Entwicklungshilfe Die Rückkehr der RetterSeite 5/5
Und was ist mit den Tausenden von Milliarden, die in den vergangenen 50 Jahren aus reichen in arme Länder geflossen sind? Alle in Bauruinen versickert, alle in den Taschen korrupter Despoten? Der jüngste Millenniumsbericht der Vereinten Nationen stützt sich auf Zahlen aus dem Jahr 2002, und damals flossen nach Schwarzafrika etwa 30 Dollar pro Kopf und Jahr – immerhin ein Viertel dessen, was nach UNDP-Berechnungen nötig wäre, um die Armut abzuschaffen. Doch andere Forscher haben längst gezeigt, wie der größte Teil dieses Geldes für Nothilfen und Entschuldungsmaßnahmen abgezweigt wurde, ein anderer für Monsterbehörden und Wissenschaftler in reichen Ländern. »Die positive Wirkung der Entwicklungshilfe ist vereitelt worden, weil die Hilfsflüsse nicht zuverlässig bei ihren Empfängern ankamen«, urteilten im Februar 2005 Experten beim Internationalen Währungsfonds. »Es ist kein Wunder, dass die Hilfe für Afrika so wenig gebracht hat«, sagt Jeffrey Sachs. »Schlicht, weil es so wenig Hilfe war!«
Wie lange der Atem für sein eigenes Projekt in Sauri reichen wird, ist freilich auch noch offen. Für fünf Jahre hat er die Finanzierung mit Hilfsgeldern der Vereinten Nationen und von reichen Spendern gesichert, gerade hat ihm der Großspekulant George Soros weitere 50 Millionen Dollar in die Hand gedrückt. Sachs geht offen damit um, dass seine Modelldörfer und -distrikte auch danach noch Unterstützung brauchen werden. Es ist Sachs’ Version von Realismus, dass er sagt: Die Rettung wird teuer. Aber nicht teurer, versichert er, als die von der Staatengemeinschaft längst für die Entwicklungshilfe versprochenen 0,7 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt.
Sparsam will der Ökonom trotzdem sein. Die Bauern aus Sauri werden bald selbst als Experten in die umliegenden Dörfer geschickt, in Crashkursen haben sie das richtige Düngen oder das Warten eines hygienischen Wassertanks erlernt. »Wir müssen diesen Technologietransfer mit minimalem Aufwand und schnell schaffen«, erklärt Guido Schmidt-Traub, der bei der UNDP für die Millenniumsdörfer mitverantwortlich ist. Nur mit Hilfen von außen sei das nicht möglich. »So viele Entwicklungshelfer gibt es ja gar nicht.«
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- Datum 29.12.2006 - 04:19 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 28.12.2006 Nr. 01
- Kommentare 7
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vielen, vielen dank für den kurzen und treffenden kommentar...
ignoranz, auch wenn sie noch so sozial verkleidet daherkommt, bleibt dennoch was sie ist, ingnoranz. und damit unangemessen und in heutiger zeit im wahrsten sinne wohl asozialer und lebensgefährlicher denn, je für fast alle auf diesem möchtegern-menschen-planeten.
aber der mensch ist und bleibt teil der natur, mitsamt ihren 'naturkatastrophen', und daher wohl auch eine fussnote, nur vielleicht früher als ihm eigentlich lieb ist.
wer glaubt, nur die 'entwicklungsländer' müssten sich 'entwickeln', hat es in letzter konsequenz auch nicht anders verdient, und muss so angemessenerweise auch weiterhin an sich selbst scheitern.
Ich bin begeistert von der Essenz die ich in diesem Kommentar lese! Da hat jemand das "unaussprechliche" -sichtbar & - aussprechlich gemacht! Da kann Ihnen folgende Organisation gefallen: "SOCIAL NETWORKING FOR A MORE PEACEFUL AND FAIR WORLD" www.comitasintergentes.org. Viele bewerten diese Idee als Spinnerei oder geben bestenfalls zu, dass sie selbst ja auch einmal an "soetwas" glaubten. Doch auf genannter Seite da tut sich etwas; da entwickeln sich viele weiter ...
Ich bin begeistert von der Essenz die ich in diesem Kommentar lese! Da hat jemand das "unaussprechliche" -sichtbar & - aussprechlich gemacht! Da kann Ihnen folgende Organisation gefallen: "SOCIAL NETWORKING FOR A MORE PEACEFUL AND FAIR WORLD" www.comitasintergentes.org. Viele bewerten diese Idee als Spinnerei oder geben bestenfalls zu, dass sie selbst ja auch einmal an "soetwas" glaubten. Doch auf genannter Seite da tut sich etwas; da entwickeln sich viele weiter ...
...daß die 'Macher' in ihrem vorgeblichen Krieg gegen die Armut in der 3. Welt die 1. Welt durch ihre ungezügelte Profitgier in die Armut treiben - oder was glauben die Autoren, wohin die neoliberale Ideologie des angelsächsischen Amok-Kapitalismus uns führen wird?
das ist der einzige Weg.
die Systeme erhalten sich nur von Geld, und wer zahlt dieses Geld?
sollen 'die' sich eigentlich 'entwickeln' ?
Zu Habgierigen Freizeitsportlern mit 'Uhr', 'Auto' und 'Handy', getrieben von Geldwährung, Kaufsucht und Blödheit ?
Sollen das alles Milliardäre werden, sollen alle Menschen vergessen, woher sie kommen und wohin sie gehen ?
Sollen jetzt alle Bewohner dieses Möchtegern-Menschen-Planeten arme Schweine werden, die sich im Geld baden ?
Danke für die Entwicklungshilfe !
Die bisher geleistetet Entwicklungshilfe war Marktöffner zum Nutzen der höher entwickelten Staaten. Die neuen Chancen werden sich in Luft auflösen, wenn es an die Gestaltung einer ordentlichen Nationalökonomie geht. Da wird man sehr schnell feststellen, dass die Produktivität des Weltmarktes der Maßstab ist, welcher über Leben und Tod entscheidet. Diese ist aber mittlerweile so hoch, dass nur besonders große Länder und Länder mit gefragten Rohstoffen überhaupt die Möglichkeit zu den notwendigen Investitionen zu leisten. Keine Chance für andere. Ewiges Sichtum.
Dennoch: Alles was hilft um Hunger zu lindern ist begrüssenswert.
die doppelautoren schreiben munter drauf los und verschweigen munter drauf los - alles was nicht passt --
für die sog. dritte welt wurden immer und eben auch von der uno programme gefördert, die auf nachhaltigkeit beruhen, nicht auf gnadenloses machertum und kunstdünger ... der bericht sprudelt denn auch munter sofort mit ergebnissen los ohne einen längeren zeitraum abzuwarten ...
... mit mr. microsoft lässt sich sicher reden, was gewisse hardcore - aktivisten nicht fertig bringen - in der medikamenten-frage bringt gates denn auch eine wichtige nuance - in der frage bringt nachhaltigkeit keine punkte, es sind industrielle produkte absolut notwendig um den leuten zu helfen ...
... ob das auf die landwirtschaft ausgedehnt werden kann ist die frage ... kunstdünger ist auch eine art medikament, für den boden ... angesichts von klimawandel kippt vielleicht das ganze nachhaltigkeitskonzept über den haufen, es taugt unter den bedingungen nicht mehr ... denn die klimafrage müsste und muss in diese fragen einbezogen werden, in der klimafrage hat das konzept der nachhaltigkeit bereits versagt, es ist zu spät ... man muss sich ergo fragen, welche rolle der kunstdünger nun spielt, vielleicht als eine art bereits notwendiger herzschrittmacher ...
... man darf die leute dort nicht für konzepte und ideologien missbrauchen, wenn die zeitläufte gegen die richtung laufen ... kunstdünger wäre eine art robustes mandat ... aber das mandat muss kontinuierlich erfolgreich sein und nicht kurzfristig ...
man muss sich bewusst darüber sein, warum die macher notwendig sein könnten ... das fehlt im artikel, der die macher feiert ohne dies zu hinterfragen ... man kann den leuten dort keine zumutungen abverlangen, wenn sich dinge bereits völlig anders in höherem rahmen entwickeln ... ich schließe dabei auch genmanipulierte pflanzen nicht mehr aus ... warum , weil man an anderen punkten berits komplett versagt hat (bspw. eben klima) ... man darf die leute dort dafür nicht bestrafen, indem man an nicht mehr aufrecht erhaltbaren konzepten fest hält ...
... monokulturen allerdings wurden fremd eingeführt, das ist keine afrikanische erfindung bspw. ............................ Leute wie Bono oder Jolie haben recht, weil die Welt sich verändert hat ... die änderungen sind an den traditionellen aktivisten vorbei gegangen ... aber kein grund, sich nicht zu verbünden PLUS ... gibt es längst ausgebildete leute von dort - es ist verständlich, dass die nicht mehr lange fackeln, wie teils beschrieben ... mit ideologie in den fragen hat das nichts mehr zu tun ...
... konzepte von nachhaltigkeit gehörten vermutlich einer heilen welt an, die ist nicht mehr heil ... high tech nachhaltigkeit ist realistischer ... und den leuten zu gönnen ... good luck dabei
Ich bin begeistert von der Essenz die ich in diesem Kommentar lese! Da hat jemand das "unaussprechliche" -sichtbar & - aussprechlich gemacht! Da kann Ihnen folgende Organisation gefallen: "SOCIAL NETWORKING FOR A MORE PEACEFUL AND FAIR WORLD" www.comitasintergentes.org. Viele bewerten diese Idee als Spinnerei oder geben bestenfalls zu, dass sie selbst ja auch einmal an "soetwas" glaubten. Doch auf genannter Seite da tut sich etwas; da entwickeln sich viele weiter ...
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