Seit Jahresbeginn wird in Slowenien nur noch in Euro bezahlt das Land ist der erste postkommunistische EU-Staat, der die Einheitswährung eingeführt hat.In Ungarn, Tschechien oder Polen dagegen »ist von der einstigen Euro-Euphorie nicht mehr viel übrig geblieben«, sagt Mauro Toldo, Analyst bei der DekaBank.Das liegt vor allem an der strengen Auslegung der Beitrittskriterien durch die Europäische Zentralbank (EZB) und die Brüsseler EU-Kommission.Lautete die Losung noch vor wenigen Jahren: Wer in die EU möchte, muss auch in die Währungsunion, hat sich der Wind nun gedreht. Seit die Europäische Verfassung gescheitert ist, sind die konservativen Notenbanker noch ängstlicher geworden.Sie fürchten, dass sich zu einer unregierbaren EU eine Zentralbank gesellt, die wegen ökonomisch völlig unterschiedlicher Länder ebenfalls immer handlungsunfähiger wird. Das ist nicht alles.Länder wie Tschechien oder Polen etwa haben inzwischen erkannt, dass sie den Aufholprozess ihrer Länder eher bremsen denn fördern, wenn sie den Euro möglichst rasch zu den harten Bedingungen der EZB einführen.Niedrige Inflation, ein Budgetdefizit unter drei Prozent und weniger als 60 Prozent Staatsschuld im Vergleich zum Inlandsprodukt wer das anstrebt, kann schon mal der Wirtschaft die Luft abschnüren.Allerdings: »Nur Polen hat langfristig Potenzial für eine eigene Währung«, sagt Stefan Bruckbauer, Volkswirt der Bank Austria in Wien.Polen sei groß genug und sowohl mit der EU als auch mit Russland stark verflochten, deshalb könnte sich eine eigenständige Geld- und Währungspolitik auszahlen. Für die kleineren Neumitglieder gilt das nicht. » Unfair« nennt Analyst Toldo deshalb die Art und Weise, wie Litauen gerade die rote Karte gezeigt bekommen habe.Der baltische Staat hatte zur selben Zeit wie Slowenien um die Aufnahme in die Währungsunion gebeten.Doch Litauen verfehlte im Frühjahr 2006 bei einem einzigen Kriterium die Vorgabe: bei der Inflationsrate, um lächerliche 0,1 Prozentpunkte. Weil die Auslegung der Maastrichtkriterien so streng erfolgt, rechnen die meisten Experten nun erst für das Jahr 2009 mit einem weiteren Beitritt aus Osteuropa, nämlich der Slowakei. 2010 sollen dann die baltischen Staaten folgen und vielleicht auch der EU-Neuling Bulgarien.