Was wäre eigentlich so schön daran, wenn die Dinosaurier nicht ausgestorben wären?Wenn ein 70 Tonnen schwerer Brachiosaurus sich frühmorgens in den großstädtischen Berufsverkehr einfädelte?Dass das Aussterben im Allgemeinen und das Aussterben deutscher Wörter im Besonderen betrauert werden müsse, ja nach Möglichkeit verhindert, will uns jetzt eine Schriftstellerinitiative, angeführt von dem Journalisten Bodo Mrozek, weismachen.Mrozek hat bereits sein zweites Lexikon der bedrohten Wörter vorgelegt.Es enthält Ausdrücke wie Affenfett, Eppich, Maulschelle, Nassauer, poussieren, trätschen, weiland, wohlfeil, wohlgemut und Zahnklempner.Es ist ein amüsantes Kompendium fast vergessener Sprachschönheiten, rhetorischer Exaltationen und etymologischer Anomalien.Doch nun will eine Sprachschützer-Jury, zu der unter anderem Eva Menasse und Jakob Hein gehören, das »schönste bedrohte Wort« küren (Vorschläge werden bis zum 28.Februar unter www.bedrohte-woerter.de gesammelt).Außerdem gibt es eine Rote Liste von »Abgunst« bis »zeihen«, die den Eindruck erweckt, das Verschwinden dieser Wörter sei schlimm wie die Ausrottung der Wandertaube oder des Blauwals.Es ist aber nicht jedes Wort so nett wie das Trampeltier.Und es war nicht alles schön, was ausstirbt beispielsweise das Schrapnell.Man muss jedenfalls kein Sprachdarwinist sein, um das Ende gewisser Bezeichnungen nach dem Wegfall des von ihnen Bezeichneten zu begrüßen.Und manche angeblich bedrohten Wörter, wie die Jahresendflügelfigur, haben sowieso nie gelebt.Es ist gerade für Sprachschützer eine gute Nachricht, wenn solche künstlichen Dinosaurier in Vergessenheit geraten.