Eine Schweizerin in Österreich: Nives Widauer, 41, lebt seit zehn Jahren in Wien.Die verschiedenen Geschwindigkeiten der Stadt hat sie schätzen gelernt. + Unsichtbare Donau Ich habe ein paar Jahre lang an der italienischen Küste gelebt.Das Meer fehlt mir.In Wien lebt man eigentlich auch am Wasser.Aber doch nicht so ganz.Die Donau macht einen Bogen um die Stadt.Man denkt oft an den Fluss, sieht ihn aber kaum.Eigentlich fließt die Donau schnell, wenn man sie aber von einer Brücke aus betrachtet, scheint es, als ob sie ein stehendes Gewässer wäre.Das passt gut zur Stadt.Hier gibt es diesen langsamen Unterstrom, den man in den alten Kaffeehäusern spürt.Ebenso prägend ist aber auch der schnellere Überstrom.Wien ist zwar nicht New York, trotzdem hat die Stadt ganz schön Tempo.Es gibt eine auffällige Risikobereitschaft hier, die nicht nur einer gewinnorientierten Haltung entspringt. Faszinierende Eisenmassen Der Meteoritensaal im Naturhistorischen Museum ist ein Sinnbild dafür.Seit bald 120 Jahren steht die weltgrößte Sammlung dieser »auf die Erde herabgestürzten Stein- und Eisenmassen« unberührt in ihrer Pracht.Wohl kein anderes europäisches Museum hat sich einen so wunderbaren Ausstellungssaal so originalgetreu erhalten.Mich haben der Saal und die Objekte derart in ihren Bann gezogen, dass ich Wissenschaftler, Philosophen und Schriftsteller eingeladen habe, mit mir ein Buch zu machen: Meteoriten was von außen auf uns einstürzt. aufgezeichnet von Ernst Schmiederer