Second Life Die nächste Kolonie des KapitalismusSeite 5/5
- Datum 24.02.2007 - 05:55 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 04.01.2007 Nr. 02
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Diese Utopie hinter 2ndL könnte die Fortsetzung der romantischen Area der Sience Fiction die ab den 50er entstanden ist und in den 70/80ern ihren Höhepunkt hatte. Ich sehe zwei Punkte warum das doch wieder scheitern wird: 1. Rechenpower und 2. der Kapitalismus. Utopien sind etwas für Idealisten und nicht für Möchtegernmillionäre.
Denn wo der Sozialismus keine tragfähige Utopie mehr scheint, schafft sich der Kapitalismus eine zweite Realität! Dumm nur, dass diese so recht bald in der Werbetonne endet!
die vermutung ist nicht abwegig, daß längere verweildauer in diesen virtuellen welten zu trennschärfeverlusten führen kann.
VR, RL, BWL, AOL - alles eins. da ist verwirrung nicht ausgeschlossen.
möglicherweise turnt merkel als gefeierte ballerina durch den cyberspace, während beck den feinsinnigen intellektuellen gibt, stoiber als demosthenes brilliert und westerwelle als rächer der enterbten punktet. bütikofer gibt den nurejew und roth die ewig junge sissy.
reality bites.
wundert und bewundert die wundersame Welt des Cyberspace. Was für ein Hype um second life.
Wer in den Annalen des Internets ein wenig zurückblättert reibt sich verwundert die Augen. Er stößt auf Namen wie blaxxun und cybertown. Beides einst höchst deutsche Firmen, die es irgendwie nicht über die Startrampe geschafft haben.
Die blaxxun Technologie beinhaltete so ziemlich alles, was uns in secondlife so neu erscheint, hatte aber den fatalen Fehler a) zehn Jahre zu früh auf den Markt zu kommen und b) das Geschäftsmodell auf den Verkauf der Software und nicht auf das Community building gelegt zu haben.
Aber vielleicht findet sich ja ein findiger Investor, der die Technologie aufkauft und a la studiviz ein eigenes Portal hochzieht. Schneller und billiger kann man mit Geld kaum reich werden. Gewiss eine Million sollten es schon sein, aber wer die Preise für Communities sieht (youtube, studiviz) sollte dies als ein recht günstiges Investment erachten dürfen.
wer hat die meisten bytes zur hand !
ich weiss nicht warum hier von einer utopie gesprochen wird. an einer spiegelung unserer realitaet ist wahrlich nichts utopisches - egal ob es sich hierbei um einen roman oder ein onlineportal bzw multiclientprogramm handelt.
folge ich dem inhalt des artikels scheint er mir auch eher - wie 'devin' richtig bemerkte - eine werbemaßnahme fuer dieses 'portal' zu sein. Oder habe ich die zu feinsinnige ironie vielleicht uebersehen ? das kolumbus schmankerl zum einstieg riecht etwas zu dumm nach siedler oder goldrush mentalitaet. Den positivistischen und optimistischen ansatz zu einer zukuenftigen gesellschaft
(- sordnung), sprich utopie konnte ich niergens entdecken.
aehnliche auslaufer unseres wirtschaftssystems ins virtuelle gibt es allenthalben bzw bestimmen unserer realitaet schon laengst. nicht einmal dass all dies vor allem ein moegliches utopia fuer programmierer , IT investoren und resultierende rechteinhaber ( da habe wir es wohl wieder ) werden koennte, ist in irgend einer art neu. Leid tuen koennen einem die armen menschen, die sich von diesen angeboten einsaugen lassen und ihre freizeit und kreativitaet ins virtuelle nirvana investieren, sich die 'zehn gebote' neu schreiben lassen und dann teuere kurse belegen, um zu lernen wie man die maus bedienen muss, um mit seiner gerade erworbenen dingsbums-verlaengerung avatarsex zu 'geniessen'.
Im grunde braucht man sich natuerlich nicht zu wundern, herrscht ja auch jetzt schon fast avatarpflicht. denken sie nur an den zugangscode zum onlinekonto, an ihren buddyname oder aehnliches.
Eine altbekannte 'kolonie des kapitalismus' zeigt sich im neuen gewande : das globale monopol des fehrnsehns in punkto konsumentenfuehrung geht langsam aber sicher an den internetstandard ueber - alles technisch machbare, das kommerzialisierbar ist (und nur das), wird auch gemacht werden - aendern wird dies alles nichts, und wenn dann wird nur unsere jetzt schon sehr virtuelle geldwirtschaft noch virtueller werden.
Und auch die frage, ob es sich hier um ein spiel handelt beantwortet wohl der hinweiss auf den allgemeinen wett- und zockercharkter des kapitalismus : die monster die wir bekaemfen sind wir selbst.
Schon in der von 'klaef' oben erwaehnten science fiction literatur wurde nicht nur von solchen moeglichkeiten und zustaenden getraeumt, sondern vor allem auch davor gewarnt ( siehe z.B.: 'ubick' von k.dick). durch drogenaehnliche abhaengigkeit erzeugende produkte, vor allem im bereich substitut 'leben', lassen sich grosse menschenmassen noch leichter durch oekonomische/kapitalistische interessenvertreter fuehren bzw verfuehren.
schade, dass unsere kraft nicht mehr in die ueberwindung der wiederstaende fliesst, die uns die reale welt im menschlichen zusammenleben tagtaeglich zutraut, denn der weg des geringsten wiederstandes ist meist auch der weg ohne beruehrung und kontakt. Die stille in 'BYTELAND' nach dem absturz wird unertraeglich sein.
hi@all,
zunächst: der artikel ist einer der besten, die ich über sl gelesen habe. ich finde allerdings, dass sowohl im artikel als auch in den comments die potentiellen gefahren von second life überschätzt und die möglichkeiten unterschätzt werden.
wenn man sl einfach nur als die konsequente weiterentwicklung des www sieht, erscheint vieles nüchterner, viele fragen beantworten sich von selbst und einige stellen sich einem gar nicht erst...
mgg
asmus
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