DIE ZEIT: Herr Hamel, wie stehen die Sterne? Der Philosoph, Historiker und Astronom Jürgen Hamel BILD

Jürgen Hamel: Natürlich weihnachtlich. Wir sehen die Wintersternbilder: den Orion, den Stier, das Siebengestirn…

ZEIT: Was ist mit dem Stern von Bethlehem?

Hamel: Mit diesem Weihnachtsstern ist eine besondere Planetenkonstellation gemeint, die sehr seltene Begegnung zwischen Jupiter und Saturn, die im Jahre 7 vor Christus stattfand.

ZEIT: Kein göttliches Wunder?

Hamel: Theoretisch kann es sich beim Stern von Bethlehem natürlich um ein Wunder gehandelt haben. Dann ist die Sache aus wissenschaftlicher Sicht erledigt, der Astronom kann dazu nichts mehr sagen. Doch als Historiker hat man den Ehrgeiz, reale Hintergründe zu finden. Manche meinen, der Stern von Bethlehem sei ein Komet gewesen, andere tippen auf eine Supernova, einen explodierenden Stern. Meines Erachtens passt die Konjunktion zwischen Jupiter und Saturn am besten zur biblischen Erzählung.

ZEIT: Warum gerade die?