Klima Es wird heiß auf dem Planeten Erde

Mitten in Januar 10 Grad in Berlin, 22 Grad in New York. Der Klimawandel verändert die Welt. Doch gibt es Wege, die Katastrophe abzuwenden

Das Wetter spielt verrückt. Verrückter als gewohnt. Anfang Januar herrschen in New York normalerweise Temperaturen um den Gefrierpunkt; am vergangenen Wochenende waren es 22 Grad Celsius, nicht Fahrenheit. Frühlingshafte Temperaturen auch in Berlin: mehr als 10 Grad – 10 Grad mehr als normal. In Hamburg blühen die ersten Kirschbäume, Schnee ist nicht in Sicht. Ski und Rodel: Fehlanzeige.

Nie zuvor seit Beginn der Wetterbeobachtung erlebte Deutschland einen wärmeren Herbst als den des vergangenen Jahres. Er war 2,5 Grad zu warm – und der Winter schickt sich an, ebenfalls alle Temperaturrekorde zu brechen. Die Jahreszeiten, so scheint es, scheren sich nicht mehr um den bekannten Plan.

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Es wird langsam heiß auf dem Planeten Erde. 2005 war die weltweite Mitteltemperatur so hoch wie seit mehr als 100 Jahren nicht. Sechs der zehn wärmsten Jahre seit Beginn der Temperaturaufzeichnung ereigneten sich nach der Millenniumswende. 2006 stufte die Nasa als fünftwärmstes Jahr ein – nach 2003, dessen Hitzerekorde in Europa mehr als 30000 Menschenleben kosteten. 2007 wird wahrscheinlich den nächsten Superlativ bringen, prognostizierten vor wenigen Tagen Forscher des britischen Wetterdienstes.

Zufall?

Nein, das größte Grillfest in der Geschichte der Erde veranstaltet der Mensch selbst, vor allem durch den exzessiven Verbrauch von Kohle, Öl und Gas. Jede Schippe, jeder Tropfen, jeder Kubikmeter setzt klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) frei, das die Erde aufheizt – und das Wetter verrückter werden lässt. Plötzlich steht das Klimaproblem ganz oben auf der politischen Agenda; zugleich wächst weltweit die Sorge um den Energienachschub. Vor allem um den von Erdöl, jenem Stoff, der gemeinsam mit der Kohle hauptverantwortlich für die Erderwärmung ist. US-Präsident George W. Bush, der sich bisher internationalen Abkommen zur Bekämpfung des Klimawandels stets widersetzte, sieht jedenfalls seit Neuestem eine Chance, »die alten Debatten hinter uns zu lassen«. Die chinesische Regierung hat den Spritverbrauch von Autos limitiert. Und Bundeskanzlerin Angela Merkel will während der deutschen Präsidentschaft bei der EU und beim G8-Gipfel wieder Schwung in die internationale Klimapolitik bringen. Als hätte es noch eines Beweises für die prekäre Abhängigkeit Deutschlands bedurft, kappte Russland am Montag die Öllieferungen nach Deutschland. Am Mittwoch dieser Woche präsentierte die EU-Kommission eine Energiestrategie, in der es auch um die womöglich größte Herausforderung geht: den Klimawandel.

Dessen Folgen ereilen Pflanzen und Tiere, die mit dem Wandel der Klimazonen nicht Schritt halten können; sie ereilen aber auch den Menschen, das vernunftbegabteste und anpassungsfähigste Wesen. Die von ihm angefachte Erwärmung lässt Stürme ungeahnter Gewalt entstehen. Sie lässt den Meeresspiegel ansteigen. Sie macht, wegen ausbleibenden Regens, mancherorts Ackerbau und Viehzucht unmöglich – während andernorts Sintfluten wie das Elbehochwasser 2002 für Verheerungen sorgen.

Zwar bedroht der Klimawandel nicht das Überleben der Menschheit. Doch ist mittlerweile unstrittig, dass die Erwärmung das Leben schwerer werden lässt, dass viele Menschen verhungern und viele werden flüchten müssen – womit Sicherheitsprobleme ganz neuer Art entstehen. Vor wenigen Monaten legte der frühere Chefökonom der Weltbank, Sir Nicholas Stern, im Auftrag der britischen Regierung einen 600-seitigen Bericht vor, in dem er die Kosten des menschengemachten Klimawandels bezifferte: Sie können sich auf bis zu 20 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung belaufen. Dem Horror Einhalt zu gebieten kostet laut Stern nur einen Bruchteil davon.

Es müsste allerdings schnell geschehen. Denn – Panikmache hin, Panikmache her – ein bisschen Weltuntergang kann der Klimawandel schon bedeuten. Dann nämlich, wenn er Prozesse in Gang setzt, die eine unkontrollierbare Dynamik entfalten. Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und klimapolitischer Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel, kennt eine Reihe solcher tipping points: das Abschmelzen des grönländischen Eisschildes, das den Meeresspiegel um mehrere Meter ansteigen ließe. Das Auftauen des sibirischen Permafrostbodens, wodurch riesige Mengen des Treibhausgases Methan freigesetzt würden. Selbst der Regenwald am Amazonas könnte zum Klima-Turbo werden – dann nämlich, wenn er, mangels Regens, eingeht. Jedes Zehntelgrad zusätzlicher Erwärmung vergrößert die Gefahr. Werden die »Kippschalter« betätigt, wird die Erde jedenfalls vollkommen anders aussehen, als wir sie kennen.

Das zumindest müsste verhindert werden. Plus zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Mitteltemperatur gilt als gerade noch erträglich, um den worst case zu vermeiden. Der weltweite CO2-Ausstoß müsste dann allerdings rasch und drastisch sinken, um rund die Hälfte in den kommenden vier bis fünf Dekaden. Tatsächlich steigt er bisher unvermindert an – ganz anders, als es die Völkergemeinschaft schon 1992 beim Erdgipfel in Rio de Janeiro versprochen hatte. Die Staats- und Regierungschefs einigten sich damals auf einen Vertrag mit dem »Endziel«, eine »gefährliche Störung des Klimasystems« zu verhindern.

Immerhin. 1992 berichteten Boulevardzeitungen noch nicht bei jeder Gelegenheit über den »Klima-Schock«. Die Erkenntnisse über das Phänomen waren wesentlich spärlicher als heute. Und in den Kinos lief weder The Day After Tomorrow noch Al Gores Streifen Eine unbequeme Wahrheit . Dennoch verpflichteten sich 189 Nationen auf die Klimakonvention – in bester Tradition des Vorsorgeprinzips. Nur, das Versprechen war nichts wert, blieb ein Akt symbolischer Politik. Laut Konvention wollten die Industrieländer ihre Emissionen bis zum Jahr 2000 auf das Niveau von 1990 zurückführen; stattdessen stoßen die USA heute fast 16 Prozent mehr Treibhausgase aus, Japan 6,5 und Kanada sogar fast 27 Prozent. Nur die 15 Mitgliedsstaaten der EU konnten ihre Zusage in etwa einhalten, allerdings fast ausschließlich wegen des inzwischen erfolgten Zusammenbruchs der ostdeutschen Wirtschaft. Den weltweiten Anstieg der CO2-Emissionen konnte das nicht verhindern. Mit mehr als 27 Milliarden Tonnen ist er heute rund ein Viertel höher als vor 15 Jahren – auch weil sich China und Indien zu den alten Klimasündern gesellt haben. Eine schöne Bescherung: Mangels erfolgter Vorsorge steht nun Gefahrenabwehr auf der politischen Agenda.

Tatsächlich sind bisher fast sämtliche Klimaschutzambitionen Opfer widerstreitender Kräfte geworden – Opfer des Ölpreises und der Globalisierung, Opfer der Gerechtigkeitsfalle, mentaler Einfältigkeit und der Lobby.

Der Ölpreis rasselte in den Keller, just als die Völkergemeinschaft sich anschickte, die Erderwärmung zu bekämpfen. Prompt heizte das billige Öl die Atmosphäre auf. Das billige Öl hätte sich verteuern lassen, mittels Steuern zum Beispiel. Debattiert wurde darüber, umgesetzt wurde es fast nirgendwo, weil sich die Industrieländer in den Neunzigern durch neue Konkurrenz bedroht sahen: erst aus den asiatischen Tigerstaaten, dann aus China, Osteuropa und Indien. Globalisierung hieß die Herausforderung – und Energie zwecks Klimaschutzes teurer zu machen galt als aberwitzige Idee.

Angst vor der neuen Konkurrenz veranlasste die Amerikaner, das Kyoto-Protokoll abzulehnen – eine Abmachung ohne »angemessene Beteiligung« der Entwicklungsländer war für den US-Kongress tabu. China und Co lehnten diese Beteiligung aber ab, mit dem zutreffenden Hinweis, für das Gros der bisher emittierten Treibhausgase seien ausschließlich die Industrieländer verantwortlich. Aus dem Kyoto-Protokoll wurde auf diese Weise ein Protoköllchen, als sei die Erderwärmung ein vages Problem, dessen Lösung getrost vertagt werden könne.

Die Energielobby – Stromkonzerne, Autohersteller, Immobilienunternehmen – beobachtete das Treiben penibel, säte hier und da Zweifel an der Glaubwürdigkeit jener, die vor der Erderwärmung warnten, pflegte ihre Kontakte in die Regierungsapparate und warnte vor den angeblich immensen Kosten der Klimapolitik. Zwar gibt es auch Gewinnerbranchen, Firmen, die Windräder herstellen, Versicherungsunternehmen, Hersteller energieeffizienter Motoren zum Beispiel. Die Neuerer sind allerdings über allerhand Branchen verteilt und deshalb in der Artikulation ihrer Interessen wenig schlagkräftig. Obendrein weckt Ängste, was ihnen und dem Klima helfen würde: ein Preis für den Ausstoß von CO2. Die Konsumenten und Wähler müssten ihn schließlich sofort zahlen, während sie den Nutzen der Klimapolitik, wenn überhaupt, erst morgen spüren – und das heißt: nach den nächsten Wahlen.

Das hat die Sache politisch so kompliziert gemacht. Zumal das Gros der Politiker dem Irrglauben erlag, billige klimaschädliche Energie ließe sich nur durch teure klimaverträgliche Energie ersetzen. Deshalb tobt seit Jahren die unselige Debatte um die umstrittene Kernenergie. Auch jüngst, nach dem Öllieferstopp Russlands, fiel der Bundeskanzlerin wieder die Atomkraft ein. Dabei macht ein einfaches Kalkül deutlich, dass Atomkraftwerke die Erde jedenfalls nicht vor der Erwärmung retten können: Gegenwärtig steuern die weltweit 435 Kernkraftwerke knapp sieben Prozent zum Weltenergieverbrauch bei. Sollte die Zahl der nuklearen Stromfabriken in den kommenden 20 Jahren verdoppelt werden, müsste ab sofort alle drei Wochen ein neues AKW ans Netz gehen. Unmöglich, zumal der Ersatzbedarf wegen altersbedingter Abschaltung existierender Nuklearfabriken nicht einmal berücksichtigt ist.

Nein, der erste Schritt zum Klimaschutz muss heißen: Energie produktiver verwenden, aus jeder Kilowattstunde Strom, aus jedem Liter Öl mehr Leistung herausholen. Die Möglichkeiten dafür sind nicht nur fast unbegrenzt, sondern obendrein auch profitabel: Fachmännisch eingestellte Heizungsanlagen kommen dauerhaft mit 10 bis 20 Prozent weniger Energie aus. Intelligente Heizungspumpen verbrauchen weniger als die Hälfte der üblichen Strommenge; europaweit könnten sie zehn Großkraftwerke überflüssig machen. Neue Häuser brauchten gar keine Heizung mehr. Fehlende Vorschriften und mangelnde Kenntnisse behindern die Marktdurchdringung der längst vorhandenen Effizienztechnik.

Auch Autos, selbst stark motorisierte, könnten viel sparsamer fahren. Das Umweltbundesamt lässt gerade einen Golf (170 PS) optimieren. Simulationsrechnungen lassen eine Verbrauchs- und CO2-Minderung von einem Drittel erwarten: Auf 4,85 Liter bei nach wie vor 170 PS. Leichtere Sitze, schmalere Felgen, ein länger übersetztes Getriebe und einige Kleinigkeiten mehr bewirken den Quantensprung. Die »ach so moderne Industriegesellschaft«, sagt Eberhard Jochem, Professor für Energiewirtschaft in Zürich, befinde sich »eher im Bereich der Eisenzeit der Energiegeschichte«. Dem Wirtschaftsministerium liegt ein Gutachten vor, dem zufolge die im Prinzip altbekannte Kraft-Wärme-Kopplung »erheblich« zum Klimaschutz und zur Energieeinsparung beitragen könnte. Nur: Sie muss eben auch gewollt werden – und dafür sind Normen und Vorschriften unerlässlich. Kanzlerin Merkel hat die Bedeutung der Energieeffizienz zwar endlich erkannt. Was sie bisher schuldig geblieben ist, sind Taten.

Zwar müssen die Industrieländer die ersten naheliegenden Schritte schnell tun, sie müssen obendrein dem Ausstoß von Kohlenstoff einen Preis verpassen, damit klimaverträgliche Zukunftstechnologien entwickelt werden; sie müssen das allein deswegen tun, um ihrer historischen Schuld gerecht zu werden. Allein können sie das Klima dennoch nicht retten. Die großen Schwellenländer müssen ins Boot, auch wenn das ungerecht ist: Der jährliche Pro-Kopf-Ausstoß Chinas beträgt nach wie vor nur ein Fünftel dessen, was jeder Durchschnittsamerikaner an CO2 emittiert. Was kann die Ungerechtigkeit in Grenzen halten? Wohl nur die Aussicht, dass wenigstens in Zukunft jeder Mensch das gleiche Recht hat, die Erdatmosphäre als Deponie für seinen Energiemüll zu nutzen. Der Kampf gegen den Klimawandel setzt eine neue, ausnahmsweise ehrliche internationale Solidarität voraus.

Der Herausforderung will sich in den kommenden Monaten vor allem die deutsche Regierung stellen. Ihren Vorsitz bei der EU und bei der G8 will sie nutzen, um die Basis für ein Post-Kyoto-Reglement zu schaffen. Gelingt ihr das nicht, ist mit dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls 2012 Schluss mit den bescheidenen – um nicht zu sagen: untauglichen – Bemühungen, der Erde und ihren Bewohnern eine unangenehme Zukunft zu ersparen. Unangenehmer jedenfalls als ein zu warmer Januar.

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Leser-Kommentare
  1. Nun ja, ein Klimarechenmodell zur Bestimmung der Temperaturen zum 17. März 2037 gibt es ja schon, es nennt sich REMO. Also was soll denn ein solches Argument? Es ist doch alles sonnenklar. Die Klimawissenschaft steht und ist zu eindeutigen Aussagen in der Lage. Und die davon nicht überzeugt sind, sind Skeptiker, oder neuerdings Häretiker. Und den Diskussionen ist eine Ende zu bereiten.

    Man fragt sich dann nur, warum soviel getrickst wird. Ich will schon gar nicht vom „Hockey-Stick“ anfangen.

    Aber warum wird dann ein Bericht wie der Stern-Report (als Auftrag des Schatzkanzlers Brown) in dieser Form und mit diesen Aussagen angefertigt, und warum gibt es denn unter den deutschen Spezialisten (mit Ausnahme des Holländers Tol) keine Kritik?

    Merkel, Schavan und Gabriel ziehen derzeit über die Dörfer und loben den Stern-Report hoch..

    Sie sollten einmal den Bericht vorher lesen, bevor sie ihn so anpreisen.

    Aber das hat man schon gar nicht mehr nötig. Es gibt ja einen wissenschaftlichen Consensus. Und wenn dann ein paar Kritik üben, dann sind es die Leute, die die „zitierten Textstellen nicht richtig einordnen.“

    Lesen Sie, Yoann, die Kritik am Stern-Report dann wenigsten einmal. Das kann nun keineswegs schaden.

    Ob die Temperaturen im Jahre 2030 wirklich so sind, wie sie hier angenommen werden, ist keineswegs sicher. Reden Sie einmal mit einem Astro-Physiker.

  2. Das vernunftbegabteste und anpassungsfähigste Wesen?

    Nett umschrieben aber nicht mal in diesem Superlativ ist das Wesen fähig, die einfachsten Konsequenzen bzw. Sofortmaßnahmen einzuleiten.

    Da feiern die Börsen dieser Welt die größten Dreckschleudern als unternehmerische Erfolge, ebenso wie am längst Gebotenen vorbei bastelnde Wegwerfproduzierer.

    Verlagert wird dorthin, wo es billig ist, egal wie teuer es kommen wird; das flexible Umgehen von Hürden, das Ausweichen und Vermeiden von wenigstens ansatzweise vernünftigen Vorgaben, das Vertagen von Verantwortung, all das wird belohnt und steht für 'clever' und 'intelligent', „money“ and „power“.

    'Regieren' heißt 'sich raushalten' und immer 'sich selbst erhalten', nie aber „lenken“ oder gar „leiten“; das war mal als das Wort noch von einen Ursprung hatte. Dem „Sozialen“ an der Marktwirtschaft erging es ähnlich, nur das „Freie“ an derselben hat sich mit einem demokratischen Allerweltsmodell verbündet. Neo ist da nichts dran, liberal zu sein ist in.

    Stimmt nicht? Na, welcher Begabung bedarf es denn, den Grill für die paar Würstchen atomar zu betreiben, dabei Fische und Vögel vorzugaren und garantiert nicht Herr des Abfalls, nicht einmal des Prozesses per se zu sein. Richtig: gefragt ist die Anpassungsfähigkeit, gentechnisch sind wir da allerdings etwas spät dran.

    Diskutiert wird währenddessen immer weiter, ob es denn überhaupt wahr sein könne, es nicht alles einfach normal so sei? Selbst simpelste Überlegungen, Zusammenhänge, Tatsachen und Wahrheiten werden hinterfragt als werde dem Kind die Bescherung verboten. Mein Klima, Dein Wandel, allein das Wetter ist schlecht.

    Egal ob sechs oder sieben Milliarden an mit Vernunft begabtesten Wesen; sie lieben easy, ob Jet oder Cruise, selbstgecrashtes Eis unter künstlichem Schnee; die Freiheit ist alles, der Wettbewerb macht’s billig, der Globus ist rund und voll. Das war schon immer so, auch vor hundert Jahren als eine läppische Milliarde der anpassungsfähigsten Wesen den Globus verdreckte oder gar vor tausend Jahren, als die kleinen Eiszeiten der Scheibe noch ungleich gleichgültiger waren, waren jene doch selbstgemacht und sie nur von Minderheiten belastet.

    Na denn, die Bescherung wird kommen, so sicher wie die Ruhe nach dem Sturm und das Wasser von allen Seiten.

    Eine physikalisch-chemische Reaktion nährt und verstärkt sich gemeinhin selbst so lange genügend Materie und Energie bereit stehen. Schon lange aus dem Gleichgewicht wird sie sich ein anderes suchen, das sich von dem alle Wesen ermöglichenden immer weiter entfernen werden wird.
    Nein: entfernt!
    Je länger, je weiter, je ... Dann wird es wieder anpassungsfähigste und vernunftbegabteste Wesen geben, geprägt von dem, was in einem neuen Gleichgewicht herrschen wird.

    Kleinhirn an Großhirn:
    „Laß gut sein!“

    caw

    • Yoann
    • 15.01.2007 um 16:34 Uhr

    Ob nun Klimawandel oder nicht, oder vielleicht nur ein wenig oder vielleicht hat sich der Wissenschaftler ja doch nur verrechnet. Sind ja eh alle gekauft, von der Atomlobby oder der Windradlobby. Aber wenn es denn global warming gäbe, warum ist es bei mir daheim noch immer so kalt? harr harr! Und überhaupt so lange mir mir nicht jemand eine einfach nachzuvollziehende Berechnung der Tageshöchsttemperatur vom 15. März 2037 vorlegt glaube ich gar nichts mehr.

    Dieser Auszug der allseits anzutreffenden Argumente der sog. Klimaskeptiker zeigt, dass sie mit der Debatte fertig sind. Es hat keinen Sinn mehr sich mit Betonköpfen zu unterhalten, die sich in wissenschaftliche Erörterungen von Details flüchten um ihren Standpunkt zu verteidigen. Zum Teil fehlt massiv das nötige Fachwissen um die zitierten Texstellen richtig einzuordnen zum anderen wird jeder Bericht, der nicht im Sinne des business as usual ist als Panikmache deklariert (siehe Kommentar von faustus34)

    Hier ein einfacher Gegenvorschlag: Ich wette, dass wir 2030 keine Gletscher mehr in den Alpen haben. Wenn Sie wirklich von ihren Argumenten überzeugt sind halten Sie doch dagegen. Einsatz: Ihr Lieblingsspielzeug (wenn 2030 überhaupt noch Autos fahren können).

  3. 4.

    Ob Vorholz der Sache einen guten Dienst erweist, indem er eine mögliche Katastrophe nach der anderen aufzählt, auf wessen Sachverstand auch immer, muss doch bezweifelt werden.

    Es muss hier doch einmal darauf hingewiesen werden, dass die Voraussagen zukünftiger Klimakatastrophen auf Berechnungen von Computern beruhen, deren Ergebnisse nur soweit realitätsnah sind, wie deren Bedingungen realistisch sind. Und da muss man dann doch erhebliche Bedenken haben.

    Die Sonne z. B. hat bei den Klimarechenmodellen keinen Einfluss auf Temperaturänderungen, und wird deshalb als Konstante angenommen, eine eher unwahrscheinliche Annahme. Die Theorie, dass die Sonnenwinde im Zusammenspiel mit kosmischen Strahlungen in erheblichen Maße die Wolkenbildung und damit die weltweiten Temperaturen beeinflussen, wird von den Klimamodellierern vehement abgelehnt. Immerhin wird die Theorie jetzt von CERN in Genf in einem Großversuch überprüft. Und es deutet vieles daraufhin, dass diese Annahmen nicht falsch sind.

    Inwieweit die Methode, durch Katastrophendarstellungen die Öffentlichkeit zu beeinflussen, inzwischen auch selbst bei den maßgebenden Vertretern der Klimamodellierung auf Bedenken stößt, hier ein Ausschnitt aus einem Beitrag von Prof. Hulme, geschrieben für den BBC:


    Oktober 2006

    Mike Hulme, Professor of Environmental Sciences at the University of East Anglia, and Director of the Tyndall Centre for Climate Change Research, has written a thoughtful, accurate, and brave op-ed for the BBC on the curent state of the climate debate. Here is how he begins:

    Climate change is a reality, and science confirms that human activities are heavily implicated in this change.

    But over the last few years a new environmental phenomenon has been constructed in this country - the phenomenon of 'catastrophic' climate change.
    It seems that mere 'climate change' was not going to be bad enough, and so now it must be 'catastrophic' to be worthy of attention.
    The increasing use of this pejorative term - and its bedfellow qualifiers 'chaotic', 'irreversible', 'rapid' - has altered the public discourse around climate change.
    This discourse is now characterised by phrases such as 'climate change is worse than we thought', that we are approaching 'irreversible tipping in the Earth's climate', and that we are 'at the point of no return'.
    I have found myself increasingly chastised by climate change campaigners when my public statements and lectures on climate change have not satisfied their thirst for environmental drama and exaggerated rhetoric.
    It seems that it is we, the professional climate scientists, who are now the (catastrophe) sceptics. How the wheel turns.“
    ...........................

    ----------------------------------------------

  4. Und hier eine Beurteilung des von Vorholz als vorbildlich dargestellten, von der britischen Regierung in Auftrag gegebenen, sogenannten Stern-Report, der auch von Vertretern der Bundregierung als maßgebend zitiert wird.

    Zur Erläuterung : Prof. Tol, Hamburg, ist ein weltweit renommierter Umweltökonom, Prof. Nordhaus gilt seit 20 Jahren als einer der kompetentesten Umweltökonomen:

    „Prof. Tol, in einem Interview in der WiWo Nr. 46/2006

    Prof. Tol bezeichnet den Stern-Report als „Panikmache“.

    Tol: Von Panikmache spreche ich, weil Stern in der Kurzfassung des Reports für seine Schadensschätzung von 5 bis 20 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts nur extrem pessimistische Szenarien herangezogen hat.

    Andere Studien, die Schäden von weit unter einem Prozent errechnen, hat er unterschlagen. So kommt er zu den Furcht erregenden Zahlen. Zugleich erweckt die Zusammenfassung den Eindruck, die fünf Prozent seien von sofort an und bis in alle Ewigkeit gültig, wenn nicht sofort gegengesteuert würde. In der Langfassung steht jedoch, dass die fünf Prozent frühestens 2075 erreicht werden. Dieses Vorgehen ist abenteuerlich und kein akzeptabler Weg für eine Politikberatung.

    Wido : Stern rechnet vor, dass eine konsequente Bekämpfung der Erderwärmung heute zwanzig Mal billiger ist, als nichts zu tun.

    Das ist völlig übertrieben. Stern hat die Schäden viel zu hoch und die Kosten für die Emissionsreduktion viel zu niedrig angesetzt. Dieses Operieren mit falschen Zahlen macht es Klimaschutzgegnern leicht, sich einem Konsens zu entziehen. Sie sagen zu Recht: Was da steht, ist Quatsch. Dem Klima kann aber nur geholfen werden, wenn alle mitmachen. Wir brauchen eine Langzeitlösung, und sie muss global sein. Der Stern-Bericht stört diesen Einigungsprozess, insofern hat er dem Klimaschutz einen Bärendienst erwiesen.“

    Zur Windenergie :

    „Das viele Geld, das in Deutschland in die Windenergie fließt, ist ein abschreckendes Beispiel dafür, was passiert, wenn Regierungen die Technologie auswählen. Die Leute, die jetzt mit Windrädern gut verdienen, hatten beste Beziehungen ins frühere grüne Umweltministerium. Das viele Geld fließt, obwohl Windenergie sehr unzuverlässig ist und nie mehr als zehn Prozent des Gesamtbedarfs an Energie abdecken wird.“

    WiWo: Ganz persönlich gefragt: Wie zuversichtlich sind Sie, dass das Klima noch zu retten ist?

    „Ich sehe keinen Grund zur Panik. Uns bleibt genug Zeit zum Reagieren. „

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    Fazit im Economist zu einem B ericht Prof. Nordhaus über den Stern-Report :

    „Mr Nordhaus does not contend that the world should do nothing about greenhouse-gas emissions. But he questions the confidence with which the Stern report concludes that lots of things should be done, and fast. The “central questions” about any policy response to global warming, says Mr Nordhaus, “how much, how fast, and how costly―remain open”. As far as he and like-minded critics are concerned, the Stern report has informed the debate about climate change, but has not come anywhere near resolving it.“

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    Vielleicht liegt die Misere auch darin begründet :

    „ WiWo : Im kommenden Jahr legt das IPCC, das Wissenschaftlergremium der UNO zur Abschätzung des Klimawandels, seinen nächsten Bericht vor. Ist dort genügend ökonomischer Sachverstand vorhanden?

    Tol :Leider überhaupt nicht. Das Gremium ist über die Jahre immer grüner geworden und hat die wenigen Ökonomen, die früher beteiligt waren, hinausgedrängt. Das stellt die Qualität der Ergebnisse deutlich infrage.“

    Und auf einer solchen Basis sollen nun die Volkswirtschaften der Erde sich ändern und umgewandelt werden. Es ist nicht zu glauben.

  5. ich fahre einen A2 1.2 TDI (3L/100km), übrigens gar nicht unkomfortabel und recht flot. Die Produktion wurde mangels Nachfrage eingestellt. Ähnlich erging es dem Lupo 3L, der zwar kleiner, aber auch sehr sparsam ist.
    Solange Sportflugzeuge 60 Liter 4fach verbleites Benzin pro Flugstunde in die Luft pusten, nur um über Tante Ernas Haus eine Runde zu drehen oder um auf Juist einen Kaffee zu trinken, solange sich die Nordländer in den Südlanden 14 Tage lang den Rücken verbrennen müssen und dabei pro Nase 3 Tonnen CO² für den Flug in die Atmossphäre blasen usw., so lange wird man wohl mit weiter steigenden globalen Temperaturen rechnen müssen.
    Ob der Gesetzgeber da helfen kann oder die Vernunft? Ich habe da meinen Zweifel, wenn ich mir die Damen und Herren Politiker anschaue: Politik der Trippelschritte (Merkelismus) Oder gar der schreckluiche Bush.....

  6. Bei uns ist es diesen Winter ungewohnt warm. Ja, aber der letzte Winter war dafür sehr kalt und lang. Ist das nicht ein normaler Wechsel?
    Und auch wenn es bei uns im Moment warm ist - in Mexiko herrschen so niedrige Temperaturen wie schon lange nicht mehr. Im Dezember haben dort die Menschen in Mexiko City und Puebla bei -8° und -6°C gefroren. Und auch jetzt herrschen dort oft noch Temperaturen um 0°C. Dort herrscht also definitiv keine Erwärmung! Wie ist das zu erklären, wenn es doch um eine globale Erwärmung geht?

  7. Wenn Sie sich die Mühe gemacht hätten, mal die Grafik auf S. 2 des Artikels anzuschauen, hätten Sie vielleicht sogar gesehen, dass trotz des scheinbar langen und kalten Winters 2005 auf Platz 1, und 2006 auf Platz 4 der 10 wärmsten Jahre seit 1880 liegt.
    Im übrigen ist längst bekannt, dass der Begriff der 'globalen Erwärmung' eigentlich falsch ist, da die Folgen des Klimawandels lokal durchaus zu einer Abkühlung führen können (z.B. große Teile Europas bei Ausfall des Golfstroms).

    Das Argument 'Ich habe gerade kalte Füsse, deswegen kann es keine globale Erwärmung geben' ist zwar immer wieder lustig, mehr aber auch nicht.
    Kurzfristige Wetterphänomene sind irrelevant, entscheidend sind die Mittelwerte über einen längeren Zeitraum.

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