Ihr Dossier hat mich geärgert, weil Sie hier unkritisch und pauschal Reichtum und schlechtes Benehmen in einen Topf werfen. Ich selbst habe auch ein schönes Ferienhaus in sehr exponierter Lage an einem deutschen See, aber ich zahle dort brav meine Zweitwohnsitzsteuer, würde auch Strafmandate und Anliegergebühren bezahlen, und unsere Kinder hatten immer etwas weniger Taschengeld zur Verfügung als ihre Schulkameraden. So haben sie gelernt, mit Geld umzugehen.

Friedel Weber, Bielefeld

Als Bürger, der zwanzig Jahre lang in Tutzing arbeitet und lebt, habe ich den Bericht sehr aufmerksam gelesen. Und ich habe so im Unterton empfunden, hier sei alles sehr disharmonisch. Es gibt hier bestimmt viele Reiche, auch Millionäre am See, aber es gibt mindestens ebenso viele Bauern, normale Bürger und auch arme Menschen. Genau diese Mischung macht die Gemeinschaft und Landschaft so liebenswert und freundlich. Als Pflegedienstleiter komme ich mit all diesen Bürgern in Kontakt. Wenn man sich auf sie einstellt und sie da abholt, wo sie gerade stehen, gibt es keine Probleme.

Armin Heil, Tutzing

Ich bin positiv überrascht, dass Sie sich endlich Gedanken über die Menschen machen, die im Überfluss leben, sich nie zeigen und sich vielem in der Gesellschaft nicht verpflichtet fühlen.

Hilke Ruschmeyer, per E-Mail

Mit großem, aus eigenen Erfahrungen gespeistem Interesse habe ich in dem ausgezeichneten Artikel gelesen, dass die meisten Zugänge zum Starnberger See für die Allgemeinheit gesperrt sind (Schilder: »Privatgrundstück Betreten verboten!«). Demgegenüber heißt es in Artikel 141 der Bayerischen Landesverfassung in kaum zu überbietender Deutlichkeit: »Staat und Gemeinden sind berechtigt und verpflichtet, der Allgemeinheit die Zugänge zu Seen, Bergen und Flüssen freizuhalten und allenfalls durch Einschränkungen des Eigentumsrechtes freizumachen.« Dies zeigt, wie weit in Bayern Verfassungstext und Verfassungswirklichkeit auseinanderklaffen können.