Stimmt's?

Verpuffte Energie

"In Kochbüchern oder auf der Packung von Fertigpizzen liest man oft, dass man den Backofen vorheizen soll, bevor man das Gericht hineinschiebt. Hat das einen tieferen Sinn? Beim Vorheizen geht doch eine Menge Energie verloren.", fragt Edith Vielhöfer, Kassel

Viele Backöfen in deutschen Küchen heizen leer vor sich hin – das Aufheizen dauert, je nach Modell, bis zu 20 Minuten. Auch der kalte Ofen läuft dabei mit voller Leistung, und das kostet rund eine halbe Kilowattstunde.

Nötig ist das in den seltensten Fällen. Ein empfindliches Soufflé muss vielleicht eine genau definierte Zeit bei konstanter Temperatur im Ofen sein, damit es nicht zusammenfällt – ein normaler Kuchen oder ein Braten nimmt durch die langsame Erwärmung keinen Schaden. Und erst recht keine Tiefkühlpizza.

Die Empfehlung hat wohl einen anderen Grund: Die Öfen heizen sich unterschiedlich schnell auf. Deshalb ist es unmöglich, in den Rezepten und Kochanweisungen eine standardisierte Backzeit anzugeben. In einem »langsamen« Ofen ist die Backzeit dann länger als in einem »schnellen«. In jedem Fall aber verringert sich der Energieverbrauch – um bis zu 20 Prozent.

Das Vorheizen ist also fast immer überflüssig. Einziges Problem: Man kann nicht nach der Stoppuhr backen, sondern muss nach Gefühl oder Augenschein bestimmen, wann der Braten gar oder die Pizza kross ist.
Christoph Drösser

Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de . Das »Stimmt’s?«-Archiv: www.zeit.de/stimmts

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