Vielen Dank, liebe Fürstin Gloria!

Ihr Dossier hat mich geärgert, weil Sie hier unkritisch und pauschal Reichtum und schlechtes Benehmen in einen Topf werfen. Ich selbst habe auch ein schönes Ferienhaus in sehr exponierter Lage an einem deutschen See, aber ich zahle dort brav meine Zweitwohnsitzsteuer, würde auch Strafmandate und Anliegergebühren bezahlen, und unsere Kinder hatten immer etwas weniger Taschengeld zur Verfügung als ihre Schulkameraden. So haben sie gelernt, mit Geld umzugehen.

Friedel Weber, Bielefeld

Als Bürger, der zwanzig Jahre lang in Tutzing arbeitet und lebt, habe ich den Bericht sehr aufmerksam gelesen. Und ich habe so im Unterton empfunden, hier sei alles sehr disharmonisch. Es gibt hier bestimmt viele Reiche, auch Millionäre am See, aber es gibt mindestens ebenso viele Bauern, normale Bürger und auch arme Menschen. Genau diese Mischung macht die Gemeinschaft und Landschaft so liebenswert und freundlich. Als Pflegedienstleiter komme ich mit all diesen Bürgern in Kontakt. Wenn man sich auf sie einstellt und sie da abholt, wo sie gerade stehen, gibt es keine Probleme.

Armin Heil, Tutzing

Ich bin positiv überrascht, dass Sie sich endlich Gedanken über die Menschen machen, die im Überfluss leben, sich nie zeigen und sich vielem in der Gesellschaft nicht verpflichtet fühlen.

Hilke Ruschmeyer, per E-Mail

Mit großem, aus eigenen Erfahrungen gespeistem Interesse habe ich in dem ausgezeichneten Artikel gelesen, dass die meisten Zugänge zum Starnberger See für die Allgemeinheit gesperrt sind (Schilder: »Privatgrundstück Betreten verboten!«). Demgegenüber heißt es in Artikel 141 der Bayerischen Landesverfassung in kaum zu überbietender Deutlichkeit: »Staat und Gemeinden sind berechtigt und verpflichtet, der Allgemeinheit die Zugänge zu Seen, Bergen und Flüssen freizuhalten und allenfalls durch Einschränkungen des Eigentumsrechtes freizumachen.« Dies zeigt, wie weit in Bayern Verfassungstext und Verfassungswirklichkeit auseinanderklaffen können.

Prof. Wolfgang Jäckle, Münster

Vielen Dank, liebe Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, dass Sie mich so kurz vor Heiligabend arm gemacht haben. Bisher zählte ich mich zumindest der unteren Mittelschicht zugehörig, doch wenn ich höre, dass eine Frau, die mindestens über zwei Schlösser verfügt wo sicher auch noch der eine oder andere Vermögenswert vorhanden ist , sich zur Mittelschicht zählt und überhaupt nicht reich ist, dann muss ich wohl bitterarm sein. Denn ich verfüge, obwohl ich mich bisher keinesfalls arm gefühlt habe, weder über Schlösser, ja nicht mal ein einziges lumpiges Schloss darf ich mein Eigen nennen, noch über ein eigenes Haus oder eine Wohnung. Nicht mal ein Stück Land mit einer Hütte darauf befindet sich in meinem Besitz.

Detlef Antemann, Bruchsal

Ergänzend zu Ihrem Beitrag noch dies: Im November 2006 bemängelte der Bundesrechnungshof, dass die Finanzämter Einkommensmillionäre nur sehr unzureichend prüfen. Ergänzend wies die Steuergewerkschaft darauf hin, dass die Kontrolle ausgerechnet in Gegenden, in denen relativ viele reiche Bürger wohnen, besonders lasch gehandhabt wird. Exemplarisch wurde der Landkreis Starnberg als eine dieser »Steueroasen« genannt, in denen der Prüfdienst personell unterbesetzt sei. Offenbar wollten die Bundesländer, in denen diese Steueroasen liegen, wie hier zum Beispiel Bayern, auch gar keine effektivere Kontrolle, um vermögende Bürger nicht zu verärgern.

Siegmar Henkes, Hannover

 
  • Quelle DIE ZEIT Nr.02 vom 04.01.2007, S.16
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