Die Versicherer des DaimlerChrysler-Konzerns werden gerade von einer alten Bemerkung Jürgen Schrempps eingeholt.Der hatte vor sieben Jahren in einem Interview fallen lassen, die Fusion mit dem amerikanischen Autobauer sei keineswegs ein Zusammenschluss unter Gleichen gewesen, wie öffentlich angekündigt, sondern eine Übernahme durch die Deutschen.Es folgten Milliardenklagen erboster Chrysler-Aktionäre wegen Irreführung, und die Geschichte endete mit einer Vergleichszahlung von 300 Millionen Dollar vorläufig. Dann meldete sich der Autobauer bei seinen Versicherern, wo das Unternehmen für Fehler der Topmanager eine spezielle Versicherung abgeschlossen hatte.Diese sogenannten Directors-&amp --Officers-Policen gehören zu den teuersten Haftpflichtversicherungen.Wer seine Chefs gegen zehn Millionen Dollar Schadensersatzforderungen versichert, muss je nach Risiko und Unternehmensgröße schon einmal eine Prämie von einer Million Dollar zahlen, sagt Robert Bregman, Analyst beim International Risk Management Institute.Dennoch: »Bei Managern sind sie sehr beliebt.Wer will schon mit seinem Privatvermögen haften?«, sagt Stephan Westphal von der Versicherungsconsulting-Gruppe Tillinghast. Jedenfalls war die alte Schrempp-Äußerung nach Ansicht der Stuttgarter ein klarer Schadensfall.Die Versicherer zu denen neben der amerikanischen ACE auch AXA und HDI gehören wehrten sich, doch jetzt endete die Sache ebenfalls als Vergleich: Das Konsortium soll laut Medienberichten 168 Millionen Dollar zahlen.Zusammen mit einer früheren Abschlagzahlung durch den US-Versicherer AIG erhielte Daimler damit fast die volle Versicherungssumme von 200 Millionen Dollar. Einige Versicherer sind inzwischen vorsichtig geworden. » Es gibt Fälle, in denen sie gedroht haben, die Deckung für bestimmte Vorstandschefs zu verweigern«, weiß der Experte Westphal.