Wissensklau Wem gehört das Wissen?
Raubkopierer sind nicht zu stoppen. Sie bedrohen Musikindustrie, Filmwirtschaft und Verlage, aber auch Autoren und Künstler. Intelligente Lösungen lassen auf sich warten.
Seien wir ehrlich: Wohl niemand hält sich für einen Dieb, nur weil er manchmal kostenlos einen Song aus dem Internet besorgt. Anreize gibt es schließlich genug. Unzählige Tauschbörsen bieten an, was in Einsen und Nullen zerlegbar, in Sekundenschnelle kopierbar und transportierbar ist: Musik, Filme und selbst Bücher; aber auch Software und Spiele – alles gratis. Wird da nicht zum Depp, wer überhaupt noch einkauft und bezahlt?
Nein, sagen viele Künstler, die mit ihren Ideen Geld verdienen. Sie sehen sich als Opfer skrupelloser Zeitgenossen, aber auch biederer Bürger, die per Mausklick zu Wissenspiraten mutieren. Wem Musik, Filme und Bücher nichts mehr wert seien, der zerstöre nicht nur Existenzen, sondern auch die kulturelle Vielfalt, so das Argument dieser Mitglieder der gebeutelten Geisteszunft.
Ganz falsch, sagen ihre Kontrahenten. Sie warnen vor Wissensmonopolen, weil sie fürchten, dass sich die gesammelten Werke der Kreativen demnächst nur noch in den elektronischen Archiven einiger weniger Wirtschaftskonzerne konzentrieren. Die allein könnten dann das geistige Eigentum vermarkten. Stattdessen müsste das Wissen der Menschheit für jedermann frei verfügbar sein. »Information ist der Sauerstoff der Demokratie«, lautet die Überzeugung der Freiheitskämpfer wie zum Beispiel in der Menschenrechtsorganisation namens Article 19. Der Zugang zu digitalen Inhalten sei eben nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine soziale und politische Frage.
Dementsprechend hitzig verläuft die Debatte um das neue Urheberrecht. Inzwischen hat es das Thema sogar schon auf die ganz große Polit-Bühne geschafft: Es steht auf der Agenda, wenn sich 2007 die mächtigen Industriestaaten zu ihrem G8-Gipfel in Deutschland versammeln. Der Widerspruch zwischen dem Schutz der Rechteinhaber und der Freiheit der Nutzer ist zu einem ärgerlichen Hemmnis bei der Verbreitung neuer Medien geworden. Das ungelöste Problem droht Milliardengeschäfte zu blockieren. Populärstes Beispiel für den Ärger, den man sich ins Haus holen kann, ist derzeit Google. Seitdem die Suchmaschine die Video-Tauschbörse YouTube gekauft hat, wird sie mit Abmahnungen wegen Copyright-Verstößen überhäuft. Das lähmt nicht nur die Umsetzung neuer Ideen, sondern könnte am Ende auch richtig ins Geld gehen.
Wer nach intelligenten Lösungen sucht, stößt unweigerlich auf eine Frage: Wem gehört das Wissen in der Wissensgesellschaft überhaupt? Folgt man dem legendären US-Präsidenten Thomas Jefferson, ist die Antwort ganz einfach. »Wenn es etwas gibt, das sich nicht zum Eigentum eignet, dann ist es die Kraft des Gedankens«, lautet seine Erkenntnis. Und weiter: »Ein Einzelner kann eine Idee vielleicht besitzen, wenn er sie für sich behält; sobald er sie aber öffentlich macht, geht sie in das Eigentum aller über.« Klar und einleuchtend – und trotzdem kamen die Menschen auf die Idee mit dem Urheberschutz. Das räumt dem Einzelnen eine Art Naturrecht an seinen Gedanken ein. Aber fast so, als wollten sie Jefferson noch Jahrhunderte später Recht geben, nehmen es viele Bürger damit nicht mehr so genau.
Wenn es dunkel wird in Deutschland, gehen sie auf die Jagd: Außer nach Musik suchen sie inzwischen vor allem nach Filmen, aber auch Hörbücher sind zunehmend gefragt. Internet-Tauschbörsen sind beliebter denn je. Das fand die Leipziger Firma Ipoque im Oktober heraus. Sie wertete die Daten von 100.000 Haushalten aus. Rund 70 Prozent des nächtlichen Verkehrs im Netz entfallen auf Tauschbörsen. Warum aber nachts? Mit entsprechender Software ausgestattet, können Rechner automatisch im Unterhaltungs- und Wissensfundus dieser Welt herumstöbern – während ihre Besitzer seelenruhig schlafen. Ein Pauschaltarif, die Flatrate, sorgt dafür, dass sogar die Lieferung frei Haus erfolgt.
Erstes Opfer des virtuellen Volkssports wurde die Musikindustrie. Sie hat eine dramatische Entwicklung hinter sich. So brach allein in Deutschland der Absatz von Singles seit 1996 um rund 60 Prozent ein. Der von CDs schrumpfte um ein Drittel auf 124 Millionen Stück. Inzwischen beschäftigt die Branche nur noch 28.000 Menschen. Vor zehn Jahren waren es noch fast 10.000 mehr. Die im vergangenen Jahr privat kopierte Musik hatte laut Phonoindustrie einen Wert von 6,3 Milliarden Euro – dreimal mehr als der tatsächliche Umsatz auf dem hiesigen Musikmarkt. Nun gibt die Branche selbst zu, dass nicht das gesamte Dilemma den Raubkopierern anzulasten ist, »aber der Zusammenhang zwischen der hohen Zahl der Musikkopien und sinkender Umsätze liegt auf der Hand«, heißt es im Jahresbericht des Phonoverbandes.
Inzwischen muss auch die Filmindustrie um ihr Milliardengeschäft fürchten. Neuartige Tauschnetze arbeiten mit einer Technik, die auch große Datenmengen von Videos verkraften – und noch schwerer zu kontrollieren sind als ihre Vorgänger wie beispielsweise Napster. Als Letztes, so scheint es derzeit, verflüchtigen sich die Rechte von Buchautoren im Cyberspace. Seit sich die großen Internet-Firmen wie Amazon und Google darangemacht haben, Gedrucktes zu digitalisieren , ist auch in dieser Branche ein heftiger Streit über die Wahrung von Urheberrechten entbrannt.
Wer reglementiert, zieht sich den Zorn der Piratenpartei zu
Was können Filmstudios und Verlage von der gebeutelten Musikindustrie lernen? Vor allem eines: Der Versuch, die illegale Beschaffung und Weitergabe von digitalen Inhalten per Gesetz oder mit Hilfe von technischen Mitteln zu beschränken, darf als gescheitert betrachtet werden. Dabei geben sich die Ermittlungsbehörden im Lande viel Mühe. Ende Mai dieses Jahres leitete die Staatsanwaltschaft Köln das bis dahin größte Verfahren gegen illegale Angebote ein. 3500 Nutzer des Tauschprogramms eDonkey gerieten ins Visier der Ermittler. Allerdings: Die Tauschbörsen boomen weiter. 80 Prozent aller heruntergeladenen Musikdateien sind illegale Kopien. Und das trotz – manche sagen auch gerade wegen – der vielen ausgefeilten technischen Methoden, die Urheber- oder Verwertungsrechte schützen sollen.
Man nennt sie Digital Rights Management, also digitale Rechteverwaltung oder kurz DRM. Sie legt zum Beispiel fest, auf wie vielen Rechnern und auf welchen Geräten legal erworbene Musik gespeichert und abgespielt werden darf und wie viele Kopien gestattet sind. Damit provozierte die Musikindustrie massive Kritik: »Die DRM-Mechanismen sind unhandlich, intransparent und datenschutzfeindlich«, so das Resultat einer Studie namens privacy4DRM im Auftrag des Bundesforschungsministeriums. Auch Verbraucherschützer schlagen Alarm: Die Nutzer seien den Vorgaben der Anbieter hilflos ausgeliefert, über das Recht auf Privatkopien entscheide nicht der Gesetzgeber, sondern faktisch die anbietenden Unternehmen, so Patrick von Braunmühl, stellvertretender Vorstand des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen. Außerdem warnt er vor der »Klagewut der Anbieter und hohen Anwaltsrechnungen für die Eltern minderjähriger Internet-Nutzer«.
Die jüngste Reaktion auf den Versuch, digitale Werke zu reglementieren, ist die Gründung von Piratenparteien. In Schweden und Deutschland gibt es sie schon. »Wir wollen die Kernfragen der Wissensgesellschaft angehen«, sagte Vorsitzender Christof Leng bei der Gründung Mitte September in Berlin. Man sei gegen geistige Monopole. DRM-Verfahren werden als unmoralisch abgelehnt. Gefordert wird, das private Kopieren, Speichern und Nutzen von Werken explizit zu fördern.
Unter Wissenschaftlern und Juristen sind Rebellen dieser Art schon länger zu finden. Einer davon ist der US-Rechtsexperte Lawrence Lessig, der für spezielle Lizenzen unter dem Begriff creative commons wirbt. Die Idee: Musiker, Fotografen, Filmemacher und Autoren können auf der Grundlage dieser alternativen Lizenzen freiwillig auf Rechte verzichten. Sie können aber auch beispielsweise nur die kommerzielle Nutzung ihres Werkes untersagen oder dessen Weitergabe lediglich bei Namensnennung erlauben. Kopiert ist die Idee von Richard Stallman, dem Gründer und kreativen Kopf der Free Software Foundation (FSF). Aus deren Reihen ging das inzwischen populäre Betriebssystem Linux hervor, das jeder frei nutzen und verändern kann, solange er sein Ergebnis wieder frei verfügbar macht.
Verlockend einfach: Die Idee von der Kultur-Flatrate
Doch zum Unterschied zur Software, um die herum sich eine Reihe von Geschäftsmodellen wie beispielsweise Dienstleistungen entwickelt haben, wissen die Protagonisten der frei zugänglichen Inhalte noch nicht so recht, wovon die Künstler leben sollen. »Ohne ein System, das Kreative dafür belohnt, Werke zu schaffen, die ihnen ein Einkommen sichern, würden viele schöpferische Arbeiten nicht entstehen«, räumt auch Lessig ein und konstatiert: Schöpfer, die sich alle Rechte vorbehalten wollten, müssten nicht mitmachen. Nun gut. Aber welche Alternative haben sie?
Verlockend einfach klingt die Idee von der Kultur-Flatrate, die mit dem Betrieb eines schnellen Internet-Anschlusses fällig würde und es im Gegenzug erlaubte, sich aus dem Fundus des World Wide Web ganz legal zu bedienen: Eine solche Flatrate wäre verbraucher- und datenschutzfreundlich und könnte richtig Geld in die Kasse spülen, um allen kreativen Menschen dieser Welt ihr Einkommen zu sichern. Doch welche supranationale Institution soll die Verteilung übernehmen? Und nach welchem Schlüssel? Und wer kontrolliert das alles?
Während Wissenschaft, Verbraucher- sowie Datenschützer immer neue Ideen produzieren und diskutieren, schafft die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) Fakten. Sie setzt auf Abschreckung und »null Toleranz«. In ihrem Jahresbericht listet sie detailliert auf, mit welchen Erfolgen sie aufwarten kann. Dazu zählt der Fall einer 26-Jährigen, die unter anderem TV-Serien und aktuelle Filme über das Internet feilgeboten hatte. Um Kopien herstellen zu können, musste sie zuvor den Kopierschutz knacken. Bei einer Durchsuchung entdeckte die Polizei 197 Datenträger, aber auch Umsatz- und Kundenlisten mit 600 Namen und Adressen – unter ihnen auch etliche Stammkunden. Die junge Frau war wiederholt ins Visier der Staatsanwälte geraten. Sie musste deshalb für ein Jahr und sechs Monate ins Gefängnis.
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- Datum 13.11.2006 - 13:25 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 09.11.2006 Nr. 46
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High tech "Knechtung" durch low tech überwinden!
Das Wunderbare am Menschen ist sein Erfindungsreichtum, besonders dann wenn es gilt Hindernisse zu überwinden.
Selbst wenn die Lautsprecher "digital" werden würden und ein Zugriff auf das analoge Eingangssignal der Lautsprechermembran nicht mehr möglich wäre, gibt es immer noch etwas was man tun kann!
Man nehme eine schallisolierte Box stelle dort den Lautsprecher und ein Mikrofon hinein und wolla, mit ein wenig Nachbearbeitung, ist alles in Butter (wenn man nicht gerade Dirigent oder Synphoniemusiker ist).
Nun, ich habe mich lange genug damit befaßt, auch wenn ich ihren Einzeltitel nicht kenne.
Fakt ist aber das seit Jahrtausenden der "Wissenstransfer" auf allen Gebieten, angefangen bei einfachsten Werkzeugen bis hin zu "höchst" künstlerischer Kopiererei durchaus standart war, meistens sogar noch durch die Gesellschaft, oft auch durch die Staaten gefördert wurde.
Die Gesamte Geschichte der Werkzeuge ist nichts anderes als ein "Wie hast du das gemacht", dann kopiere ich das und mache es "vielleicht besser".
Und genau das finden sie auch wieder im Hausbau, in der Entwicklung von Technologie allg.
Früher rühmte man sich regelrecht damit das man einen "bekannten" Architekten gut nachempfunden hat, das man ein "gleich gutes Gerät" wie der XYZ entwickelt hatte!
Und die Kunst? Ganze Heerscharen von angehenden Künstlern haben wir ins Museum geschickt um andere "Künstler" zu kopieren und davon zu lernen. Und jeder aus meiner Generation (50 Jahre) hat von den Platten der Künstler die Musik herausgehört, die Noten aufgeschrieben, nachgespielt und mit anderen die das daraus gelernt haben selber Musik gemacht!
Alles das ist inzwischen nach den Vorstellungen der Urheber, der Erfinder und den Verwertungsgesellschaften strafbar?
Produktionsgeheimnisse sind laufend geklaut worden, schauen sie sich die Berichte von Marco Polo an - letztlich einer der Größten Wirtschaftspione!
Woher haben wir Seide, Chinesisches Porzelan, Venizianische Gläser und und und eigentlich ? Gegen Lizenzzahlungen?
Wenn ihnen nochmal sein "Zimmermann" in seiner Kluft begegnet, dann sehen sie vielleicht das letzte Überbleibsel eines Staatlich geförderten Diebstahls von geistigem Eigentum, den die "Aufgabe" der Gesellen war in die Fremde zu gehen und bei dieversen Meistern "Neue und unbekannte Fähigkeiten zu erlernen" - Klassische Industriespionage wie man heute sagen würde!
Und die Kunst? Schon mal etwas von einer Kunstrichtung gehört die sogar diesen "Strafbaren" Tatbestand zum Namen bekommen hat - "Die Kopisten?"
Wer hat den das Flugzeug erfunden? DaVinci, Lindenthal oder die Geb. Wright? Oder haben die nicht fleissig einer vom anderen deren Wissen kopiert und erweitert?
Die Liste der Dinge die man als "Diebstahl" von geistigem Eigentum anführen kann, und der sie ihre Kleidung, ihre Teller und Tassen, ihre Wohnung und ihren Fernseher verdanken, ihr Internet und sogar die Bilder an der Wand und die Musik die sie hören - alles eine unendliche Kette von "Diebstahl am geistigen Eigentum"!
Papier, Geld, Sprengstoff, Raketen, Seide, Glas , Porzellan .. alles schon lange erfunden bevor die Europäer sich anfingen mit "Seife" zu waschen - war nämlich auch geklaut!
Was denken sie den was passieren würde wenn das Patentrecht auf alle die Chinesischen Errungenschaften ausgeweitet würde die Europa letztlich gestohlen hat? - Wir würden nur noch Lizenzen zahlen!
Sie können auch gerne in keltischen Zeichen schreiben, die römischen und arabischen Buchstaben und Ziffern gehören kaum dazu , und die Null haben sie den Indern zu verdanken .. haben sie dafür schon lizenzen gezahlt?
Wie ist das mit der "Blue Note" für den Blues, mit dem Jazz und dem Rock'n Roll - haben sie da als Europäer für bezahlt? - oder die Amis für Mozart und Bach?
Und das liebste Spielzeug heutzutage, der Computer? - wer war es wohl? der den ersten Erfand? - Wer die erste Programmiersprache erfand und beide sind dafür nie mit "Lizenzen" bezahlt worden .. seltsam oder nicht?
Gelinde gesagt mir ist kein EINZIGES Werk auf diesem Planeten bekannt wo ich das Urheberrecht, das geistige Eigentum auf einen einzigen Menschen zurückführen könnte, weder die Pyramiden von Gizeh noch Einsteins Formeln waren "Geistiges Eigentum" - sondern bauten auf unendlich vielen anderen auf die die Vorarbeiten geleistet haben, denen man es geklaut ,abgeschaut oder einfach kopiert hatte!
Irgendein kluger Mensch hat mal gesagt "Wir stehen auf den Schultern von Riesen" - vielleicht sollte man das ergänzen, ganz oben sitzen inzwische Winzlinge die sich nur noch wie Riesen fühlen!
Nichts für ungut, aber es gibt eben nicht nur "ein buch" sondern unendlich viele Bücher, die alle aufeinander aufbauen ...
Mfg
Silverhair
Ich halte es nicht für eine Rundumschlag, sondern einfach für eine reale Einschätzung.
Technik und Kunst, Musik und Philosophie, das sind nicht wirklich Dinge die sie trennen können. Die Musik hat sich früher berufen gefühlt die Philosphie, aber auch die Technik zu begleiten, durchaus kritisch, und die Technik begleitet die Musik, die Philosophie und sogar die Politik inzwischen!
Wie wollen sie trennen zwischen der Politik der "Sicherheit" alle zu überwachen, und der Technik der TotalenInternetkontrolle? - Wenn Häuser gebaut werden, dann werden "Politisch" nicht die naturverträglichen Gebaut, sondern die möglicht billigen und schein-ökonomischen!
Sicherlich würde ich gerne "Konsum" einfach in die Ecke von Kommerz schieben, aber ist "Volksmusik" nun wirklich nur Kommerz oder ist es immer noch lebensgefühl - genauso wie HipHop etc. vielleicht nur ein Ausdruck der Technikentfremdung und durchaus ein politikum ist?
Was ich sehen kann, das ist das wir alle, und unser aller wissen aus einem unendlich weg von Geschichte gespeißt wird, und eben durchaus von dem legitimen Mittel des Kopierens, des Nachahmens, des Diebstahls oftmals eben - gesellschaftlich und staatlich sogar gefördert!
Es gibt unendlich viele Bücher über Technik, über Philosophie und Kunst, aber letztlich beschreiben alle nur den "Ursprung" von diesem und jemem in dem "dort gesehen, da gelesen , nachempfunden, erweitert, ergänzt ....."
Ein Buch, noch nicht mal ein einziger Satz ist "original" - nicht ein einziger Gedanke existiert noch der nicht auf den Gedanken von vielen vielen anderen aufbaut!
Und sie sagen - das selber singen würde keiner verhindern?
Ich glaube ihnen ist nicht klar wohin die aktuelle Gesetzgebung zustrebt! Noten heraushören aus einer Platte .. ja , aber nur nicht veröffentlichen, und das Singen? Passen sie nur auf das keiner das Hört, besonders die GEMA nicht, das ist nämlich öffentliche Aufführung eines "Werkes" und damit zahlungspflichtig! Ob sie Singen können, interressiert dabei keinen (noch nicht mal bei den Musikern die die Gema unter vertrag hat).
Nein, es geht darum das eine kleine gruppe von menschen das Eigentum der Historie vereinnahmen will, als wenn sie dafür der einzige Ursprung wären! Nur das sind sie eben nicht - sie sind alle nur ein Teil der Historie, mit vielen vielen vorgängern!
Das dieser Weg gefährlich ist, das haben sogar inzwischen die Künstler, die Schaffenden, sogar die Unternehmen erkannt, weil sie selber die höchstverbraucher dieser freien Informationen sind, und sie sich selber letztlich davon abschneiden!
Welcher Musiker wird noch Musiker wenn er erst tausende auf den Tisch blättern muß um den Blues, den Jazz, Mozart und was auch immer da existiert zu hören! - Für den einzelnen ist das meiste unwichtig - aber wie soll er unwichtiges von wichtigem Unterscheiden vorher?
Wenn der Aufwand für eine "Erfindung" darin besteht jahrelang herauszufinden ob irgendjemand sie schon einmal gemacht hat - wenn "Innovation" nur noch funktioniert wenn man Mio zurücklegen kann um entsprechende "Copyright Klagen" auch bestreiten zu können, dann stirbt alles - auch jegliche Kreativität und Innovation!
Ein Rundumschlag - nicht von mir - sondern von den Schein-Urhebern!
Mfg
Silverhair
Sie werden hiermit verdonnert, sich nicht mehr zu äußern, bevor Sie sich über den Gegenstand Ihrer Ausführungen kundig gemacht haben. Als Einführung empfehle ich das Buch "Weltgeschichte des Erfindungsschutzes" (teuer, aber interessant). Und wenn Sie dann immer noch behaupten, die Menschen hätten zu allen Zeiten Diebstahl geistigen Eigentums einfach hingenommen, dann können Sie wahrscheinlich nicht lesen...
Also ich kann mich an Zeiten erinnern, da gab es im Radio noch Musiksendungen zum Mitschneiden!
Ja, ja die gute alte Zeit, wo sind nur die Jahre gebleiben! (kleiner Scherz!).
Sie uebersehen in Ihrem Eifer eine kleine, aber entscheidende Feinheit im Umgang mit Eigentum: Den, dass der Eigentuemer Entscheidungsfreiheit ueber sein Eigentum hat.
Nehmen wir, klassisch, einen Weinberg.
Der Eigentuemer kann sagen, dass niemand die Weintrauben ernten soll (weil er das vielleicht gern selber tun moechte). Das ist soweit okay, und wer in diesem Weinberg Weintrauben erntet, ist ein Dieb und gehoert bestraft.
Der Eigentuemer kann aber auch sagen, dass nur bestimmte Leute Weitrauben ernten gehen duerfen. Er kann beispielsweise festlegen, dass seine Kinder das duerfen. Dann sind die Kinder keine Diebe, obwohl sie nichts anderes *tun* als andere, die durch ebendies Tun straffaellig werden.
Oder der Eigentuemer kann sagen, dass alle Menschen Weintrauben ernten duerfen. Dann wird niemand zum Dieb.
Kurz: Es ist eine *rechtliche* Frage, wer ein Dieb ist, keine Frage der zugrundeliegenden Aktion. Die Zuenfte haben den Wissensaustausch in die Gesellenzeit verlegt, und es war bekannt, dass Gesellen auf der Suche nach Wissen waren. Wer sein Wissen schuetzen wollte, musste also auf Gesellen verzichten. Die Gesellen waren aber keine "Diebe", weil es ja von den Zuenften so geregelt war, dass sie zum Sammeln von Wissen herumzogen; die Meister haben also eingewilligt, indem sie Gesellen angestellt haben.
Auch heute ist es kein Diebstahl, Linux zu kopieren; es ist aber einer, ein Windows-OS zu kopieren. Das liegt daran, dass man Linux kopieren *darf*, die Windows-OSe aber nicht. Die Handlung ist dieselbe, die rechtliche Bewertung verschieden.
Und da sehe ich den Fehler, den Sie in Ihrer Argumentation haben: Das Geschehen eines Wissenstransfers von einer Person zur anderen generell als "Diebstahl" bezeichnen zu wollen, weil ein bestimmter Wissenstransfer diesen Tatbestand erfuellt, vernachlaessigt das dahinterstehende Rechtssystem.
Wenn zwei dasselbe tun, ist es noch lange nicht dasselbe; auch wenn einer zwei ziemlich aehnliche Handlungen durchfuehrt (Linux oder Windows-OS kopieren), ist es nicht "dasselbe".
Man kann, aus diesen Ueberlegeungen heraus, also durchaus sinnvoll davon sprechen, dass es Diebstahl sein kann, sich Wissen unerlaubt anzueignen, obwohl das Sich-Aneignen von Wissen *per se* kein Diebstahl ist. In der Schule Lesen und Schreiben zu lernen, ist *kein* Diebstahl, weil es dort "angeboten" (oder sogar einfach aufgezwungen) wird. Aber es kann "Diebstahl" sein, Informationen aus bestimmten Schriftstuecken zu entnehmen.
Ihre historischen Ausfuehrungen halte ich insofern weitgehend fuer Unfug; nicht jeder Wissenstranfer ist Diebstahl.
DRM allerdings halte ich schlicht fuer ein Unding, und eines, das ich ganz und gar nicht foerdern mag...
Die Hitzigkeit der Debatte um DRM und Trusted Computing ist bemerkenswert. Auch dieser Artikel ist keine Ausnahme - wirkliche neutrale und ausgewogene Darstellungen sind Mangelware.
Die Gefahren eines durch gesetzliche Umgehungsverbote abgesicherten DRM liegen in der langfristigen Entwicklung - vorerst trägt seine Existenz hingegen zur Angebotsvielfalt und zu sinkenden Preisen bei: DRM schränk den sog. Fair Use - die Schranken des Urheberrechts - ein und verhindert in weiten Teilen, daß der Konsument Gebrauch von ihnen machen kann. So ist die private Sicherungskopie teilweise nicht möglich, ein digitales Werkstück kann nicht weiterveräußert werden, obwohl das Urheberrecht streng genommen erschöpft ist. Auch Time Shifting und Space Shifting können verhindert werden: Broadcasting Flags können das Aufzeichnen von Fernsehsendungen unmöglich machen. Der erste Korb hat diese Techniken in Umsetzung der WIPO-Vorgaben gezielt vor Umgehung geschützt - und damit die Einschränkung des Fair Use billigend in Kauf genommen. Das alles ist aber kein Problem, solange der Konsument die Wahl hat, in welcher Form und mit welcher Rechteausstattung er ein Werk erwerben will. Kommt es ihm auf die Weiterveräußerungsmöglichkeit nicht an, dann kann iTunes eine sinnvolle und günstige Alternative zum CD-Erwerb sein. Auch das "Mieten" eines Films per Internet ist eine preiswerte und bequeme Alternative zum Kauf der DVD oder zum Weg in die Videothek oder Leihbibliothek. Ohne DRM gäbe es diese Angebote vermutlich nicht: Apples iTunes enthält DRM in erster Linie deshalb, weil die Musikindustrie dies zur Bedingung für die Erteilung der erforderlichen Lizenzen gemacht hat - aus Sorge vor unerlaubten Kopien. DRM trägt also in gewissem Maße zur Etablierung neuer Vertreibsmodelle bei.
Gefährlich kann es dann werden, wenn die Vielfalt der verfügbaren Vertriebsformen abnimmt: So kann davon ausgegangen werden, daß Musik in zehn bis zwanzig Jahren nicht mehr auf körperlichen Datenträgern verkauft wird. Bei Filmen kann das wegen des größeren Datenvolumens noch etwas länger dauern, aber auch dort dürfte es nur eine Frage der Zeit sein. Der digitale Vertrieb erlaubt aber nicht nur Kopierschutz, sondern auch Nutzungskontrolle: Pay-per-View, Pay-per-Listen, Pay-per-Use, Pay-per-Read ... Sollte sich diese Vertriebsform als profitabler für die Rechteverwerter erweisen, als die Veräußerung dauerhafter und beliebig oft abspielbarer Kopien, dann könnten letztere ganz aus dem Angebot verschwinden - und damit die kulturelle Vielfalt und die Verfügbarkeit von Werken Schaden nehmen: Für jedes erneute Nachschlagen einer eBook-Seite erneut zur Kasse gebeten zu werden, wäre in der Tat hinderlich für Bildung, Forschung und auch für den privaten Medienkonsum. Zugang zu Medien würde damit zudem noch mehr als bisher abhängig von den persönlichen finanziellen Recourcen.
Daß es so weit kommt, ist aber nicht gesagt, denn die Rechtausstattung der vertriebenen Werke ist dem Wettbewerb ausgesetzt - Vertriebsformen verschwinden nicht über Nacht, sondern nur, wenn sie sich nicht durchsetzen oder behaupten können. Apples iTunes ist nicht zuletzt deshalb so erfolgreich, weil es ein weniger restriktives DRM enthält als die Konkurrenten und damit die alternative Vertriebsform CD weniger attraktiv erscheinen läßt. Das wichtigste ist also auch in diesem Segment funktionierender Wettbewerb der Vertriebsformen und Rechteausstattungen.
Sollte der Markt hier in der Zukunft versagen, dann besteht genügend Zeit für den Gesetzgeber, zu intervenieren. Bis dahin scheint Abwarten in Kombination mit aufmerksamem Beobachten der weiteren Entwicklung am sinnvollsten.
Es sollten jedoch weder Nutzen noch Gefahren kleingeredet und mit rhetorischen Keulen à la "Piraterie" abgetan werden: Der Terminus trifft nun wahrlich nicht für alle Formen des nicht vom Urheber gestatteten Kopierens zu - den Eindruck der Illegalität auch von Privatkopien zu erwecken, die von den Urheberrechtschranken gedeckt sind, scheint aber gerade der Zweck des Begriffs zu sein. Daß das massenhafte Tauschen über Börsen wie Kazaa oder eDonkey diesen Titel tragen, geht in Ordnung. Dieses Phänomen ist durch DRM aber ohnehin nicht zu bewältigen, weil eine ungeschützte Kopie ausreicht, um sie der ganzen Community zugänglich zu machen. Damit taugt der Hinweis auf die Tauschbörsen nicht als Rechtfertigung für restriktives DRM.
das schaurige am drm ist ja, dass es sich eben nicht um "digital rights management" ahndelt, sondern um "digital restrictions management".
der einzige zweck sit die beschränkung des anwenders -- vor kurzem erst ist der lizenzserver eines grössren anbieters kurzzeitig in die knie gegangen udn diejenigen,m die auf diesen lizenezserver angewiesen sind, standen im regen, weil -- symptomatisch für das gesamte konzept -- die betreibende firma lediglich an das gängeln gedacht hat, nicht aber an die verpflichtung, einen zum nutzen der verkauften software notwendiges stück infrastruktur ausfallsicher zu gestalten (warum auch: fällt es aus, kann keiner die software nutzen. wäre es umgekehrt, währe der server vermutlich dreifach gesichert ...)
was mit lizenz-servern passiert, deren betreiber die betreffende version der software nicht mehr unterstützen oder schlicht vom markt verschwunden sind, interessiert nicht.
hinzu kommt, dass zb für dvds nach wie vor _kein_ einziger nach sicht der filmstudios legaler player für linux existiert!
sämtliche existierenden player müssen zwangsläufig über das knacken der css-verschlüsselung den inhalt abspielen -- was , danke frau zypries, illegal sein soll.
im gegenzug gibt es aber keinen zwang an die hersteller, auch einen player anzubieten. die angepeilten dvd-nachfolger zeichen sich iw durch verbesserten schutz des inhaltes vor dem nutzer aus, sonst nichts.
wie diejenigen, die kein geld für windows bzw neuere windows-versionen bezahlen wollen, solche scheiben abspielen, ist den herstellern vollkommen gleichgültig -- und leidfer auch der Zeit, die sich leiber in schwammigen formulierungen ergeht.
gerade zum stichwort urheberrechte und frau zypries ist in den letzten jahren vollkommene stille gewesen -- obwohl diese frau an parlaments- und wähler-verachtung alle rekorde gebrochen hat (gegen das ausdrückliche votum des bundestages zb in brüssel die einschläghigen rtichtlinien vorangetrieben und dann zu hause auf brüssel verwiesen, das angelich solches fordert -- warum sich der bundestag bis heute noch nicht damit befasst hat, wie anderswo üblich, die minister in eu-angelegenheit an weisungen des parlaments zu binden, ist unverständlich. unverständlkich auch, warum sich die zeit für dieses thema nie interessiert hat).
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