Atomwaffen Zurück zur Bombe
Das Zeitalter des Wettrüstens schien überwunden. Doch die klassischen Atommächte modernisieren ihre Arsenale. Und neue Staaten streben nach Nuklearwaffen.
Seit zwei Wochen steht die Weltuntergangsuhr wieder auf fünf vor zwölf. Jahrelang hatten die Mitglieder des Bulletin of Atomic Scientists – unter ihnen 18 Nobelpreisträger – ihre berühmte »Doomsday Clock« nicht angerührt. Am 17. Januar aber rückten sie die Zeiger um gleich zwei Minuten vor. Denn das Risiko eines Atomkriegs, sagen sie, sei so hoch wie seit 1981 nicht mehr – und sie haben recht: Neben Pakistan und Indien ist Nordkorea als neue Nuklearmacht auf die Weltbühne getreten, Iran möchte bald dazustoßen. Zudem halten die fünf klassischen Atomstaaten – USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich – ihre Abrüstungsverpflichtungen nicht ein. Im Gegenteil, sie modernisieren sogar ihre Waffenarse- nale. Die Atombombe ist wieder wichtig.
Tatsächlich befindet sich die Welt mitten in einem zweiten nuklearen Zeitalter. Ein multipolares Wettrüsten hat begonnen, das nur deswegen vergleichsweise unauffällig verläuft, weil es sich – anders als im Kalten Krieg – nicht in spektakulären Raketenpegelständen messen lässt. Gut 27.000 nukleare Sprengköpfe lagern noch weltweit; die mehrfache Vernichtungskapazität der Menschheit hat sich seit 1990 also nur unwesentlich verringert. Dafür ist die Verteilung der Höllenwaffen brisanter geworden. Und in den Planungsstäben der Großmächte erlebt die Atombombe eine strategische Renaissance.
Die »Big Five«, die großen fünf, geben Milliarden aus, um ihre beträchtlichen Restarsenale auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Nicht nur im Weißen Haus wittert man neue Missionen für Atomwaffen; auch das Berliner Verteidigungsministerium beharrt auf der Teilhabe am Nato-Nukleararsenal, also auf Atombomben in Bundeswehrbunkern.
Gerade weil die Weltlage so unübersichtlich geworden sei, argumentieren die Weltmachtführer von George Bush über Jacques Chirac bis Wladimir Putin, gerade weil der Kalte Krieg vorbei sei, wäre es völlig unverantwortlich, die atomare Keule aus der Hand zu legen. Angesichts neuer Krisenbilder rüsten die fünf nicht nur ihre Arsenale um, sondern auch ihre Abschreckungsdoktrinen. Nach dem Schock des 11. September 2001 stellten die USA, Großbritannien und Frankreich klar, dass sie terroristische Angriffe mit Massenvernichtungswaffen, also auch mit biologischen oder chemischen Stoffen, nuklear vergelten würden. Schließlich hätten die Nato-Staaten ihre eigenen B- und C-Waffen längst vernichtet; ihnen bliebe als letztes Mittel also nur die Drohung mit der Kernwaffe. Überdies: »Wir müssen die Notwendigkeit berücksichtigen, Länder abzuschrecken, die auf den Gedanken kommen könnten, Nuklearterrorismus von ihrem Staatsgebiet aus zu unterstützen«, schreibt Großbritanniens Premier Tony Blair im Vorwort zum kürzlich veröffentlichen Weißbuch für seine Nuklearstreitkräfte.
Damit erfährt die klassische Abschreckungsstrategie einen grundlegenden Wandel. Sie hat sich, wenn man so will, ausgedehnt und »asymmetriert« auf sogenannte Schurken. Freilich drängt sich die Frage auf, wie Tony Blair im Ernstfall Nordkoreas Staatschef Kim Jong Il oder dem pakistanischen Khan-Netzwerk beweisen möchte, dass gerade sie arabische Terroristen mit Urankoffern beliefert haben. Das muss er gar nicht, lautet die Entgegnung. Denn das schlichte Kalkül der asymmetrischen Abschreckung sei: Schon die glaubwürdige Drohung mit atomarem Beschuss setze jeden potenziellen Terrorsponsor unter immensen Druck und verhindere so das Durchreichen von ABC-Material an substaatliche Hitzköpfe.
- Datum 03.02.2007 - 03:32 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 01.02.2007 Nr. 06
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die meisten halten uns ja doch fuer voellig durchgeknallt!
Die meisten denken: Churchill: dicke Zigarre, Whisky, yes, sports, no, aber interessant zuzuschauen!
Also, uns geht's doch gut!
Ein paar dumme Penner muss es immer geben, aber lass mich heute abend bitte ruhen von ihnen!
Wie kommt es eigentlich, dass der Autor die illegitimen Atommächte Indien, Pakistan und Nordkorea(?) erwähnt, auch die halbgaren Nuklearambitionen Irans, Saudi Arabiens und Ägyptens thematisiert - aber kein einziges Wort über Israel verliert?
Inzwischen ist es doch mehr oder weniger amtlich, dass sich Tel Aviv als Nuklearmacht geoutet hat - nicht weniger illegitim als Pakistan oder Indien oder N-Korea. Werden diese Bomben in der Region etwa nicht als tödliche Bedrohung betrachtet?
So bringt der Herr Bittner seinen ansonsten aufschlussreichen Artikel leider in den Verdacht der Unausgewogenheit.
Schade.
Frueher konnte ich noch vollstaendig signieren mit meinem Namen:
Gerhard Stenkamp!
Die Zeit hat mich dann zweimal rausgeworfen wegen Beleidigung des Islams!
Herr von Randow schrieb mir, es seien nicht meine radikalen Ansichten, sondern weil ich wiederholt beleidigt (er vermied jede Bezugnahme auf den Islam)!
Ich habe Besserung gelobt, sah mich dann aber zu weiteren 'Beleidigungen' genoetigt und warf dem Profeten, dem Heiligen, weiterhin Schweinereien vor!
Wieder rausgeflogen!
Also jetzt GStenkamp2,
statt Gerhard Stenkamp!
beste Gruesse
Gerhard Stenkamp
Immer das gleiche Herangehen:
Man lässt Privilegien privat Krankenversicherter zu und diskriminiert den Rest. Man lässt die Schere Arm-Reich aufgehen und schafft Unfrieden. Man sichert Arbeitenden nicht mal einen Mindestlohn zu. Man will Drogenanbau verbieten und schafft keinen Lohnersatz. Man lässt afrikanische Bauern verarmen zugunsten von US-Bauern. Man will angeblich Frieden und weigert sich, mit allen zu reden. Israel darf Atombomben besitzen, Iran nicht. In Nigeria wird viel Öl produziert, aber die Menschen sind arm. Die Medien erlauben diese und verbieten diese Meinung. Und und und.
Das ist der Stoff, der Terroristen schafft. Und Kriege.
Echte Maenner sind die Maenner, die erhitzt, voller Kraft und Selbstbewusstsein miteinander diskutieren!
Ich stelle mich ihnen!
Sie haben etwas von einem Mann!
Was Sie aber nicht tun - sondern bisher nur ich -: Sie stellen sich nicht:
fuer eine oeffentliche Diskussion, in der Sie ihre Identitaet benennen!
Viele Deutsche machen es Ihnen vor: das feige Verkriechen hinter Pseudonymen!
Wenn wir schon tapfer sein wollen, dann doch sicher nicht hinter einem falschen Namen,
ihr feigen deutschen Besserwisser,
ihr feigen Rechthaber,
ihr Kriecher!
Wenn viele Menschen sich gegen Kinder entscheiden, so ist das doch angesichts der Lage nachvollziehbar:
grosse Katastrofen werden unser Werk sein!
Die Klugen und die Guten: sie haben nicht die Macht!
Die Atombewaffnung ist zwangsläufig wenn friedenssichernde Institutionen wie UNO und Völkerrecht und das Recht im allgemeinen einseitig korrumpiert werden oder als hinderlich beiseitegeschoben.
Dazu kommt, dass unterschiedliche Systeme die in zivilisatorischem Wettbewerb stehen, nach dem Ende des Sozialismus fehlen oder erst langsam im entstehen sind. Die Führer des Sozialismus hatten eingesehen dass ihr System gescheitert ist, das macht den Sozialismus zum überlegenen System, denn die Führer des Kapitalismus können nicht einsehen dass sie gescheitert sind, trotz Klimakatastrophen und trotz dass sich das System nur aufrechterhalten lässt durch immer unmenschlichere Verbrechen bis zum Atomwaffenersteinsatz.. Sie schaffen eine Welt wo jeder seine Daseinsberechtigung oekonomisch nachweisen soll, nach einseitigen Spielregeln und des Einfrierens von Entwicklungsständen unterschiedlicher Regionen durch die erzwungene Globalisierung durch unrechtmäßige Monopole. Das mit der Androhung von Atomwaffeneinsatz zu verknüpfen erzwingt Widerstand mit nuklearen Mitteln. Die Sowjetunion hatte unglaublich schnell atomar nachgezogen nach Hiroshima und Nagasaki, hundertausende Menschen zu verbrennen als Machtdemonstration hat sich als nutzlos erwiesen beim ersten großen Atomwaffenverbrechen. Damals wurde dieses Verbrechen möglich durch Größenwahn, Machtbestrebungen und Enthemmung durch bereits vorher verübte Verbrechen, die gleiche Gemengelage wie heute. Heute besteht wieder die Gefahr einer nuklearen Machtdemonstration, trotz der vielen Atomwaffen die bereits existieren und deswegen größeren und schnelleren Eskalationsgefahren als 1945.
Die Systemefrage ist die alles entscheidende Frage ob sich ein nukleares Desaster vermeiden lässt.
Die geschuetzten Bauern leben zum meisten bei Ihnen, in Deutschland und Frankreich.
In den US, wenn solche 'Beschuetzung' (wie fuer Zucker, wo Sie recht haben!) geht es zur Landwirschaftsindustrie. 'Bauern' wie man sie in Europa kennt, wuerden 'geschuetzt' werden muessen (unter anderen Europa-beliebten Gesetzen) in den US, waeren sie Tiere!
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