Stimmt's Tief einatmen
Eine Luftveränderung könne Wunder bewirken, heißt es gemeinhin, und sich auf Leib und Seele gleichermaßen auswirken. Stimmt’s? Lassen sich entsprechende klima- oder wetterabhängige Phänomene auch physiologisch nachweisen? Dr. Barbara Dienst, Ansbach
Jede Region hat ihre typische »Luft«, wenn man darunter die gesamten klimatischen Bedingungen zusammenfasst. Natürlich ist nicht jede Art der Veränderung automatisch gesund – von den psychischen Wirkungen einer Ortsveränderung einmal ganz abgesehen. Wenn ein Alpenbewohner zur Luftveränderung in ein belastetes Industriegebiet fahren würde, wäre das für seine Gesundheit nicht förderlich.
Wenn von Luftveränderung die Rede ist, dann spricht man von Orten, an denen ein so genanntes »Reizklima« herrscht – Bäder an der See und Kurorte in den Bergen. Unter diesem Begriff fasst man einige Eigenschaften des örtlichen Klimas zusammen: starke Temperaturschwankungen, kräftiger Wind, höhere UV-Strahlung. Diese Reize stimulieren das Immunsystem. Am Meer kommt dazu die salzhaltige Luft – dort gelangen »Brandungsaerosole« von der aufgepeitschten See in die Luft. Die Spurenelemente in den Tröpfchen reizen insbesondere das Immunsystem von Haut und Atemwegen. Allergiker sollten eher ins Hochgebirge fahren, weil mit der Höhe die Zahl der allergieerzeugenden Pollen abnimmt.
Luft ist also nicht gleich Luft, und für jedes Leiden gibt es spezielle Empfehlungen. Wobei die psychosomatischen Wirkungen einer Kur im Reizklima nicht zu vernachlässigen sind.
Christoph Drösser
Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder
stimmts@zeit.de
. Das »Stimmt’s?«-Archiv:
www.zeit.de/stimmts
- Datum 25.10.2006 - 08:55 Uhr
- Serie Stimmt's
- Quelle DIE ZEIT, 26.10.2006 Nr. 44
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Reine Luft ist für mich wichtiger als das Essen und andere lebensnotwendige Dinge. Wo kann und möchte man tief durchatmen? Wo kann man frei durchatmen, ohne fremdbestimmt zu werden? Ich genieße es, am Meer oder im Wald zu wandern und die frische Luft zu genießen. In solchen Situationen atmet man auch viel tiefer ein, und die Lebensqualität ist optimal. Ganz klar, daß man sich dabei und hinterher physisch und psychisch wohler fühlt als nach einem Besuch in einer übelriechenden Kneipe, in welcher Gift, Rauch, Dreck und auch Feinstaub den Normal-Menschen das Leben zur Hölle machen. Reine Luft ist logischerweise besser für alle, auch für Raucher, und Tabakrauch ist Angriff auf das Leben. Wer glaubt, daß ein Urlaub in einem verrauchten Ambiente besser ist als in der Natur an der frischen Luft? Ich staune immer wieder über die Argumente der Raucher, die behaupten, Rauchen sei ein Kulturgut. Ich bin der Meinung, daß Rauchen bzw. Luftverschmutzung mit Kultur nichts, aber auch gar nichts zu tun haben kann. Es ist zum Vergleich ja auch kein Kulturgut, unser Trinkwasser mit gesundheitsschädlichen, krebserregenden Stoffen zu verseuchen. Für mich bedeutet Kultur, die Lebensbedingungen und -grundlagen zu achten und zu schützen. Diese Physiologie - um Ihre Worte zu gebrauchen - ist eine offenkundige Tatsache, die keines weiteren Beweises bedarf. MfG Birgit Kübler
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