Peter Struck (SPD) hätte den Abschussbefehl gegeben.Und auch sein Nachfolger, Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU), sagt, er würde es tun.Damit wäre die Frage, was passiert, wenn Terroristen ein Passagierflugzeug entführen, um es in ein Hochhaus oder Kernkraftwerk zu lenken, geklärt.Jetzt muss bloß noch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble einsehen, dass ein Paragraf nicht helfen kann, wo allein das Gewissen entscheiden muss.Die schlichte Wahrheit zum Thema Flugzeugabschuss lautet: Es gibt kein geschriebenes Gesetz, das es dem Minister verbieten würde, in einem Szenario wie dem 11.September hundert Unschuldige zu töten, in der Hoffnung, tausend Unschuldige zu retten.Aber es kann auch keines geben, das ihm ebendies erlaubt. Letztere Feststellung hat das Bundesverfassungsgericht am 15.Februar 2006 in aller Deutlichkeit getroffen - es sei »schlechterdings unvorstellbar«, mahnten die Grundrechtshüter die Bundesregierung, eine Rechtsgrundlage zu schaffen, die Menschenleben gegen Menschenleben aufrechne. Gilt dies denn auch, fragt Schäuble, wenn Terroristen es darauf anlegen, den Staat als solchen zu erschüttern, durch »Angriffe auf die Grundlagen des Gemeinwesens«?In einem »Quasi-Kriegsfall« müssten doch wohl Bundeswehrsoldaten zur Abwehr losgeschickt werden dürfen.Dafür werde man doch wohl noch die Verfassung ändern können. Wahrscheinlich ist es kein Zufall, dass niemand so recht darlegen kann, wie ein solcher terroristischer Enthauptungsschlag eigentlich aussehen soll.Wahrscheinlich deshalb, weil es sich nicht mehr um Terrorismus, sondern schon um Krieg handeln müsste.Für den indes gibt es bereits Regeln.Eine der simpelsten lautet: Die Regierung dürfte tun, was sie für angemessen hielte und da sind wir wieder wo?Genau, beim Gewissen.