Das von Claus Peymann geleitete Berliner Ensemble hat sich selbst zum »Theater des Jahres 2006« ausgerufen.Der Vorgang hat den Charme der Frechheit.Normalerweise wird das »Theater des Jahres« von der Zeitschrift Theater heute bestimmt - es ist ein Qualitätsprädikat, dem eine Umfrage unter Kritikern zugrunde liegt, für 2006 fiel ihre Wahl auf das Staatstheater Stuttgart.Nun weiß natürlich auch Claus Peymann, dass er kein kritisches Urteil in eigener Sache fällen kann - das verbietet ihm schon die Selbstliebe.Deswegen beruft sich sein Eigenlob nicht auf Qualität, sondern auf Quantität: Nie habe das BE in seiner Geschichte so viele Besucher gehabt wie 2006 - die Kostendeckung durch Eigeneinnahmen sei auf 30 Prozent gestiegen.Das ist in der Tat viel für ein staatlich subventioniertes Haus - doch ist es auch ein Argument, das gewöhnlich eher von Bühnen benutzt wird, die ihre Auslastung in Zusammenarbeit mit Busunternehmern aus der Provinz erreichen. Hieraus seinen Stolz zu beziehen ist ungewöhnlich für einen Mann, der sich bisher als Bürgerschreck zu profilieren suchte.Das Feuilleton der ZEIT hat eine Umfrage unter Kollegen gestartet und Peymann zum »Prahlhans des Jahres 2006« ausgerufen.