Die Zukunft des Fernsehens Eine Katze verändert die WeltSeite 3/3

CBS ist einer der populärsten Fernsehsender in den USA, dessen Manager sich mit YouTube geeinigt haben, dass Ausschnitte des CBS-Programms dort laufen und so den Weg vorzeichnen, den die Plattform nehmen wird. Traditionelle Fernsehprogramme werden sich mit privaten Videos mischen, und wer prüfen will, was etwa am Mittwoch der vergangenen Woche am häufigsten gesehen wurde, erkennt, dass die alte Hierarchie nicht völlig auf den Kopf gestellt ist. Am populärsten war eine Sequenz, die auf CBS lief und in der die Popsängerin Jessica Simpson zu sehen ist.

So entsteht eine erste Ahnung davon, warum das Fernsehen auch künftig noch Leitmedium sein wird. Die digitale Welt stärkt die starken Marken. Aber es werden nicht mehr die gleichen sein wie heute. Neben die Sender- treten die Serienwelten und deren Stars.

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Gleichzeitig wird es in zehn Jahren wohl keine Sendung mehr geben, bei der ein Zuschauer davon ausgehen kann, dass die meisten Kollegen oder Freunde sie ebenfalls sehen. Fernsehen als Gesprächsstoff für alle wird sich auf Fußball und die Nachrichten beschränken. Thomas Gottschalk wird in Rente sein, und stattdessen werden sich Fangemeinschaften im Internet, auf dem Handy oder tatsächlich auf dem Schulhof darüber austauschen, was ihren Zielgruppen-Nischen-Ministars gerade widerfahren ist.

Bleiben die Älteren und Alten, also alle im Alter über 30 Jahre. Sie sind im kommenden Jahrzehnt die Lebensversicherung für das traditionelle Fernsehen, weil sie gelernt haben, anderen die Auswahl zu überlassen. Besonders sicher können sich also die Öffentlich-Rechtlichen fühlen. Der demografische Wandel spielt ihnen in die Hände, sodass auf einmal aus der Not, dass die eigenen Zuschauer alt sind, ein Erfolgsrezept wird. Da mag man fast verstehen, wenn beim NDR jemand für den Landesjugendring in den nächsten Rundfunkrat einziehen soll, der weit über 60 Jahre alt ist. Was schadet das, wenn die Gesellschaft dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen entgegengreist? Aber natürlich ist das langfristig für keinen Senderchef beruhigend, und so wird die künftige WDR-Intendantin Monika Piel im kommenden Jahr ein Internet-Angebot mit Regionalnachrichten testen, damit der WDR auch auf den iPod kommt und nicht nur Leitmedium für die Alten bleibt.

 
Leser-Kommentare
  1. War nur ich es, die amüsiert schmunzelte als sie am vergangenen Montag ihre Abituraufgaben in die Hand gedrückt bekam und dieser Text einer davon war? Ich hatte mich bereits beim ersten lesen mit dem Thema auseinandergesetzt und plötzlich kommt das Gleiche im Abitur nochmal vor? Wenn das kein glücklicher Zufall ist. Zwar habe ich mich letztlich doch für den Gedichtvergleich entschieden, es war aber trotzdem eine nette Überaschung!

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