Als im Sommer 2006 Israel und Hisbollah ihren Krieg im Libanon austrugen, waren sich die Beobachter einig: Hier fand ein Stellvertreterkrieg statt. Iran instrumentalisierte Hisbollah, um Israel anzugreifen. Teheran lieferte nicht nur Waffen, sondern schickte auch Berater und Ausbilder. Das Sponsoring zeigte Wirkung: Auf den Norden Israels ging ein wahrer Raketenregen nieder. Auch Jerusalems Armee hatte unerwartet hohe Verluste zu beklagen. 50 schwere Kampfpanzer vom Typ Merkava, der Stolz der israelischen Armee, wurden von Panzerabwehrwaffen beschädigt oder zerstört. Dabei starben 30 Soldaten, mehr als 100 wurden verletzt. Hisbollah gelang es auch, eine israelische Korvette vor der libanesischen Küste mit einer Anti-Schiff-Rakete schwer zu beschädigen.

Israel zeigte sich von der Qualität der iranischen Waffen überrascht.

Woher kamen Teherans Hightechsysteme? Eine vom israelischen Generalstab in Auftrag gegebene Analyse ergab: Irans neue Wunderwaffen stammten aus russischer und chinesischer Produktion. Teheran lieferte in Russland entwickelte und gebaute Panzerabwehrraketen vom Typ AT-13 Metis-M an Hisbollah. Der Marschflugkörper des iranischen Typs C-802, der beinahe die israelische Korvette versenkt hätte, war eine ursprünglich chinesische Entwicklung namens Ying-Ji-802. Aus Peking soll Teheran rund 75 dieser Marschflugkörper erhalten haben, die mit einer geschätzten Treffsicherheit von bis zu 98 Prozent zu den gefährlichsten Anti-Schiff-Waffen der Welt zählen.

Wie zu Zeiten des Kalten Krieges rüsten heute China und Russland die Gegner Israels auf. In dem erfolgreichen Einsatz ihrer Waffen im Libanon sehen Moskau und Peking die beste Werbung für die Qualität ihrer Systeme und hoffen auf neue Absatzmärkte in naher Zukunft.

Bereits im April 2006 hatte Moskau auch Hamas direkte Finanzhilfen zugesagt. Wladimir Putin stilisiert Russland zur Schutzmacht der Muslime, um wieder eine führende Rolle in der Weltpolitik spielen zu können. Der russische Präsident wird nach seinem Besuch bei der Münchner Sicherheitskonferenz diese Woche in den Mittleren Osten reisen. Während bei den russischen Waffenlieferungen an Hisbollah vor allem Israel der Leidtragende ist, drohen in Iran weiterreichende Konsequenzen. Washington sieht Teherans Nuklearprogramm als Bedrohung und setzt deshalb auf die Isolation der Mullahs. Das Weiße Haus wirft Moskau vor, die nuklearen Ambitionen des iranischen Regimes zu unterstützen.

Moskau bildet 500 iranische Atomwissenschaftler aus

Zwar haben die Vereinten Nationen auf Drängen der USA im Dezember 2006 Sanktionen gegen Iran beschlossen, falls nicht innerhalb von 60 Tagen die Anreicherung von Uran gestoppt wird. Die Frist läuft am 21.