Gedicht Bilder (10)

Robert Creeley

Eines Morgens, als ich ausritt

gerade bei Tagesanbruch,

nahm ein Kummer von mir Besitz,

plötzlich und unerwartet

So wie ich gedacht hatte,

eines Tages nicht mehr zu denken,

dachte ich wieder, gefangen,

und konnte nicht aufhören damit

Wär ich das Pferd, das ich ritt,

wär ich die Brücke, über die ich kam,

wär ich ein Baum,

unfähig fortzugehen,

der See würde

nichts spiegeln,

in weicher Luft

nichts klingen.

So hör ich, seh ich und erzähl ich

noch immer die widerhallende Geschichte

von allem, was in einem Wald lebt,

allem, was mich umgibt.

Robert Creeley:

Alles, was es für immer bedeutet

Gedichte - aus dem Englischen von Mirko Bonné - Jung und Jung, Salzburg 2006 - 133 S., 19,90

 
  • Quelle DIE ZEIT Nr.04 vom 18.01.2007, S.52
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