Ex-Kanzler »Das ist ja ein Ding«
Für die Porträtgalerie im Kanzleramt hat Jörg Immendorff Gerhard Schröder gemalt. Jetzt ist das Bild fertig. Ein Atelierbesuch mit dem Exkanzler.
1. Vor dem Düsseldorfer Hauptbahnhof, das Gesicht zur Eingangshalle, steht ein dunkler Bär aus Bronze, der die Ankommenden mustert und sie an die deutsche Hauptstadt erinnern soll. An diesem Nachmittag, die Dunkelheit ist bereit einzubrechen, blickt der Bär auf den ehemaligen Bundeskanzler Schröder, der mit dem Zug aus Berlin gekommen ist, um sein Porträt zu begutachten. Einer aus des Kanzlers Begleitung, die Wolken hängen jetzt schon tief, erblickt die Statue und ruft: »Mensch, da ist ja schon ein Affe von Immendorff!«
Jörg Immendorff hat im Herbst des vergangenen Jahres den Auftrag erhalten, für das Bundeskanzleramt ein Porträt des Nachfolgers von Helmut Kohl zu malen, Schröder hat den von ihm hoch geschätzten Künstler ausgesucht. Die Bestimmung eines Porträtmalers ist seit Helmut Schmidt Tradition im Kanzleramt, die Regierungschefs hängen seither auf Leinwand in einer ästhetisch nicht unbedingt stimmigen, chronologisch aber einwandfreien Nachbarschaft.
Gemeinhin bewegen sich die Künstler zur Enthüllung ihres Werkes zum Sitz der Regierung, das ist im Fall des schwer erkrankten Jörg Immendorff nicht möglich, also reist Schröder nach Düsseldorf. Wenn ein spanischer Kaiser sich vor Velázquez niederknien konnte, um einen Pinsel aufzuheben, der dem Maler aus der Hand geglitten war, kann ein früherer Kanzler auch eine Fahrt mit der Deutschen Bahn auf sich nehmen. Zudem schätzt Schröder vermutlich das Ambiente von Ateliers mittlerweile höher als die Aura jenes Ganges, auf dem die Porträts seiner Vorgänger hängen. Und das Atelier von Immendorff hat er noch nie betreten.
2. Die Regel, das gleichsam offizielle Porträt erst nach der Amtszeit eines Regierungschefs anfertigen zu lassen, hängt mit der Symbolkraft von Abbildungen und mit der deutschen Geschichte vor 1945 zusammen. Das griechische Wort für Porträt lautet eikon, und als Ikone wollte kein Kanzler an die Stelle jenes Mannes treten, dessen Konterfei während seiner Herrschaft nicht nur in deutschen Amtsstuben allgegenwärtig war.
So wäre auch die Entscheidung für einen Pluralismus der künstlerischen Stile eine hochwillkommene Neuerung, bewegte sich das Niveau der ästhetischen Urteile unserer Regierenden auf der Höhe ihres politischen Durchsetzungsvermögens. Das kann, muss aber nicht immer der Fall sein. Adenauer hatte seine Schwierigkeiten mit Kokoschka (dessen Porträt allerdings dem Bundestag gehört), Willy Brandt war nicht glücklich mit Georg Meistermann, Helmut Kohl fand zwar die glückliche Metapher, zwischen ihm und seinem Porträtisten Albrecht Gehse stimme »die Chemie«, doch hinter nicht allzu hoch vorgehaltener Hand war zu erfahren, dass dem Altkanzler eine Spur weniger Expressivität des Künstlers bei der Darstellung von Antlitz und Körper auch nicht schlecht gefallen hätte. Lenbach oder Winterhalter wären vermutlich gefälligere Kandidaten gewesen.
Ein glückliches Zusammentreffen gab es bislang nur zwischen Helmut Schmidt und dem Leipziger Bernhard Heisig. Dieses Werk entstand vor gut zwanzig Jahren, den Auftrag einem berühmten Maler aus der DDR zu übertragen offenbarte einmal mehr Schmidts taktische Raffinesse: Die Kommission an den Ostdeutschen lenkte den Blick auf die Gemeinsamkeit des kulturellen Erbes der beiden deutschen Staaten, Heisig war damals 60 Jahre alt, ein hochbegabter, sehr kreativer vor allem aber auch ein verbrieft akademischer Maler. Die Innovation würde sich in einem Rahmen bewegen, den man getrost als kalkulierbares Risiko einschätzen durfte, auch der sozialdemokratische Stammwähler dürfte bei aller Genialität der Vorlage seinen Ehrenvorsitzenden verlässlich wiedererkennen.
3. Jetzt also Schröder und Immendorff, ein Maler, eine Person, bei deren Leben und Werk der Ausdruck »kalkulierbares Risiko« nicht als erster über die Lippen kommt. Persönlich kennen sich Künstler und Kanzler seit einem Staatsbesuch in Georgien, bei dem Immendorff mit von der Partie war. Schröder zählte auf seinen Reisen neben gewichtigen Vertretern des deutschen Bruttosozialprodukts stets gerne auch Künstler zu seiner Begleitung, das Protokoll nannte einen solchen Vertreter in wundersamer Doppelbedeutung »Sondergast Kultur«, was im internen Gebrauch zu dem Kürzel »SogaKu« zusammenschrumpfte.
»Tiflis«, sagt Immendorff jetzt und blickt kurz zur Decke des Ateliers, »März 2000, damals haben wir das Porträt verabredet, für mich ist das lange her.«
»Wenn’s nach mir gegangen wäre, hätte das Bild auch noch später entstehen können«, sagt Schröder.
Immendorff sitzt, eingepackt in einen dick wattierten Anorak, in seinem Rollstuhl, Schröder hat ihm ein kleines Geschenk für die Tochter Ida überreicht, einen Spielzeugaffen, naturgemäß. Im Halbkreis um den Künstler sitzen ein paar Freunde, der Vertreter einer Boulevardzeitung macht sich Notizen, etwas später kommt auch Oda Jaune dazu, Immendorffs Frau, deren lebendiges Wesen und deren Hosen von einer frischen Auseinandersetzung mit Leinwand und Farbe zeugen. Weil ein Ereignis erst wirklich wird, wenn es mit der Kamera festgehalten worden ist, macht sich ein Fotograf an die Arbeit.
Vielleicht wäre jetzt die Gelegenheit, über Kunst zu reden, etwa über die Beziehung zwischen Porträtist und Porträtiertem, doch einmal ist Immendorff dazu jetzt sichtlich nicht aufgelegt, zum anderen hat eine eigenartige Spannung das Atelier erfüllt, eine Stimmung wie kurz vor der Bescherung oder einer entscheidenden Anprobe beim Schneider.
Schließlich formiert sich ein kleiner Zug mit Schröder an der Spitze, die Gruppe schreitet fast zeremoniell zur Stirnwand des Saals, vorbei an Leinwänden und Skulpturen, und biegt nach links.
»Das ist ja ein Ding«, sagt Schröder und tritt vier Schritte näher.
Das ungerahmte Porträt steht auf einer Staffelei und leuchtet dem Betrachter in Blau, Rot und Gold, entgegen wie eine unfromme, eine freche Ikone.
4. Das Porträt misst 100 mal 130 Zentimeter, fügt sich somit wenigstens vom Umfang her in die Gesellschaft der anderen Bilder der Galerie. Formal führt es die letzten Arbeiten Immendorffs weiter, der, seitdem er den Pinsel nicht mehr selber führt, Gemälde komponiert, in denen er Motive aus seinem eigenen Schaffen mit Zitaten aus diskreten Kapiteln der europäischen Kunstgeschichte verweben lässt. Ein Meister bedankt sich bei anderen Meistern, bei Dürer, bei Hogarth, bei Baldung Grien, Zunftgenossen, vor denen er sich nicht versteckt, die er vielmehr zu einem Gespräch, zu einem Austausch einlädt. Die Bilder gewinnen dadurch eine berührende Zeitlosigkeit, führen eine mal gelassene, mal zugespitzte Zwiesprache, halten ein Kolleg unter Geistern ab, die stets das Große wollen und erfreulicherweise auch das Große schaffen.
Auf seinem Porträt leuchtet der Kopf des Kanzlers in Gold als klassischer Kupferstich, Schröder in untadeliger Aufmachung, die Augen aufmerksam dem Betrachter entgegengerichtet, der Schlips genauso makellos gebunden wie jetzt, da der Porträtierte seinem Ebenbild gegenübertritt. Das Bild könnte eine Banknote schmücken, eine hohe Banknote, ausgegeben von einem sehr, sehr verlässlichen Kreditinstitut.
»Stark«, sagt Schröder.
Zu beiden Seiten des goldenen Kanzlerkopfes hat Immendorff in geheimnisvollem Rot seine Affen auftreten lassen, man darf bei den Figuren getrost auch an Teufel denken, doch gemeint sind die Künstler, die Maleraffen, die virtuosen Gaukler und Imitatoren der Wirklichkeit und der Kunst. Dieses Motiv des Affen, der sich stets in das Geschehen einmischt, es durch Verzerrung auf den eigentlichen Begriff bringt, der den Pinsel hält wie der Teufel seinen Spieß, ist eine der verlässlichsten Konstanten im Werk von Immendorff, fast ein Prägestempel.
Schröders Kopf – und die ihn flankierenden Affen – überwölbt ein blauer Himmel, Giotto könnte ihn gemalt haben, den wie Runen winzige schwarze Zitate aus der Kunstgeschichte durchbrechen.
Schwarz ist auch die in der Mitte auseinandergebrochene Figur am unteren rechten Bildrand, hier hat sich der Künstler mitleidlos selbst verewigt. Wer sich ein wenig mit den Bildern Immendorffs auskennt, entdeckt den Verweis auf jene Arbeit mit dem Titel Malerhand , die vor ein paar Jahren entstand und in der ein dunkles Gewicht an seinem Unterarm erstmals vom Einbruch der fatalen Nervenlähmung kündete.
Auch der Bundesadler, der rot und ein wenig zusammengeschmolzen den linken unteren Bildrand ziert, spielt auf seine bildlichen Vorgänger an: Immendorff hat sich der nationalen Symbole stets mit besonderem Nachdruck angenommen, so recht entspannt durfte sich kein deutsches Hoheitszeichen auf seiner Leinwand fühlen.
5. Von Alexander dem Großen, dem Ahnherrn verherrlichter Politiker, wird berichtet, dass er seinen Lieblingsmaler Appelles nach jeder Präsentation eines Porträts in ein ausführliches kunstphilosophisches Gespräch zu verwickeln suchte. Gerhard Schröder verhält sich da zurückhaltend und unbefangen. Er drückt spontan seine Begeisterung aus, doch den Großteil seiner Empfindungen trägt er nach innen, Bewunderung und Lob treten an diesem Nachmittag als emphatische Einsilber auf.
Immendorff hat sich unterdessen zur Gruppe der Betrachter vor dem Bild rollen lassen, es ist ihm anzusehen, dass die Zustimmung, die seine und die Arbeit seiner Assistenten gefunden hat, auch den Künstler bewegt. Er erläutert in der ihm eigenen militärisch raspelnden Art, wie für ihn die einzelnen Komponenten des Werkes zusammenhängen, warum er gerade auf den Aspekt der Nähe eines deutschen Regierungschefs zu den Künstlern des Landes, den wilden roten Tieren, so großes Gewicht gelegt habe, schließlich sei Schröder der erste Kanzler gewesen, der die zeitgenössische Kunst als wesentlichen Teil des deutschen Selbstverständnisses erkannt und gefördert habe.
»Dieses Bild ist mein ganz privates Geschenk an dich«, betont er.
»Ich werde es als Dauerleihgabe dem Kanzleramt geben«, antwortet Schröder, »ich bin gespannt auf die Reaktionen.«
6. Die Hervorhebung des privaten Charakters dieser Zueignung durch Immendorff ist einem kleinen Possenspiel geschuldet, das im Vorfeld der Veranstaltung aufgeführt wurde. Der gute Brauch will es, dass ein aus dem Amt geschiedener Bundeskanzler sich wünschen darf, welcher Künstler ihn porträtiert. Das Kanzleramt nimmt die Bitte auf und leitet die Anfrage an den Maler weiter. Nun haben Künstler bekanntlich verschieden hohe Marktpreise. Oskar Kokoschka verlangte und erhielt für sein Porträt von Konrad Adenauer 150000 Mark, eine für die damalige Zeit recht beachtliche Summe, doch sie entsprach eben dem, was ein Bild von Kokoschka kostete. Genauso hat Immendorff seinen Preis, man kann ihn jederzeit im Internet ermitteln oder durch einen Anruf bei seinem Galeristen. Ein Problem stellt sich erst, wenn das Bundeskanzleramt das Bild eines berühmten Künstlers erwerben will, doch nur zu einem Preis, der als Haushaltsposten dafür vorgesehen ist. Wobei dieser Haushaltsposten noch weit unter den Anschaffungskosten eines Dienstwagens der gehobenen Klasse liegt. Was uns wiederum ein wenig über die differenzielle Wertschätzung unserer politischen Klasse erzählt. Oder ihr Gefühl für Stil.
7.
Immendorff hat durch sein Geschenk diesen Abläufen und ihren Urhebern souverän eine lange Nase gezeigt. Ein Freundschaftsdienst eben, und es stimmt traurig, dass das Porträt künftig in eher gemischter Gesellschaft hängen muss, trauriger noch, dass es so wenigen Betrachtern umstandslos zugängig sein wird. Besucher des Kanzleramts sind notorisch geschäftig, starren vor sich hin und haben meist andere Anliegen, als sich ein Werk zu betrachten, das auf eine so geniale Weise mit der ganzen Gattung »Porträtmalerei« spielt. Recht besehen, hat sich Immendorff daher das größte Geschenk selber gemacht, und man muss sich bei Gerhard Schröder bedanken, dass er dazu den Impuls gab.
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- Datum 19.01.2007 - 02:59 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 18.01.2007 Nr. 04
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Alles was recht ist - aber das Kanzler Portrait ist nun nicht gerade sehr ansprechend. Wenn sich Gerhard so sieht - ok. Aber es ist kalt, abweisend - und die Symbolik unverstaendlich.
Als Witz ganz gut - als offizelles Portrait eine Ohrfeige.
Schröder als byzantinische Kaiserikone. Immendorf hat den Mann bestechend seziert. Er ist ein wirklicher Künstler, denn was ihm zu Schröder einfiel, kann der Betrachter noch in hundert Jahren begreifen.
Ich muss zugeben, im ersten Moment war ich echt sprachlos als ich dieses GEschmacklose MAchwerk gesehen habe.
Danach konnte ich jedoch nicht mehr mit dem Lachen aufhören: Ich finde das sich dort zwei gefunden haben: Die Hybris, Selbstverliebtkeit und Arroganz, unter der unser Ex-Kanzler auch heute noch leidet, kommen meiner Meinung nach in dem Portrait voll zu ausdruck. Insofern kann ich nur sagen: jeder bekommt was er verdient
Der Maler Immendorf ist immer auch ein verhinderter Didaktiker. Die persönliche Biografie fließt also ein, in das obligatorische Kanzlerporträt, die Auftragsarbeit.
Schröder, eher grafisch als malerisch, oval eingerahmt, wie in alten Fotoalben so mancher
Großvater, vignettierte Reminiszenz, trotz des Goldes, die eher im Stile einer Grisaille-Arbeit daherkommt.
Aus dem Hintergrund palavern die Paviane der Affeninsel, zerrissene Spinnwebnetze deuten eine Ahnung von Urständen und Herkünften an. Im Mittelgrund, auf dem Rahmenoval, folgen die eher gräulichen Versatzstücke der bewunderten Kultur und Zivilisation. Soweit erkennbar, Anschnitte von Sphinxskulptur, Anatomiestudie, griechisch-römischen Krieger-, Helden- oder Götterversatzstücken, alles jedoch in der Manier an Renaissancevorbildern orientiert, nicht an der originalen klassischen Vorzeit. Das Ganze überlagert vom Maschendraht. - Vielleicht jener an dem die Kolportage den späteren Kanzler mit seinen frühen Wünschen rütteln lies.
Im Vordergrund, eine offene Form, eventuell ein angedeuteter Bundesadler, plastisch gedacht, erinnert sie mehr an das alte Bonner Kanzleramt mit der unendlichen Form der großen Moore-Plastik und an die Schwierigkeit, oder sollten wir nicht lieber sagen, das Glück, der Demokratie eine feste Form, zumal im Abbild eines Staatsadlers geben zu wollen. Manchesmal sicherlich ein tierisches, sogar ein teuflisches Unterfangen, das zerbrechen muss, wie die schwarze, klumpfüßige und beschwanzte Silouette andeutet. Der abgebrochene Oberkörper, erscheint mir von der Kontur her, wie eine Fernsehkamera, die dauerhaft auf das Porträt des Kanzlers gerichtet ist. Ein Rohrschach- Test für die Betrachter, gar ein versteckter Hinweis auf den Künstler als Macher und auch das wieder Reflexion auf den Dargestellten?
Ganz ehrlich, so schlecht kann ich das Bild nicht finden. Es erzählt in einer harten Sprache. Das ist neu in der Galerie der Kanzlerporträts. Selbst für den kunsthistorisch und literarisch gebildeten, Intelligenzblattleser, den Kommentator eingeschlossen, liefert es noch jede Menge Assoziationsstoff.
man kann das z.b. so lesen.
in fahlem goldton im zentrum des erdkreises schröder als führungsfigur der affen. oder doch eher das geschönte aushängeschild einer affenbande? der oberaffe an seiner rechten seite gibt den ohrenbläser.
der bundesadler, seinerseits symbol für grundgesetz, einer scheinbar demokratisch verfaßten republik, verliert zunehmend alle konturen, wobei der rechte flügel zu monströser fülle schwillt.
dann diese gebrochene figur, gesichtslos, namenlos, inkarnation der atomisierten masse - des isolierten einzelnen - geneigt im finalen kotau.
beide, bundesadler wie figur, liegen außerhalb der blickrichtung der maske des geldes - überantwortet dem dunklen nichts.
am rechten bildrand sehen wir die chiffren üppigen herrscherlebens, vollgefressene feiste gesichter, schurkenvisagen und spaßmacher.
der erdenkreis in krakelure, risse zeigt diese welt, kennzeichen einer überalterten struktur, die ihren spannungen zunehmend weniger entgegenzusetzen hat.
ps: kunst und herrschaft sind per definition symbiotischer natur. wes brot ich eß, des bild ich mal - daß herrschende sich fern aller realität liebend gern als kunstkenner und -förderer geben ist bekannt, parvenues haben da ihre besonderen ambitionen. nero und hitler mögen als beleg dafür gelten, daß nicht selten die personalunion gesucht wurde.
das, gott sei dank, blieb uns erspart. schröder sang nie 'hoch auf dem gelben wagen'.
was nun immendorf angeht, keiner weiß, was dieses bild ihm heißt, er wirds wohl auch nie sagen. vorzustellen ist, daß er die mannigfachen leseversuche mit einer art diebischer freude genießt.
zu gönnen wäre es ihm.
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