Donzdorf Vertrauen erweckt Markus Staigers Belegschaft nicht gerade, nicht im süddeutschen Bibelgürtel.Doch trotz (oder wegen) seiner meist langmähnigen Angestellten hat sich der 40-jährige Musikverleger am Rande der schwäbischen Alb, wo es tiefschwarz und erzkatholisch zugeht, Respekt verschafft. » Mit geschäftlichem Erfolg«, schwäbelt Staiger fröhlich.Denn der kann sich sehen lassen.Vor 20 Jahren gründete er im Städtchen Donzdorf »Nuclear Blast«, ein Label für Heavy Metal in all seinen Facetten.Ganz allein, im Haus der Eltern, während des Zivildienstes, misstrauisch beäugt von der Nachbarschaft.Heute hat sie sich an die harten Töne gewöhnt. Nuclear Blast zählt heute 70 Mitarbeiter, gilt als weltgrößte unabhängige Schallplattenfirm des Genres und zahlt mehr Gewerbesteuern als all die Musterbetriebe ringsum.Im Ländle ein guter Grund, Vorurteile abzulegen. » Wir wechseln uns mit dem anderen großen Unternehmen an der Spitze ab«, sagt Staiger bescheiden.Letzteres handelt mit derselben Ware, wenn auch in ihrer stofflichen Form. Staiger selbst hat einst Maschinenbauer gelernt und ist dann »von Metall auf Metal« umgestiegen. Doch selbst in der traditionellen Branche hätte er kaum mehr Anerkennung unter Donzdorfs 12000 Einwohnern und dem Rest der Region erlangen können. 25 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet Nuclear Blast mit seinen 80 überwiegend skandinavischen Bands, mit Merchandising, Versand oder Promotion, mit Vertriebswegen über den ganzen Globus und einer Zweigstelle in L.A.Staiger, der selbst nie wie ein typischer Heavy-Metal-Fan ausgesehen hat, beschreibt sein Erfolgsrezept als Mischung aus Geschäftssinn, Disziplin und Leidenschaft.Fünfzehn Jahre lang hat er die Wochenenden durchgearbeitet.Jetzt bleibt endlich Zeit für sich, seine Freundin und das Golfspiel.Zu den Empfängen der Honoratioren geht er trotzdem nicht. » Ich hab im Underground angefangen«, meint Staiger, »da kommt es auf den Menschen an, nicht aufs Geld.«Auch wenn er davon nun mehr als genug hat.