"Scoop" Gute Reporter kommen in die HölleSeite 3/3

Scoop ist eine gängige Kriminalkomödie mit einem dunklen Rahmen, durch den es modrig-würzig aus dem Jenseits hereinzieht. Am Ende baut der amerikanische Magier Waterman beim Versuch, den Tarotkartenmörder selbst zu stellen, im englischen Linksverkehr einen tödlichen Unfall, und so sehen wir ihn schließlich seinerseits auf Charons Schiff wieder, wie er den Styx hinabreist und seine Zauberutensilien hervorholt: »Wir haben ja jetzt alle Zeit der Welt.«

Woody Allen, so scheint es, schickt seinen Waterman in die Richtung, vor der ihm selbst am meisten graust. Er tut nun festen Schrittes, was er sein ganzes Leben lang tändelnd mit jedem schwarzen Witz gemacht hat: Er fühlt den Tod vor. Wir sehen Woody im Schatten Charons, seine Mitreisenden (und vielleicht auch den Schiffer selbst) mit Zaubertricks unterhaltend, und es wirkt, als habe er sich noch nie so geborgen gefühlt.

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Den Reporter Joe Strombel hingegen sehen wir in diesem Film nicht mehr wieder. Aber er wird dort, wo er nun hinreist, noch weit kommen. Sein Veröffentlichungsreflex über den Tod hinaus weist ihn als Unsterblichen seiner Zunft aus. Würde Woody Allen seine Scoop -Geschichte noch eine Windung weiterdrehen, wir würden Strombel wiedersehen in der Hölle, zu Füßen des Teufels, bei der Schlussredaktion der Hell’s News , eines alle paar Minuten erscheinenden Blattes, das der Teufel in einem einzigen Exemplar herausgibt und kalt durchblättert, ehe er es, da alle Artikel darin von ihm selbst handeln, gelangweilt ins Feuer wirft. Der Reporter des Satans als Sklave eines ewigen Acht-Uhr-Blattes, gefangen in der nie verstreichenden Minute vor dem Redaktionsschluss – diese Hölle müsste Joe Strombels Paradies sein.

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Leser-Kommentare
    • iDog
    • 16.11.2006 um 22:47 Uhr

    als einer der groessten des independent film und natuerlich als einer der ganz grossen komiker der neuzeit ist ihm schon zu lebzeiten die unsterblichkeit sicher : erste klasseabteil in der geisterbahn des humors - - zusammen mit den marx brothers, charles chaplin, buster keaton, jaques tati, w.c. fields und ...

    ... auch diese filmbeschreibung hoert sich wieder vielversprechend an - ich hab noch keinen seiner filme ausgelassen seit 'bananas' . alle sehenswert.

    Dies soll um himmels willen noch kein nachruf sein .
    wer bin ich, das zu wagen - aber ich sag schon mal: vielen dank woody ! ... und freu mich auf den naechsten film.

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