Geologie Beben ist menschlichSeite 4/4
Doch Bevölkerung und Politiker verhalten sich gegenüber drohenden Naturgefahren erfahrungsgemäß wenig vorausschauend. Seltenen Ereignissen wird kaum Interesse geschenkt, da können Wissenschaftler noch so sehr warnen. In Polen etwa ließ der Abbau in einer Kupfermine nahe der Stadt Polkowice mehrmals spürbar den Boden erzittern. Nun soll die Mine erweitert werden – 500 Meter neben einem Staudamm. »Der Damm droht zu brechen«, erklärte der Krakauer Geologe Stanisław Lasocki im vergangenen September auf einer Tagung in Genf.
Stauseen selbst lassen übrigens zuweilen die Erde beben. Denn ihre Wassermasse erhöht den Druck im Untergrund. Im Dezember 1967 löste der Koyna-Stausee in Indien ein Erdbeben der Stärke 6,3 aus. 200 Menschen kamen um. Beben dieser Stärke sind bei der Gewinnung von Erdwärme nicht zu erwarten, meinen Seismologen. Aus den bislang bekannten Daten über die Häufigkeit und die Stärke von Erdbeben folgern sie, dass in Erdwärme-Anlagen eingepresstes Wasser keine Beben über einer Stärke von 3,5 verursachen kann. Denn das eingeflößte Wasser einer Geothermie-Anlage erhöhe die Spannung im Untergrund nur auf engem Raum.
Die Bohrung in Basel liegt mit fünf Kilometern zudem zu wenig weit in der Tiefe, als dass das in den Boden gepresste Wasser ein erhebliches Schadensbeben auslösen könnte. Der Druck im Boden verringert sich mit abnehmender Tiefe – und damit auch die Gefahr von sehr starken Erdstößen.
Bislang gibt es keine Berichte über große Beben, die von Erdwärme-Anlagen verursacht wurden. Im französischen Soultz-sous-Forêts am Oberrheingraben, wo seit 1993 ein Erdwärme-Projekt betrieben wird, beschwerten sich nach einem leichten Beben der Stärke 2,9 im Jahr 2003 Anwohner aus Sorge um ihre Häuser. Die Betreiber drosselten daraufhin den Wasserdruck im Bohrloch deutlich. Erdbeben gab es seither nicht mehr. Doch die Anlage produziert nun weitaus weniger Energie.
Auch in Australien und Kalifornien haben Erdwärme-Anlagen in der Vergangenheit Erschütterungen verursacht. Äußerst strittig sind die Interpretationen dagegen zu einem Beben in El Salvador. Möglicherweise löste ein Erdwärme-Projekt dort 2003 ein Beben der Stärke 4,4 aus – natürliche Ursachen sind nicht auszuschließen.
Um die Gefahr zu verringern, schlägt der Geophysiker Torsten Tischner von der BGR vor, mehrere kurze Bohrungen zu machen anstatt einer tiefen, da oberhalb von vier Kilometern eingepumptes Wasser bislang noch nie ein spürbares Beben ausgelöst habe.
Angesichts der zahlreichen Bohr- und Bergbauprojekte spricht Klose in Anspielung auf den Treibhauseffekt plakativ von »geomechanischer Verschmutzung«. Während die Erwärmung der Erde jedoch weltweit von Bedeutung ist, betreffen geomechanische Projekte nur bestimmte Regionen. In manchen wird man künftig wohl vorsichtiger sein müssen.
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- Datum 24.02.2008 - 10:17 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 18.01.2007 Nr. 04
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Wissenschaftler der sogenannten Task Force Erdbeben des Geoforschungsinstitus Potsdam haben vor ein paar Monaten schon einmal einen Versuch gemacht, der sich mit einer ganz einfachen Möglichkeit der menschlichen Generierung eines Erdbebens befasste. Sie wollten herausfinden, ob es einer großen Menschenmenge möglich ist, durch bloßes gleichzeitiges Hochspringen nennenswerte Ausschläge auf den Seismographen zu produzieren. Es geht ja immer noch das nicht ganz ernst gemeinte Gerücht um, dass zum Beispiel die 1,3 Milliarden Chinesen auf unserem Globus damit der Weltgemeinschaft gegenüber ein Druckmittel in der Hand hätten. Zusammen mit der Deutschrock-Band "Wir sind Helden" haben die Wissenschaftler deshalb bei "Rock am Ring" mal die Praxis ausprobiert und 40000 Musikfans perfekt choreographiert springen lassen, was ganz lustige Bilder produzierte. Wer die nochmal sehen will: Am 30.12. ab elf läuft zu diesem Experiment noch einmal ein Beitrag in der ARD.
(In Facebook "bookmarkt"- atacamaplanet@lycos.com)
Nachdem eine kuenstliche Fontaene bei der Zerstoerung eines alten Ventils auf einem Sektor des Geysierfelds von El Tatio, Andenbereich der chilenischen Atakamawueste, zugestoppft wurde, wird im allgemeinem Bewusst der Einwohner von San Pedro de Atac...ama, sowie im Privatbereich der Turismusbranche noch einem Verunsicherungsgefuehl bleiben.
Man erwartet, falls diese Umgebung von praechtigen Vulkanketten und fragile Oekosysteme als Monument der Natur, bzw. Natur-Heiligereserve deklariert wuerde, und noch keine weitere Explorierungsarbeiten nach Geothermalenergie genehmigt werden, dann soll man sich auf auschliesslich nachhaltige Projekte konzentrieren.
Ich fuege dieses interessanten Artikels aus der Die Zeit Online bei, welches uns noch moegiche Folgen von ungeachter Masse bei Projektvorschlaege die nicht alle Umweltberuecksichtigungen bedeckt haben klar sellt.
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