Iran Unter FeuerSeite 3/3
Wer unter den deutschen Firmen betroffen ist, der ist tatsächlich mehr als besorgt. Das geht aus einer soeben beendeten Umfrage hervor, die der DIHK und der IHK Westfalen unter mehr als hundert deutschen Unternehmen veranstaltet haben. Demnach ist bei einem Drittel der befragten Firmen das Geschäft rückläufig, ein weiteres Drittel erwartet für die nahe Zukunft Verschlechterungen. 35 Prozent der Befragten machen dafür die deutschen Exportbeschränkungen verantwortlich, und mehr als die Hälfte rechnet in naher Zukunft mit einer weiteren Abkühlung der Beziehungen zwischen Deutschland und Iran. 40 Prozent spüren zunehmende Schwierigkeiten bei der Zahlungsabwicklung. Das Interessanteste aber: Jedes zehnte befragte Unternehmen fühlt sich informellem Druck ausgesetzt, Geschäfte mit Iran zu reduzieren, weitere 15 Prozent geben an, solchen Druck in Ansätzen zu spüren. Die Sanktionen gegen Iran wirken also – noch bevor sie überhaupt in Kraft sind.
Ein umfassendes Embargo gegen Iran träfe die deutschen Maschinenbauer
Das genau beklagt der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Sein Sprecher Friedrich Wagner spricht von Unsicherheit. »Wir wissen nicht, was die EU-Kommission vorhat, ob sie zum Beispiel die UN-Sanktionen verschärfen will. Wir denken aber, dass alles nur bürokratischer werden wird.« Deutschlands Maschinenbauer wären von einem eventuellen Embargo hart getroffen. Denn die Iraner haben in den letzten Jahre vor allem im Ausbau ihrer petrochemischen Industrie, der Autoindustrie und der Infrastruktur kräftig investiert. Die Nachfrage nach deutschen Gütern war dementsprechend. Wagner befürchtet nun, dass »einzelne Firmen auf eine watchlist kommen«.
Wer sich bei deutschen Unternehmen nach dem Irangeschäft erkundigt, spürt bei denen ein gewisses Bedürfnis, möglichst unterhalb des Radarschirms der Öffentlichkeit zu fliegen. Siemens hält sich bedeckt. BASF begnügt sich mit dem Hinweis, dass die in der deutschen Presse verbreitete Nachricht, das Unternehmen baue eine Ammoniak-Harnstoff-Anlage im Wert von 304 Millionen Euro im iranischen Schiraz, falsch sei. »Bei den 304 Millionen handelt es sich um die Gesamtsumme aller Partner. Die Investition der BASF bewegt sich im niedrigen einstelligen Millionenbereich.« Möglichst nicht auffallen, das scheint die Devise zu sein.
Die deutschen Maschinenbauer gehören zu den wenigen Unternehmen, die sich derzeit öffentlich zumindest ein wenig beklagen. Sie wünschen sich klare Regeln. Für einige Bereiche gibt es die bereits. Alles, was nach Raketen- oder Nukleartechnik auch nur riechen könnte, unterliegt strengsten Kontrollen. »Das machen wir ja ohnehin nicht«, sagt VDMA-Sprecher Wagner. »Wir möchten nun einfach wissen, was auf uns zukommt!«
Das ist nicht einfach zu sagen. Sicher ist: Washington wird den Druck auf Iran aufrechterhalten, und die deutschen Unternehmen werden das zu spüren bekommen. Iran seinerseits wird auf Dauer trotzdem ein verlässlicher Partner bleiben, jedenfalls lassen die Erfahrungen der Vergangenheit darauf schließen. »Iran war 1992 zahlungsunfähig«, erinnert Hans Janus, Vorstand der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG. »Wir haben eine Umschuldung gemacht. Sie haben alles vorbildlich zurückbezahlt.« Dennoch hat Hermes Iran in seiner Risikoanalyse jetzt nach unten gestuft. Das internationale politische Klima ist nur ein Grund dafür, der andere ist ein von Iran hausgemachter. Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat auch in der Wirtschaft bis ins zweite und dritte Glied hinein seine Leute gesetzt. Meistens sind das Männer aus dem Sicherheitsapparat. Und die müssen auf dem ökonomischen Parkett erst einmal laufen lernen.
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- Datum 30.01.2007 - 08:31 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 25.01.2007 Nr. 05
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Es gibt genau 2 Länder, die im Nahen Osten ständig Krieg führen, diese sind Israel und die USA. Trotz allem liefert die deutsche Industrie nicht nur fleißig normale Güter an beide, sondern auch Waffen (speziell werden auch gern mal atomwaffenfähige U-Boot an Israel verschenkt).
US- und UN-Forderungen kann man schon lange nicht mehr Ernst nehmen, sobald aber Israel am Horizont auftaucht werden die Wunscherfüllungen einsetzen, der Herr hat gesprochen...
Evtl. sind die Deutschen ja auch noch so dreist und lassen dem iranischen Volk, Dinge zukommen, die Ihnen bei der Verteidigung von Leib und Leben beim bevorstehenden USrael-Angriff helfen. Das muss sofort gestoppt werden! Feinde der USA und Israel haben möglichst wehr- und hilflos zu sein. Den Irak hat man vor dem KO auch erstmal auf kleiner Flamme 10 Jahre lang gar gemacht, bevor das Hauptmenu kam. Dass hierbei allein durch Lebensmittelembargo über 1 Million irakische Kinder starben, quittierte Madame Albright bekannterweise mit dem Satz, dass es das wert sei!
Man braucht nur die Tochtergesellschaften in Amerika zuzuschliessen und aufzugeben.
Der Handel mit Iran ist sehr wichtig fuer die EU, aber besonders fuer Deutschland, schon Jahr-Zehnte lang. Nicht nur, aber besonders weil es keine Konkurrenz aus Amerika gibt.
Im Handel, wie im Leben kann man sich seine Freunde aussuchen. Und ob Teheran die Atombombe hat oder nicht, der Nahe Osten ist die Nachbarschaft fuer Europa. Man muss sich entschliessen, was einem wichtig ist.
Iran ist gelassen. Es ist sich sicher zu wissen, was die Antwort am Ende ist.
Wenn Herr Laduner gehoert hat, dass die Geschaeftsleute mit denen er sprach, diese Meinung teilen (oder sich darnach sehnen), warum nicht die Wahrheit offen und oeffentlich sagen?
Wie er es hoerte, 'geschicktes' Verhalten kann doch mit einer UN Resolution gut fertig werden. Ist das nicht immer mehr klar geworden? Ist das was Europa wieder will, weder eins noch das andere, sondern beides?
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