Marokko Majestät wünschen EmanzipationSeite 7/7
Nadia Yassine hat vier Töchter im Alter von 19 bis 25 Jahren. Sie selbst ist 48 Jahre alt, beredt, schnell, klug und wird als mögliche Nachfolgerin des alten Scheichs gehandelt. Ihr Handicap: eine Frau zu sein. Sind nicht die klassischen Frauenrollen in Marokko eines der größten Hindernisse für die Gleichberechtigung?
»Wir wollen keine Gesellschaft und keine Familie, wo die Frau den Mann spielt und umgekehrt«, sagt Nadia Yassine. »Der westliche Mann hat doch ein Problem, weil seine Männlichkeit infrage gestellt wird.« In der islamischen Gesellschaft sei die Frau für das Gefühl zuständig, der Mann für Disziplin und Kraft. Der Mann sorgt für das materielle, die Frau für das sentimentale Wohlergehen der Familie. Das stehe zwar genau so nicht im Koran, aber: »Es ist der spirituelle Sinn der Familie.«
Klingt sehr traditionell. Kann das der Grund sein, warum Frauen bei den Islamisten so unterrepräsentiert sind? Nadia Yassine schüttelt den Kopf. »Die Hälfte der Mitglieder unserer Bewegung sind Frauen. Dreißig Prozent der Schura-Ratsmitglieder sind Frauen, mit steigender Tendenz. Die Frauen haben ihre Komitees, da entscheiden sie selbst, sie haben ihre eigene Netzseite.« Aha, man trennt Männer und Frauen wie in Saudi-Arabien? »Es gibt eine Grenze, ja, aber nicht wie in Saudi-Arabien«, sagt sie. »Wir veranstalten zum Beispiel regelmäßig Sabbaticals von bis zu zwei Wochen, wo Frauen und Männer sich gemeinsam zur Meditation zurückziehen.«
Das erinnert stark an die neue staatliche Ausbildung islamischer Geistlicher, wo Männer und Frauen zusammen in einem Lehrgang sitzen.
»Der Staat klaut unsere Ideen«, sagt Nadia Yassine. Die islamistische Bewegung habe längst Lehrerinnen des Islams, die in Moscheen lehren. Aber ohne Zertifikat.
Dann ist es doch gut, wenn der Staat den Islamlehrerinnen eine anerkannte Ausbildung bietet? »Von mir aus, aber neu ist es nicht. Überzeugen Sie sich selbst.« Nadia Yassine lädt auch männliche Besucher zu den Seminaren islamistischer Frauen ein. Verkapselt und sektenhaft zu sein, das ist genau der Eindruck, den die Tochter des Islamistenscheichs vermeiden möchte. Zum Abschied gibt sie noch ihre Mobilfunknummer mit auf den Weg. »Rufen Sie uns an!«
Von Salé nach Rabat geht es in einem der dreißig Jahre alten Mercedes-Sammeltaxis über die Brücke des Flusses, der die beiden Städte trennt. Im Zentrum von Rabat gehen die Familien in der Abenddämmerung auf dem breiten Boulevard spazieren. Vor dem Bahnhof treffen wir Zinab Hidra wieder. Die Islampredigerin kommt gerade von einer Fahrt aufs Land zurück. Sie hat in einem Dorf Bauern und Bäuerinnen den Koran und das Familienrecht erläutert. Das hat einen der Männer so beeindruckt, dass er Zinab Hidra gleich einen Heiratsantrag gemacht hat. »Das habe ich natürlich abgelehnt.«
Zinab Hidra hat keine Kinder, sie ist 30 Jahre alt, also für marokkanische Verhältnisse schon fast zu alt zum Heiraten. Dabei dürfte sie. »Im Gegensatz zu katholischen Priestern«, sagt sie gewitzt. »Aber ich will noch nicht.« Sie möchte noch eine Weile Gott und der Lehre dienen.
Hat sie Angst vor der Ehe, vor der Festlegung – oder etwa vor dem Familienrecht?
Sie lacht, nein, nein, es sei nur nicht so einfach mit der Suche. »Unser neues Familienrecht ist schon gut, doch noch besser ist, man heiratet den Richtigen und braucht es nie einzuklagen.«
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- Datum 07.02.2007 - 12:54 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 01.02.2007 Nr. 06
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und werden Sie sich darüber im klaren, daß der Begriff 'Islamismus' darin nur da verwendet worden ist, wo auch Islamismus drin ist - nämlich in den Fällen der identifizierbaren politischen Bewegung, mit ihren Strategien und Organisationsformen. Interessant übrigens die Position der islamistischen Scheicha, die das neue Familiengesetz des Königs begrüßt, wider ihr besseres Wissen, daß mit ihren politischen Verbündeten ein solches Gesetz natürlich nie und nimmer durchzusetzen gewesen wäre.
Irgendwie erinnert sie mich an all die dekadenten, westlichen Mittelstandsakademikerinnen, die ihr Herz für den Islam entdeckt haben, freudigst konvertieren (nachdem sie mit Baghwan, Tantra, dem Buddhismus, Philosemitismus und Feng Shui 'durch sind') - gibt es eine anthropologische Konstante in der weiblichen Lust der Unterwerfung??
Sie haben recht! Man kennzeichnet nur diejenigen die 'tatsaechlich schuldig' sind. Da sind wir heute den Vorvaetern einen weiten Schritt voraus, schliesslich sind wir ja freiheitsliebende Demokraten.
Und Frauen die sich nicht dem aktuellen Mode und Sex-Sells-Wahn unterwerfen, sondern sich freiwillig fuer den Islam entscheiden haben ein Problem und waren alle dekadent. Waeren Sie nicht so dekadent, wie beispielsweise die Bunnys in den verschiedenen Maennermagazinen und Pornos, waeren diese auch weiterhin nicht-muslimas.
Ihre Aussagen und die verwendete Logik ist erdrueckend - Sie haben gewonnen;)
.
Was es doch fuer eine Unart mittlerweile geworden ist Muslime zu kennzeichnen. Wo es noch vor einiger Zeit nur fuer radikale Terrorverdaechtige verwendet wurde, wird mittlerweile die Islamismuskeule ganz normal fuer Ali und Fatima Normalverbraucher verwendet um ganz bestimmte Assoziationen zu produzieren.
Mal einen Weckruf an Michael Thumann und Co.:
Schaemt man sich nicht so ein Kainsmal zu verwenden? Haben wir immer noch nichts aus dem Judenstern gelernt?
Schon mal was von Muslime, Muslimas etc. gehoert? Wenn nicht, was machen Sie dann in der Redaktion?
wuerden,anderen Menschen erlauben wuerden so zu leben wie sie es moechten waeren die Probleme in der Welt entschieden wenig brisant.Aber genau das ist der Punkt. Der Islamismus ist so tolerant wie die Hexenverbrennung es war.
Wenn sich eine Frau aus freiem Willen entscheidet das Kopftuch zu tragen,die Burka zu tragen -nicht weil sie sonst angemacht und bedroht wird von ihren maennlichen Glaubensbruedern,finde ich es bemerkenswert dass sie ihre Religion auch 'lebt'. Leider habe ich eher das Gefuehl dass sie es aus Gruenden,die mit Druck und Zwang tun.ich habe auch beobachtet dass gut ausgebildete Leute weniger bereit sind mit ueberholten Sitten abzufinden.Vielleicht ist deswegen Marokko weniger intolerant. und bereit sich zu oeffnen fuer andere Lebensweisen,die moeglicher Weise so manchem Iman gegen den Strich geht.Man muss abwarten wie weit der Koenig mit seiner Modernisierung kommt .
Wie Sie wissen, bin auch ich ein grosser Kritiker des orthodoxen Islam.
Aber, bitte, ich bitte Sie, stellen Sie den Buddhismus nicht auf eine Stufe mit dem Islamismus.
Wer den Buddhismus wirklich verstanden hat, ist kein Esoteriker, sondern ein rational denkender Mensch, der Mitgefühl für alle fühlenden Wesen entwickelt.
Ein Übertritt zum Islam ist deshalb nicht denkbar.
Damit Sie vielleicht etwas besser verstehen, einige Zitate des Dalai Lama:
'Liebe und Mitgefühl sind für mich das Wesen der Religion.
Um solches zu entwickeln, musst du allerdings nicht irgendeiner Religion angehören.'
'Gefragt nach meiner Religion, sage ich einfach:
Meine Religion ist Güte und Mitgefühl.'
'Mögest du Hoffnung finden in den dunkelsten Stunden und Zielrichtungen an den hellsten Tagen.
Frei von aller Bitterkeit mögest du nicht das Universum beurteilen.'
Gib niemals auf und entwickle dein Herz!
Es gibt zu viele Vorgaben in deinem Land, die den Verstand entwickeln anstelle des Herzens.
Entwickle Mitgefühl, nicht nur für deine Freunde, sondern für jedes fühlende Wesen.
Arbeite für den Frieden und Mitgefühl, ich sage es noch einmal:
Gib niemals auf! Egal was passiert! Gib niemals auf!'
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