Biometrie Augen des Gesetzes
Biometrische Überwachungssysteme sollen mutmaßliche Terroristen am Gesicht erkennen. Doch die Technik hält nicht, was ihre Entwickler versprechen.
Es empfiehlt sich dieser Tage, beim Passieren des Mainzer Hauptbahnhofs ein freundliches Gesicht aufzusetzen: Vorsicht, Kamera! Es sind sogar sechs Kameras, die am unteren Ende einer Doppelrolltreppe installiert sind – die elektronischen Augen des Gesetzes. Das Bundeskriminalamt (BKA) leitet dort einen Versuch zur automatischen Fotofahndung. Seit dem 10. Oktober streifen die Linsen über die Passanten. Ende Januar endet das 210000 Euro teure Projekt. Von neuen biometrischen Technologien wie dieser erhoffen Fahnder und Politiker sich Hilfe im Kampf gegen Verbrecher und Terroristen.
Der Mainzer Bahnhof bietet günstige Versuchsbedingungen. Die Rolltreppen sind gut ausgeleuchtet, die Kameras konnten in zehn Meter Abstand angebracht werden, mit guter Sicht auf die täglich 20000 dort passierenden Menschen. Etwa 20 Sekunden lang bleiben die überwachten Personen im Bild, während sie den Linsen entgegengleiten. Aus dieser Menge soll ein Computer, der mit den Kameras verbunden ist, die Gesichter von 200 Probanden herausfiltern. Um hinterher die Trefferquote ermitteln zu können, sind die Probanden mit Kontrollsendern ausgestattet.
Dass Technik Menschen erkennen kann, weiß man vom Fingerabdruck. Und wie das Rillenmuster auf den Fingerkuppen sind auch die Gesichtszüge eines Menschen einzigartig. Das Erkennungsverfahren beginnt damit, die besonderen Merkmale des Gesichts geometrisch zu vermessen. Vor allem Augen, Nase und Mund. Daraus ergibt sich ein Ensemble von Hunderten Referenzpunkten, welches für das betreffende Gesicht charakteristisch ist.
Jedes in Mainz gefilmte Gesicht wird so in geometrische Komponenten zerlegt und mit den Daten jedes Probanden abgeglichen. »Erkennt« der Computer ein Gesicht, bedeutet dies: Sein Rechenprogramm hat eine bestimmte Anzahl von Übereinstimmungen – zum Beispiel gleicher Abstand von Oberlippe und Nase, gleiche Mundbreite, identischer Augenabstand – mit dem gespeicherten Datensatz einer Versuchsperson entdeckt.
Alles laufe nach Plan, sagt das BKA. Aber was ist der Plan?
Der große Vorteil der Gesichtserkennung mittels Kamera und Software ist, dass sie im Vorbeigehen funktioniert: Anders als beim Fingerabdruck müssen Menschen keine Gegenstände berühren, auf die Kriminalisten anschließend Rußpulver pinseln oder Ninhydrin auftragen.
- Datum 25.01.2007 - 07:50 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 25.01.2007 Nr. 05
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Im Text ist eine Unrichtigkeit, das Fraunhofer Institut für Graphische Datenvererbeitung befindet sich in Darmstadt und nicht in Dortmund.
Mit freundlichen Grüßen
Herbert Koch
Ist es denn nicht offensichtlich dass diese Technologien von totalitären Kräften mißbraucht werden können? Oder sind es totalitäre Kräfte die diese Technologien in so atemberaubenden Tempo verpflichtend verbreiten?
Die im Westen aktiv gewordenen Terroristen hatten jedenfalls ordentliche Pässe und sind legal gereist.
Wenn in diesem, nochmals, totalitären Maß überwacht werden soll, dann wäre es schön wenigstens zu wissen nach was gesucht wird.
Der ganze Aufwand wegen eingebildeter Terroristen? Ich bitte Sie...
Haben Sie wirklich nichts zu verbergen vor dem Staat, dem Finanzamt, der Krankenkasse, der Versicherung, Ihrem Arbeitgeber ...? Wirklich?
ist derzeit wohl eher ein Fussballstadion, oder?
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