Denkmalschutz Ohne Wurzeln keine Flügel
Die Schauspielerin Nadja Uhl über ihre Erfahrungen mit einem eigenen Denkmal.
DIE ZEIT: Frau Uhl, warum ein Denkmal?
Nadja Uhl: Sie meinen, warum wir in Potsdam die Gutmann-Villa gekauft haben? Ein Freund erzählte uns, dass sie ganz schrecklich zerfalle und man dringend etwas machen müsse, weil sich kein Käufer fand. Ich kannte das Haus, wie jeder Potsdamer, eine wunderbare Villa, so hundert Jahre alt. Um Gottes willen, habe ich gesagt, niemals. Dann haben mein Partner und ich sie uns aber trotzdem angesehen, was ein schwerer Fehler war. Wir haben uns sofort verliebt.
ZEIT: Reiche Schauspielerin kauft Luxusvilla, hieß es dann in den Zeitungen.
Uhl: Was völliger Quatsch ist. Wir haben mit den Erben gesprochen und auf den Tisch gelegt, was wir hatten. Wir haben versprochen, dass wir unser Bestes versuchen, das Haus zu erhalten, das hat die Erben gefreut. Zehn Jahre könnte es dauern.
ZEIT: Zehn Jahre?
Uhl: Ja, bis dahin werden wir wohl in einem Provisorium wohnen. Vieles machen wir in Eigenarbeit, alles geht halt nur im Rahmen der Mittel, die wir haben. Im Moment wird das Dach saniert, weil es in Strömen reingeregnet hat. Dann gucken wir Jahr für Jahr, wie wir vorankommen.
ZEIT: Und haben Sie Ihren Kauf schon bereut?
Uhl: Nein, im Gegenteil! Es ist eine großartige Erfahrung, durch das Arbeiten am Haus seine Geschichte von Grund auf kennenzulernen. Das ist fast so eine Art Meditation.
ZEIT: Sie versenken nicht nur ihr Geld, sondern auch sich selbst.
Uhl: So einen Ort zu erspüren ist schon toll. Zu sehen, wie ein Haus, das dem Untergang geweiht war, langsam wieder erblüht.
- Datum 11.01.2007 - 07:05 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 11.01.2007 Nr. 03
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