ksk Auf schiefer Bahn
An diesem Freitag stimmt der Bundestag darüber ab, ob der Anti-Terror-Einsatz "Enduring Freedom" fortgesetzt werden soll. Vor zehn Jahren legte sich die Bundeswehr das Kommando Spezialkräfte (KSK) zu, die vor allem im Anti-Terror-Kampf eingesetzt wird. Seither operiert die Elitetruppe ohne parlamentarische Aufsicht. Das könnte sich nun rächen
Das Menetekel ist eine Palme, gesprüht auf die Tür eines Geländewagens. Ein Eisernes Kreuz ziert die Mitte ihres dünnen Stämmleins. Der Jeep gehört angeblich zu einem Trupp des Kommandos Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr. Die, so berichtet der stern, zeigten mit dem Signet eine gewisse Affinität zu Hitlers Afrika-Korps. »Ein paar unserer Jungs sind Ewiggestrige«, erklärt ein anonymer KSK-Mann das Zustandekommen der »Wehrmachtsinsignie«.
Erst der Skelett-Fetischismus deutscher Isaf-Jünglinge und jetzt zweifelhafte Traditionsanleihen. Ob der Vorwurf der NS-Symbolik nun stimmt oder nicht – im Bundestag macht sich das mulmige Gefühl breit, die Elitesoldaten des KSK könnten alles andere sein als Musterknaben in Uniform. Die morbiden Schädel-Spielchen der deutschen Aufbausoldaten in Nordafghanistan mag man mit einer verhängnisvollen Mischung aus Langeweile und Todesangst erklären. Dagegen bewegen sich die Männer des KSK tatsächlich auf Schlachtfeldern. Unter dem Mandat der Operation »Enduring Freedom« jagen sie im Süden des Landes gemeinsam mit amerikanischen Spezialtruppen seit fünf Jahren Taliban und al-Qaida-Terroristen. Was diese Erfahrungen aus den Soldaten gemacht haben, welcher Korpsgeist sich in ihren hermetischen Zirkeln möglicherweise entwickelt hat, das weiß bisher niemand. Ob ewiggestrige oder bloß ewiggestresste KSK-Soldaten, im ungünstigsten Ernstfall dürfte das allerdings kaum einen Unterscheid machen.
Familienväter werden besonders gerne genommen
»Es soll Leute geben, die erst im Krieg feststellen, dass es Spaß macht, Menschen zu töten.« Das sagt ein Bundeswehroffizier, der an der Aufstellung der ersten KSK-Kompanien beteiligt war. »Das KSK operiert in einer Grauzone sondergleichen. So etwas kann sich verselbstständigen«, warnt er. »Uns fehlt der Einblick, welche Subkulturen sich da entwickeln«, mahnt der grüne Verteidigungsexperte Winfried Nachtwei. Kein Wunder. Als die Kommando-Truppe 1996 aus der Taufe gehoben wurde, hat es die Politik schlicht versäumt, für eine ordentliche parlamentarische Aufsicht und Kontrolle zu sorgen. Dabei zeigen Erfahrungen mit anderen »Elite«-Verbänden, dass sie durchaus dazu neigen, sich zu einer Truppe in der Truppe zu entwickeln.
Dem KSK fehlt zudem eine Tradition, die einen Ehrenkodex diktieren könnte. Und der ist besonders wichtig, wenn in abgeschotteten Krisenmissionen jede juristische Kontrolle des Handelns fehlt.
Als am 16. November 2001 die Bundestagsabgeordneten ihre Hände hoben, um Amerika Beistand zu gewähren in seiner Schlacht am Hindukusch, da ahnten wohl die wenigsten der Parlamentarier, dass sie die Soldaten des jungen KSK gerade in den längsten und vermutlich schmutzigsten Geheimkrieg schickten, an dem sich die Bundespolitik je beteiligt hat. Guantánamo und Abu Ghraib, das gab es noch nicht. Was es gab, waren die rauchenden Trümmer des World Trade Center und TV-Bilder eines gewissen Osama bin Laden. Mit dem KSK stellte der Bundestag der US-Armee damals Deutschlands kleine Geisterarmee zur Seite – eine Truppe, die als viel zu scheu, geheim und abgeschottet galt, als dass irgendwelche Details über ihre Operationen erwartet werden durften. Über die etwa 250 Kommandosoldaten aus Calw im Schwarzwald heißt es, sie dürften nicht einmal ihren Ehefrauen erzählen, wo sie gerade eingesetzt seien. Wer will da schon indiskret werden und Fragen stellen?
Wahrscheinlich wäre es noch eine ganze Weile bei diesem treuherzigen Desinteresse der Volksvertreter geblieben, hätte nicht kürzlich ein gewisser Murat Kurnaz die Bemerkung fallen gelassen, KSK-Soldaten hätten ihn 2002 in einem Knast in Kandahar an den Haaren gerissen und derbe zusammengestaucht, kurz bevor US-Soldaten ihn nach Guantánamo verfrachteten.
Auf einmal kommen einem eine ganze Reihe Grundsatzfragen in den Sinn, die dringend zum KSK-Einsatz gestellt werden müssten. Wie etwa gehen die deutschen Kommandosoldaten mit Kriegsgefangenen um, die sie im Einsatz machen? Überstellen sie Gefangene auch an solche Nationen, in denen ihnen die Todesstrafe droht (das widerspräche dem Grundgesetz)? Sind sie beteiligt am System Guantánamo, an Verschleppungen durch US-Militärs? An der Tötung Unschuldiger gar? Alles potenzielle Schicksalsfragen für einen Verteidigungsminister. Nun fordern Grüne und FDP, ein eigenes KSK-Kontrollgremium müsse her. Auch müsse das Parlament künftig genauer über KSK-Missionen informiert werden, bevor es Entsendungen zustimme.
Die KSK wurde von einer berüchtigten Truppe ausgebildet
Ursprünglich war das KSK als Evakuierungstruppe für deutsche Staatsangehörige in Krisengebieten konzipiert. Nachdem 1994 belgische Fallschirmjäger deutsche Bürger aus Ruanda retten mussten, ließ Verteidigungsminster Rühe eine eigene Spezialtruppe aufstellen. Deren Aufgabenspektrum wurde alsbald verbreitert. Als »Kernaufgaben« des KSK nannte ein internes Schreiben des Verteidigungsministeriums schon 1997 unter anderem: »Gewinnung von Schlüsselinformationen in Krisen- und Konfliktregionen«, »Rettung aus terroristischer Bedrohung und Evakuierung«, »Abwehr terroristischer Bedrohung, Kampf gegen subversive Kräfte sowie verdeckte Operationen im Aufgabenbereich der Streitkräfte« sowie »Kampfeinsätze auch im gegnerischen Gebiet, einschließlich Lähmung und Zerstörung wichtiger Objekte«. Nur etwa 20 Prozent aller Bewerber, so eine Bundeswehr-Studie, erfüllen die Einstellungsvoraussetzungen für das KSK. Dazu zählen neben körperlicher Fitness auch »Reife und Erfahrung«. Gern, heißt es, würden Familienväter genommen. Eine Garantie für Charakterfestigkeit ist das freilich nicht.
In einem Gutachten für die Grünen schlug der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages deshalb schon 1999 vor, das KSK unter parlamentarische Kontrolle zu stellen: »Eine (…) Möglichkeit könnte die Einrichtung eines speziellen Unterausschusses durch den Verteidigungsausschuss sein.« Warum das damals nicht passiert ist, kann heute niemand so recht erklären.
Die grüne Bundestagsabgeordnete Angelika Beer war eine der wenigen, die schon damals mahnte, die Operationen des KSK könnten in Graubereiche abrutschen. Am 25. Februar 2002 notierte die damalige Obfrau im Verteidigungsausschuss in ihre Akten: »Unterrichtung zum laufenden Einsatz hat nicht stattgefunden. Lediglich vage war bekannt, dass KSK in Afghanistan im Einsatz ist.« Zu diesem Zeitpunkt hatten KSK-Soldaten in Kandahar schon Bekanntschaft mit dem deutschsprechenden jungen Türken Murat Kurnaz geschlossen. Seitdem, sagen Verteidigungsexperten, die anonym bleiben wollen, hätten sich die etwa 100 KSK-Soldaten an mehreren direkten Zugriffen gegen Taliban beteiligt, und zwar angedockt an amerikanische Spezialkräfte. Schließlich verfügten nur diese über die notwendigen Transportmittel. Später sollen KSKler so genannte Spezialaufklärung in der Tiefe an der Grenze zu Pakistan betrieben haben. In Einzelfällen sollen sie an »direct action« beteiligt gewesen sein, sprich: an Zielmarkierungen für Luftangriffe. De facto dienen die deutschen Elitesoldaten also unter US-Kommando.
Zu den US Special Operation Forces pflegt die Elitetruppe von Geburt an ein enges Verhältnis. Sie leisteten Mitte der neunziger Jahre Ausbildungshilfe für die Deutschen. Ebenfalls als Lehrer dienten dem KSK damals Angehörige des britischen Special Air Service (SAS). Diese Geheimtruppe ist für eine ausgesprochene Killermentalität berüchtigt. In Nordirland machten ihre Mitglieder regelrecht Jagd auf IRA-Mitglieder. Von Rechtsstaatsprinzipien ließen sie sich dabei nicht weiter behindern; in mehreren Fällen erschossen sie unbewaffnete Verdächtige auf offener Straße.
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- Datum 10.11.2006 - 13:40 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 09.11.2006 Nr. 46
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Bundeswehr bleibt Bundeswehr, ob Elitetruppe oder nicht. Rätselhaft daher, wie eine verfassungskonforme Begründung gelingen könnte, die dieser Truppe eine Sonderstellung im Bezug auf die parlamentarische Kontrolle einräumte.
Sollte es so sein wie Sie schreiben, Herr Bittner, dem KSK fehlt zudem eine Tradition, die einen Ehrenkodex diktieren könnte., es wäre eine doppelte Blamage, nein ein politisches Versagen, unserer Verteidigungspolitiker und der Bundeswehrführung. Ein zweifacher Verrat an den Zielen der inneren Führung und am Ideal des Bürgers in Uniform, der durch seinen Soldatenstatus nicht außerhalb, neben oder gar über die Verfassung gesetzt ist, sondern immer, ob Berufssoldat oder Wehrdienstleistender, Bürger bleibt. Anstelle dessen, jene verquaste und letztlich für unser Gemeinwesen unerträgliche Kämpferideologie längst vergangener Zeiten wiederbelebt zu sehen, im Einsatz gegen wen auch immer, das wäre eine Schande und eine absolute Bankrotterklärung für unser Land.
Ihr knapper, die Kalamitäten klar aufzeigender Artikel, stellt die richtigen Fragen. Hoffentlich werden sie beantwortet, bevor noch grösseres Unheil angerichtet wurde und die Bundeswehr ihren Charakter als Frieden sichernde Kraft und ihre daraus abgeleitete Glaubwürdigkeit nach Innen und in der Welt, völlig verloren hat.
Eine davon getrennt zu betrachtende Frage ist, ob der Auftrag der KSK in Afghanistan noch berechtigt ist. Schließlich gibt es einen grundlegenden Unterschied zwischen dem Ziel, einen
international geächteten Terroristen und jene Helfershelfer die ihm Schutz und Schirm gewährten dingfest und unschädlich zu machen und der leider immer noch populären Ansicht, man dürfe mit militärischer Gewalt uns genehmere Regierungen am Hindukusch etablieren und einen allgemeinen internationalen Krieg gegen den Drogenanbau und den Terrorismus führen. Schon jetzt sind die Zerstörungen und die Toten, die dort nun in unserem Namen und im Namen der NATO hinterlassen werden, zutiefst fragwürdige Hinterlassenschaften, wie die kriegerischen Vorgehensweisen westlicher Armeen im Irak. - In diesem Punkte sollten wir nicht weiter den Regierungen Großbritanniens und der USA folgen.
Leider liefert das neue schwarze Weißbuch des Verteidigungsministeriums nur Material für schlimme Befürchtungen. Das Grundgesetz der Bundesrepublik kennt keine Militäreinsätze aus Interessenlagen, sondern nur den Verteidigungsfall und die Bündnispflicht im Falle eines Angriffs auf Partner. Die Afghanen waren und sind sicher weit davon entfernt, eine nationale Bedrohung für uns oder unsere Partner zu sein. Sie werden dazu niemals eine ernsthafte Chance haben und selbst nie den Wunsch dazu verspüren. Trotzdem führt die NATO dort einen Krieg.
Naja, also so ganz kann ich Ihre abwertende Beurteilung des "Staatsbürgers in Uniform nicht ganz nachvollziehen. Sie schreiben, dass er nicht existiere und niemals existieren wird. Schön, aber er hat zumindest in der Vergangenheit existiert: Damals, als "die Bundeswehr ein Verein junger Männer, die im Ernstfall den Feind solange aufzuhalten hat, bis die Soldaten kommen" war...;-)
Diese Zeiten sind unwiderruflich vorbei. Das heißt nicht, dass man die Leute ohne jede Kontrolle lassen soll, beileibe nicht. Aber man muss sich klar machen, dass "Kollateralschäden" auch an der "Heimatfront" (Entschuldigung für dieses Wort, aber es paßt einfach zu gut) nicht ausbleiben. Einer dieser Kollateralschäden ist eben, dass sich die Gesellschaft (und nicht nur der Verteidigungsminister!) fragen muss, was ihre Armee in Zukunft sein wird, und welche Auswirkungen das hat. Nun, und die Deutschen mögen diese Debatte nicht führen. Die Gründe sind vielleicht respektabel, die Folgen führen zu den genannten Kalamitäten...
Eisernes Kreuz auf einer Palme, aufgespießte Totenschädel, Tote Iren, Rommel und der SAS. Was für eine tolle Suppe!
Ein militärischer Führer kann es nicht verantworten, bei der Ausbildung seiner Soldaten nicht auf die Erfahrungen der Vergangenheit, seien es die des eigenen Landes oder anderer Staaten zurückzugreifen.
Die Bundeswehr tut sich - aus gutem Grunde - seit jeher schwer mit der Suche nach Vorbildern. Aber Traditionspflege ist nicht ohne Grund ein Teil jeder Armee der Welt. Damit verbindet sich der Gedanke positive soldatische Tugenden zu adaptieren und aus operativen, taktischen und strategischen Erfahrungen zu lernen, um aus - wertfrei betrachtet - militärischen Erfolgen wie Niederlagen zu lernen.
Das Kommando Spezialkräfte ist ein relativ junger Verband. (Erste Kommandokompanien 1990, Entscheidung zur Aufstellung 1995, Gründung 20.09.1996.) Gerade im Bereich Spezialeinheiten ist es geradezu grob fahrlässig, sich nicht auf der Welt nach den erfolgreichsten und besten Einheiten umzuschauen und sie als Maßstab zu betrachten.
Sie halten dem KSK vor, keine Tradition zu besitzen. Das ist bei einem Verband der jetzt gerade erst zehn Jahre alt geworden ist auch nicht verwunderlich.
Wer soll den Kerlen denn nun als Vorbild gelten? Da malt einer eine Palme und ein Eisernes Kreuz auf eine Autotür. Wohlgemerkt, ein Eisernes Kreuz (dass das Eiserne Kreuz das Symbol der Bundeswehr ist, erwähne ich vorsichtshalber einmal.) und nicht etwa das Hakenkreuz, das die Palme des Deutschen Afrikakorps zierte. Also adaptiert hier doch ein KSKler die nazifreien Teile des Afrikakorps für sich und seinen Einsatz. Ist das nun verwerflich?
Haben Sie, Herr Bittner, sich vor dem Schreiben Ihres Artikels mit den der Geschichte Deutschen Afrikakorps auseinandergesetzt?
Das Deutsche Afrikakorps ist sicher eine der bekanntesten Verbände der Wehrmacht. Und verknüpft mit ihm ist der Name seines Kommandeurs Erwin Rommel.
Rommel war nicht der typische Nazi-General: Er widersetzte sich Befehlen Hitlers, er erzielte große militärische Erfolge, die Auseinandersetzung mit Montgomery wurde als ritterlicher Kampf bezeichnet und Churchill grüßte ihn sogar in einer Ansprache. Rommel-Gedenktafeln hängen auch heute noch in deutschen Städten. Nun ist die Frage: Kann man Rommel als militärisches Vorbild nehmen? Oder liegt man damit auf der schiefen Bahn?
Und was ist mit dem SAS?
Haben Sie, Herr Bittner, sich mit den Aufgaben von Spezialeinheiten im Allgemeinen und mit der Geschichte des SAS auseinandergesetzt bevor Sie eine berüchtigte Truppe genannt haben?
Der SAS diente bereits den amerikanischen Spezialkräften (Delta-Force) als Vorbild. Auf der gleichen schiefen Bahn sind das schweizerische AAD 10, die polnische GROM, die kanadische JTF 2, und die Israelische Sajeret Matkal.
Der SAS hat seit seiner Gründung im Zweiten Weltkrieg, 1941, Reihe von erfolgreichen Einsätzen vorzuweisen vom südlichen Polarkreis (Falkland-Krieg) über den Dschungel (Malaysia) bis hin zum Wüstenkrieg (Irak).
Ja, es ist richtig, dass der SAS in Nordirland (und anderswo wie auf Gibraltar) Jagd auf Aktivisten der IRA gemacht hat. Ob der Krieg gegen die IRA richtig oder falsch war, steht an dieser Stelle nicht zur Debatte. Dies ist allerdings eine politische Entscheidung gewesen. Die IRA hatte zu dem damaligen Zeitpunkt der britischen Regierung den Krieg erklärt und die britische Regierung hat diesen Krieg angenommen. Die Regierung hatte sich dafür entschieden, die Armee und nicht etwa die Polizei einzusetzen. Die Polizei hat die Aufgabe Verbrechen zu verhindern und Kriminelle zu verfolgen, festzunehmen und der Justiz zu übergeben. Das Militär hat die Aufgabe und das sollten wir immer bedenken den Gegner zu bekämpfen, ihn auszuschalten und im Zweifel zu töten. Die Polizei hat das Leben Dritter immer zu schützen. Das Militär hat grundsätzlich den Auftrag zu erfüllen im Rahmen seiner Einsatzgrundsätze. In asymetrischen Kriegsszenarien in denen ein Guerillaverband gegen eine hochtechnisierte Armee kämpft sind konventionelle militärische Mittel nicht angemessen. Besonders in solchen Situationen ist der Einsatz von Spezialeinheiten militärisch geboten. Daher wurde im Krieg gegen die IRA der SAS eingesetzt.
Kennen Sie die Leitmotive des SAS?
A classless society
Humility
Sense of humour
The relentless pursuit of excellence.
Für mich honore Ziele. Für Sie eine schiefe Bahn?
Herr Bittner, ich gebe ihnen recht, wenn Sie verlangen, dass das Militär immer unter Parlamentsvorbehalt stehen muss. Und dass militärische Spezialeinheiten gerne von Anhängern rechten Gedankenguts heimgesucht werden, ist auch kein Geheimnis und bedarf wachsamer Augen. Indem Sie aber mögliche Vergehen und Verwirrungen von KSK-Angehörigen, das Afrikakorps und den SAS alle gemeinsam in einen Topf schmeißen und einmal kräftig umrühren, leisten Sie der berechtigten Auseinandersetzung um die Frage, wieviel Freiheit darf eine Spezialeinheit in einer Demokratie haben, einen Bärendienst.
Ich kenne und schätze die Zeit als seriöse Journalie und bin es gewohnt, gut recherchierte Artikel in ihr zu finden. Diesen Artikel insbesondere die Kurzfassung, die in der Druckausgabe zu lesen war hätte ich eher in gewissen Boulevard- oder Tendenzblättern erwartet.
Das deutsche Politiker tatsächlich mit ihrer Neutralitätstradition gebrochen haben, will nicht in mein Kopf.
Eher, daß die deutschen Politiker sich anstecken lassen haben, von einem namens Rumsfeld, der auszog, die Welt zu erobern.
Meine Meinung: Deutsche, haltet die Füße still. Soldaten aus Afghanistan, Irak oder sonstwo: Kommando zurück!
Der ominöse "Staatsbürger in Uniform" ist ein frommer Wunsch mit politischem Hintergrund, nicht existent und wird auch niemals existent sein.
Die Politer und Innen sollten sich lieber mit der Frage auseinandersetzen, wie den heimkehrenden Soldaten unter die Arme gegriffen werden kann. Nach solchen Kriegseinsätzen ist psychologische und moralische Begleitung erforderlich.
Der Spruch mit dem "Staatsbürger in Uniform" soll wohl lediglich als Freibrief dienen um sich vor dieser Verantwortung zu drücken.
Weder die römischen Bürger in den Legionen oder die christlichen Ritter oder sonst irgendwelche Soldaten haben jemals die Ideale der jeweiligen Staatsformen oder Ideologien auf dem Schlachtfeld vertreten. Dass ist nur ein frommer Wunsch der der Natur des Krieges und des Menschen widerspricht.
Was man allenfalls durchsetzen kann ist, dass sie wenigstens den Eindruck erwecken der Demokratie zu dienen. Denn auf dem Schlachtfeld wird sie wohl kaum praktiziert werden.
Es ist ein sinnloses Unterfangen Kriegseinsätze irgendwie zivilisieren zu wollen.
Wenn sich herausstellt, das der einzige tatsächliche Beitrag zum gegenwärtigen Konflikt aus Deutschland die Terrorpiloten aus Hamburg waren.
Vielleicht ist der KSK Einsatz ja nur deswegen so geheim, weil keiner wissen soll, das die überhaupt gar nichts tun? J.S.
Es erstaunt mich immer wieder dass man von Soldaten erwartet dass sie zu Sozialarbeitern mutieren wenn sie in gefaehrlichen Gebieten einsetzt.Wo gehobelt wird da fallen Spaene und wenn man gewisse Probleme die KSK involvieren dann sollte man sie nicht dorthin schicken.
Der Autor hat sich bestimmt redlich bemüht, aber das Verbot der Exekution eines Kriegsgefangenen hat nicht so sehr etwas mit dem Grundgesetz zu tun, sondern schlicht und ergreifend mit dem international gültigen Verbot der Hinrichtung Kriegsgefangener.
Nun lassen sich die Taliban schlecht als Kriegsgefangene einstufen, handelt es sich bei ihnen doch nicht um Kämpfer eines Staates und führen sie ihre Kampfhandlungen in einer Weise, die allen Regeln des Völkerrechtes widerspricht. Dass die westlichen Spezialeinheiten ebenfalls mitunter in einer gewissen Grauzone handeln, darf nicht unter den Tisch fallen, ergibt sich aber leider zwingend aus ihrer unklaren Rolle - erfüllen sie einen polizeilichen oder militärische Auftrag? Dennoch will mir nicht in den Kopf, Talibankämpfern den Kriegsgefangenen-Status, mit all den damit verbundenen Rechten und Privilegien, einzuräumen. Dass diese Kämpfer in Gefangenschaft keinen unnötigen Härten ausgesetzt sein dürfen, muss aber ebenso klar sein. Nötig ist also die Herausbildung einer neuen rechtlichen Kategorie, die ohne den zweifelhaften Status des "unrechtmäßigen Kämpfers" auskommt, sich aber deutlich vom Kriegsgefangenem des etablierten Völkerrechtes unterscheidet.
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