Können diese acht inspiriert blickenden Augen lügen?Das Bandfoto im CD-Booklet ist Programm: The Magic Numbers bestehen aus den beiden Bruder-Schwester-Paaren Stodart und Gannon, die so uniformiert gestylt sind dichte, lange schwarze Haare, die Herren mit Vollbart , dass jeder mit jedem verwandt sein könnte.Es ist keine synästhetische Übertreibung zu behaupten, dass auch die Musik der Magic Numbers vom Willen zur oberflächlichen Harmonie geprägt ist.Das Debütalbum des Quartetts aus London, das im vergangenen Jahr erschien, bestach durch seine paradiesisch entrückten Melodien, die den Hörer sofort davon überzeugten, dass der Sommer der Liebe immer noch in vollem Gange sei. Mit ihrem zweiten Album, Those the Brokes, bekräftigen die Magic Numbers ihre Eigenständigkeit.Einerseits rücken sie stärker in den Pop-Mainstream hinein, wobei es jedoch keinen Grund gibt, diesen Verlust der Unschuld zu bedauern.Denn zugleich lässt die Band immer noch Brüche und Dissonanzen zu.Zwar regiert meist die Idylle, aber in der Tiefe brodelt es.So lugen etwa im Song You Never Had It die E-Gitarren grimmig-kakofonisch hinter den Harmonien hervor.Manchmal, wie in Carls Song, wird es plötzlich im Lied ganz leise, und die Band fällt in meditative Versenkung.Der Gesang wird zum psychedelischen Kanon, die Frauen singen Koloraturen der Trance, und der Bandleader Romeo Stodart klagt: »And I fear, what Id find / Somewhere in my heart / Each time«.Doch am tiefsten Punkt der Finsternis muntern sie sich mit einem chorischen Refrain selbst wieder auf: Ein Glück, dass es auch für die Morgendämmerung Wiegenlieder gibt. Diese vier Fantasten haben ein tolles Gespür für das Tempo ihrer Musik, denn die durchdringt den Hörer mit der Schwingungsfrequenz von Röntgenstrahlen.Bei Undecided übernimmt zunächst Angela Gannon die Hauptstimme, um im Laufe des Songs über die »unentschiedene Liebe« von Romeo Stodart abgelöst zu werden: Nicht nur in diesem Moment beweist die Band, dass sie Rhythmus und Blues hat.Ob von Folk-, Rock- oder Songwriterseite: Ohne flach zu sein, bietet ihre leichte und bescheidene Musik unterschiedliche Zugänge.Am Ende des Albums verblassen die Töne ganz einfach in die Morgenröte hinein.Auch inspirierte Augen werden mal müde. The Magic Numbers: Those The Brokes EMI 094637766927