Grün an der Formel 1 war in der Vergangenheit nur der Decklack der Boliden von Jaguar.Das soll sich ändern.Neuerdings gefällt sich der Boss des Formel-1-Veranstalters FIA, Max Mosley, in der Rolle des Ökomahners.Es sei »ganz wichtig, Benzin und Energie zu sparen«, predigte er jüngst in Silverstone.Und Burkhard Göschel, Vertreter der Automobilhersteller bei der Formel 1, überraschte im Dezember die Vollstoffgemeinde mit grünen Pfennigfuchsereien: Wer von Tempo 300 auf 80 oder 100 abbremst, erzeugt kurzfristig mit einer Leistung von etwa drei Megawatt unnütze Hitze. » Theoretisch könnte man damit ungeheuer weit kommen.« Das Wort von der »grünen Formel 1« ist in der Welt, und plötzlich müht sich die bekennende Unvernunft mit sperrigen Begriffen der Ökorationalisten ab: Nachhaltigkeit!Wenn nicht gar Restholzverwertung!Mindestens 5,75 Prozent Biosprit soll der F1-Saft von 2007 an enthalten.Die Spezialisten diskutieren über Biomass-to-Liquid-Kraftstoffe, über synthetischen Sprit aus Stroh oder Holz.Einhalt soll auch der Geld- und Energieverschwendung beim Motorenverschleiß geboten werden: Drei Rennen muss eine Maschine künftig überleben.Und von 2009 an darf die Bremsenergie, mit der bislang die Rennatmosphäre aufgeheizt wird, zurückgewonnen werden.Zum Beispiel mittels Hybridtechnik. Doch während wir jetzt ungeduldig auf die ersten Ferraris warten, die statt für die verbannten Zigaretten für formaldehydfreie Birkenstocksandalen und Rote-Beete-Saft aus Hornmehlanbau werben, gehen die ersten Vordenker schon wieder hart ins Eisen.Vollbremsung beim ehemaligen BMW-Vorstand Göschel: Auf keinen Fall dürfe das »Aufregende und Emotionale der Formel 1« ausgeschlossen werden. » Grüne Formel 1« höre er eigentlich gar nicht gern.Schließlich weiß er am besten, dass Formel-1-Fans in der Boxengasse nicht auf leise heransurrende Solarmobile warten.Die wollen nicht nach Hause gehen ohne eine ordentliche Vergiftung mit polyzyklischen Aromaten und zumindest einer Woche Tinnitus. Grüne Formel 1?So schlimm wird es schon nicht werden.Man betrachte nur die technischen Details.Mit zwei wichtigen Maßnahmen, die Rennautos sauberer zu machen der Einführung von Benzin-Direkteinspritzung und einem Hybridsystem , kann man doch alternativ etwas viel Schöneres erreichen: Man kann die Autos spritziger und schneller machen.Dann saufen sie zwar wie eh und je. Aber sie gewinnen den Sprint.Auch Schumiralf wird demnächst nicht siegen, weil er ein paar Liter fossiler Brennstoffe weniger abfackelt, sondern weil er fleißig Bremsenergie im Hybridspeicher anhäuft, die er im entscheidenden Augenblick beim Überholen mit einem Druck auf die Boost-Taste abruft.Ein Plus von 60 bis 120 Kilowatt, also bis zu 160 PS für ein paar Sekunden versprechen die Experten.Damit ist man an der grünen Konkurrenz vorbei.Ob Jaguar oder Öko.