Frauen und Karriere Die letzte Hürde

Ein MBA könnte Frauen schneller in die Führungsriegen von Unternehmen befördern. Aber nur wenige trauen sich das Studium zu.

Managerin und Mutter: Wenn Aufstiegschancen und Familienplanung kollidieren

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Sie ist wohl doch aus Panzerglas, die »gläserne Decke«. Wie sonst lässt sich erklären, dass deutsche Frauen auf ihrem Weg in die Chefetagen auf einer gewissen Stufe der Karriereleiter entweder anhalten oder umkehren. In den 100 größten deutschen Unternehmen sitzt gerade eine einzige Frau im Vorstand – bei der Deutschen Bahn AG. Die Top-200-Unternehmen zählen elf Frauen in ihren Vorstandsreihen, ein Anteil von einem Prozent. Etwas häufiger sitzen Frauen in deutschen Aufsichtsräten – immerhin acht Prozent. Die aktuellen Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin bestätigen nur einmal mehr, dass von einer Gleichstellung der Geschlechter in den Spitzenpositionen großer Unternehmen keine Rede sein kann.

Dass Frauen die Männermacht nicht durchbrechen, liegt zu einem nicht unwesentlichen Teil an ihnen selbst. Annegret Zurawski, 39, ist Programmdirektorin an der Gisma Business School in Hannover. Durch das Angebot einer praxisorientierten Managementausbildung will sie ambitionierten Männern und Frauen helfen, ihre Karrierechancen zu verbessern, und sie so auf die Zielgerade in die Chefetagen bringen. Aber nach wie vor sind es vor allem Männer, die die Chance nutzen, mit einem Master of Business Administration (MBA) international durchzustarten – und das nicht nur in Deutschland: Wie ein Ranking des britischen Marktforschungsinstituts The Economist Intelligence Unit im vergangenen Jahr offenbarte, liegt der Frauenanteil an den europäischen Business-Schools im Durchschnitt bei 29 Prozent. Selbst angesehene Institute wie die London Business School oder das Institute for Management Development (IMD) in Lausanne bringen es nicht auf höhere Quoten.

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An der Gisma Business School kann der MBA in einem zweijährigen Vollzeitstudium oder berufsbegleitend absolviert werden. Der Frauenanteil liegt bei 20 Prozent. Das will Annegret Zurawski ändern. »Viele Frauen entscheiden sich gegen den MBA, weil die Fortbildung in einer Lebensphase interessant wird, in der sie eine Familie planen«, sagt die promovierte Chemikerin. In der Regel setzen die Schulen mehrjährige Berufserfahrung voraus, sodass das Durchschnittsalter der MBA-Bewerber bei 30 bis 35 Jahren liegt. Zurawski will nun versuchen, die Frauen für neue Modelle zu begeistern, damit sie weder auf ein Kind noch auf die Karriere verzichten müssen. »Junge Mütter könnten den MBA in der Babypause machen«, schlägt sie vor. Die Unternehmen müssten so keine zusätzlichen Auszeiten hinnehmen; und die Frauen kämen qualifizierter zurück.

Was sich sinnvoll anhört, bleibt in der Umsetzung problematisch. Zwar ist es an manchen Schulen möglich, Teile des Studiums im Fernunterricht zu absolvieren. Grundsätzlich zeichnet sich ein MBA-Studium aber gerade durch unkonventionelle Lehrmethoden wie Fallbetrachtung, Gruppen- und Projektarbeit aus. Ein straffer Ablaufplan, feste Präsenzzeiten und praxisorientiertes Arbeiten bieten gestressten Müttern nicht allzu viel Raum für flexibles Lernen.

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