Kontroverse
Wilhelm Genazino
Über den neuen Roman »Mittelmäßiges Heimweh«
heißt der neue Roman von Wilhelm Genazino (Hanser Verlag, München 2006; 188 S., 17,90 €). Der Ich-Erzähler ist ein 43 Jahre alter Mann, der in einem pharmazeutischen Betrieb tätig ist und im Lauf der Geschichte zum Finanzdirektor aufsteigt. Er besucht an Wochenenden seine ein paar Zugstunden entfernt lebende Frau und die gemeinsame sechsjährige Tochter. Eines Tages eröffnet ihm die Frau, dass sie sich mit einem anderen Mann zusammengetan hat. Der Erzähler ist davon nicht überrascht, weil die Beziehung ohnedies ermattet war, und doch macht ihm die Trennung zu schaffen. Er tröstet sich mit einer zufälligen Frauenbekanntschaft. Am Anfang sitzt der Erzähler in einer Kneipe und schaut der Übertragung eines Fußballspiels zu. »Plötzlich sehe ich unter einem der vorderen Tische ein Ohr von mir liegen. Es muss mir im Gebrüll unbemerkt abgefallen sein.« Später wird der Erzähler noch den rechten kleinen Fußzeh verlieren. Er übersteht all dies mit stoischem Humor. – Genazino, geboren 1943 in Mannheim, lebt in Frankfurt am Main.
Lesen Sie auch:
Die Helden des Alltags - Wilhelm Genazino gilt als ein Meister der profanen Tristesse und der
Peinlichkeit. Aber sind seine Porträts aus der Angestellten-Ödnis
wirklich kunstvoll und komisch? Oder so banal wie das, was sie
beschreiben? Eine Kontroverse über Wilhelm Genazinos Angestellten-Porträts:
PRO - Von Erhard Falcke
CONTRA - Von Ulrich Greiner
- Datum 7.2.2007 - 05:16 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 08.02.2007 Nr. 07
- Empfehlen E-Mail verschicken | Bookmarks
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren