Bei der neu aufgelebten merger mania, der Welle von Übernahmen und Fusionen im internationalen Geschäftsleben, steht ein Gewinner stets von vornherein fest: die Geschäftsbanken, die solche Transaktionen gegen hohe Gebühren vermitteln.Als Spitzenreiter in diesem Geschäft hat 2006 die französische Großbank BNP Paribas zum zweiten Mal in Folge die internationale Hitliste angeführt.Mit 60 Transaktionen und einem Gesamtwert von 110 Milliarden Euro überrundete das Pariser Geldhaus seine amerikanischen Konkurrenten: Merrill Lynch mit 108 Milliarden Euro, gefolgt von Morgan Stanley und der Citigroup. Ein Grund für den Rekord waren Megageschäfte wie die Privatisierung der französischen Staatsautobahn, die Fusion der Stahlgiganten Arcelor und Mittal und die der Energieproduzenten Suez und Gaz de France.Dass das Gesamtvolumen der Transaktionen in Frankreich mit 40 Prozent stärker zulegte als im Rest der Welt (30 Prozent), führen Analysten zum einen auf die sanierten Finanzen der französischen Großunternehmen zurück.Sie schürten den Hunger auf Wachstum durch Zukäufe.Ein anderer Grund für den BNP-Erfolg war, dass sich die Bank unter der Führung ihres Präsidenten Michel Pébereau verstärkt außerhalb Europas engagiert.Frankreich hat nach dem anfänglichen Schock des feindlichen Übernahmeangebots durch den indischen Stahlbaron Mittal gemerkt, dass es dort neue Akteure gibt, mit denen sich Geschäfte lohnen.