Das Gebiet des heutigen New York wurde im 17. Jahrhundert von Holländern besiedelt. Damals galt die Vorschrift, Land für neue Städte nicht durch Krieg, sondern in friedlichem Handel mit den Ureinwohnern zu erwerben. Als Peter Minuit, Direktor der holländischen Kolonie, 1624 auf der Insel Manhattan die Stadt Nieuw Amsterdam gründen wollte, verhandelte er mit den Indianern. Sie stimmten einem Tausch zu, der ihnen Waren im Wert von 60 Gulden einbrachte.

So steht es in einem Bericht, den ein Peter Schagen 1626 an die Westindien-Kompanie schickte – das einzige zeitgenössische Dokument über den Handel. Die Zahl von 24 Dollar wurde erst im 19. Jahrhundert ermittelt, denn es hatte über 200 Jahre gedauert, bis die Geschichte in Amerika publik wurde. Es ist ein angenommener Wert der Gulden in damaligen Dollar – also weder der Preis zur Zeit des Vertrags noch der heutige Wert. Der läge bei etwa 90 Dollar.

Ein schlechtes Geschäft für die Indianer? Das kann man so oder so sehen. Der heutige Wert der Insel ist schwer zu ermitteln, aber vor einigen Jahren hat ein amerikanischer Journalistenkollege den Betrag einmal geschätzt. Er errechnete eine Wertsteigerung von 17 Milliarden Prozent. Das klingt astronomisch, entspricht aber, über die Jahrhunderte gerechnet, einer jährlichen Rendite von bescheidenen 5,3 Prozent. Christoph Drösser

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