Tierliebe ist so ein Wort, das einem leicht über die Lippen geht, wenn zugleich vom Brehm die Rede ist: von Alfred Edmund Brehm also, 1829 bis 1884, Zoodirektor, Begründer des Berliner Aquariums, reisender Forscher und Autor jenes Volksbuchs mit über 200 Auflagen seit seinem Erscheinen, »Brehms Tierleben«.Auf Grundlage der zweiten Auflage von 1882 bis 87 hat nun der Schriftsteller Roger Willemsen eine Auswahl der Tiergeschichten getroffen, die majestätisch schwer wiegt wie eine Löwenpranke und doch die Leichtigkeit des Skurrilen hat (»Die schönsten Tiergeschichten aus Brehms Tierleben« - illustriert von Klaus Ensikat - S.Fischer Verlag, Frankfurt a.M. 2006 - 953 S., 39,90 ). Unser Waldkauz, der Tasmanische Schnabeligel, die Suppenschildkröte, unsere Stubenfliege, lauter tierische Mitbewohner des bürgerlichen 19. Jahrhunderts, und doch: »Ich weiß nicht«, sagt Brehm, »ob ich irgend einen Affen als Hausgenossen anrathen darf«.Das Buch aber doch.