Eizellen Rohstoff für das MutterglückSeite 5/5

Die genetischen Mütter haben meist kein Gesicht, denn fast überall wird anonym gespendet. Eine der wenigen Ausnahmen ist bisher Großbritannien. Dort können Kinder, die nach April 2005 durch Spenderhilfe gezeugt wurden, mit 18 Jahren in einem zentralen Register nach ihren genetischen Wurzeln fahnden. Dagegen liefen vor allem Reproduktionsmediziner Sturm. Sie fürchteten um die Zahl der Spendenwilligen: Die könnte die Angst abschrecken, dass der »fremde« Nachwuchs irgendwann an ihre Tür klopft. Der große Einbruch blieb indes aus, sagen die Experten beim Gamete Donation Trust .

Adoptionsforscher, Elternorganisationen und Kinder, die durch die Mitwirkung einer fremden dritten Person entstanden sind, begrüßen jedoch die Aufhebung der Anonymität. Und viele Spender und Spenderinnen hätten auch nichts dagegen. Jedenfalls haben inzwischen Familienzusammenführungen mittels Internet Konjunktur. Im US-amerikanischen Donor Sibling Registry suchen Tausende nach ihren Verwandten; seit zwei Jahren gibt es ein britisches Pendant, das UK Donor Link .

Anzeige

Auch für María in Spanien könnte eine solche Internetplattform eine Chance sein, die schmerzende Leerstelle in ihrem Leben zu füllen. »Als ich nach der Geburt meinen Sohn zum ersten Mal sah, habe ich sofort an die anderen Kinder von mir gedacht, die vielleicht meinem Sohn ähneln«, erinnert sie sich. Für sie sind die Eizellen mehr als Gewebe. Darum plagen sie immer wieder Schuldgefühle, dass sie einen Teil von sich so leichtfertig weggegeben hat, ohne an die Folgen zu denken – zum Beispiel für ihren Sohn. »Wenn er größer ist, muss ich ihm doch erzählen, dass er vielleicht noch Halbgeschwister hat.«

Im Internet
Informationen zur hierzulande illegalen Eizellspende »
Samenbanken »

Internetregister zur Kontaktaufnahme von Spendern und Kindern
UK Donor Link »
Donor Sibling Registry »
Sperm Bank Cryobank »
National Gamete Donation Trust »
Britische Aufsichtsbehörde für künstliche Befruchtung »
Netzwerk von Eltern mit Kindern aus Eizell- oder Samenspende »

Kliniken
GlobalART USA »
Cromwell Hospital »
The London Bridge Fertility Centre »
Isida Hospital (Ukraine) »
Klinik IVI (Instituto Valenciano de Infertilidad, Spanien) »

Newsletter
Progress Educational Trust »
Tagungsbericht: "European Biopolitics. Connecting Civil Society - Implementing Basic Values", 17.-19.3.2006 in Berlin »

 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    Service