Belletristik Im Licht der Empfindsamkeit
Ein Buch wie ein Salon, zu dem jeder Zutritt hat: Essays, Rezensionen und Gedichte von Joachim Sartorius
Bücher gibt es, die mit sich selbst Konversation machen. Das Innere der Schiffe von Joachim Sartorius ist so ein Buch. Der Autor – ein Lyriker von Rang im wahren Leben, ansonsten aber Leiter der Berliner Festspiele, ehedem im Dienst des Auswärtigen Amts, Übersetzer, Herausgeber, verdienstvoller Gastgeber aller nobelpreiswürdigen Dichter, die in die Hauptstadt kommen – kurzum: Der Autor dieser Sammlung von Essays, Rezensionen und Gedichten hat die Seiten mit Texten gefüllt, die miteinander im Gespräch sind wie in einem literarischen Salon. Die Themen springen, Querverweise schaffen jene Unruhe, die jede Diskussion beleben, literarische Kenntnisse werden vorausgesetzt.
Die Aufsätze belehren den Leser über sich selbst, über Poeten und Maler, aber auch über die Vorlieben des Autors: Sie entsprechen seinem exquisiten Geschmack. Man kann es auch anders sagen: Hier geht es um Bildung, um literarische Kultur, also um ziemlich altmodische Dinge. Jeder Leser hat Zutritt, und empfangen wird er von einem Vorwort-Gedicht aus der Feder (jedenfalls ist es von federleichter Schönheit) des großen Péter Nádas.
Augen auf (und auch die Ohren – es geht schließlich um die Töne der Sprache): Verhandelt wird die Frage, ob Lyrik übesetzbar sei, ob es eine »Moderne« der Poesie gebe (Sartorius sagt nein), oder ob, wie Octavio Paz behauptete, alle Dichter in aller Welt im Grunde genommen nur »dasselbe Gedicht« verfassen. Das sei, sagt Sartorius, »Unfug«. Aber zeugt denn die Behauptung nicht von friedfertigster Poesie? Weiter geht es mit Elogen auf John Ashberry (auch er saß einmal ziemlich beschwipst in Sartorius’ Wohnung, aber beschwipst war der amerikanische Poet wohl immer), mit Lobgesängen auf William Carlos Williams, dem mit wenigen Zeilen gelang, was Andy Warhol mit vielen Farben und noch mehr Publicity in seinem Genre später wiederholte: die Epiphanie des Dings (nicht des »Dings an sich«) im Gedicht zu schaffen, jede Zeile schwer beladen mit Wirklichkeit.
Texten von Cees Nooteboom, Orhan Pamuk und anderen dichtenden und malenden Wegbegleitern Sartorius’ gilt die essayistische Zuneigung des Freundes. Hier gleichen ihre Werke Juwelen, die der Autor gegen ein besonderes Licht hält, das seiner poetischen Empfindsamkeit entspringt. Literaturkritik, so zeigt sich, kommt erst dort zu sich selbst, wo sie Literaturliebe zur Quelle hat. Sartorius’ emphatischer Zuversicht, dass allein die Künste uns mit der Welt verbinden, verdankt das Buch seinen Titel, genauer, den Troerinnen von Euripides: »Nie war ich im Inneren der Schiffe. Aber ich weiß von ihnen durch Worte, die ich hörte, und Bilder, die ich sah.« Michael Naumann
Das Innere der SchiffeBelletristikZwischen Wort und BildJoachim SartoriusBuchDuMont2006Köln22,90260- Datum 09.01.2007 - 04:04 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 04.01.2007 Nr. 02
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also lieber herr dingsbums
wenn man als der liebe gott auf erden und normalsterblich wandelt und berliner dinge anruft, die bspw mit dem hier beschriebenem zu tun haben - dann wird man abgefertigt als ob in berlin ca. 90 % der deutschen autoren wohnen (das soll stimmen) und was man bei den angerufenen von diesen 90 % scheinbar hält (so anonym geht s im web gar nicht, das web ist nicht wahr)... ... wandeln sie selbst anaonym und unerkannt, was das web ja nicht ist und testen sie ... jetzt sind natürlich wos hier steht alle ganz anders ...
... was sie hier schreiben ist unfug ... bestätigen tun das professionelle lektoren ... unbeschwert, nämlich keine deutschen ... es läuft was schief ...
... sie versinken im eigenen zeremoniell gestifteten kulturellen nebel ...
... die zeit ist ja nun nicht grad eine literaturzeitschrift, die besprechungen und die auswahl verrät keine kenntnis, keine kulturelle innovation, sie ist grausam - auch was hier ignoriert wird -------- namen darf ich nicht nennen, wen man so ignoriert, das wäre für die beleidigend, von der qualität haben dies nicht nötig ...
die literaturabteilung der zeit existiert nicht - vermutlich eher vertrags und besprechabkommen oder wie man das nennen soll
weiter ... wieso eigentlich in schubladen denken ... der aufgesetzte hype, den berlin wurstig und groß mit riesigen literaturfesten veranstaltet usw fragt nach how much ... how big, how fat, how nobel ... how ab (um das feedback von einigen dafür vorweg zu nehmen) ............................. dazu kommt das intrigieren und indiskretieren, wichtigtuerei, kein klima ... zum abgewöhnen ...
das beste gedicht das zuletzt hörte trug richard burton in dem film candy von john huston vor ... würdig, schön, ergreifend, gut
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