Robotik Der Golem aus dem Rechner
Forscher träumen von Maschinen, die sich selbst entwerfen. Im Computer macht die technische Evolution erfolgreich ihre ersten Schritte.
Seit Beginn der industriellen Revolution ersinnen Ingenieure Maschinen, die dem Menschen Arbeit abnehmen, nicht selten so gründlich, dass ganze Berufszweige überflüssig werden. Nur sich selbst konnten Ingenieure bisher nicht ersetzen. Noch immer ist der Entwurf von Maschinen eine Kunst, die nicht vollständig automatisiert werden kann. Aber auch das soll sich ändern. Einige Forscher wollen lösen, was der US-Robotiker Hod Lipson das »Metaproblem der Ingenieurwissenschaften« nennt: »eine Maschine bauen, die selbstständig andere Maschinen entwerfen und bauen kann«.
Lipson ist ein Vertreter der so genannten Evolutionären Robotik. Der recht junge Forschungszweig will dem Maschinenreich Fähigkeiten verleihen, die bisher dem organischen Leben vorbehalten waren. Maschinen sollen wachsen, mutieren, sich an eine veränderte Umwelt anpassen und vervielfältigen.
»Wir wollen die Evolution für uns arbeiten lassen«, sagt Rolf Pfeifer, der das AILab, das Labor für Künstliche Intelligenz, an der Universität Zürich leitet. »Unsere große Schwäche als menschliche Designer ist, dass wir Vorurteile haben. Ein Computer hingegen, der zum Beispiel genetische Algorithmen nutzt, hat keine Vorurteile. Der kann Lösungen entwickeln, auf die wir nicht kommen würden.«
Die Grundprinzipien der Evolution, Mutation und Selektion, machten Forscher schon vor Jahrzehnten für technische Probleme nutzbar. Der Berliner Bionik-Ingenieur Ingo Rechenberg entwickelte in den sechziger Jahren in Windkanalexperimenten seine »Evolutionsstrategie«. Indem er die Form einer Tragfläche immer wieder mutieren ließ und nur die besten Varianten weiterverwendete, fand er jene Lösung für den geringsten Luftwiderstand.
Wissenschaftler wie Lawrence Fogel und John Holland erdachten verschiedene Ansätze für »evolutionäre Algorithmen«, mit denen die für ein bestimmtes Problem optimalen Programme gefunden werden. Dank fortgeschrittener Rechnertechnik konnte der US-Computergrafiker Karl Sims dann 1994 erstmals virtuelle Wesen in einer Rechnerwelt demonstrieren, deren Gestalt und Steuerungsprogramm sich im Laufe mehrerer Generationen weiterentwickelten, um besser laufen oder springen zu können.
Bis in einer Simulation evolvierte Roboter entstanden, dauerte es noch mehrere Jahre – bis zum Golem-Projekt von Hod Lipson und Jordan Pollack. Das Akronym Golem steht für »Genetisch organisierte lebensähnliche Elektro-Mechanik«. Anders als im alten jüdischen Mythos des aus Lehm erschaffenen Golems, entstanden die Roboter-Kreationen nicht aus den Händen eines Töpfers, sondern in einem 3D-Drucker.
Lipson und Pollack schrieben zunächst ein Programm, das Gestalt und Steuerung des simulierten Roboters auf einer virtuellen Oberfläche beschreibt. Mögliche Elemente waren Verbindungsstreben mit Gelenken, eine Art hydraulisches Gestänge, das Bewegungen erzeugen kann, und künstliche Neuronen. Jeder von 200 Robotern in der Startpopulation bekam eine zufällige Anfangsausstattung. Einige Exemplare unterzogen die beiden außerdem einer Mutation: Verbindungsstreben wurden nach dem Zufallsprinzip gekürzt oder verlängert, die Aktivität von Neuronen verstärkt oder geschwächt.
- Datum 11.01.2007 - 13:31 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 11.01.2007 Nr. 03
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Seit mehr als drei Milliarden Jahren tut sie das bereits.
Der Gebrauch des Begriffs 'Evolution' soll wohl die Bedeutung dieser gewiss interessanten Forschungsarbeiten zusätzlich aufwerten. Was aber völliger Unsinn ist. Die Art und Weise, wie in diesem Artikel von Evolution die Rede ist, erweckt in der Tat den Eindruck, als seien die wesentlichen Prinzipien der Evolution nicht verstanden worden.
man nennt es Einschleifen, etwas schleift sich ein ... bahnt sich ein ... auch in der Technik ... oder justiert sich selbst ... tariert sich aus, passt sich an, passt sich ein ...
Technik zwischen Autopoiesis und Evolution, seit Technik -
den Entwurf aber würde ich nicht als Leistung an sich sehen wollen - Skepsis gegenüber dem Entwurf ... der Begriff ist nicht fein genug, schon zu groß ... zu grob ... auch der Zufall fällt immer noch ... es fällt zu ... das ist noch wie der Glücksbegriff, gutes altes griechisches Denken ...
... mir ist das zu grob ... was die Mathematik angeht, mir fehlt was ... vielleicht wirds die Mathematik nie können (den Zufall kann sie) ...
ich werd den Weg ja nicht hier hin schreiben ...
ein Entwurf codiert ... das Codieren liegt schon vor dem Entwurf, der Entwurf wird codieren, beides sind bereits Punkte ...
wenn man Rechnen mit Leben verwechselt und umgekehrt könnte es sein - Rechnen ist mir ein Infinitiv, der mir nicht lebendig scheint, wie das sonst Infinitive so sind ...
ne, das Entwerfen ist es nicht ... scheint mir nicht so zu sein ...
wenn nun ...
(mir waren Sinne schon immer zu mechanisch als dass ich die dem Leben exklusiv zugeschlagen hätte - ne, Sinne sind Leben nicht )
mit nem Gruß an Friedrich Kittler
yo! man wuenscht sich bloss, nicht nur der weg waere hier nicht hin geschrieben worden.
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