Zulassung »Das ist Notwehr!«Seite 3/3
Das Pokerspiel um Studienplatzkapazitäten und lokale Zulassungsbeschränkungen hat auch außerhalb Nordrhein-Westfalens an Dramatik zugenommen. So hat die Uni Halle-Wittenberg innerhalb eines Jahres 39 neue NCs eingeführt und damit ihre Erstsemesterzahlen um fast 30 Prozent gedrückt, auf nur noch 2300. Inzwischen sind in Halle von insgesamt 177 Studienfächern gerade noch 18 frei zugänglich. Auch das ist ein bundesweiter Trend: Sobald eine Hochschule mit der Einführung lokaler NCs begonnen hat, muss sie mit der Zeit immer mehr Studiengänge mit Beschränkungen belegen, um das Entstehen sogenannter Parkfächer zu vermeiden. Andernfalls schreiben sich dort all jene Studenten ein, die ihren Wunsch-Studienplatz nicht bekommen haben – ohne die Parkfächer jedoch tatsächlich auch zu studieren. Die Hochschule verhindert dies mit der Einführung neuer NCs, am Ende sind dann praktisch alle Fächer zulassungsbeschränkt.
Unter den Abiturienten entsteht derweil eine Zweiklassengesellschaft: Während die einen von den besseren Bedingungen profitieren, bleiben jene frustriert zurück, die an den NCs scheitern. Gleichzeitig entfernt sich Deutschland weiter vom erklärten Ziel, mindestens 40 Prozent eines Jahrgangs an die Hochschulen zu führen. Zuletzt lag die Quote bei 35,5 Prozent, nach 38,9 Prozent im Jahr 2003.
- Datum 28.02.2007 - 07:21 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 25.01.2007 Nr. 05
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