Klimawandel Karawane ohne Ziel

Von Montag an treffen sich in Nairobi Tausende Umweltdiplomaten, um die Welt vor einer Klimakatastrophe zu retten. Doch entscheiden dürfen sie wenig

Kenia gehört zu den unwirtlicheren Plätzen auf der Erde. Die Kriminalität blüht, mehr als die Hälfte der Bewohner Nairobis, der Hauptstadt des ostafrikanischen Landes, lebt in Slums, Prostitution ist allgegenwärtig. Das Pro-Kopf-Einkommen stagniert, das Land gilt als eines der korruptesten der Welt, Nairobis Alltag prägt Gewalt. Selbst kurze Distanzen, raten die UN, die in der Drei-Millionen-Metropole eine Dependance unterhalten, sollten deshalb immer per Taxi zurückgelegt werden. Nairobi, sagt der Afrika-Kenner Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, sei »der Vorhof der Hölle«.

An diesem wenig gemütlichen Ort treffen sich von Montag an für zwei Wochen mehrere tausend Diplomaten, um die Welt zu retten. Umringt von Wissenschaftlern und den Abgesandten unzähliger Umweltgruppen, versammeln sie sich, wie jedes Jahr, zu Beratungen über die Erderwärmung – und darüber, was sich gegen den bedrohlichen Trend unternehmen ließe. Ihr Treffen, so viel ist bereits sicher, wird spektakulär unspektakulär enden: mit der Vertagung des Kampfes gegen eine der größten Herausforderungen – den Treibhauseffekt.

Fast niemand bestreitet mehr, dass die Menschen selbst Verursacher sind

Zwar trat Anfang vergangenen Jahres das Kyoto-Protokoll in Kraft, der einzige völkerrechtliche Vertrag zur Begrenzung der klimaschädlichen Emissionen. Die Abmachung, deren Zustandekommen zehn Jahre beanspruchte, erweist sich allerdings nicht nur als unzureichend. Bereits in sieben Jahren verliert sie schon wieder ihre Gültigkeit – und eine Anschlussregelung ist nicht in Sicht. Ohne neues Reglement fehlt aber den Bemühungen, den Trend in die Warmzeit international koordiniert doch noch zu bremsen, nach 2012 jede Grundlage. Es drohten ökonomische Verwerfungen, die nur mit den durch die Weltkriege oder die Große Depression der 1930er Jahre verursachten Rückschlägen vergleichbar seien, warnte Anfang der Woche Nicholas Stern, der frühere Chefökonom der Weltbank, in einer aufsehenerregenden Studie. Den Klimaschützern läuft die Zeit davon.

Gleichwohl werden sie bei ihrem Treffen in Afrika auf der Stelle treten. Um die Sicherheit der Diplomaten zu gewährleisten, sollen die täglichen Sitzungen bereits um sechs Uhr nachmittags beendet werden; bei früheren Klimakonferenzen wurde stets bis in die Morgenstunden um Kompromisse und Formulierungen gerungen. Vermutlich bliebe das Konklave in Nairobi allerdings selbst dann ohne wirklichen Erfolg, wenn mehr Zeit zum Feilschen zur Verfügung stünde. Die Versammlung hat nicht einmal das Mandat, über einen neuen Klimaschutzvertrag zu verhandeln. Der finnische Umweltminister Jan-Erik Enestam, als amtierender EU-Ratspräsident oberster Unterhändler Europas bei dem afrikanischen Mega-Event, dämpft deshalb wohlweislich die Erwartungen. Er sei »nicht sehr optimistisch«, alles andere wäre »eine positive Überraschung«, ließ er wissen.

Die diplomatische Verzagtheit steht in auffallendem Gegensatz zu den Erkenntnissen über die Ursachen und Folgen des Klimawandels. Die Skeptiker, die jahrelang nicht müde wurden, die Rolle des Menschen als Verursacher des Klimawandels zu leugnen, sind weitgehend verstummt. Heute bezweifelt niemand mehr ernsthaft, dass für die bereits messbare Erwärmung der globalen Mitteltemperatur um 0,8 Grad Celsius der Mensch selbst verantwortlich ist. Vor allem das bei der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas freigesetzte Kohlendioxid (CO 2 ) verändert den Strahlungshaushalt der Erde und sorgt so für weltweit steigende Temperaturen. Elf nationale Wissenschaftsakademien, darunter die der USA, Chinas, Russlands und Indiens, drängten deshalb im vergangenen Jahr in einem gemeinsamen Appell darauf, den Ausstoß von Treibhausgasen endlich substanziell zu reduzieren. Bisher ohne Effekt. Der wachsende Energiehunger lässt die CO 2 -Emissionen von Jahr zu Jahr neue Rekorde erklimmen – und die Angst vor dem Klimawandel wachsen.

Neueste, im Auftrag der Bundesregierung erhobene, aber noch unveröffentlichte Daten weisen aus, dass die Deutschen kein anderes Umweltrisiko so sehr fürchten wie die Erderwärmung. Und der oberste wissenschaftliche Berater der britischen Regierung, Sir David King, hält das unheimliche Phänomen sogar für gefährlicher als den internationalen Terrorismus. Selbst in den Vereinigten Staaten kippt die Stimmung. Al Gore, der frühere US-Vizepräsident, macht Furore mit seinem Dokumentarfilm Eine unbequeme Wahrheit. Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger will die Treibhausgasemissionen des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaates bis 2020 um 25 Prozent und damit wenigstens auf den Wert von 1990 senken. Sieben Ostküstenstaaten treffen Vorbereitungen für ein Emissionshandelssystem à la EU. Und eine fast täglich größer werdende Allianz von momentan 320 amerikanischen Bürgermeistern, darunter die von Chicago und New York, Los Angeles und New Orleans, bekennt sich zu dem von US-Präsident George W. Bush hartnäckig bekämpften Kyoto-Protokoll. Dessen engster Umweltberater, James L. Connaughton, berichtete zwar kürzlich bei einer Visite in Berlin von vielfältigen Bemühungen der US-Regierung zum Klimaschutz, bekräftigte aber gleichzeitig, was Washington vom vermeintlich Jobs vernichtenden Kyoto-Protokoll hält: nichts.

Trotzdem kehrt das Ökothema ins öffentliche Bewusstsein zurück, nicht einmal überraschend. Denn fast überall sind die Auswirkungen des Klimawandels bereits spürbar. Grönlands scheinbar ewiges Eis schmilzt schneller als noch vor kurzem angenommen. Hitzewellen und Dürreperioden häufen sich, Stürme entwickeln ungeahnte Gewalt, Wetterextreme werden normal. Erst vergangene Woche wurden neue Erkenntnisse über die Gefährdung New Yorks durch den Meeresspiegelanstieg bekannt. Ausgedehnte Überflutungen bedrohen laut einer Studie der Nasa unter anderen die Stadtteile Brooklyn, Queens und Lower Manhattan. Das gesamte Nahverkehrssystem von Big Apple sei gefährdet, heißt es in der Studie.

Der Kilimandscharo hat bereits 80 Prozent seiner Eiskappe verloren

Besonders gut besichtigen lassen sich die Folgen der Erderwärmung in Afrika, dort, wo die Karawane der Klimadiplomaten nächste Woche einkehrt. Der Kilimandscharo, das schneebedeckte Wahrzeichen des Kontinents, hat bereits 80 Prozent seiner Eiskappe verloren. In knapp 15 Jahren wird vermutlich auch der Rest geschmolzen sein – mit verheerenden Folgen für Millionen Menschen, die von dem im Gletschereis gespeicherten Wasser leben. Malaria und Cholera sind wegen der steigenden Temperaturen auf dem Schwarzen Kontinent im Vormarsch, die Sahara wächst, Überschwemmungen zerstören Straßen und Brücken, Dürren beeinträchtigen nicht nur die Ernten, sondern mangels Wasser in Stauseen auch die Stromproduktion. Sogar bürgerkriegsähnliche Konflikte hat der Klimawandel den Afrikanern schon beschert. Im Kampf um die rarer werdenden Wasservorräte brachten sich Hirten im nordkenianischen Distrikt Isiolo gegenseitig um.

Dass die Folgen des Klimawandels Afrika besonders gnadenlos treffen, ist ein gemeiner Effekt der geophysikalischen Gesetze. Denn mit einem Anteil an den weltweiten CO 2 -Emissionen von kaum mehr als drei Prozent tragen die rund 920 Millionen Afrikaner selbst fast nichts zur Erderwärmung bei – während ihnen die Mittel fehlen, sich vor den Folgen der steigenden Temperaturen zu schützen. Afrika, sagt deshalb der Potsdamer Klimaforscher Schellnhuber, sei »der schwierigste Kontinent«.

Kenias Umweltminister Kivutha Kibwana will den Afrikanern bei der Konferenz in Nairobi nun allerdings Gerechtigkeit widerfahren lassen. Der Juraprofessor, der in London und Harvard studierte, leitet das Diplomatentreffen und drängt die reichen Länder dazu, den besonders armen besser dabei zu helfen, sich an den Klimawandel anzupassen. Erstens soll deshalb mehr saubere Technologie vom Norden in den Süden transferiert werden, und zweitens verlangt Kibwana mehr Mitsprache bei der Verwaltung des so genannten Anpassungsfonds. Auf diesen Fonds hatten sich die Klimadiplomaten vor fünf Jahren geeinigt. Er speist sich aus einer Abgabe, welche die Industrieländer entrichten müssen, wenn sie ihre eigenen Klimaschutzverpflichtungen durch billigere Projekte in Entwicklungsländern erfüllen. Für die von 2008 bis 2012 reichende Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls rechnen Experten mit einem Aufkommen von bis zu 400 Millionen Dollar.

Das ist zwar viel zu wenig, um Afrikas Landwirtschaft und Infrastruktur fit für die wärmeren Zeiten zu machen; notwendig sei »das 100- bis 1000fache«, sagt der Potsdamer Experte Schellnhuber. Wenigstens über die Verwendung des wenigen Geldes möchten die Afrikaner aber wirksam mitbestimmen – ein Verlangen, das sie gefährdet sehen, sollte der Anpassungsfonds unter die Fittiche der Global Environmental Facility (GEF) geraten. Die vor 15 Jahren gegründete GEF verwaltet bereits Geld für den globalen Umweltschutz, das sie allerdings vornehmlich an große Länder mit mittlerem Einkommensniveau und hohen Emissionen verteilt. Die Afrikaner fürchten, dass dieses Schicksal auch dem neuen Geld widerfährt und wehren sich deshalb vehement gegen das Vorhaben der Industrieländer, der GEF das Sagen über den Anpassungsfonds zu überlassen. Afrikas Widerstand könne er »gut nachvollziehen«, sagt Axel Michaelowa, Mitglied in einem der vielen UN-Klimaschutzgremien und Leiter der Forschungsgruppe Internationale Klimapolitik an der Uni Zürich.

Vor allem die Industrieländer wussten Schlupflöcher zu nutzen

Doch selbst wenn Nord und Süd ihren Verteilungsstreit irgendwie beilegen – ungelöst bleibt in Nairobi die größere Herausforderung: die Einigung auf eine langfristige Strategie mit dem Ziel, den Ausstoß der Treibhausgase drastisch zu vermindern. Tatsächlich, so der wissenschaftliche Konsens, müssen die Industrieländer ihre Emissionen bis Mitte des Jahrhunderts um rund 80 Prozent reduzieren, wenn die Erderwärmung auf ein gerade noch erträgliches Niveau von plus zwei Grad begrenzt werden soll. Das Kyoto-Protokoll verpflichtet sie bis 2012 auf durchschnittlich gerade einmal fünf Prozent – ein Zielwert, der durch allerlei Schlupflöcher indes schon verwässert wurde. Trotzdem zeichnet sich ab, dass viele Länder ihre nationalen Verpflichtungen nicht erreichen werden.

Japan zum Beispiel hat bei den Emissionen im Vergleich zu 1990 um 6,5 Prozent zugelegt, Finnland um 14,5 und Kanada sogar um mehr als 25 Prozent. Die von den Konservativen geführte Regierung, die ihre stärkste politische Basis in der Ölprovinz Alberta hat, distanziert sich denn auch bereits vom Kyoto-Protokoll; die über einen Korruptionsskandal gestürzte Vorgängerregierung war vor einem Jahr noch Gastgeber der Klimakonferenz in Montreal.

Zu den Hoffnungsträgern gehören inzwischen die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und ihr Umweltminister Sigmar Gabriel. Der Sozialdemokrat will während der deutschen EU-Präsidentschaft in der ersten Hälfte des kommenden Jahres seine dann 26 europäischen Amtskollegen auf Eckpunkte für einen neuen internationalen Klimaschutzvertrag einschwören. Der Vorschlag für das Post-2012-Regime soll anschließend in die von den UN organisierten Klimaverhandlungen eingespeist werden – mit dem Ziel, Ende nächsten Jahres ein Verhandlungsmandat für einen neuen Klimaschutzvertrag zu beschließen. Laut Plan von Gabriel soll die nächste Abmachung nicht nur die Industrieländer auf verschärfte Reduktionsziele verpflichten; die EU will er bis 2020 auf 30 Prozent weniger Treibhausgase festlegen, Deutschland soll sogar noch mehr zum Klimaschutz beisteuern. Gabriel will aber auch dafür sorgen, dass in Zukunft Schwellenländer wie Brasilien und Südafrika, Indien und China stärker beim Klimaschutz mitmachen. Obendrein soll ein neues Abkommen zumindest auch Zielvorstellungen bis in die Mitte des Jahrhunderts enthalten. Investoren, so die Logik, brauchen Planungssicherheit.

Damit seine Ideen 2007 zum Startschuss für eine neue Verhandlungsrunde werden, an deren Ende ein neuer Klimaschutzvertrag steht, muss Gabriel aber erst noch die gesamte UN-Gemeinde überzeugen. Denn in der Völkergemeinschaft gilt das Konsensprinzip. Sträubt sich auch nur ein einziger Staat, kommt weder ein Verhandlungsmandat noch eine neue Abmachung zustande. Das Treffen in Nairobi dient deshalb nur einem Ziel: Basisarbeit für einen Beschluss im nächsten Jahr zu leisten.

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Leser-Kommentare
  1. Die reine Quelle

    Wie wäre es denn einmal wenn Sie sich mit den Argumenten beschäftigten?

    Oder stehen die erwähnten Wissenschaftler auf irgendeinem Index ?

  2. Etwas sorgfältiger hätte Vorholz bei seinem Artikel schon sein sollen, damit seine Angaben nicht an Glaubwürdigkeit verlieren.

    So ist King nicht mehr oberster wissenschaftlicher Berater der britischen Regierung.

    Grönlands Eis schmilzt zwar an den Rändern, Eismassen bauen sich aber in größerem Masse im Innern wieder auf. Und das Abschmelzen des Eises am Kilimandscharo ist nicht Folge des Klimawandels sondern das Resultat des Abholzens des Waldes, wodurch weniger Feuchtigkeit aufsteigen kann. Die Südsahara wird in Teilen wieder grüner, was man mindestens seit 1998 weiß. Malaria ist in Afrika auf dem Vormarsch, weil man kein DDT mehr einsetzt, was aber jetzt wieder geschehen soll. Und ob New York gefährdet ist, kann man bei einer angenommenen Erhöhung des Meerwasserspiegels von 2mm pro Jahr auch äußerst spekulativ. Und die Reduzierung von CO2 wird New Orleans nichts helfen. Da müssen schon richtige Schutzbauten her.

    Und was die angeblich versiegende Stimme der Klimaskeptiker angeht, so hat dies Richard Linzden,
    Alfred P. Sloan Professor of Atmospheric Science at MIT, die Lage in einem Artikel für das Wall-Street Journal so erklärt.

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    Climate of Fear
    Global-warming alarmists intimidate dissenting scientists into silence.

    BY RICHARD LINDZEN
    Wednesday, April 12, 2006 12:01 a.m. EDT

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    But there is a more sinister side to this feeding frenzy. Scientists who dissent from the alarmism have seen their grant funds disappear, their work derided, and themselves libeled as industry stooges, scientific hacks or worse. Consequently, lies about climate change gain credence even when they fly in the face of the science that supposedly is their basis.

    So how is it that we don't have more scientists speaking up about this junk science? It's my belief that many scientists have been cowed not merely by money but by fear.
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    Alarm rather than genuine scientific curiosity, it appears, is essential to maintaining funding. And only the most senior scientists today can stand up against this alarmist gale, and defy the iron triangle of climate scientists, advocates and policymakers.

    Mr. Lindzen is Alfred P. Sloan Professor of Atmospheric Science at MIT.

    • benpal
    • 06.11.2006 um 1:16 Uhr

    "An diesem wenig gemütlichen Ort treffen sich von Montag an für zwei Wochen mehrere tausend Diplomaten, um die Welt zu retten. Umringt von Wissenschaftlern und den Abgesandten unzähliger Umweltgruppen, versammeln sie sich, wie jedes Jahr, zu Beratungen über die Erderwärmung – und darüber, was sich gegen den bedrohlichen Trend unternehmen ließe."

    ... und tragen mit ihrer Reise selbst dazu bei, noch mehr Treibhausgase zu erzeugen. Ob wirklich eine aussergewöhnliche Erderwärmung stattfindet und was die eventuellen Ursachen dafür sein könnten, darüber herrscht unter den Wissenschaftlern absolut keine Einigkeit. Aber der Druck von Umweltgruppen, die von ihrer eigenen Motivation getrieben eine eigene Agenda verfolgen, lässt Dissidenz kaum mehr aufkommen.

    Das müsste eigentlich an die wirkliche Katastrophe erinnern, die Umweltgruppen seit 30 Jahren zu verantworten haben: Jedes Jahr sterben über eine Million Menschen an Malaria, weil man den "Studien" der Umweltgruppen geglaubt hat. Selbst die WHO und die FDA liessen sich täuschen.

    "Fast niemand bestreitet mehr, dass die Menschen selbst Verursacher sind"

    Jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung, aber nicht auf seine eigenen Fakten. Wissenschaft ist kein demokratischer Prozess, in dem Mehrheiten etwas zu suchen haben, auch wenn sie ihre Meinung noch so lautstark vortragen.

    Wer sich umfassend darüber informieren möchte, findet hier eine reiche Sammlung von Dokumenten:

    [ Wir können leider nicht alle Verweise auf andere Internetseiten prüfen. Bitte haben Sie Verständnis, dass Links gelöscht werden. gez. Die Redaktion ]

  3. Ich lasse mich gerne als Ewig-gestriger beschimpfen und sage es laut und deutlich: Ich _glaube_ nicht an dem Zusammenhang von CO2-Ausstößen und dem Klimawandel. Ich halte die Frage für eine Glaubensfrage, die idiologisch begründet wird und letztlich nicht bewiesen ist. M.E. ist sogar der Zusammenhang nicht einmal glaubhaft dargestellt worden. Die Glaubhaftigkeit der Aussage über den Zusammenhang setzt Glaubwürdigkeit bei den Vertretern voraus. Diese fehlt. Nach meinem derzeitigen Kenntnisstand wird diese Theorie von Personen vehement vorgetragen, die davon leben, derartiges vorzutragen. Entweder sind es Klimaforscher, die es kaum schaffen, das Wetter vernünftig vorherzusagen, aber gleichzeitig meinen, sagen zu können, dass die gegenwärtigen Klimaschwankungen im Gegensatz zu den früheren unnatürlich seien. Ich sehe hier ein Kompetenzproblem. Oder es sind irgendwelche Aktivisten / Grünen, die ihr Geld mit der Politik verdienen. Greenpeace & Co. sind als kommerzielle Unternehmen auf Spendengelder und Kunden angewiesen. Die Politiker sind auf Wählerpotential angewiesen und verweisen liebend gerne auf die medienträchtigen Aktivisten und ihre "Studien". Für mich steht daher fest, dass es für die Weltretter um ihren Einfluss und Geld geht. In dem Artikel wird ja auch schon deutlich, dass die sog. Wissenschaftler Forderungen nach Umverteilung stellen. In den zu schaffenden Institutionen werden sich gut dotierte Posten ergeben.

  4. Ich will hier reinhard1972 nicht verteidigen. So kann man die Probleme nicht angehen.

    Allerdings bin ich auch nicht so ganz einverstanden mit Ihren Ausführungen über die Glaubwürdigkeit.

    Immerhin arbeiten Sie auf einem Wissensgebiet, das zu ca. 98 % von Regierungen oder staatlich kontrollierten Organisationen finanziert wird. Dies hat sicherlich Interaktionen zur Folge, die man nicht wegdiskutieren getan, vor allem weil es ein Gebiet betrifft, das so außerordentlich politisiert ist.

    Die Aussagen der Klimatologen sind meist mit mehr oder wenig großen Unsicherheiten behaftet. Man scheut sich generell dies zu betonen, da man befürchtet, dass dadurch die Glaubwürdigkeit der Klimatologen insgesamt Schaden erleiden werde. Dies ist teilweise ein Kommunikationsproblem, teilweise aber auch, weil man Positionen verteidigt, die politisch opportun, wissenschaftlich aber eigentlich nicht haltbar sind.

    Manchmal ist es möglich, dass diese Positionen durch Außenstehende durchbrochen werden, weil die an sich damit befassten Insider unter zu starkem Druck stehen.

    Um das Beispiel Hockey-Stick anzuführen. Für Klimawissenschaftler wie auch z. B. Geschichtswissenschaftler war es kein Streitpunkt, dass es ein Mittelalterliches Optimum und eine Kleine Eiszeit gegeben hatte.

    Durch statistische Rechenkünste wurde eine Kurve veröffentlicht, die nicht mehr ein Optimum und eine Eiszeit zeigte, sondern eine durchgezogene Linie, die plötzlich regelrecht explodierte: (schauen Sie sich einmal den gestrigen SPIEGEL an), was z.B. den Klimamodellierern recht gut passte, da damit die natürliche Klimavariabilität erheblich eingeschränkt war und natürlich die Öffentlichkeit beeindruckte, was mit die Absicht war.

    Der "Hockey-Stick" wurde dadurch aufgebrochen, dass ein Außenseiter mit durch seinen Beruf bedingte umfangreiche Statistikkenntnisse nachweisen konnte, dass es nicht nur Rechenkünste waren, die zu dem Ergebnis führten. Da der verantwortliche Wissenschaftler nicht zur Offenlegung seiner Daten bereit war, mussten einer der anerkanntesten Statistiker, der gleichzeitig Chairman für angewandte Statistik der Academy war und mehrere Kollegen , ein Gutachten erstellen, das für den Hockey-Stick vernichtend war. Teilweise zu erklären war die Entstehung des Hockey-Sticks durch das Soziogramm der gegenseitigen Abhängigkeiten, was die Situation sehr drastisch beleuchtete.

    Mit einiger Sicherheit gibt es ähnliche Fälle. Was würden Sie sagen zu den Äußerungen eines Wissenschaftlers wie Phil Jones, der für die Zusammenstellung und Messungen der Globalen Temperaturen verantwortlich ist und der die Herausgabe seiner Rohdaten mit der Bemerkung verweigert : Damit sollen mit doch nur Fehler nachgewiesen werden : So Von Storch vor einem US Regierungsausschuss.

    Nun stellen Sie sich einmal einen interessierten Laien vor, der solche Bemerkungen hört. Ist es da nicht verständlich, dass er insgesamt an der Glaubwürdigkeit vieler Klimatologen zweifelt zusätzlich zu den Unsicherheiten, die er so im Laufe der Zeit mitkriegt.

    Oder was würden Sie sagen, wenn ein renommierter Wissenschaftler auf die Frage, warum seine Kollegen nicht gegen offensichtliche Missstände protestierten, schlicht sagt, es herrscht ein Klima der Angst: Googeln Sie einmal unter „Lindzen““Climate of Fear“. "Es gibt kaum noch Wissenschaftler, die so unabhängig sind, dass sie sich wehren können."

    Hoffentlich haben Sie ein Betätigungsfeld, das nicht so politisiert ist.

    PS : Lesen Sie einmal den gestrigen SPIEGEL: Da erscheint der Hockey-Stick in voller Grösse und unverändert.

    Vor 2 Jahren hatte Von Storch im SPIEGEL noch verkünden dürfen: Die Kurve ist nonsens, die Hochstilisierung als Ikone durch das IPCC gefährdet die Freiheit der Forschung.

    Nicht nur ein Glaubwürdigkeitsproblem !

  5. Wenn ich die bissige und unsachliche Kommentierung von zorc & Co. lese, die sich offensichtlich schon persönlich betroffen sehen, wenn Glaubwürdigkeitsprobleme der Wissenschaftler angesprochen werden, dann fühle ich mich bestätigt, dass es sich bei der Klimadiskussion um eine ideologische Glaubensangelegenheit handelt. In der Sache selbst finde ich keine statement oder Verweis, dass der Ursächlichkeitszusammenhang so oder so nachgewiesen wäre. Alleine der Hinweis auf die Menge angeblicher Experten, die nach meinem Dafürhalten ohnehin wirtschaftlich von der These abhängig sind, ersetzt einen Beweis nicht. Soweit mir hier unterstellt wird, ich hätte wirtschaftliche Interessen am Leugnen eines Zusammenhangs, so muss ich diese Personen enttäuschen. Ich verdiene meine Brötchen jenseits der Umweltpolitik und bin selbständig im Dienstleistungsbereich. Ich verfolge regelmäßig die Tagespresse und lese Wochenzeitungen oder -magazine wie Cicero. Ich bin ein mündiger Staatsbürger und bilde mir meine Meinung selber. Gegenüber Konzernen und Interessenverbänden bin ich ausgesprochen skeptisch. Ich bin skeptisch, wenn in diesem Land, in dem sich insbesondere in dieser Gegenwart zunehmend Personen meinen, mir meine Freiheitsrechte durch Durchleuchtung meiner Privatangelegenheit (Überwachung meiner Internetkorrespondenz, Videoüberwachung, Kontoüberwachung, sog. Kundenkarten, etc.)und Verboten und Vorschriften (z.B. Russfilter, Katalysatoren, Mülltrennung, Rasenmäh-Verbote, höhere Stromkosten wegen angebl. alternativer umweltfreundlicher Technologien...)immer mehr mit Füßen treten zu müssen. Nahezu werden meine Interessen dann mit Füßen getreten, wenn irgendwelche Interessengruppen damit Geld verdienen, und eine Ideologie, mag sie Ökologie oder Terrorkampf heißen, zur Begründung herangezogen wird. Ich rechne in Anbetracht der Diskussion des angeblich durch Menschen verursachten Klimawandels wieder mit irgendwelchen Belastungen und Kosten, die beim Verbraucher landen und irgendwelchen Personenkreisen wieder sprudelnde Geldquellen verursachen. Ich verlange daher zu recht von den Personen, die mit der Behauptung, dass ein von Menschen verursachter Klimawandel anstehen würde, einen schlüssigen Beweis liefern. Wer fordert, dem obliegt die Bringschuld hinsichtlich einer schlüssigen Begründung und einer schlüssigen Beweisführung.
    Im übrigen erlaube ich mir den Hinweis, dass möglicherweise zwischen Interkontinentalreisen und Fußmärschen möglicherweise kein Zusammenhang besteht, aber zwischen Wettervorhersage und Klimavorhersage durchaus. Schließlich wurde vor einigen Jahren - und neuerdings wieder - dass sich das Wetter in Deutschland derart verändern wird, dass es hier heißer werden würde. Vor einigen Monaten hieß es noch, dass es in Deutschland kälter werden würde, da der Golf-Strom wegen der Klimaveränderungen abkühlen würde. Mir drängt sich daher der Verdacht auf, dass die Theorien immer dem Wetter angepasst wird, Hauptsache der Tenor ist, dass die Klimaveränderungen menschenverursacht sind. Auf die Ursächlichkeitskette scheint es gar nicht mehr anzukommen. Der Grund dürfte darin liegen, dass die Wissenschaftler die Zusammenhänge, die das Klima und das Wetter bestimmen, gar nicht auf die Reihe kriegen.

  6. Manchmal kann man nicht anders, aber man muss es einfach tun.

    Was: Kritik am Aufmacher des Berichtes von Vorholz :

    Klimawandel

    Kilimandscharo und das schwindende Eis.

    Ich hatte bereits darauf hingewiesen, dass das Schwinden des Eises auf dem Kilimandscharo nicht von einer Temperaturerhöhung kommt, sondern von fehlender Feuchtigkeit.

    Hier die wissenschaftlichen Grundlagen: Kein Zusammenang mit globaler Erwärmung.

    Herr Vorholz hätte das wissen können oder müsssen..

    Molg et al. (2003a) note that Kilimanjaro’s glacier began to recede around 1880—well
    before the modern era of greenhouse warming. They found “no evidence of a sudden
    change in temperature at the end of the 19th century (Hastenrath, 2001).”

    They also note
    that, “East African long-term temperature records of the 20th century show diverse trends
    and do not exhibit a uniform warming signal (King’uyu et al., 2000; Hay et al., 2002).”

    Moreover, monthly mean air temperatures at the Kilimanjaro glacier “only vary slightly
    around the annual mean of -7.1°C, and air temperatures [measured by ventilated sensors,
    e.g., Georges and Kaser (2002)] never rise above the freezing point.” The glacier is
    shrinking but it is not melting.

    What then is causing the ice cap to disappear? Kaser et al. (2004) examined glacial retreat
    on three East African massifs, Rwenzori, Mount Kenya, and Kilimanjaro.6 They found
    that a “drastic dislocation” occurred around 1880, when the region shifted from a “very
    humid” to a dry climate. This meant less cloud cover, exposing the glacier to more direct
    sunlight, and less snowfall to replace the sublimating ice. In Kaser et al.’s words: “The
    dominant reasons for this strong recession [of all glaciers in equatorial East Africa] in
    modern times are reduced precipitation and increased availability of shortwave radiation
    due to decreases in cloudiness.” They emphasize: “In contrast to the ‘switch’ in moisture
    conditions, there is no evidence of an abrupt change in air temperature…the glaciers of
    Mount Kenya and in the Rwenzori Mountains seem to have responded clearly to this
    change in moisture by retreating drastically and in spatially differential patterns.”

    Interestingly, by the mid-1930s, when Hemmingway wrote The Snows of Kilimanjaro,
    the ice cap had already lost more than 10 km2 of surface area since the late 1800s—a
    greater loss of glacial ice than occurred after Hemingway penned the story!

    Analyzing the Kaser et al. study, University of Virginia climatologist Patrick Michaels
    observes that the Kilimanjaro glacier retreated in periods of both global warming and
    cooling—and even in a period of regional cooling. During the warming of the first part of
    the 20th century, Kilimanjaro lost 45% of its cap. During 1953 to 1976, when the planet
    was cooling, Kilimanjaro lost another 21%. Since 1976, in the era of significantly
    elevated CO2 levels, the glacier lost another 12%—“the slowest melt rate of the last 100
    years.”

    Satellite data show a minuscule trend of +0.01 C/decade since 1978, essentially zero,
    which may account for the slower rate of glacial retreat in recent decades . Nonetheless, the glacier continued to disappear even as no detectable warming occurs.

    C. Competitive Enterprise

  7. Die detaillierten Ausführungen des Faustus34 sind erfreulich. Mir fehlt aber der wesentliche Aspekt, dass das Volk ein Recht darauf hat, ideologiefrei informiert zu werden. Insbesondere sollen staatlich finanzierte Wissenschaftler dem Staat, dem Volk dienen. Es mag daher sein, dass der vermutete Ursächlichkeitszusammenhang nicht 100%ig bewiesen werden kann. Aber es darf dann erwartet werden, dass erklärt wird, warum es darauf nicht ankommt. Im übrigen ist es ein Makel unserer Parteiendemokratie, dass Wissenschaftler in ihrer Ergebnisoffenheit beeinträchtigt sein können und gewisse Ergebnisse aus Opportunitätsgründen nicht veröffentlicht werden. Unschön ist es auch, dass sog. Wissenschaftler der Umweltvereinigungen wie Greenpeace übermäßig in den Medien präsent sind, aber sachliche Wissenschaftler kein Gehör finden. Das ist ein Systemfehler, denn das Volk soll letztendlich auf sachlicher Grundlage die Politik mitbestimmen.

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