständnis der Betreiber. Denn die bieten alles, was der Mensch so braucht oder zu brauchen glaubt. Eingebettet in feinstes Ambiente. Umsorgt von einem Service, der demnächst von der Kinderbetreuung bis zur Autoreparatur das perfekte Einkaufen garniert.

Wer das Zentrum betritt, links teure Uhren, rechts teure Schuhe, steht schnell vor einem Springbrunnen, dessen Rhythmus spielende Kinder durch Handauflegen bestimmen - man möchte in einem der schweren, schwarzen Ledersessel verbleiben und einfach zuschauen.

Der Bürgermeister erläutert das Prinzip der Ladenstraße. Es ist das Mall-Prinzip, und es ist ganz einfach und sehr erfolgreich. Am linken und am rechten Ende jeweils ein Magnet-Mieter, zum Beispiel Galeria Kaufhof und Peek &amp - Cloppenburg. Zwischen beiden die Flaniergänge, bestückt mit Fachgeschäften aller, auch der teuersten Art. Im Basement geht es schlichter zu, links ein Penny-Markt, rechts Budnikowsky - die gediegene Inneneinrichtung bleibt dieselbe. Überall Cafés, kleine und große Restaurants, ein Fruchtsaftstand.

Ein Drittel der Mieter hat hier Einzelgeschäfte, ein Drittel ist in der Region zu Hause, die anderen überregional oder international bekannt. Die Grundmieten sind nach Ertragslage der Händler gestaffelt die teuerste übertrifft die billigste um das Vierfache.

Quersubvention nennt das die Branche. Die Mode hilft den Lebensmitteln.

Mieter zu finden ist offenbar kein Problem, die Nachfrage ist hoch.