Viele Eltern sind unsicher, wo sie ihr Kind am besten einschulen. Meist richten sie sich nach dem »guten Ruf« einer Schule – der längst veraltet sein kann. Bei der Suche kommt es darauf an, die richtigen Fragen zu stellen. Zudem helfen immer mehr Informationsangebote, das Niveau des Unterrichts, das Engagement eines Lehrerkollegiums oder das soziale Klima einer Schule zu bewerten. Eine Checkliste:

1. Vertrauen Sie ruhig Ihrem ersten Eindruck. Wichtiger als die äußere Modernität einer Schule ist, was sie aus einem Gebäude macht. Sind die Wände lieblos kahl? Sehen alle Klassenräume normiert aus? Stehen verstaubte Schülerarbeiten in den Vitrinen, gibt es Spuren von Vandalismus? Welches Bild bieten die Toiletten?

2. Offenheit ist ein wichtiger Gradmesser für Qualität. Sie beginnt im Internet: Präsentiert sich eine Schule allein mit Pflichtinformationen, oder bietet sie einen lebendigen Eindruck des Schullebens?

3. Ein gutes Zeichen ist, wenn nicht nur viele Lehrer, sondern auch Väter und Mütter am Tag der offenen Tür teilnehmen. Befragen Sie sie nach der Alltagswirklichkeit der stolz präsentierten Highlights. Aber besuchen Sie auch eine beliebige Unterrichtsstunde an normalen Tagen. Aufschlussreich ist schon, wie der Rektor auf die Frage nach einer solchen Visite reagiert.

4. In fast allen Bundesländern müssen Lehrer ein Schulprogramm veröffentlichen. Welche Inhalte stehen im Vordergrund? Lernen Kinder mit Wochenplänen, in Projekten? Wie werden schwache Schüler gefördert, besonders begabte gefordert? Achten Sie auf pädagogische Schwerpunkte wie Musik, Zweisprachigkeit oder Theater. Aber vor allem auf konkrete Selbstverpflichtungen statt leerer Absichtserklärungen.

5. Gute Schulen nehmen die Eltern ernst. Gibt es einen regelmäßigen Elternbrief? Wie häufig stellen sich Lehrer einem Entwicklungsgespräch über den Lernerfolg des Kindes? Engagierte Schulleitungen laden zur Mitwirkung ein, auch über den selbst gebackenen Kuchen für das Schulfest hinaus. Manche schließen Verträge ab, mit konkreten Verpflichtungen für Eltern und Lehrer. Fragen Sie Elternsprecher und andere Mütter und Väter nach ihren Erfahrungen. Auch nach jenen mit einzelnen Lehrern, denn darüber verraten Schulleitungen meist nichts.

6. Fragen Sie nach konkreten Problemen. Gute Schulen leugnen nicht, wenn es Schwierigkeiten gibt; sie machen auch nicht andere dafür verantwortlich, die Verwaltung oder den Minister. Sie suchen selbst Lösungswege für Unterrichtsausfall, Sprachdefizite bei Migranten oder einen Mangel an Disziplin. Fragen Sie auch nach der Lernbereitschaft eines Kollegiums: Wie steht die Schule zu Reformen? Wann gab es die letzte Fortbildung?