Nahost Wo geht's hier zum Sieg?
Amerika schwächelt im Irak. Der Kampf der Regionalmächte hat längst begonnen. Iran und Saudi-Arabien wetteifern um die Vorherrschaft im Mittleren Osten.
Wer wird den Machtkampf im Libanon gewinnen: der schiitische Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah oder der sunnitische Premier Fuad Siniora? »Ihre Meinung? Bitte klicken Sie hier!« Die kleine Abstimmung auf der Netzseite des Satellitensenders al-Dschasira ist so etwas wie ein Fieberthermometer für die arabische Welt. Schüttelfrost und Fieberschübe haben in diesem Spätherbst mal wieder den Libanon erfasst – mit Nationalflaggen und Konfessionswimpeln fächern sich die Menschen Luft zu. Rund um den Märtyrerplatz im Zentrum von Beirut demonstrieren die Parteien der Schiiten, Christen und Sunniten – jenseits davon intrigieren die Großmächte der arabisch-persischen Welt. Nasrallah ist ein Ziehkind der iranischen Revolution. Siniora ist enger Vertrauter einer von Saudi-Arabien gestützten alten sunnitischen Familie. Nasrallah und Siniora ringen um den Libanon, ihren Gönnern in Teheran und Riad aber geht es um nichts weniger als den gesamten Nahen und Mittleren Osten.
Der Kampf um die Hegemonie in der Region vom Mittelmeer bis zum Indischen Ozean hat eine neue Wendung erfahren. Die Amerikaner mögen noch über Plänen zur Truppenverstärkung oder Studien zum Rückzug aus dem Irak brüten. Doch wird die Niederlage und selbst verschuldete Schrumpfung der Vereinigten Staaten auf dem Machtbasar in Nahmittelost längst als Tatsache gehandelt. Was danach kommt, darüber streiten die Politikhändler, aber der Umbruch könnte anders ausfallen als alles, woran sich selbst hochbetagte Araber erinnern können. Über viele Jahrhunderte wurde die Region von außen gezügelt, beherrscht oder aufgeteilt. Seit der frühen Neuzeit durch die türkischen Osmanen, im Ersten Weltkrieg durch Briten und Franzosen, im Kalten Krieg durch Amerikaner und Sowjets, seit 1991 durch die einzige Weltmacht USA.
Heute findet sich diese eingekesselt in Bagdads Grüner Zone, sie reagiert nur noch, bei schnell fortschreitender Lähmung. Das Auffällige dabei: Weder Europa noch China, noch Russland bewerben sich um die Nachfolge. So füllen allmählich Regionalmächte die Lücke, Israel kraft Armee und Atombombe, die Türkei dank wirtschaftlicher Blüte und wachsenden regionalen Ansehens, Saudi-Arabien mit explodierenden Öleinnahmen, Iran desgleichen, zusätzlich will Teheran offenbar mit der seit dieser Woche offiziellen Atommacht Israel gleichziehen.
Doch nur zwei dieser Staaten erheben den Anspruch, Führungsmacht der Muslime zwischen Kairo und Qatar zu sein – Saudi-Arabien, der erzkonservative Wächterstaat der sunnitischen Heiligtümer von Mekka und Medina, und Iran, der revolutionäre Religionsstaat der Schiiten. Beide Länder begründen ihre Ambitionen sowohl religiös-ideologisch wie machtpolitisch, beide ziehen Stolz aus der Erfolgsgeschichte der Sunniten oder der Leidenshistorie der Schiiten, beide schöpfen mehr und mehr Petrodollar aus den größten Ölfeldern der Welt am Golf. Ihre Rivalität reicht bis in die siebziger Jahre zurück, sie war im Kalten Krieg nur gedämpft worden. Heute liefern sich die Konkurrenten riskante Distanzgefechte in den von Bürgerkriegen und Zerfall bedrohten Zonen der arabischen Welt – Libanon, Irak, Palästina. Um den Wettlauf am Golf zu verstehen, lohnt sich ein kurzer Blick zurück.
Im Jahr 1979 kehrte Ajatollah Chomeini in der so genannten Islamischen Revolution nach Teheran zurück. Das war nicht nur für Amerika, sondern auch für das saudische Königreich eine Bedrohung. Radio Teheran rief die schiitische Minderheit in Saudi-Arabien, die nahe den Ölquellen des Landes wohnt, zum Sturz des Hauses Saud auf. Schiitische Demonstranten in den Ostprovinzen am Golf trugen Bilder von Chomeini. In den königlichen Gemächern von Riad brach Nervosität aus. Denn zugleich waren die Herrscher von einem Aufstand im Westen bedroht. Radikale Sunniten hatten neun Monate nach der iranischen Revolution die Große Moschee in Mekka besetzt. Polizei und Militär erstickten die Unruhen mit einiger Mühe und der solidarischen Hilfe der französischen Gendarmerie.
Das saudische Königshaus zog daraus zwei Lehren. Nach innen suchte es sich die Loyalität der puristischen Wahhabiten zu erkaufen, indem radikale Scheichs in staatlichem Auftrag predigen durften. Nach außen unterstützte es alle Staaten, die Iran irgendwie in Schwierigkeiten brachten. Die Amerikaner durften neue Basen am Golf einrichten. In Afghanistan rüstete Riad gemeinsam mit Washington radikale Sunniten gegen Russen und Schiiten hoch. Und beide – Saudis und Amerikaner – stärkten Saddam Hussein in den achtziger Jahren den Rücken, als der irakische Diktator in wüsten Materialschlachten und Giftgasattacken Teheran besiegen wollte. Erst in den neunziger Jahren tauschten Riad und Teheran auch schon mal Nettigkeiten aus.
Es sollten ausgerechnet die USA sein, die das heikle Gleichgewicht zwischen Saudi-Arabien und Iran nach den Anschlägen vom 11. September 2001 verschoben. Weil die meisten Attentäter aus Saudi-Arabien stammten, traf der Bannstrahl des Weißen Hauses eine Zeit lang das Königshaus. Derweil befreite Washington eifrig die Iraner von ihren Sorgen, mit dem Sturz der radikalislamischen Taliban in Afghanistan und des Revolversunniten Saddam Hussein im Irak. Seither ist Teheran in der arabischen Welt in der Offensive, im Libanon, im Irak, in Palästina. Geführt wird es von dem ambitiösen Mahmud Ahmadineschad, der ein halbes Menschenalter jünger ist als der saudische König Abdallah und seine greisen Brüder.
Die schiitische Jugend schlägt in diesen Tagen den Rhythmus auf den Straßen von Beirut. Zeltlager gegen die Zedernrevolution, die libanesische Apo gegen die demokratisch gewählte Regierung, oppositionelle Schiiten gegen die herrschenden Sunniten, Sajjid Hassan Nasrallah und Hisbollah gegen Premier Fuad Siniora und die sunnitische Hariri-Familie, Irans Schützlinge gegen die Verbündeten Saudi-Arabiens. Nasrallah malt am kräftig retuschierten Bild von Arm gegen Reich, Underdogs gegen Etablierte, Frisch gegen Faltig. Die Schiiten erzählen sich das Gleichnis vom Aufstand der Olivenbauern gegen die sunnitischen Porschefahrer in Westbeirut. Längst ist die Nationalflagge Libanons den Händen der sunnitisch-drusisch-christlichen Zedernrevolutionäre von 2005 entglitten. Jetzt laufen die Schiiten und alliierte Christen mit dem Freiheitssymbol herum, das vor einem guten Jahr noch wider Syrien geschwenkt wurde. Hisbollah, die Organisatorin der Proteste, aber wird von Damaskus aus gestützt; Geld und Waffen aus Iran gelangen weiter über Syrien in den Libanon, sagen UN-Mitarbeiter.
Natürlich ist der Libanon viel zu kompliziert, als dass er sich schlicht auf einen iranisch-saudischen Gegensatz reduzieren ließe. Dennoch stellt sich die Frage, warum das Land den gemäßigten »prowestlichen« und »prosaudischen« Kräften zu entgleiten droht.
Die Antwort liefert wiederum ein Krieg. »Was hat all das prowestliche Gebaren der Regierung geholfen in diesem Sommer?«, höhnen Hisbollah-Redner über Sinioras Krisendiplomatie während der israelischen Offensive im vergangenen Juli und August. »Die Amerikaner haben zugeschaut und abgewartet, bis die Israelis alle schiitischen Häuser und die Brücken zerstört hatten. Danach erst kam eine UN-Resolution für den Waffenstillstand zustande.« Und dann enthüllen Hisbollah-Helfer ein Plakat, auf dem Siniora US-Außenministerin Condoleezza Rice freundschaftlich umarmt. Ein Pistolenschuss könnte härter nicht treffen.
Nach dem Krieg hat die Konstruktionsabteilung von Hisbollah schneller gearbeitet als alle Ministerien. Während die noch an Statistiken herumdokterten, verteilte Nasrallahs »Bau-Dschihad« erst Geld, dann Zement und Ziegelsteine. In den Beiruter Hotels saßen iranische Berater – kaum getarnt als »Journalisten« ohne Kugelschreiber –, die Hisbollah mit Geld und guten Tipps halfen. Das Training und die hocheffiziente Organisation Hisbollahs sind traditionellerweise iranischer Herkunft.
Die Saudis hingegen führen ihren Feldzug im Wesentlichen per Scheckbuch. Stiftungen bieten Wiederaufbauhilfe an, aber welcher Schiit läuft schon freiwillig zu den Saudis oder ihren Verbündeten, um sich helfen zu lassen? Im israelisch-libanesischen Krieg hatte Riad peinlich zurückrudern müssen. Das Königshaus hatte Nasrallah offen für seine Provokationen gegen Israel kritisiert. Doch als der Hisbollah-Chef unter dem Feuer der israelischen Luftstreitmacht zum Volkshelden wuchs, auch bei den Sunniten, da schwiegen die Saudis. Ihr Problem ähnelt dem westlicher Diplomaten: Seit 2001 sind Iran und die Schiiten mit jeder westlichen oder israelischen Offensive stärker geworden.
Im Irak tobt längst ein erbitterter Kampf zwischen bewaffneten Einsatzgruppen der Schiiten und sunnitischen Terrorkommandos. Der gewaltsame dschihad gegen die Amerikaner tritt da in den Hintergrund, wo die fitna ausbricht, der Streit innerhalb des Islams, begleitet von Aufruhr, Zerfall und Zusammenbruch. Die Anschläge auf schiitische Heiligtümer in Samarra und anderswo demonstrieren nur mehr die in Militanz umgeschlagene Ohnmacht der Sunniten, die zum ersten Mal seit über 1000 Jahren in der Region von Euphrat und Tigris die Herrschaft verloren haben. Viele Würdenträger der irakischen Schiiten, die jetzt Einfluss gewinnen, haben ihr Exil in Iran verbracht. Radikale Schiiten wie Muqtada al-Sadr spielen die Karte des panarabischen Nationalismus und veranstalten Solidaritätsdemos für Hisbollah im Libanon. Die Mullahs in Teheran helfen den von ihnen geschätzten schiitischen Gruppen mit Geld, Ausbildung und Tschadors aus iranischer Produktion. Die Grenze zwischen Iran und dem Irak im Süden steht offen, als gälte das Schengener Abkommen auch hier.
Derweil führen die Sunniten im Zentrum des Iraks ein Rückzugsgefecht, das von reichen saudischen Familien mitfinanziert wird. Und natürlich kämpfen auch hier – wie weiland in Afghanistan und Tschetschenien – radikalisierte junge Saudis mit. Bei einem Besuch von US-Vizepräsident Cheney vor zwei Wochen warnte der saudische König Abdallah, sein Land könne die irakischen Sunniten massiv finanziell und militärisch unterstützen, falls sich die US-Truppen aus dem Irak zurückzögen. In Riad und der wahhabitischen Hochburg Bureida feilen saudische Scheichs mit Duldung des Königshauses an Fatwas, die den Schiiten Heimtücke, Täuschung und Betrug an der islamischen Sache unterstellen.
Während radikale Schiiten im Irak Hisbollah feiern, die »Partei Gottes«, verdammte ein saudischer Scheich sie vor wenigen Monaten als »Partei des Teufels«. Zornige Worte, nicht mehr. Eine wirksame Offensive der Saudis ist nicht erkennbar. Entlang der Grenze zum Irak planen sie einen hohen Zaun. Der jordanische König hat vor einem schiitischen Halbmond vom Mittelmeer bis zum Golf gewarnt, der es iranischen Mullahs ermögliche, jederzeit zum Aufstand gegen sunnitische Herrschaft aufrufen zu können. Ist Iran schon so stark? Gemach. Die Schiiten am Mittelmeer und an der westlichen Küste des Golfs sind immer noch Araber, keine Perser. Schon die iranische Revolution 1979 hat kaum Funken bei den Arabern geschlagen. Die schiitischen Islamisten zum Beispiel, die vor kurzem bei den Parlamentswahlen in Bahrain stärkste Partei wurden, achten sehr auf Distanz zu Teheran und ihre arabische Identität. In Saudi-Arabien, wo man kein Parlament zu haben pflegt, wissen die Schiiten, dass jedes proiranische Flugblatt ihre minimalen Freiheiten zerstören kann.
Die Schwierigkeit, die zerklüftete arabische Welt entlang strikt konfessioneller Frontlinien zu ordnen, gilt auch umgekehrt. Weder der extreme wahhabitische Islam aus saudischen Landen noch der traditionelle sunnitische Glaube wären derzeit in der Lage, die arabischen Sunniten gegen Iran und die Schiiten zusammenzuschweißen. Dies lehrt ein Blick in die Auslagen der Dattelhändler im überwiegend sunnitischen Kairo. Die besten und teuersten Datteln der Saison werden stets nach den beliebtesten Führern benannt. Früher hieß die teuerste Dattel oft Saddam. Heute trägt sie den Namen Nasrallah. Die halb bis ganz verfaulten Früchte heißen Blairs, Bushs oder Olmerts und sind für einen Spottpreis zu haben.
Es ist vor allem die Auseinandersetzung mit dem Westen und Israel, die für Iran Breschen in die sunnitische Welt schlägt. Hier muss jetzt die Rede von Palästina sein. Vor knapp einem Jahr gewann dort die radikale sunnitische Hamas die Wahlen und löste im Februar die Fatah des seligen Jassir Arafat an der Regierung ab. Für die Bush-Regierung kam es damals zum Schwur: Wenn man allerorten Demokratie und freie Wahlen predigt, steht man dann zu seinem Wort, wenn zur Abwechslung mal die Falschen die Wahlen gewinnen? Bush kippte um. Amerika verhängte Sanktionen gegen die Hamas-Regierung, die sich steifnackig weigert, den Staat Israel anzuerkennen. Europa schloss sich dem Boykott an. Fortan blieben Lehrer und Krankenschwestern im Gaza-Streifen ohne Lohn.
Teheran erkannte sogleich die Gunst der Stunde und veranstaltete eine Solidaritätskonferenz für Palästina, die zwar wenig Geld, aber viele warme Gesten brachte. Letztere blieben in Erinnerung, und ein paar Dollar flossen auch. Im Mai wurde ein Hamas-Sprecher an der Grenze mit 900.000 Dollar aufgegriffen, die nur aus Teheran kommen konnten. Wo immer eine Lücke sich biete, heißt es in arabischen Medien, liefere Iran Waffen an Hamas. Iranische Offiziere sollen auch Hamas-Sicherheitskräfte schulen. Die sunnitische Hamas bedankt sich, indem sie die Gründung eines Hohen Islamischen Schiitischen Rats in Palästina duldet.
Diese iranischen Offensiven reizen Saudi-Arabien ebenso wie hohe sunnitische Gelehrte am Golf. Der einflussreiche Scheich Jussuf al-Qaradawi meldete sich jüngst aus Qatar im Sender al-Dschasira zu Wort. Er warnte die Schiiten, die Grenzen nicht zu überschreiten: »Ich missioniere nicht im iranischen Qom. Es ist inakzeptabel, dass Schiiten in rein sunnitischen Ländern predigen.« Doch auch in Palästina hat Teheran einen taktischen Vorteil, denn es kann Washington offen herausfordern. Anders Saudi-Arabien, anders Qatar, wo die US-Streitkräfte eine große Basis nutzen. Anfang Dezember versprach der Emir von Qatar dem palästinensischen Hamas-Premier Ismail Hanija, regelmäßig die Löhne aller Lehrer in Gaza und Ramallah zu bezahlen. Dazu das Startkapital für eine islamische Bank und ein großes Sportzentrum. Doch Washington stoppte seinen arabischen Verbündeten am Golf. Qatar darf nicht zahlen – Empörung bei den Arabern, Punktsieg für Iran.
Es ist weniger ein schiitischer Halbmond, den Teheran im Libanon, im Irak und in Palästina gegen den Konkurrenten Saudi-Arabien und den verhassten Westen aufsteigen lässt, es ist vielmehr eine politische Allianz. Iran schmiedet, um im Jargon der US-Regierung zu bleiben, eine Koalition der Unwilligen aus arabischen Staaten wie Syrien, radikalislamischen Bewegungen wie Hisbollah und Hamas und jedem, der sich anschließen mag. Die Botschaft aus Teheran ist simpel, eingängig und verfängt bei jedem Konflikt aufs Neue: Widerstand gegen den Westen und seine Verbündeten in der arabischen Welt. Schon bei dieser Losung müssen sich die Herrscher von Saudi-Arabien wegducken, und mit ihnen die Regierungen Ägyptens, Qatars und Jordaniens. Dabei ist die gewaltige politische Strahlkraft noch gar nicht eingerechnet, die sich Iran mit seinem nuklearen Programm aufbaut. Das ist die Frage morgen. Die Gegenwart, das ist der Libanon.
Hier wird der Spieß umgedreht, den die Demokratisierer aus dem Westen vor zwei Jahren in der Ukraine und im Libanon am Werke sahen: der Versuch, das »alte Regime« zu stürzen. Die lachenden jungen Schiiten, die auf Geheiß von Hassan Nasrallah vor dem belagerten Amtssitz von Fuad Siniora zelten, scheinen die auf sie gerichteten Fernsehkameras der Welt zu genießen. Sie lachen, während im Serail westliche Besucher den Premier ernsten Blickes ihrer Solidarität versichern. Mit ihm regiert längst die Angst.
- Datum 15.12.2006 - 11:11 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 14.12.2006 Nr. 51
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Abgesehen davon, dass Israelis palästinensischer Herkunft eben nicht die gleichen Rechte haben (informieren Sie sich bitte, bevor Sie sowas behaupten), können Sie mir bitte sagen, was Israel den Palästinensern im Westjordan und Gaza außer 40Jahren Freiheitsentzug, Enteignung und damit verbundene Verelendung gebracht hat? Ihnen ist doch wohl klar, dass die Besetzten Zonen zu den Orten mit den niedrigsten Lenbensstandard der Welt gehört? Oh nein, sonst wäre ja die predigt über positive koloniale Auswirkungen überflüssig, und man müsste über negative koloniale Auswirkungen sprechen. Für die ohnehin Fehler beinhaltenden Analysen habe ich ohnehin keine Muße, dass Ihnen zu erläutern, weil es zur Sache auch nichts beiträgt. Die Faktenlage ist eindeutig. Gaza wird ausgehungert (Israel zahlt Eigentum der Palästinenser nicht aus) und Hilfegeber werden von Israel und seinen Unterstützern abgehalten.
Es gab genug lange friedvolle Zeiten der Palästinenser, in denen Israel nur noch mehr Siedlungen auf gestohlenem gebaut hat. Dazu braucht man sich nur Statistiken der Vorfälle vor Ort anzusehen (Z.B. bei btselem -google-). Traurigerweise hat sich immer erst was getan, wenn die Palästinenser ihre Ausbeutung nicht ertragen haben, und die Israelis daran erinnert haben, dass Ausbeutung nicht zum Nulltarif zu haben ist.
Dieser Konflikt, in dem Israel für seine Verbrechen an den Palästinensern vom Westen im unmenschlichem Maß unterstützt wird, ist der Garant für alle Islamisten, auch denen im Iran, westliche Werte verunglimpfen zu können. Wenn man westliche Werte für was positives hält, und sich auf die Stirn schreibt, ist man aber mit der Unterstützung Israelischer Besatzung völlig daneben und unglaubwürdig, und(!) lässt die ganzen friedbedürftigen Israelis im Stich, die gegen ihre Zionisten für die Menschenrechte der Palästinenser kämpfen.
Wenn Sie wissen wollen, worüber Sie überhaupt reden, sollten Sie mit Google Uri Avnery und znet eingeben.
Und über etwas schwachsinniges können Sie völlig unabhängig von allem denken:
Wozu braucht Israel die Anerkennung von Palästina????
Ich kann ihnen die einzige sinnvolle Antwort darauf geben. Gar nicht! Das ist nur Propaganda für Trottel, die nicht nachdenken. Denn nur die können ein freies Palästina als Bedrohung Israels erkennen!
Um eines noch klar zu zu stellen, ich bewundere Juden für Ihre Leistungen und hätte absolut nichts dagegen, wenn die Besatzung zu einer Eingliederung in Israel geführt hätte. Noch mehr Respekt habe ich für die jüdischen Friedensaktivisten, die sich den Peinigungen ihrer zionistischen Landsleute aussetzen, damit die Besatzungsverbrechen noch irgendwie reduziert werden können. Allerdings kann ich disen zionistischen Verbrechen nichts abgewinnen, auch wenn sie noch so gut funktionieren, und Menschen die 40(!)Jährige Besatzung immer noch wie Sie als legitim annehmen.
Endlich mal ein differenzierterer Beitrag in der ZEIT zum nahen Osten - typisch aber wieder, wie ilabernet alles auf die Israel-Palästina Frage reduzieren möchte-
Doch je mehr und je länger ich Kommentare wie den von ilabernet zu Israel als der angeblich eigentlichen Ursache der arabischen Impotenz auf allen Gebieten (sozial, kulturell, ökonomisch, intellektuell seit 500 Jahren keine Innovationen mehr hervorgebracht - die jüdische Einwanderung nach Palästina gibts aber erst seit knapp 100 Jahren) lesen muß, um so mehr juckt es mich, die Sache einmal ganz anders aufzuzäumen:
Sie kennen den Film 'Das Leben des Brian' von Monty Python?
Darin lässt sich in einer Szene 'Die Volksfront zur Befreiung Judäas' (oder war es die konkurrierende 'Judäische Befreiungsfront'? - beide Terrororganisationen gegen die Besatzung der Römer sind sich jedenfalls untereinander mehr spinnefeind als dem angeblichen verhassten Besatzungsregime - na, merken Sie was?) über die römische Kolonialmacht aus.
Der Kommandant versucht in einer polemischen Rede seine tapferen Mannen davon zu überzeugen, wie hassen- und verachtenswert die Römer doch eigentlich seien:
'Sagt, was haben uns die Römer eigentlich gebracht? Was??'
Dummerweise nimmt einer seiner naiven Unterlinge diese polemische Frage wörtlich, und fängt pflichteifrig an vor sich aufzuzählen:
'Ja, was haben uns die Römer eigentlich gebracht? - Schulen, Straßen, Wasserleitungen,....'
Nun, ilabernet, ist es nun einmal so, daß die halbe Welt voll ist mit Staatswesen, deren Ursprünge nur zu oft auf koloniale Unternehmungen, Eroberungen, kulturelle Überwanderungen und Einflußnahmen zurückzuführen sind.
Warum fällt eigentlich Leuten wie Ihnen immer nur Israel und die USA ein (die doch die armen Indianer ausgerottet haben - haben sie wirklich, kein Zweifel, allerdings haben auch schon vorher Indianervölker andere Indianervölker versklavt, ausgerottet, ihren Göttern geopfert, zwangsassimiliert - das sehen Leute wie Sie ilabernet aber immer als ethnologische Folklore, nicht wahr)?
Also mir würden noch so schöne Beispiel einfallen wie die osmanische Kolonialisierung von Byzanz und dem folgend des Balkan für 500 Jahre (es gibt Leute in Bulgarien, Serbien, Rumänien usw. die komischerweise deswegen bis heute gar nicht gut auf Türken zu sprechen sind - sie werfen denen vor, daß ohne die osmanische Besatzung und die jahrhundertelange Versklavung und Verschleppung der christlichen Bevölkerung durch die Türken die Balkanländer heute ein Lebensniveau hätten, das dem Westeuropas vergleichbar wäre - sollten Sie mal darüber nachdenken, ilabernet). Warum fordern Sie, ilabernet, nicht konsequent die Rückgabe Istanbuls an Griechenland (das wäre doch das mindeste an historischer Entschädigung, die man verlangen dürfte - großzügig verzichten wir auf die urchristlichen Gebiete Anatoliens).
Ja, eigentlich ist doch die Frage, ob die Ursprünge eines Landes auf Kolonialisierung zurückgeht nur ein Problem des Zeithorizontes: glauben Sie, ilabernet, daß Frankreich oder England in der heutigen Form und den heutigen Grenzen existieren würden, hätte es keine römischen Provinzen Gallica und Brittanica gegeben?
Und warum stellt eigentlich niemand die staats- und völkerrechtliche Legitimation von Venezuela, Kolumbien, Brasilien, Chile, oder selbst von Südafrika in Frage - diese Länder gibts - aus historischer Perspektive betrachtet - eigentlich kaum länger als Israel, bzw. sogar erst seit kürzerer Zeit als die USA - knapp 200 Jahre.
Irgendwie haben wir da die kolonialen Ursprünge fast vergessen - warum eigentlich? Vielleicht weil wir ahnen, daß wir die vorangegangenen Zivilisationen der Atzteken, Inkas, Bantu-Stämme mit ihren Menschenopfern (sogar ausgewachsener Kannibalismus!) uns nicht WIRKLICH zurückwünschen - geschweige denn unter solchen Konditionen leben wollten.
Deshalb möchte ich als Bewertungsmaßstab für die Beurteilung, ob eine koloniale Tat eher positiv oder negativ zu beurteilen wäre, vorschlagen, danach zu fragen, was die mittelfristig-langfristigen kulturell-zivilisatorischen FOLGEN einer solchen Kolonisierung waren.
Sind neue, innovative Formen der Kunst daraus hervorgegangen? Neue wissenschaftliche Erkenntnisse? Neue Formen des sozialen Zusammenlebens, die auf eine größere Partizipation der Individuen an den kulturellen und politischen Chancen der Gesellschaften zielten? Größere Gleichheit zwischen den Einzelnen, zwischen den Geschlechtern? (ich rede hier vorsichtig zuerst einmal nur im Sinne einer gleichen 'Würde' der Geschlechter, nicht notwendig des 'Desselben tuns' wie es der postmarxistisch-materialistische Vulgärfeminismus macht)
Klar gibt es auch negativen Kolonialismus, negative kulturelle Überformung von eroberten, unterworfenen Völkern und Zivilisationen. Da würde mir das persische Beispiel einfallen, wo durch die islamisch-arabische Eroberung eine blühende städtische Hochkultur mit verfeinerter Spiritualität - Zoroaster - vernichtet wurde - Iran ist ja deshalb bis heute eigentlich weniger eine Nation, als ein kollektiver Minderwertigkeitskomplex: das Trauma, von Barbaren erobert worden zu sein setzte sich nicht nur in die Wahl des dissentierenden Schiitismus (gegenüber dem arabisch-sunnitschen Mehrheitsislam) um, sondern in einer paranoid-depressiven-endzeitlichen Grundstimmung der persischen Intellektualität, die noch heute dem dortigen islamistischen Regime seine tiefere kulturelle Gründung gibt.
Klar- auch die Germanen wurden von den Römern grausam niedergemetzelt und versklavt - aber komischerweise hörten seitdem die Germanen nicht mehr auf von der römischen Zivilisation zu träumen, und als das römische Reich untergangen war (das westliche) richtete sich ihre politische Vision auf die Wiedererrichtung genau eines solchen - ja was glauben Sie denn, ilabernet, wieso Karl und Otto die Großen so erfolgreich mit ihren Staatsgründungen an die Phantasie der germanisch-fränkischen Stämme appellieren konnten?
Und damit zurück zu Israel: wissen Sie eigentlich, daß in Israel die arabischen Staatsbürger die gleichen Freiheitsrechte haben wie die jüdischen? Daß keiner dieser arabischen Staatsbürger Israels von einer Umsiedlung in einen arabischen Palestinenserstaat träumt? Als vor einiger Zeit ein paar Dörfer vorschlagshalber aus dem israelischen Machtbereich dem zukünftigen pälistinensischen Staatsgebiet zugeschlagen werden sollten, protestierten deren arabische Einwohner aufs heftigste - - woran das nun wieder liegen mag? Liegt denen nichts am arabischen Wesen?
Denken Sie doch einfach noch mal nach, ilabernet!
Mein Junge da bist du ja wieder und wie ich sehe springst du von einem Holzweg auf den anderen.
Du bist aus den anderen Seiten so plötzlich veschwunden ohne irgend etwas von dir zu geben. Du hast das Feld geräumt, weil dir die faulen Argumente ausgegangen sind. Du könntest meinen Fragen einfach nicht mehr Stand halten stimmts? Und jetzt markierst du den Nahostenkenner?
Was glaubst wer sich über Propaganda für Israel freut. Merkst du nicht, dass auch du zu einem Helfers Helfer wirst wenn du hier Besatzer verteidigst. Ich bin sicher du merkst es nicht.
Was willst du uns eigentlich mit diesem Satz sagen?
'Es ist immer wieder erstaunlich, wie in einem Land, in welchem das Recht auf freie Meinungsäußerung herrscht, wie Deutschland, geradezu freiwillig die verbrecherischen Positionen islamistischer Fanatiker übernommen werden.'
äahh bitte was? Junge bist du in der Zwischenzeit wöllig verwernert? Ich habe dir doch gesagt dass du nicht einfach verschwinden sollst damit dich jemand auf deinen Schwachsinn hinweisen kann. Das ist nun die Folge!
Hier noch eine Perle von dir: 'Israel HAT Palästina anerkannt, und zwar im UNO-Teilungsplan von 1947'
Du meinst wohl Israel hat das was er Palästinensern gestohlen hat als sein eigenes anerkannt.
Junge wie findest du da eigentlich, dass du die Ausländer in deinem Lande nicht anerkennst, obwohl Sie alle Pflichten und Lasten deines Landes tragen und in gleichem Zug forderst dass Beraubte Ihre Räuber anerkenne. Bist du eigentlich noch bei Trost. Warst du nicht bei einem Arzt gewesen, nach dem du volle Wucht, mit dem Kopf voran, gegen die Klagemauer gerannt bist.
Mit deinen Kommentaren weckst du bei den Arabern doch nur die Meinung, dass nur die Westlichen dieses Moral besitzen können, von den Arabern zu verlangen, dass sie das Volk, was sie selber in Europa nicht haben wollten und deshalb auf Palästinensische Gebiete deportierten, akzeptieren.
Junge wie soll das nur mit dir enden, verteigst doch weiterhin Räuber während die ganze Welt sie anprangert.
Übrigens wollte ich dir noch mein Beileid übermitteln. Du willst wissen warum. Wegen Pinochet natürlich. Einer der engsten Verbündeten deiner Lieblinge. Sie liessen doch einen demokratisch gewählten Man ermorden und schaftten dann diesen Verbrecher an Seine Stelle.
Es hat mich allerdings nicht gewundert, dass ich dort keine Kommentare von dir lesen konnte. Das was in Chile damals lief war wohl für dich eine Nummer zu gross als dass du es verteidigen konntest.
Ich gebe dir noch eine Typ Junge. Deine Veründeten aus Amisrael treiben genau die selben Spiele weiterhin auf der ganzen Welt nur dass es langsam nicht mehr ganz funktioniert. Siehe Venezuella und Irak. Weisst du was das heisst Junge? Ich verrate es dir: früher oder Später hat man euch an den E...n. Du bist wie man sieht gerne auf der Seite der Stärkeren und nicht des Rechts. Also schaue, dass du rechtzeitig die Seiten wechselst.
In diesem Sinne mein Junge.
Israel Mordet und tut seit 40Jahren keinen Schritt in Richtung Frieden. Siedlungen werden ausgebaut, Palästinenser in Enklaven und Gefängnisse gesperrt und permanent gedemütigt. Israel stiehlt Steuergelder der Palästinenser und 'zwingt' den Westen sich an der Verelendung der Palästinenser zu beteiligen, indem westliche Geldquellen für die Opfer der Israelischen Besatzung ausgeschaltet werden, und noch viel schlimmer, Not lindernde Hilfe anderer Verhindert werden.
Peinlich wird es, wenn man die Erklärung Israels und seiner Verbündeten hört: 'Die Hamas würde Israel nicht anerkennen'. Als ob Israel Palästina anerkennen würde (dann gäbe es keine Besatzung!). Als ob es einfach möglich wäre, jemanden einfach anzuerkennen, obwohl täglich Palästinenser durch Israel sterben. Wenn nicht durch Kugeln, dann durch die von Israel erzeugte Verelendung. Obwohl Israel die Eltern und Großeltern der Palästinenser in einer ethnischen Reinigung aus ihrem Land gewaltsam vertrieben hat, und die Vertriebenen seit 50 Jahren in Flüchtlingslagern leben. Was für einen Grund sollte die Hamas haben, Israel anzuerkennen, obwohl Israel nichts, aber auch gar nicht anbietet, ausser Grausamkeit und Tod. Nur Menschen ohne Vernunft erkennen nicht die Alibibehauptungen der Israelis, um den Status Quo zu erhalten, der den Israelis weiterhin erlaubt, rechtlose Palästinenser weiter zu berauben.
Wenn sich das nicht ändert, werden die Islamisten der Region sich weiter als einziger Gegner des 'Bösen' verkaufen können. Vor allem, wenn man die auf massenhafte Tötung gerichtete Kriegsführung Israels als Beispiel vor der Nase hat.
Ohne Israel bei seinen Verbrechen zu Bremsen, wird der Iran keine Probleme haben, sich als dominiere Macht der Region zu etablieren.
Die Hamas erkennt Israel nicht an. Punkt. Das ist alles, was Herr Thumann zu sagen hat. Da fragt sich bestimmt der dojtsche Gutmensch gleich, ob das genung ist, um die als Terroristen einzustufen. Was bedeutet denn 'sich weigern', Herr Thumann? Wieso zeigen Sie nicht das Wappen der Hamas und zitieren aus ihrer Charta?
Und dann auch der knappe Satz über Israel, wieder dargestellt als unempfindliche Übermacht. Dieser Artikel zeigt die Realität (Haaretz, mental stress):
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Gibt es die ZEIT-Redaktion noch, oder ist die Zeitung zu einem Blog-Portal mutiert?
... Israel erkenne Palästina nicht an, ist eine derart infame Lüge, dass man sie schon fast als kriminell bezeichnen muss. Israel HAT Palästina anerkannt, und zwar im UNO-Teilungsplan von 1947. Ich kann nur immer wieder wiederholen, dass die Palästinenser ihren Staat längst haben könnten. Gescheitert ist dieses Unterfangen an der Ablehnung der Araber, die den gesamten 'heiligen islamischen Boden' bis heute für sich beanspruchen. Hisbollah und Hamas machen auch keinen Hehl daraus, das so offen zu sagen. Der Schlüssel zur Lösung des Nahostkonflikts liegt bei Iran, Syrien u.a., und zwar insbesondere in der Frage der Anerkennung des Existenzrechts Israels.
'Welches Palästina in welchen Grenzen erkennt denn Israel an?'
Wie ist der permanente Siedlungsbau mit der 'unsinnigen' Antwort in Einklang zu bringen?
Israel ist so stark, dass es gewiss nicht nötig hat, von irgendjemanden anerkannt zu werden!
'Israel ist so stark, dass es gewiss nicht nötig hat, von irgendjemanden anerkannt zu werden!'
Hat Ihnen der Fanatismus auch den letzten Tropfen Verstand ausgesaugt?
Das Nichtanerkennen ist das mindeste was die Hamas in Bezug auf Israel tut. Israel vernichten ist doch ihr eigentliches, offizieles Ziel. Und so sieht das dann aus:
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